Hallo Leute,
da es in diesem Thread bezüglich der Minolta Ferngläser, die Frank Schäfer übrigens damals für die Astronomie "entdeckt" hat, etwas durcheinander geht, habe ich mal meine Erfahrungen zusammengeschrieben auf meiner HP, ich kopiere und verlinke das nachfolgend:
Ich möchte hier kurz meine Minolta Ferngläser im Vergleich vorstellen.
Das Classic Sport 8x42 WP 8,2°, und das Konica Minolta Classic III 10x50 WR 6,5°, beides Porroprismengläser. Obwohl beide Produktbezeichnungen ähnlich sind, unterscheiden sie sich gravierend: Das 10x50 hat eine billige Gummiarmierung und einfache Stülpaugenmuscheln, der kleinere Bruder ist mit angenehmen, etwas leichtgängigen Drehaugenmuscheln ausgestattet. Seine Hartgummiarmierung ist nichts so klebrig stumpf, und fühlt sich angenehm an. Beide bieten mit ca. 65° ein sehr großes scheinbares Gesichtsfeld. Auf beiden Ferngläsern sind Seriennummer sowie der Schriftzug "Phillipines" eingraviert.
Für Brillenträger ist das 10x50 eigentlich ungeeignet, sofern man häufig zwischen der Beobachtung mit Brille und ohne Sehhilfe wechselt. Das Umstülpen ist äußerst nervig. Auch hat man mit Einblickfehlern ála Blackout und Kidney Beaning Effekten zu kämpfen, die Okularkonstruktion ist offensichtlich sehr einfach gehalten. Beim 8x42 ist das anders: Die Drehaugenmuscheln lassen sich leicht auf den optimalen Augenabstand einstellen, fast schon zu leicht. Das Einblickverhalten ist vorbildlich, mit und ohne Brille.
Optisch sind beide Gläser nicht so weit voneinander entfernt. Beim 10x50 fällt es systembedingt schwerer, einen optimalen Schärfepunkt zu finden, da man freihändig schon recht stark zittert. So entsteht bei mir der Eindruck einer etwas schlechteren Mittenschärfe. Die Prismen sind nur etwas zu klein, man erkennt zwei minimale Abschattungen im Strahlengang, die flächenbezogen sicher unter 3% liegen. Auch findet man beim 8x42 eine dieser beiden Abschattungsquellen, hier beträgt der Lichtverlust entsprechend weniger.
Wie es sich für Ferngläser dieser Preisklasse gehört, sind sowohl die Streulichtunterdrückung, als auch Randschärfe von recht bescheidener Qualität. Für Astrozwecke hat beides eine eher untergeordnete Bedeutung. Der Graureiher überm See im Gegenlicht hingegen wird im Kontrast drastisch reduziert.
Kürzeste Naheinstellung: 8x42 = 3,5 Meter; 10x50 = 5,5 Meter
Gewicht: 8x42 = 770 Gramm ; 10x50 = 840 Gramm
Fazit: Wer sich noch eines derer mittlerweile raren Minolta Ferngläser kaufen müsste, sollte gleich auf die etwas teurer WP Variante setzen, da diese deutlich hochwertiger verarbeitet ist. Achtung: Es gibt von Minolta noch ein 8x42 D WP Fernglas, das ist ein komplett anderes Glas in Dachkantbauweise.
Bild 1
Links ein Minolta Classic Sport 8x42 WP 8,2° (WP=Water Proof = wasserdicht)
Rechts ein Konica Minolta Classic III 10x50 WR 6,5° (WR = Water Resitant = wasserfest = spritzwassergeschützt)
Link zur Grafik:
http://andreaspw.beepworld.de/files/Minoltafernglaeser/fgboth.jpg
Bild 2
Links 8x42 WP, bequeme Drehaugenmuscheln, extrem große Augenlinse, sehr guter Einblickkomfort, auch mit Brille
Rechts 10x50 WR, altmodische Stülpaugenmuscheln, große Augenlinse, unruhiger Einblick, brillenträgertauglich
Link zur Grafik:
http://andreaspw.beepworld.de/files/Minoltafernglaeser/fgep.jpg
Bild 3 + 4
Links 8x42 WP Objektiv
Rechts 10x50 Objektiv - die Vergütungen erscheinen ähnlich
Link zur Grafik:
http://andreaspw.beepworld.de/files/Minoltafernglaeser/fglens1.jpg
Link zur Grafik:
http://andreaspw.beepworld.de/files/Minoltafernglaeser/fglens2.jpg
Viele Grüße
Andreas