Einstieg in Filter-Astronomie

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

TobeyMaguire

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,

Auf diesem Gebiet bin ich kompletter Neuling und brauche deswegen Unterstützung.
Ich werde in Kürze einen 4" Vixen-Refraktor haben und hatte bis jetzt einen 6cm Kaufhausrefraktor benutzt. Jetzt möchte ich ein bisschen in andere Gewässer vorstossen und gedenke einen oder ein paar wenige Filter anzuschaffen. Was ich sicher versuchen möchte mit dem neuen Teleskop zu beobachten sind so schöne, rote Emissionsnebel und Deep Sky Objekte. Es soll also sicher ein bisschen viel mehr Rot am Himmel zu sehen sein. :teufelgrr:
Sandstürme oder wie ich gelesen habe "Bodennebel" auf Mars wären auch erstrebenswerte Ziele zu beobachten.
Was könnt ihr mir zudem im Bereich von Uranus, und Neptun empfehlen um diese besser hervorzuheben? Wie auch um die Details auf Jupiter und Saturn?

Vielen Dank für die Vermittlung eurer Erfahrungen und konstruktiven Empfehlungen.

Tobey
 
hallo Tobey,

Emissionsnebel - UHC Filter
Mars - orangeroter Farbfilter
Mars und Jupiter, Mond - Kontrast Booster oder Neodym
(wenn dein Neuer ein Fraunhofer ist, Kontrast Booster)
Uranus, Neptun - kein Filter, zu klein.

der UHC ist der wichtigste und effektivste, die anderen verbessern so lala was du siehst. Nimm gleich den 2" Filter fürs 2" Übersichtsokular - du wirst ihn lange benutzen.

lg Tommy
 
Hallo Tobey

Es gibt bei Baader, aber auch beim Astro Service
Farb Filter Sätze im Angebot
im 3er so wie 5er satz, ist günstiger als einzel zu kaufen
Rot,Blau,Gelb oder auch je nach wahl.
Auch am Samstag bei der AME 2008 in Villingen Schweningen zu bekommen.

Manfred
 
Hi!

Wenn Du rot sehen willst, nimm einen Rotfilter...

Im Ernst: Farbige Nebel wirst Du keine sehen, nicht mit vier Zoll.
Nebelfilter helfen Dir, schwache Emissionsnebel besser zu erkennen, da sie nur das Licht durchlassen, in dem diese Nebel fluoreszieren. Die Nebel selbst erscheinen dabei aber immer noch nur grau, dafür wird der Himmelshintergrund dunkler und der Kontrast somit besser. Je nachdem, wie hart (engbandig) die Filter sind, desto weniger Sterne siehst Du dabei auch.

Die wichtigsten Nebelfilter sind:
UHC: Der Allzweck-Nebelfilter und für vier Zoll erstmal der einzige interessante. Für Emissionsnebel aller Art. Bestell am besten drei Filter (hart, mittel und weich) von drei Herstellern zur Ansicht. Beim ED80 hab ich mich für den sanften UHC-S von Baader entschieden, da sind noch die meisten Sterne zu sehen. Hängt aber von deinem Geschmack und deinem Standort ab.
OIII: Vor allem für Planetarische Nebel, wirkt aber auch bei Emissionsnebeln. So ab acht Zoll Öffnung interessant, sonst wird das Bild zu dunkel.
H-Beta: Heißt auch Pferdekopf-Filter, so ab etwa 16" Öffnung wird damit der Pferdekopfnebel langsam sichtbar. Taugt noch für etwa ein halbes Dutzend weiterer Nebel und ist ein echter Spezialfilter. Am Vierzöller völlig witzlos.

Für Galaxien, Sterne und Reflexionsnebel gibt es keine Filter, da diese Objekte Licht in allen Farben abstrahlen. Etwas helfen können lediglich Light Pollution Filter oder CLS-Filter - aber auch nur, wenn die Lichtverschmutzung aus den richtigen Leuchtstoffröhren stammt. In Heilbronn kann ich mit einem CLS etwa drei Lampen ausblenden, das ist witzlos. Die Filter verfärben die Sterne, damit wird alles bunt. Allerdings sieht Jupiter im CLS kontrastreicher aus.

Farbfilter sind Spezialfilter für die Planetenbeobachtung. Welche Farbe wofür?

Gelb/Grün
Jupiter und Saturn: Deutlichere Atmosphärenstrukturen

Gelb, Dunkelgelb
Mond: besserer Kontrast
Mars: Oberflächendetails und Wolken
Jupiter: Wolkenstrukturen (ab 8“ Öffnung auch bei Saturn)

Orange
Besserer Kontrast bei Tagesbeobachtungen (Venus, Merkur), da das Blau des Himmels unterdrückt wird
Mars: Oberflächendetails
Gasplaneten: Atmosphärenstrukturen

Rot
Bei Tagesbeobachtungen: Schwarzer Himmelshintergrund
Mond: Stärkerer Kontrast
Mars: Polkappen („Marsglas)“

Blau
Jupiter, Saturn: Kontrast der Wolkenbänder
Mars: Oberflächendetails, Violett Clearing
Venus: Dunklere Wolkenstrukturen (bei großer Teleskopöffnung)
Kometen: Gasschweif kontrastreicher

Violett
Venus: Wolkenstrukturen
Saturn: Strukturen in den Saturnringen

Grün
Mars: CO2-Raureif, Nebel
Saturn: Weiße Flecken in der Atmosphäre (in großen Teleskopen)
Jupiter: Großer Roter Fleck, Wolken
Mond: Strahlen um Tycho etc.
Schärfste Bilder bei Linsenteleskopen

Dann gibt's noch UV/IR-Filter - die sehen aus wie ein Klarglas und bringen visuell gar nichts außer Zusatz-Schutz bei der Sonnenbeobachtung (einen echten Sonnenfilter brauchst Du dabei trotzdem unbedingt noch); fotografisch werden UV- und IR-Strahlung abgeblockt, auf die eine Kamera sonst reagieren könnte.

Ein U-Filter lässt nur UV durch und ist visuell schwarz - mit einer Webcam kann man am lichtstarken Spiegelteleskop aber Wolkenstrukturen der Venus aufnehmen. Mit einem Refraktor kann das Bild schwarz bleiben, da Glas UV-Strahlung schluckt, je nach Glassorte.

Minus-Blau-Filter gibt's auch noch, die mindern den Farbfilter zu schneller achromatischer Refraktoren und sind für dich hoffentlich ebenfalls uninteressant.

Graufilter oder - komfortabler - Polfilter dämpfen das Licht, dadurch wird die Beobachtung vom Mond angenehmer, er blendet nicht. Auch bei hellen Planeten kann ein Graufilter helfen, Details besser zu erkennen, die einen sonst blenden.

Sonnenfilter gibt's für die Fotografie (nie visuell verwenden) und für die visuelle Beobachtung (die lassen noch weniger durch und blocken auch UV/IR-Strahlung), hier hast Du die Wahl zwischen AstroSolar Filterfolie (bestes Preisleistungs-Verhältnis), Glasfiltern (lohnt sich meistens nicht) und einem Herschelkeil mit zusätzlichem Graufilter (teuer, aber sehr gut).
Sonderfälle von Sonnenfiltern sind engbandige H-Alpha-Filter (nicht zu verwechseln mit breitbandigeren, viel billigeren Deep-Sky-H-Alpha-Filtern - die gibt's auch, sind aber meist nicht nötig, da auch UHC-Filter H-Alpha durchlassen) und Kalzium-Filter, die nur bestimmte Bereiche der Sonne zeigen und hier erst mal uninteressant sind.

Aber wie gesagt: Farbige Nebel wirst Du auch mit Filter kaum erkennen können, dafür brauchst Du ein viel größeres Teleskop, und auch dann sind die Farben sehr schwach.
Details auf Planeten setzen einiges an Beobachtungserfahrung voraus. Such mal bei Amazon oder bei zvab.com nach dem Buch Planeten beobachten (Spektrum Verlag), bevor Du dir einen Filtersatz zulegst. Die Investition lohnt sich.
Bunte Sterne sind einfacher: Es gibt einige reizvolle farbige Doppelsterne, allen voran Albireo (Beta Cygni) und Alamak (Gamma Andromedae).

Mein Tipp (ich hoffe, Du hast so lange durchgehalten): Kauf dir einen UHC-Filter (wie gesagt, selber testen) und je nach Budget entweder einen Grau- oder einen Polarisationsfilter - letzterer ist in der Helligkeit verstellbar, wenn Du zwei davon gegeneinander drehst. Falls Du einen 2"-Okularauszug hast, kauf die Filter in zwei Zoll - dann kannst Duu sie auch im 2"-Übersichtsokular benutzen (viele Nebel sind verdammt groß) und kannst sie im Reduzierstück auf 1,25" lassen, wenn Du höher vergrößerst.
Bevor Du Farbfilter kaufst, such das Planeten-beobachten-Buch.

Ich hoffe, das hilft und ich hab dich jetzt nicht erschlagen.

Gruß,
Alex
 
Hallo Tobey,

die Ausführungen von Alex sind umfassend. Da kann ich kaum noch etwas hinzufügen.

Außer vielleicht die Anregung, das Du erst mal mit deinem neuen Rohr Erfahrungen ohne Filter sammelst. Du wirst dann ein Gefühl dafür bekommen, ob sich die Anschaffung bestimmter Filter lohnt.

Viele Grüße
Chris
 
Hallo Alex

Vielen Dank für deine ausführlichen Erklärungen. Das war wirklich hilfreich und erschlagen hast du mich damit auch nicht. Im Gegenteil, es ist interessant etwas über die physikalischen Eigenschaften des Lichts und die verschiedenen Einflüsse von Filtern auf das elektromagnetische Spektrum zu erfahren.
Ich denke, das ich mir sicher einen Rot-Filter anschaffe.
Ist es denn absolut hoffnungslos rote Töne bei Nebeln zu sehen, so Rosettennebel oder Nordamerikanebel?
Ich wohne an einem Berg (Südhang mit direkter Alpensicht) in der Zentralschweiz und sehe mehr oder weniger auf eine Hand voll Dörfer runter. Die nächst grössere Stadt ist hinter dem Berg im Norden - aber trotzdem haben wir in dieser "Agglomeration" ein wenig Lichtverschmutzung und im Tal ein Fabrikgelände, dass in dieser Blickrichtung die Dunkelheit merklich vignettiert. Milchstrasse ist bei wolkenlosem Himmel oft zu sehen. Wie denkst du wird sich da die Nebelbeobachtung gestalten?
Ich hab schon von den heftigen Diskussionen gelesen, welcher Filter denn nun besser sei, der OIII oder UHC. Deiner Meinung nach ist für 4" also nur der UHC-Filter wirklich sinnvoll. Ok, das erleichtert mir zumindest in dieser Hinsicht die Qual der Wahl. Und ein H-alpha-Filter ist sozusagen also im UHC enthalten. Dieser lässt auch mehr Wellenlängen durch (breitbandiger) wodurch mehr Sterne zu sehen sein werden. Ich glaub, das ist sinnvoll in meiner Umgebung.
Ein gelber Filter für die Details von Jupiter und Saturn wird auch immer interessanter. Irgend etwas Spezielles was ich hier beachten sollte?
Ach ja, ich hab nur einen 1.25" Anschluss, resp. werde haben. Wie lässt sich das Problem der flächenmässig grossen Nebel da bestenfalls beheben? Mit einem guten, teuren Okular mit grossem Gesichtsfeld?
Das Buch "Planeten beobachten" vom Spektrum Verlag werd ich mir mal genauer anschauen. Zum Glück hab ich in der Nähe eine zvab-Mitglieds-Buchhandlung.

Vielen Dank für deine ausführliche Hilfe.
Tobey
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi!

Wenn das Teleskop nur einen 1,25"-Anschluss hat (ist's der 102/1000?), kannst Du auch nur 1,25"-Okulare und Filter einsetzen. Dann gibt's zwei Möglichkeiten, die sich zum Glück nicht gegenseitig ausschließen:
  • Weitwinkel-Okular für möglichst großes Gesichtsfeld; was sich da mit 1,25" empfiehlt, da werden sich hoffentlich andere Spezialisten melden. Ich hab da keinen Überblick.
  • Fernglas
Wenn's der 102/1000 oder was mit ähnlicher Brennweite und Öffnungsverhältnis ist, fängst Du eh mit einer recht hohen Vergrößerung an (unter 25-30x geht kaum). Dann solltest Du für die wirklich großen Objekte (Andromeda-Galaxie, Nordamerika-Nebel, große Sternhaufen wie Plejaden und Hyaden) einfach noch ein Fernglas kaufen. Am besten ein 7x50 oder ein 10x50, die kannst Du gerade noch ohne Stativ benutzen. Halte den Feldstecher möglichst an den Objektivfassungen und lass ihn an den Augenmuscheln aufliegen, dann wackelt er am wenigstens. Den Nordamerikanebel hab ich bislang nur im ca. 15x70-Fernglas gesehen, aber noch nie im Teleskop (auch nicht bei 15x80 im ED80/600 mit Nebelfilter), und M31 wirkt im Fernglas eh am besten. Da brauchst Du auch kein supertolles Fernglas, Du kannst was günstiges mit gutem Einblickverhalten nehmen, was Du ständig im Auto lassen kannst. Im Fernglas oder mit bloßem Auge kannst Du dann auch mal Dunkelnebel jagen - die Staubwolken verbergen die Sterne und erscheinen als dunkle Regionen in der Milchstraße. Gerade die Große Teilung (Great Rift) zwischen Schwan und Schütze ist beeindruckend - ein riesiger Komplex aus Staub, der die entfernteren Sterne verbirgt und nur dann auffällt, wenn man genügend Sterne sieht. Tipp: Mach dir auf Klarsichtfolie Kreise, die im selben Maßstab wie deine Sternkarten sind und zeigen, wie groß das Gesichtsfeld deiner Okulare ist. Dann weißt Du, was dich flächenmäßig bei manchem Objekt erwartet.

Die Nebel sollten in den Alpen sehr gut zu sehen sein, viele auch ohne Filter - der Himmel macht's aus, und Filter sind umso wichtiger, je lichtverschmutzter der Himmel ist. Wenn die Milchstraße schon sichtbar ist, hast Du annähernd traumhafte Bedingungen. Ein UHC-Filter erhöht den Kontrast noch, aber wie gesagt: welcher Dir am besten gefällt, probierst Du am besten selbst aus. Mach mit dem Händler einen Zeitraum zum testen aus, die meisten sind da doch recht kulant. Die helleren Nebel (Orion, Ringnebel, Hantelbel, Katzenauge etc) sollten unter den Bedingungen problemlos zu sehen sein, aber nur Schwarz-Weiß. Gerade für den Anfang (Einstellen üben und so) brauchst Du da wohl gar keinen Nebelfilter - kauf erst mal einen schönen Pol-Filter, mit einem schönen langbrennweitigen Achromat lohnt sich auch der Blick auf den Mond immer.

Ich habe privat einen ED80 und im Verein - in der Innenstadt - einen 15cm-Refraktor und ein C14 zur Verfügung. Im C14 zeigen manche planetarische Nebel langsam einen Hauch von Farbe, aber visuelle Astronomie ist meistens Schwarz-Weiß. Hier bringt dir Beobachtungserfahrung mehr als ein Filter, und Öffnung mehr als jeder Filter. Das Problem ist, dass bei schlechten Lichtverhältnissen (wie im Teleskop oder bei Dämmerung) die Farbsinneszellen im Auge nicht mehr empfindlich genug sind, und nur noch die Schwarz-Weiß-Zellen ansprechen. Durch einen Filter erhälst Du ja nicht mehr Licht, sondern Du blendest nur Streulicht aus. Das Bild wird also deutlich kontrastreicher, aber insgesamt nicht heller. Daher kann ein Farbfilter gar nicht mehr Farbe zeigen.

Bunte Bilder kann dir nur eine Kamera liefern, aber das wird meist richtig teuer und aufwändig.

Zum Thema Farbfilter: Ich benutze die nur sehr selten, weil mich Planeten nicht so sehr interessieren, dass ich die letzten Details jagen würde. Aber wenn Du mit ein oder zwei Filtern liebäugelst, kauf am besten gleich einen ganzen Satz von meist 6 Stück - entweder benutzt Du sie gar nicht oder langfristig alle. Nach den Betriebsstunden sollte man beim Teleskop eh nie fragen, sondern nur, ob's einem Spaß macht :/ Welche Filterkurven besser sind, da könnte dir das besagte Buch weiterhelfen. Generell würde ich sagen, dass es schon einen Grund hat, dass die Baader-Filter so viel teurer sind als die von TS, allerdings bin ich wie gesagt nicht so der Planetenfreak, dass ich viel mit Filtern arbeiten würde.

Gruß,
Alex
 
Hi Tobey,
die anderen haben ja im Grunde schon sehr ausführlich geschrieben und beschrieben.

Da ich selbst einen Achromaten besitze (Celestron OMNI XLT 120/1000) kann ich Dir nur von meiner Erfahrung schildern.

1. Bist du sicher mit dem 1,25'' OAZ - prüfe mal ob es sich nur um ein mitgeliefertes Reduzierstück handelt, welches du entfernen kannst - wusste ich bei meinem Teleskop anfangs auch nicht, dass es sich nur um ein Reduzierstück im OAZ gehandelt hat :augenrubbel: Aber man lernt ja dazu :pfeif:

In dem Fall lohnt es sich wirklich einen 2'' Zenitspiegel oder Amiciprisma (mit Reduzierstück auf 1,25'') anzuschaffen - - ein schönes Übersichtsokular in 2''... Das finde ich sehr viel wichtiger, als anfangs die Filter!!!

Wenn Filter, dann auch in 2'' (an den Spiegel, so kannst du diese für 2''und 1,25'' Okulare nutzen)

Ich habe es auf jeden Fall so gemacht, dazu noch 2 Planetary Weitwinkelokulare 1,25'' (meine Lieblinge in 5mm und 8mm) und ein paar Plössel. (meine bisherigen Anschaffungen :o )

Insbesondere werden von mir eingesetzt 2'' UHC Filter von Lumicon bei passenden Nebel, mein treuer Gelbfilter an Saturn und Jupi(weil der Blausaum so schön unterdrückt wird) und mein Mondfilter, sowie mein IR-Sperrfilter für die Webcam! Andere Farbfilter (an Planeten) in Blau, Orange, Rot, Dunkelgrün und Hellgrün habe hier und da mal ausprobiert - jedoch bisher ohne Wow-Effekt- na ja am Mars kam orange und blau (um Polkappen hervorzuheben) zum Einsatz. Aber da der Mars sich ja in nächster Zeit nicht blicken lässt eher uninteressant.

Der Blausaum meines Refraktors ist (für mich) erst am Jupiter störend zur Geltung gekommen bzw. hat mich da erst wirklich genervt (bei Deep-Sky nehme ich diese chromatische Aberration nicht wahr :biggrin: ), deshalb denke ich inzwischen über nen Filter für dieses Problemchen nach (Kontrast Booster oder Minusviolett Filter, da weiß nicht welcher da am besten geeignet ist - welche es für dieses Problem noch zu kaufen gibt). Und wieder wird die Geldbörse umgekrempelt :/

- ich weiß nicht wie ausgeprägt der Farbfehler an deinem Achromaten ist - deshalb weiß ich natürlich auch nicht, ob du so einen Filter überhaupt gebrauchen kannst, das musst du selbst beurteilen. Ich nehme mal auch an, dass erst bei größerer Öffnung visuelle Spezialfilter wirklich interessant werden, da kennen sich aber sicherlich die Experten besser aus als ich.

Mein Fazit: Wichtiger sind gute Okulare, ein schöner Zenitspiegel und ein gutes Übersichtsokular, wenn dann lohnt sich vielleicht UHC Filter und Filter zur Korrektur des Farbfehlers, Mondfilter bzw. Polarisationsfilter eventuell, wenn's ein gutes Farbfilterset im Angebot gibt, dann schlag zu (meine habe ich geschenkt bekommen) - lohnt sich meiner Meinung nach aber nur, wenn du vor allem Planeten beobachten möchtest. Aber - das alles sind ja Investitionen, von denen du lange etwas hast. Naja, ich hoffe Du kannst was aus meinen Erfahrungen ziehen.

Gruß erstmal und CS, Steffi

P.S. das mit deinem Rotfilter-Wunsch verstehe ich nicht?! Mit dem roten Filter kitzelst, soweit ich weiß, nicht die H-Alpha Regionen der Nebel hervor. Du würdest Dir nur den Himmel, Sterne bzw. Deep-Sky-Objekte die du eh siehst rot färben, auch wenn diese eigentlich gar nicht rotes Licht emittieren- aber als Anfängerin gebe ich das mal so an einen Experten weiter.
Das mit nem roten Filter an Deep-Sky lass mal, denn man will ja die Objekte so natürlich wie möglich wahrnehmen und nicht etwas hinzaubern, was gar nicht da ist, oder? Möglicherweise siehst du durch so einen roten Filter hinterher weniger bis gar nichts, als wenn du diesen weggelassen hättest?! ?)
 
Hallo Tobey,

lies Dir das mal durch:

http://www.svenwienstein.de/HTML/nebelfilter.html

Das Geheimnis bei der Beobachtung der großen schwachen Nebel heisst Austrittspupille: Man kann denn Nordamerika ohne Probleme unter mittelprächtigen Umlandbedingungen sehen wenn man eine große AP (6-7mm) und einen engen OIII-Filter benutzt. Dazu muss man nicht in die Alpen fahren sondern einfach das richtige Instrument benutzen, eben eines dass auch große Austrittspupillen erlaubt. 4" Öffnung reichen locker, mit 80mm öffnung ists auch machbar wenn man mit so einer AP beobachtet. Gerade dazu eigenen sich die vielgeschmähten China-Farbwerfer ganz hervorragend.

Welchen Filter man nimmt hängt auch von den Umgebungsbedingungen ab. Bei stärkerer Lichtverschmutzung hat ein enger Linienfilter Vorteile, weil er das Bild stark abdunkelt und nur noch das Licht vom Nebel durchläßt. Das nutzt halt leider nix, wenn man schon so hoch vergrößeren muss, dass das Bild dunkel wird. Dann hilft ein farbkorrigiertes Qualitätsobjektiv vorne dran auch nicht mehr.

Übrigens: Ein H-ALpha-Filter ist nur scheinbar im UHC "enthalten". Die Wirkung von H-alpha-Filtern besteht ja eben darin, dass sie NUR die entsprechende Linie durchlassen, und das ziemlich engbandig nicht so breit wie im UHC.

Das 1.25"-Zoll-Problem Deines Fernrohres läßt sich lösen, indem Du einen 2"-Auszug montierst - wenn Du die ganzen Probleme die damit verbunden sind in Kauf nimmst.

Zuguterletzt gibts auch noch Reducer für 1.25". Damit und mit nem 40mm-Oku kommst Du mit einem Öffnungsverhältnis von 1:10 auch in den Bereich von 6mm AP. Auf Kosten eines recht unangenhmen Tunnelblicks bei kleinem Gesichtsfeld.


Wenns Dir um die AP und große Felder geht: Meine Meinung nach wäre die günstigste Lösung für Dich tatsächlich ein Richfieldrefraktor. Mit dem Röhrchen kannst Du nämlich Filter benutzen, mit dem Fernglas nicht oder nur unter erschwerten und/oder teuren Bedingungen. Ausserdem kannst Du die Vergrößerung variieren.


CS

Klaus






 
Hallo Steffi

Schon klar dass ich das sowieso schon sichtbare nicht durch eine "rote Brille" betrachten (wellenlängenmässig einschränken) möchte. Nein nein, was ich eigentlich möchte ist, Nebel zu beobachten die hauptsächlich im roten Bereich leuchten und sonst nicht so gut oder fast nicht zu sehen sind...also vor allem Emissionsnebel.

Clear Sky auch dir,
Tobey
 
Hi Tobey,

da bleibst Du schon mit den noch üblichen Okularen um 40 mm Brennweite in der Übersicht bei ca. 4mm AP hängen.

Dafür und für kleinere AP (höhere Vergrößerungen) empfiehlt sich ein "weicher" O III wie der Astronomik und/oder ein guter UHC, z.B. Thousant Oaks oder Lumicon.

Gruß und CS
*entfernt*

PS: Außerdem empfiehlt sich die Aufsuche eines möglichst dunklen Standorts.
Guter/dunkler Himmel ist durch nichts zu ersetzen, gerade wenn man mit Filter keine große AP nutzen kann.
Ein Mag Verlust an Grenzgröße durch aufgehellten Himmel holt auch der beste Filter nicht wieder rein.
 
Zuletzt bearbeitet:
Zu den Nebelfiltern äußere ich mich nicht, dazu wurde schon viel geschriben.

Zu den Farbfiltertn: Die 1,25" sind nicht so sehr teuer. Ich empfehle einen Satz: Gelb, kräftig grün, blau und orange. Rot lohnt sich nur bei größerer Öffnung. Gerade am Mars, aber auch am Jupiter kann man mit allen Farbfiltern etwas anfangen.
 
Hallo zusammen,

bis jetzt drehten sich die Fragen ein bisschen um die Wellenlängen 656nm (H-alpha) und rund um die 500nm (OIII und H-beta) rum.
Welche Filter oder sonstige Ausrüstung empfehlt ihr mir um überhaupt so viel (neues) wie möglich zu sehen (was ohne Zusatzausrüstung evtl. gar nicht entdeckt werden kann)?

Was meint ihr zum folgenden Filter:
Multi-Band Hα (656.3nm), [O III] (500.7nm), and Hβ (486.1nm)- One filter, 3 emission lines.
von Custom Scientific.
Klar, ist bei 990$ ein bisschen gar teuer...vor allem bei "nur" 4" Teleskopöffnung.

An dieser Stelle ganz kurz ein Danke für die vielen interessanten Beiträge. Das gute ist, dass deren Inhalt sich nicht widerspricht wie in so vielen anderen Threads, was die Sache ungemein leichter macht.

Gruss und Clear Sky,
Tobey
 
Hi Tobey,

ich kenne diesen Filter nicht.
Dennoch sieht es für mich so aus, dass der breite Durchlass Hß und O III auf einen UHC hinausläuft und der H-Alpha Bereich visuell unsichtbar ist.
Rein visuell ist die Dreiteilung der Filter in

UHC
O III


sinnvoll.

Gruß
*entfernt*

PS: Ich glaube, ich hab da was verwechselt. Du hast keinen UHC bislang, wie ich zunächst vermutet hatte.
Also ist ein guter UHC oder ein weicher O III sicher erste Wahl.
Ob man für einen visuell UHC-ähnlichen Filter 1000 USD hinlegen muss?....wohl eher nicht.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hi Tobey,

noch nie gehört von dem Filter. Aber 1000Dollares für nen UHC? Sehr ungewöhnlich.

Wenn Du schon nen UHC hast überlege nen etwas breiteren OIII-Filter. Beliebt sind die von Astronomik und Lumicon.

CS

Klaus
 
Hallo Tobey,

H-Alpha ist am Nachthimmel visuell nicht zu beobachten. Der Custom Scientific ist allenfalls ein fotografischer Filter, der einen guten Luminanz-Kanal liefern würde für Sternfreunde, die statt RGB die Linienfilter für H-Beta, OIII, H-Alpha auf die Farbkanäle setzen. (Wobei hier interessanterweise von vielen Astrofotografen statt H-Beta der SIII verwendet wird, weil die H-Beta-Strukturen bei vielen Objekten sehr ähnlich zu den H-Alpha-Strukturen sind, während sich die SIII-Strukturen oft davon unterscheiden.)

Somit ist auch die H-Alpha-Transmission mancher UHC, OIII, Deepsky und H-Beta-Filter eigentlich rein fotografisch interessant. Zwar wird manchmal (in alten Quellen) behauptet, die H-Alpha-Transmission des Lumicon OIII mache in großen Geräten den Orionnebel rot, ich halte das aber für eine reine Einfärbung der Reflexionsnebel um das Trapez herum, und die kann man auch mit einem normalen Rotfilter erreichen. Jedenfalls mit 4" Öffnung ist das alles außen vor.
Günther hat in meinen Augen passend vorgeschlagen: UHC und weicher OIII, oder falls es Dir bei einigen Objekten wichtig ist, nicht zuviele Sterne zu verlieren, dann ein weicher UHC (Lagunennebel, Rosettennebel, etc).

Bei einem Vixen 102M ist Widefield ja auch keine wirkliche Option, da 1,25" und 1000mm Brennweite. Soweit ich weiß gab es das Gerät auch nie mit 2" Option, sondern es dürfte ganz normal mit 36mm Vixen-Gewinde auf 1,25" Steckfassung ausgerüstet sein. Mit den 1,5° Feld sind also Widefield-Beobachtungen sehr eingeschränkt, und da man mit 40mm Okular auf eine AP von 4mm begrenzt ist, hat man für die schwachen HII-Regionen auch kein besonders helles Bild. Daher sollte es auch nur ein weicher OIII sein, der lässt sich bis 2mm AP nutzen. Schau mal nach dem Zirrus damit...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven

Ja, es ist der Vixen 102M. In einigen Beiträgen wurde nun schon das eingeschränkte Gesichtsfeld durch den 1.25"-Okularschluss erwähnt.
Lohnt sich eine Aufrüstung auf 2" und wie aufwendig ist das?

Gruss
Tobey
 
Dann will ich auch einmal meine bescheidenen Erfahrungen zum besten geben.

Zu den Nebelfiltern:
Ich habe einen Seben CLR-Filter 1,25". Die Effekte sind wie bereits vorher von anderen beschrieben bescheiden (was aber hauptsächlich meiner 90mm Öffnung geschuldet ist).

Die Farbfilter (rot, gelb, blau und grau) aus dem Meade Planetary-Filter Set habe ich bisher nur am Jupiter eingesetzt. Bei Rot, Blau und Grau sind bei meiner Optik keine Verbesserungen zu sehen. Auch bei Aufnahmen kann ich nicht sagen, dass ein Farbbereich schärfer aufgenommen wird, eher im Gegenteil. Der gelbe Filter allerdings sorgt dafür, dass der Blautonkanal bei Aufnahmen sehr viel schärfer ist. Der Filter trägt daher zu einer erheblichen Verbesserung der Aufnahme bei und sorgt zudem für einen besseren Kontrast der Bänder.

Hoffe das hat etwas geholfen.
 
Hallo Tobey,

Der Aufwand und die Kosten manifestieren sich in einem Punkt: Finde einen passenden 2" Auszug für diesen Tubusdurchmesser und mit dieser Fokallage, bzw. einer etwas anderen Fokallage für den längeren Lichtweg im 2" Zenitspiegel/Prisma.
Eventuell müssen die Blenden im Tubus angepasst (versetzt) werden.

Einen nicht ganz passenden OAZ passend zu machen kann natürlich ein Heidenaufstand werden.

Angesichts der Preise aktueller 100mm Refraktoren, können solche Aktionen auch schnell den Wert eines gebrauchten China-ED erreichen, womit spätestens Bedenken angebracht wären.

Clear Skies
Sven
 
Zitat von Sven_Wienstein:
Hi,

Ich habe einen Seben CLR-Filter 1,25". Die Effekte sind wie bereits vorher von anderen beschrieben bescheiden (was aber hauptsächlich meiner 90mm Öffnung geschuldet ist).
Öhmmm... nööö. Liegt nicht an der Öffnung. 1000 mal in diesem Forum nachzulesen, warum.

Clear Skies
Sven

Suche nach CLR ergab keinen Treffer. Woran liegt es?

 
Hi,

weil das nicht speziell beim CLR so ist, sondern bei allen Filtern. Die Filterwirkung hängt bei Deepsky-Objekten von AP und Himmelsqualität (Grenzgröße) ab.
Da jedes Teleskop (mit passenden Okularen, die man manchmal aus gutem Grund nicht kaufen kann) einen nutzbaren AP-Bereich von etwa 0,5mm bis 7mm hat, kann man also an jedem Teleskop eine passende Vergrößerung für diesen oder jenen Filter wählen. Die Frage ist dann nur, ob einem die Vergrößerung zusagt, denn bei kleiner Öffnung hat man mit einem OIII eben nur eine kleine Vergrößerung zur Verfügung, und damit sind viele Objekte uninteressant.
Nur das steckt dahinter. Mit einem UHC oder Deepsky (CLR) kann man auch bei insgesamt dunkleren Bild noch etwas anfangen, hat also Nutzen auch bei kleiner AP und damit auch mehr Vergrößerung selbst an kleinen Optiken.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven

Interessant. Frage: Da mein 4" Vixen 102M (der übrigens vor 4 Stunden bei mir eingetroffen ist :biggrin: :cool: ) noch unter die kleinen Öffnungen geht, welcher UHC hat dann die beste Qualität unter einer Alpennordseitenhimmelsqualität und dementsprechend erreichbarer AP (ist das die maximale Irisöffnung durch Dunkeladaption?)?

Gruss
Tobey
 
Hi Tobey,

AP
http://www.svenwienstein.de/HTML/thema_ap.html

Seeing, Transparenz
http://www.svenwienstein.de/HTML/seeing_und_transparenz.html

Himmel/Grenzgrößenbestimmung
http://www.home.uni-osnabrueck.de/ahaenel/aol/lightpol.html
das zweite Bild, der kleine Wagen.

Du kommst mit dem Vixen auf etwa 4 mm AP/Austritspupille okularseitig (handelsübliche Okulare um 40 mm Brennweite) und auf diese "Austrittspupille" bist Du beschränkt, auch wenn Du bei perfekter Dunkeladaption 7-8 mm "Augenpupille" erreichst.
Daher meine bereits gegebene Empfehlung zu einem etwas weicheren O III und einem UHC.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Guten Abend zusammen,

So. Also, es soll ein UHC-Filter her. Zu welchem, respektive welcher Marke ratet ihr mir? Astronomik, Lumicon oder Baader (...?) ?
Ich denke, der Lumicon UHC-Filter ist für meine "Rot-Ansprüche" zu schwach.
Was denkt ihr?

Vielen Dank
Gruss
Tobey
 
Hi Tobey,

3 x UHC?
erste Wahl - Lumicon
zweite Wahl- Astronomik
dritte Wahl-XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben