Erfahrungen mit dem TS 8x56

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MartinM

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Hallo allerseits,

ich war in letzter Zeit auf der Suche nach einem Fernglas für freihändige Beobachtung. Nachdem ich hier im Forum einiges an Infos gelesen habe, möchte ich jetzt auch meine Erfahrungen weitergeben. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen.

Nach einigem probieren mit diversen Gläsern bin ich zu dem Schluß gekommen, dass für mich 8-fach das Maximum ist, was ich längere Zeit freihändig ruhig halten kann. Dazu wollte ich dann eine möglichst große Austrittspupille, um vor allem große, flächige Objekte (wie z.B.Nordamerikanebel) gut beobachten zu können, die nicht so gut ins Teleskop "passen". Ich muss noch dazu sagen, dass ich normalerweise ein Stück außerhalb von München einen 5,5-6er Himmel habe. Aber wie sich gezeigt hat, geht das 8x56 auch unter einem 5er-Himmel noch ganz gut.

Außer dem TS 8x56 hatte ich noch ein Bresser Spezial Jagd 8x56 Dachkant zum Vergleich, das ich aber gleich wieder zurückgegeben habe, da es eine schlechtere Vergütung (=mehr Reflexe), eine schlechtere Mittenschärfe und einen deutlich höheren Preis hat. Die Regel die ich hier gelesen habe "Finger weg von billigen Dachkantgläsern" hat sich also bestätigt.

Bei Tag zeigt das TS 8x56 eine ordentliche Mittenschärfe, zum Rand hin wird es ab ca 50% des Gesichtfeldes langsam unschärfer. Das Glas zeigt am blau/weißen Hausnummernschild gegenüber leichte gelb-farbige Ränder.

Hier die ersten Erfahrungen mit dem TS 8x56 bei Nacht:

Die Durchsicht war nicht besonders gut (5er Himmel im kl. Wagen und im Süden einige Wolken), aber ich war doch positiv
überrascht, was ich mit dem Fernglas alles finden konnte:
Mond (mit für meinen Geschmack erträglichen Reflexen)
Jupiter mit Monden
Kugelstenhaufen: M13, M92, M5, M10, M12
Doppelsterne: Albireo, Epsilon Lyrae (nein nicht vierfach ;-)
Galaxien: M51 indirekt zu sehen
Planetarische Nebel: M27

Fazit: Das TS 8x56 werde ich behalten. Die 7mm AP sind für mich auch bei nicht so gutem Himmel ok. Ich habe es mal testweise auf 8x40 abgeblendet, fand das Ergebnis aber nicht besser. Die 8-fache Vergrößerung finde ich für freihändig ideal und 56mm zeigen schon richtig was. Bin mal gespannt wie es sich unter richtig gutem Himmel bewährt.

Grüße,
Martin

P.S.: Ich gelobe, dass ich nicht mit TS verwandt, verschwägert oder sonstwie in Beziehung stehe, sondern das ich Glas zum normalen Preis erworben habe!

 
Hi !
Das Sichtfeld ist mit den ca. 6° etwas mager, nicht? Dafür könnte es an sich schon fast 'randscharf' sein.

Wie siehts aus, wenn Du bei Tageslicht in Baumkronen schaust ? Ähnliche Produkte aus gleicher Schmiede hatten da heftiges 'purple fringing'.

Wie ist der Farbsaum am Mond ?
Wie ist´s mit den Farbabweichungen generell ?
Wie ist´s mit der geometr. Verzeichnung ? Neigung zum 'Globuseffekt' ?
mechanische Eigenschaften ? Bei TS war der Okularträger an sich immer schön stabil und weitestgehend wackelfrei. Mitteltrieb hat Spiel oder 'gnuckst' ?

Grüsse
Carsten




 
Hallo Carsten,

ja die Randschärfe ist wirklich nicht der Renner, dafür finde ich die Mittenschärfe sehr schön, und bei dem Preis...

Probleme mit Farbsäumen habe ich keine entdeckt (außer am Hausnummerschild, siehe mein erstes Posting). Der Baumkronen-Test zeigt hier gute Ergebnisse und auch am Mond sieht man keinen Saum. Die Farbwiedergabe würde ich eher als neutral bis kühl bezeichnen.

Der Globuseffekt ist deutlich ausgeprägt, fällt (mir) aber nur auf, wenn ich am Tag z.B. eine Kirchturmspitze betrachte.

Die Mechanik ist ok. Fokussierung und Augenabstand lassen sich nicht zu leicht und nicht zu schwer verstellen.

Ich bin gerade dabei, Adapter für Nebelfilter in die Augenmuscheln einzubauen um dann damit auf Nebeljagd zu gehen. Auch wegen dieser Umbaupläne wollte ich kein zu teures Glas nehmen. Wenn das fertig und getestet ist werde ich nochmal berichten.

Gruß,
Martin
 
Hallo,

falls Du mit OIII und ähnlichen Filtern die bekannten "schwierigen" Objekte wie Nordamerikanebel suchen
willst, probiere mal einfach nur 1 Filter (links oder rechts), ist besser, da Du dann die (im Strahlengang mit dem
Filter kaum mehr zu sehenden) Sterne zur Orientierung noch voll mit siehst. Bei 2 Filtern ist dann zu viel schwarz
und Du kannst Dich schlecht orientieren.

Gruß
 
Erfahrungen mit dem TS 8x56 mit UHC Nebelfiltern

Hallo Bino-Freunde,

wie schon angekündigt, habe ich jetzt mein TS 8x56 mit 2 ICS-UHC-Filtern bestückt. Beim CHAT 2005 hatte ich durch das Fujinon FMT-SX 7x50 mit Nebelfiltern von Martin Birkmaier geschaut und war begeistert. Hier nun meine kostengünstige Alternative. Als Halterungen für die Filter dienen zwei Ringe aus Mouse-Pad-Material (die dicke Variante), die ich mit Doppelklebeband in die Augenmuscheln geklebt habe: http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/mmeininger/detail?.dir=/2a6c&.dnm=b42d.jpg&.src=ph

Dort hinein können nun die UHC-Filter gesteckt werden: http://de.pg.photos.yahoo.com/ph/mmeininger/detail?.dir=/2a6c&.dnm=1a53.jpg&.src=ph

So können die Filter jederzeit reingesteckt und rausgenommen werden. Einziger Nachteil: die Filter spiegeln sehr stark, man braucht also einen dunklen Beobachtungsplatz ohne störende Lichtquellen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man wie ich mit Brille beobachtet, da dann die Augenmuscheln wenig Schutz vor Streulicht bieten.

Was kann man nun mit dieser Kombination so alles sehen (beobachtet nahe Unterbrunn bei München am 8./9.7.2005):
Nordamerikanebel: Sauber vom Hintergrund abgetrennt und nicht nur zu erahnen. Daneben ein Hauch von Pelikan.
NGC 281 in Cassiopeia: Für mich viel einfacher zu sehen als im 8" Dobson mit 32 Plössel und UHC.
Cirrusnebel: NGC 6992 war leicht mit direktem Sehen zu finden. NGC6969 rund um 52Cyg war nur indirekt
zu sehen, da hier der Stern auch etwas störte. Natürlich passen beide Teile bequem gleichzeitig ins Gesichtsfeld.
M57: Nur als Punkt zu sehen aber eindeutig zu identifizieren wenn man mit/ohne Filter vergleicht, da an der Stelle kein entsprechend heller Stern steht.
M8,20,16,17: Der Schütze wird zum regelrechten "Gasnebelhaufen" und macht mit dieser Kombination einfach nur Spass.

Für Perfektionisten ist vielleicht die Halterung zu windig und es bleibt das Steulichtproblem, aber die Sache kostet nicht viel (einen UHC hatte ich schon) und lässt sich auch jederzeit wieder herausbauen.

Viele Grüße aus München,
Martin
 
Re: Erfahrungen mit dem TS 8x56 mit UHC Nebelfiltern

Hallo Martin, vielen Dank für Deinen Bericht.
Ich habe auch einige Ferngläser, aber so ohne Nebelfilter
ist es fast nicht möglich diese Nebel zu erspähen. Bitte verrate mir doch wo man diese kleinen Dinger herbekommt. Sind die teuer ? Ich habe wirklich keine Ahnung. Tolle Idee von Dir mit so einfachen Mitteln ein richtiges kleines Nebelteleskop zu bauen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Viele Grüße
Reinhard
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Erfahrungen mit dem TS 8x56 mit UHC Nebelfilte

Hallo Reinhard,

bei den Filtern handelt es sich um ICS UHC-Filter. Die sind baugleich mit Astronomik. Bekommst Du bei praktisch jedem Astrohändler neu für 99 EUR pro Stück. Ich hatte schon einen für meinen 8" Dobs, und nachdem das Fernglas ja relativ billig war, habe ich mir dann noch einen zweiten gegönnt (bei ebay gebraucht für 70 EUR). Ist also nicht ganz billig aber meiner Meinung nach das Geld absolut wert! Wie heißt es so schön: Mit dem zweiten sieht man besser!

Gruß,
Martin
 
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