Der halbe Mond mit 400mm BW | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie
Der halbe Mond  mit 400mm BW
Sternbrot

Der halbe Mond mit 400mm BW

Test mit meinem Guidingteleskop um eventuelle Lunarphänomene (LTPs) irgendwann einzufangen. So ist mein Plan. Habe 1Std alle 4min avis aufgenommen. Nix drauf!
Aristarchus ist sehr häufig betroffen, daneben anscheinend auch Plato und Alphonsus sind ebenfalls aktiv?!.
Beobachtungsort
Berlin
Aufnahmedatum
20. Februar 2021
Belichtungszeit
28% von 2000 Frames (2min AVI)
Aufnahme Details
Teleskop: Celestron Powerseeker 80/400
Aufnahmekamera: YW500 CMOS
Montierung: Astro5
Filter: UV>IR_cut
Weitere technische Details
Aufnahme mit Sharpcap; Stacken mit Autostaakert, Fitswork und Registax
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Reaktion: der_lehrling
Wann sollte ich beobachten?
Die besten Chancen auf ein LTP scheinen zu bestehen, wenn sich der Mond im magnetischen Schweif der Erde befindet (drei Tage vor bis drei Tage nach Vollmond) und es gleichzeitig einen geomagnetischen Sturm gibt (Planetarer Index Kp 6 und größer). Das sind unsere "Kernbedingungen", damit wir den Mond auf LTP absuchen. In den kommenden Jahren dürften diese Bedingungen ein- bis zweimal pro Jahr erfüllt sein. Es ist also wichtig, die seltenen Gelegenheiten auch zu nutzen.

Wie sehen LTP aus?
Aus zahlreichen Beobachtungen zeichnen sich wiederkehrende Grundformen ab.

1. Farberscheinungen in begrenzten Gebieten
Meist werden rote oder blaue Farben beobachtet, selten grüne. Die Größen der farbigen Areale liegen im Bereich von Teilen eines großen Kraters bis zur kompletten Kraterfläche.

2. Verdunkelungen oder Aufhellungen
Ein umgrenztes Gebiet ist heller oder dunkler als vorher und nachher. Naturgemäß sind solche Erscheinungen schwierig zu erkennen. Der Test auf nicht-lunare Ursachen (siehe unten) ist wichtig.

3. Verschleierungen
Ein umgrenztes Gebiet wirkt längere Zeit unscharf, im Vergleich zu Nachbargebieten. "Als ob dort eine Wolke drüber liegt" ist eine viel gebrauchte Beschreibung für das Phänomen.

4. Effekte bei Sternbedeckungen durch den Mond
Wenige Sekunden vor einer Bedeckung verfärben sich Sterne rot oder ihre Helligkeit nimmt kurz vor dem Mondrand ab.
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Sternbrot,

eine sehr schöne Aufnahme, jedoch ist der Mond etwas überschärft. Mit dem Gerät sind durchaus ansprechende Mondbeobachtungen möglich. Besonders in der Abenddämmerung, während der der Farbfehler meiner Erfahrung nach unsichtbar und das Seeing insgesamt besser ist. :)

Zu den LTPs:

Meines Wissens nach benötigt man hierfür Teleskope mit mindestens 15, besser 30 Zentimeter Öffnung, um sie eindeutig identifizieren zu können.
 
Hallo Christian,

ja das Seeing war extrem gut, trotz Saharastaub! Aktuell steht der Mond bei hoher Dekl. sehr gut für visuelle und fotografische Beobachtungen. Bin ganz zufrieden mit der Auflösung bei nur 400mm BW.

Vielleicht gelingt ja mit dieser Kombi der Nachweis eines besonders hellen Ereignisses. Es wurden in der Vergangenheit auch schon LPTs mit bloßem Auge beobachtet. Durch LPTs wird der Vollmond interessant, obwohl er da eher gemieden wird.
Zur Mondfinsternis Januar 2019 gab es einige Lichtblitze zu sehen. Sollte das zukünftige Ereignis 2.0 mag hell sein, bin ich zuversichtlich mit dieser f/5 Optik etwas abzulichten.

Gruß Frank
 
Hallo Frank,

vielen Dank für die Erläuterungen.

Der Sahara-Staub beeinträchtigt nicht das Seeing, sondern die Transparenz und damit die Grenzgröße. Ggf. tritt ein leichter Weichzeichner-Effekt ein. Meiner Erfahrung nach ist die Luft bei leichter Bewölkung etc. sogar auffallend ruhiger als bei kristallklarem Himmel.
 

Medieninformationen

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Erdmond
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Sternbrot
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Bild-Metadaten

Dateiname
mond 20_02-2021_80-400 powerseeker_lapl3_ap1132_Drizzle15_registax_fsiv.jpg
Dateigröße
675 KB
Abmessungen
2868px x 1548px

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