Galaxien im Löwen vom Frühjahr | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie
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Galaxien im Löwen vom Frühjahr
DocHighCo

Galaxien im Löwen vom Frühjahr

Beobachtungsort
Heimische Terrasse
Aufnahmedatum
24. April 2020
Belichtungszeit
89x30x8 Sek. (knapp 6 Std.)
Aufnahme Details
Teleskop: Celestron EdgeHD 8" (0,7x Reducer)
Aufnahmekamera: ASI294MC Pro
Montierung: Celestron AVX
Weitere technische Details
Livestacks mit Sharpcap, Stacking und Bearbeitung mit PI
Hallo,
Gutes Bild für die kurze einzelbelichtung. Dafür hast du vor allem noch relativ viel Farbe rausholen können, die kommt bei so kurzer Belichtungszeit ja öfter mal fast komplett abhanden.
Warum hast du so kurz belichtet? Wolltest du den Einfluss von Seeing reduzieren?
 
Hallo Gerrit,

Danke, aber warum denken viele, daß bei kurzen Einzelbelichtungen die Farben weg sind oder man keine tiefen Strukturen abbilden kann? Ich sehe dafür weder technisch noch von der Mathematik her einen Grund. Wenn man genügend summiert, sollte das alles noch da sein.
Den Einfluß von Seeing kann man auch mit mehreren Sekunden noch nicht kompensieren. Aber man kann Perioden mit schlechtem Seeing besser ausfiltern, man kann seinem Schneckenfehler ein Schnippchen schlagen, Windstöße oder Nachbars Katze ausfiltern, Elons Musks Grüße ausfiltern ohne allzuviel zu verlieren und den rechten Rand am Ausbrennen hindern. Außerdem macht es Spaß zuzuschauen, wie sich ein Bild schon während der Nacht am Bildschirm aufbaut (noch nicht das Finale).

Gruß

Heiko
 
Hi Heiko,
Klar, die Farben sind nicht komplett weg. Ich konnte bis Anfang das Jahres nur 30 Sekunden belichten mit meiner MEQ3, weil ohne guiding nicht mehr ging. Daher kenne ich das also noch relativ gut.
Die Farben sind hakt sehr schwach gewesen. Ich musste die Sättigung enorm hochziehen, damit man die Farben nkcbt erst suchen muss. Die Farbe vom rauschen war da leider deutlich stärker.
Erst seit ich länger belichten kann hebt sich die Farbe das Objektes deutlich von der das Rauschens ab.
Klar, wenn man mehr Bilder mit kurzer belz mitteilt, kommt man auch irgendwann zum einem gleichwertigen oder besseren Ergebnis. Aber schneller geht es mit dme längeren Belichtungszeiten.
Einem Bild beim "wachsen" zugucken konnte ich noch nicht, da ich nie einen Laptop dabei habe. Stelle ich mir aber interessant vor.

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

Erst seit ich länger belichten kann hebt sich die Farbe das Objektes deutlich von der das Rauschens ab.
ich glaube, das ist der Punkt. Man muß auf die Gesamtbelichtungszeit schauen, dann wir das Rauschen geringer - bei kurzen und langen Belichtungen. Und man muß natürlich schauen, daß das Ausleserauschen nicht dominant wird. Wenn man unter gutem Himmel mit ausleserauschenden Kameras unterwegs ist (CCDs oder ältere CMOS), ist das der Fall. Neuere CMOS-Kameras erlauben da viel kürzere Belichtungen.

Gruß

Heiko
 
Nur die gesamtbelichtungszeit als Kriterium reicht nicht aus.
10 Minuten einzelbelichtung haben ein besseres SNR als 10x1 min. Deshalb erreicht man mit längeren einzelbelichtungen schneller ein schön farbiges Ergebnis, als mit kürzeren.
Möglich ist mit beidem das gleiche, nur geht's halt auf die eine Art schneller.

CS Gerrit
 
Hallo Gerrit,

wie heißt es bei Radio Eriwan: "Im Prinzip ja, aber ...". Man kann mit Kurzzeitbelichtungen das S/R nicht verbessern, das stimmt. Die Frage ist, ab wann fällt es auf. Wenn die belichtungszeitabhängige Rauschkomponente (thermisches Rauschen, Himmelsrauschen...) signifikant größer ist als die aufnahmezahlabhängige Rauschkomponente (hauptsächlich Ausleserauschen), dann spielt es keine große Rolle, ob ich z.B. 100 Aufnahmen oder nur 10 Aufnahmen in der gleichen Zeit mache. Rauschen addiert sich wie die Wurzel der Summe der Quadrate.
Angenommen ich setze die Grenze für Kurzzeitbelichtungen bei bis zu 50% Anteil des Ausleserauschen im Vergleich zum zeitabhängigen Rauschen, dann wäre das kombinierte Rauschen Wurzel(2^2 + 1^2)= 2,236. Also schon nicht wesentlich höher als das zeitabhängigen Rauschen allein. Unter Vorstadtbedingungen bei CMOS-Kameras mit geringem Ausleserauschen kann das schon im Sekundenbereich der Fall sein. Reduziere ich den Anteil auf nur 5% durch wesentlich längere Einzelbelichtungen dann erhalte ich: Wurzel(2^2+0.2^2)=2,01. Also da fällt die aufnahmezahlabhängige Rauschkomponente kaum noch ins Gewicht und der S/R-Gewinn ist gerade mal 10%.
Lange Rede - kurzer Sinn, je größer das Ausleserauschen und je geringer das Hintergrundrauschen, umso länger sollte man belichten. Das gilt vor allem für die Kollegen, die mit aasig teurer CCD-Kamera und Montierung unter Namibia-Bedingungen oder mit Schmalband aufnehmen können. Die können dann mit dem Brustton der Überzeugung sagen, längere Belichtungen bringen mehr. Für den Vorstadt-Cowboy mit einer neueren Standard One-Shot-CMOS-Kamera können Kurzzeitbelichtungen aber durchaus Sinn machen.
Das ist alles hier ganz gut erklärt: 2013JRASC.107..123M Page 123

Gruß

Heiko
 

Medieninformationen

Kategorie
Galaxie
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Bild-Metadaten

Dateiname
2020-04-24_LeoDS_EDG8_294MC_AVX.jpg
Dateigröße
299,2 KB
Abmessungen
1744px x 1184px

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