#145048 - 08/06/2004 08:32 Venustransit - erster Bericht mit Fotos


ich bin überwältigt, die Venus ist ja viel größer als ich sie mir vorgestellt habe ! Wunderbar, ein beeindruckendes Erlebnis, auch die Vorstellung dass Ihr alle, und weltweit tausende von ähnlichen "Verrückten" wie wir, im gleichen Moment auch ganz aufgeregt da draußen seid und staunt

Beobachtung mit Refraktor 150/1200 in Oberösterreich: 48.4717, -13.4733
Okulare: Radian 12 mm, Olympus 8.3 mm, TeleVue-Zoom bei 4, 5 und 6 mm

der erste Kontakt war für mich mit etwas Verspätung zu den angegebenen Zeiten zu sehen, wohl eine Unerfahrenheit in der genauen Beobachtung eines solchen Ereignisses (kommt ja nicht so häufig vor) : 7:20:20 h

einen Anflug von weißem Athmossphärenring um die Venus beim "Eintauchen" glaubte ich mir "einzubilden", keine sichere Beobachtung

2. Kontakt: 7.40:40 h, kein Tröpfcheneffekt, hab bei 200-fach genau beobachtet, der Effekt, dass kurz vor Lösen der Venusscheibe eine kleine unscharfe, verschwommene Verdunkelung zwischen den sich "anschmiegenden" Kreisradien zu sehen war, die aber bei dieser hohen Vergrösserung keinerlei "Tropfenform" hatte, scheint mir eindeutig eine "optische Täuschung" bzw. ein unbewusster "Informationsverarbeitungsfehler" der Gehirns zu sein.

die ersten Bilder, mit Digitalkamera am 25 mm Plössl-Okular, stark verkleinert wegen dem Webspace:







weitere Fotos nachgetragen:




10:56 h: am Besten gefällt mir der Anblick im Fernglas ("Penelope von Ithaka": Fujinon 10 x 50), da ergreift mich das Wunder der historischen Dimension: noch kein lebender Mensch, außer uns jetzt, hat es jemals gesehen

beim dritten Kontakt hab ich keine Zeit genommen, dafür beim Tröpfcheneffekt nochmal aufgepasst, im Teleskop bei hoher Vergrösserung ist keiner zu beobachten, allerdings im Fernglas bei 10-fach sehr deutlich, auch auf den Fotos unten ist so was zu sehen, nach meiner psychologischen Einschätzung ist es, wie oben geschrieben, eine optische Täuschung, auf den Fotos liegt dieser Effekt meiner Meinung nach an der fehlenden Schärfe .

Zitat einer jungen Kollegin, die noch an der Uni ist (BaPsy): "um es etwas wissenschaftlicher auszudrücken: ich denke, es könnte sich dabei - neben einer "fehlerhaften" Informations-
verarbeitung im Gehirn - um eine Art von Simultankontrastphänomen handeln
(bedingt durch laterale Inhibition der Nervenzellen der Netzhaut - also
schon vor der Verarbeitung der Information im Gehirn).
Unser visueller Wahrnehmungsapparat ist also wieder mal mit einer
speziellen Reizkonstellation überfordert... "

4. Kontakt war exakt um 13:23:10 h








(übrigens: es sind meine ersten Fotos mit der Digitalkamera am Teleskop-Okular, daher bitte ich um etwas Nachsicht von den Profis für Kontrast und Schärfe)

aufgeregte Grüße - es war phantastisch



Bearbeitet von StephanPsy (08/06/2004 13:58)
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StephanPsy vom Eridanus im ALBiREO