Frank_Schäfer
Aktives Mitglied
Hallo Leute,
ich möchte kurz ein Fernglas von Swift vorstellen, welches mir von Simone (metallica) übers Wochenende zur Verfügung gestellt wurde. Ich denke, dieses Porroglas dürfte für Leute interessant sein, die ein schönes, universell nutzbares Fernglas suchen, welches nicht nur für Astro sondern auch für Tagbeobachtungen sehr gut geeignet ist. So schaut es aus:
Link zur Grafik: http://212.80.228.216/sites/f.schaefer/0swift85x44ed.jpg
Wie das ED in der Modellbezeichnung vermuten läßt, handelt es sich hier um ein Porroglas mit stark reduziertem Farbfehler, was sich auf den ersten Blick durch eine ausgezeichnete Schärfe im Zentrum und ein sehr kontrastreiches Bild bemerkbar macht. Der Hersteller gibt das Sehfeld mit 144m/1000m an, das sollte auch Weitwinkelfreaks zufriedenstellen. Die Randunschärfe ist für meine Augen bei Tag nicht störend, da gibt es weit schlimmeres zu kaufen. Ein Test am Sternhimmel steht noch aus. Ein kurzer Blick durch Wolkenlücken läßt mich eine Unschärfe im Randbereich vermuten, die zumindest besser als bei einem Minolta Activa ausfällt und in etwa mit meinem alten Dekarem vergleichbar ist (vielleicht auch etwas besser).
Ein Vergleich mit dem Zeiss 8x42 FL zeigt, dass sich das Swift bei Schärfe im Zentrum und Kontrast nicht verstecken muß. In beiden Ferngläsern fällt sofort das sehr scharfe und brillante Bild auf, welches zu einem guten Teil der verbesserten Farbkorrektur zu verdanken ist. Leichte Farbsäume an kontrastreichen Motiven zeigen sich nur im Randbereich, im Zentrum hat man das Gefühl, mit einem "kleinen Apo" zu beobachten. Das Zeiss hat einen deutlichen Vorteil bei der Transmission. Am Tag fällt das kaum auf, aber in der Dämmerung merkt man, dass das Victory FL die bessere Transmission mitbringt. Das zeigt sich auch beim nächtlichen Laternentest, Reflexe sind beim Zeiss kein Thema, das Swift zeigt ein paar Reflexe. Im Vergleich mit dem Nikon 8x40 EX schneidet das Swift aber deutlich besser ab. Die Transmission des Swift würde ich rein vom visuellen Eindruck in der Größenordnung eines 10x50 Nobilem einordnen. Das ist besser als manche Dachkantgläser in der 500 Euro Region aber noch deutlich unterhalb der Transmissionswerte, die Top Gläser von Zeiss und Leica erreichen. Dafür kostet das Swift 8,5x44 ED nur rund ein Drittel (!) dieser Top Gläser.
Eigentlich habe ich mir seit langem ein "Nikon 8x42 SE" gewünscht, leider habe ich bisher kein 8x40/42 Porro in dieser Güte gefunden. Das Swift 8,5x44 ED kommt dem Wunsch sehr nahe, es fehlen im wesentlichen nur eine etwas bessere Randschärfe und ein Tick mehr Transmission. Das Swift vereint eine sehr gute optische Leistung zu einem akzeptablen Preis mit einem schnuckeligen Design, einer wetterfesten Bauweise (waterproof) und dem unschlagbaren Vorzug jedes guten Porroglases: dem ausgeprägten räumlichen Eindruck auf mittlere Entfernungen. Hergestellt wird es übrigens in Japan.
Das hört sich alles richtig gut an, aber es gibt auch ein paar Kritikpunkte. Zuerst der maximale Augenabstand: dieser ist mit 71mm für den einen oder anderen mitteleuropäischen Nutzer mit großem Kopf etwas zu knapp dimensioniert. Der AP-Abstand ist in etwa mit dem meines Nikon 8x30 E II vergleichbar, also nicht für jeden Brillenträger geeignet! Ich würde auf ca. 13mm AP-Abstand tippen. Die verstellbaren Augenmuscheln sind ein Vorteil, wenn man mit und ohne Brille beobachten will (kann). Leider ist die Dioptrienkorrektur am rechten Okular etwas zu leichtgängig, so dass sie sich auch mal mit der Augenmuschel verstellen kann. Hier wäre eine Dioptrieneinstellung mit Rastung ganz nützlich. Das Glas zeigt eine leichte Bildfeldwölbung, das fällt aber nur dann auf, wenn sich ein einigermaßen ebenes Objekt (Hauswand, Baum) über die volle Höhe des Bildfelds erstreckt. Das wars, was mir an Kritikpunkten aufgefallen ist. Gemessen an der sonst sehr guten Optik, der solide erscheinenden Verarbeitung und dem ansprechenden Design hält sich die Kritik in wirklich engen Grenzen. Mir ist jedenfalls noch kein Fernglas im Bereich um 500 Euro über den Weg gelaufen, welches eine so gute optische Leistung bietet.
Soweit meine ersten Eindrücke zu diesem wirklich schönen Porroglas. Ich möchte das Fernglas einfach mal vorstellen und anregen, dass sich vielleicht einer der Experten hier im Forum das Swift in einem richtigen Test vornimmt. Wenn ich mir z.B. anschaue, was ich mit einem Zeiss 8x40 Conquest bekomme und welche Leistung mir das Swift ED zu einem deutlich günstigeren Preis bietet, dann denke ich, das Swift hat locker einen vorderen Platz im deutschen Fernglasmarkt verdient.
Wer sich für das Swift interessiert, sollte Simone kontaktieren. Sie hat die zwei Swift Porrogläser (einmal in der ED- und einmal in einer normalen Version) im Angebot. Wenn ich richtig informiert bin, dann soll das 8,5x44 ED für 449 Euro über den Ladentisch gehen. Weitere Infos findet man bei Swift und einen Bericht zu der non-ED Variante gibt es auf betterviewdesired.
Nun der wichtigste Satz: ich bin weder mit Swift noch mit Simone verwandt, verschwägert oder verheiratet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />. Wenn ich Simone als Quelle für die zwei Ferngläser nenne, dann tue ich das, weil ich bei ihr das gute Gefühl habe, dass sie sehr genau weiß, was sie anbietet und warum sie das tut. Wer ein besonders hochwertiges Fernglas zum besonders günstigen Preis sucht (sozusagen High End für 150 Euro), der muß u.U. zu einem anderen Anbieter gehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...
Frank.
ich möchte kurz ein Fernglas von Swift vorstellen, welches mir von Simone (metallica) übers Wochenende zur Verfügung gestellt wurde. Ich denke, dieses Porroglas dürfte für Leute interessant sein, die ein schönes, universell nutzbares Fernglas suchen, welches nicht nur für Astro sondern auch für Tagbeobachtungen sehr gut geeignet ist. So schaut es aus:
Link zur Grafik: http://212.80.228.216/sites/f.schaefer/0swift85x44ed.jpg
Wie das ED in der Modellbezeichnung vermuten läßt, handelt es sich hier um ein Porroglas mit stark reduziertem Farbfehler, was sich auf den ersten Blick durch eine ausgezeichnete Schärfe im Zentrum und ein sehr kontrastreiches Bild bemerkbar macht. Der Hersteller gibt das Sehfeld mit 144m/1000m an, das sollte auch Weitwinkelfreaks zufriedenstellen. Die Randunschärfe ist für meine Augen bei Tag nicht störend, da gibt es weit schlimmeres zu kaufen. Ein Test am Sternhimmel steht noch aus. Ein kurzer Blick durch Wolkenlücken läßt mich eine Unschärfe im Randbereich vermuten, die zumindest besser als bei einem Minolta Activa ausfällt und in etwa mit meinem alten Dekarem vergleichbar ist (vielleicht auch etwas besser).
Ein Vergleich mit dem Zeiss 8x42 FL zeigt, dass sich das Swift bei Schärfe im Zentrum und Kontrast nicht verstecken muß. In beiden Ferngläsern fällt sofort das sehr scharfe und brillante Bild auf, welches zu einem guten Teil der verbesserten Farbkorrektur zu verdanken ist. Leichte Farbsäume an kontrastreichen Motiven zeigen sich nur im Randbereich, im Zentrum hat man das Gefühl, mit einem "kleinen Apo" zu beobachten. Das Zeiss hat einen deutlichen Vorteil bei der Transmission. Am Tag fällt das kaum auf, aber in der Dämmerung merkt man, dass das Victory FL die bessere Transmission mitbringt. Das zeigt sich auch beim nächtlichen Laternentest, Reflexe sind beim Zeiss kein Thema, das Swift zeigt ein paar Reflexe. Im Vergleich mit dem Nikon 8x40 EX schneidet das Swift aber deutlich besser ab. Die Transmission des Swift würde ich rein vom visuellen Eindruck in der Größenordnung eines 10x50 Nobilem einordnen. Das ist besser als manche Dachkantgläser in der 500 Euro Region aber noch deutlich unterhalb der Transmissionswerte, die Top Gläser von Zeiss und Leica erreichen. Dafür kostet das Swift 8,5x44 ED nur rund ein Drittel (!) dieser Top Gläser.
Eigentlich habe ich mir seit langem ein "Nikon 8x42 SE" gewünscht, leider habe ich bisher kein 8x40/42 Porro in dieser Güte gefunden. Das Swift 8,5x44 ED kommt dem Wunsch sehr nahe, es fehlen im wesentlichen nur eine etwas bessere Randschärfe und ein Tick mehr Transmission. Das Swift vereint eine sehr gute optische Leistung zu einem akzeptablen Preis mit einem schnuckeligen Design, einer wetterfesten Bauweise (waterproof) und dem unschlagbaren Vorzug jedes guten Porroglases: dem ausgeprägten räumlichen Eindruck auf mittlere Entfernungen. Hergestellt wird es übrigens in Japan.
Das hört sich alles richtig gut an, aber es gibt auch ein paar Kritikpunkte. Zuerst der maximale Augenabstand: dieser ist mit 71mm für den einen oder anderen mitteleuropäischen Nutzer mit großem Kopf etwas zu knapp dimensioniert. Der AP-Abstand ist in etwa mit dem meines Nikon 8x30 E II vergleichbar, also nicht für jeden Brillenträger geeignet! Ich würde auf ca. 13mm AP-Abstand tippen. Die verstellbaren Augenmuscheln sind ein Vorteil, wenn man mit und ohne Brille beobachten will (kann). Leider ist die Dioptrienkorrektur am rechten Okular etwas zu leichtgängig, so dass sie sich auch mal mit der Augenmuschel verstellen kann. Hier wäre eine Dioptrieneinstellung mit Rastung ganz nützlich. Das Glas zeigt eine leichte Bildfeldwölbung, das fällt aber nur dann auf, wenn sich ein einigermaßen ebenes Objekt (Hauswand, Baum) über die volle Höhe des Bildfelds erstreckt. Das wars, was mir an Kritikpunkten aufgefallen ist. Gemessen an der sonst sehr guten Optik, der solide erscheinenden Verarbeitung und dem ansprechenden Design hält sich die Kritik in wirklich engen Grenzen. Mir ist jedenfalls noch kein Fernglas im Bereich um 500 Euro über den Weg gelaufen, welches eine so gute optische Leistung bietet.
Soweit meine ersten Eindrücke zu diesem wirklich schönen Porroglas. Ich möchte das Fernglas einfach mal vorstellen und anregen, dass sich vielleicht einer der Experten hier im Forum das Swift in einem richtigen Test vornimmt. Wenn ich mir z.B. anschaue, was ich mit einem Zeiss 8x40 Conquest bekomme und welche Leistung mir das Swift ED zu einem deutlich günstigeren Preis bietet, dann denke ich, das Swift hat locker einen vorderen Platz im deutschen Fernglasmarkt verdient.
Wer sich für das Swift interessiert, sollte Simone kontaktieren. Sie hat die zwei Swift Porrogläser (einmal in der ED- und einmal in einer normalen Version) im Angebot. Wenn ich richtig informiert bin, dann soll das 8,5x44 ED für 449 Euro über den Ladentisch gehen. Weitere Infos findet man bei Swift und einen Bericht zu der non-ED Variante gibt es auf betterviewdesired.
Nun der wichtigste Satz: ich bin weder mit Swift noch mit Simone verwandt, verschwägert oder verheiratet <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" />. Wenn ich Simone als Quelle für die zwei Ferngläser nenne, dann tue ich das, weil ich bei ihr das gute Gefühl habe, dass sie sehr genau weiß, was sie anbietet und warum sie das tut. Wer ein besonders hochwertiges Fernglas zum besonders günstigen Preis sucht (sozusagen High End für 150 Euro), der muß u.U. zu einem anderen Anbieter gehen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ...
Frank.