10.07.24 PST Sonne Single- und DoubleStack Probleme?

KlausdorfAstro

Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
kurz vor dem Gewitter konnte ich noch ein paar Aufnahmen machen...
Ich brauche mal eure Meinung. Ich bin mit den Ergebnissen nicht zufrieden, da der Fokus nicht sitzt mit dem DoubleStackModul. Im englischen Forum gab man mir den Hinweis, dass zuerst ohne DS fokusiert werden soll und dann sollte der Fokus auch mit dem DS passen. Aber mir gefällts nicht. Was meint ihr?

Jeweils im Vergleich SingleStack und DoubleStack.
Alle Aufnahmen mit dem PST und der Omegon veLox178MM

Viele Grüße

Andreas

07_56_19_lapl5_ap205_aligned Kopie.jpg


07_59_14_lapl5_ap204_aligned Kopie.jpg


07_56_19_lapl5_ap205_aligned_Imppg KopieSW.jpg


07_59_14_lapl5_ap204_aligned_Imppg02wenigerScharf_Apfr Kopie.jpg


07_56_19_lapl5_ap205_aligned_Imppg Kopie.jpg


07_59_14_lapl5_ap204_aligned_Imppg_Apfr Kopie.jpg
 
Hallo!
Das sieht merkwürdig aus!
Ich habe auch ein Doublestack PST.
Ohne DS fokussieren und dann den zweiten Filter vorne drauf würde bei mir keinesfalls funktionieren. Der Fokus ändert sich bei mir durch Aufschrauben des DS-Filters deutlich.

Ich mache es in der Regel so:
a, Ohne DS-Filter den maximalen Kontrast für H-Alpha einstellen.
b, DS-Filter aufschrauben.
c, Am kleinen Drehrad so einstellen, dass keine Spiegelung oder Nebensonne im Bild zu sehen ist.
d, Filter drehen, bis der H-Alpha Kontrast maximal ist.
e, Dann am Okular oder am Kamerabild am Bildschirm fokussieren. (Mit der Kamera suche ich mir dafür meist eine schöne Protuberanz oder einen Sonnenfleck, stelle das Bild auf rund 300% und fokussiere dann so, dass es visuell am besten aussieht. Klappte bisher immer gut.)

Einen Fotovergleich Single-Double hab ich jetzt leider nicht hier, aber die Doublestack-Bilder waren bei mir eigentlich immer besser.

Sonne PST 31-5-23 Kopie.jpg

PST Doublestack, ZWO ASI 178 MM

Grüße, Mario
 
Hallo Mario,
ich danke Dir vielmals für die Rückmeldung und die Anleitung.
Dann werde ich das nochmals testen. Du hast glücklicherweise den gleichen Kamerachip und von daher ja den gleichen engen Fokusweg. Dein Ergebnis ist das, was ich erwarten möchte.
Tatsächlich habe ich dieses kleine Rädchen zwar mal etwas hin und her gedreht, aber nie eine Spiegelung wahrgenommen. Ich werde nochmals darauf achten.
Der maximale Kontrast mit dem DS ist bei mir, wenn der Ring bis zum Anschlag gedreht wird. Ist das bei Dir ähnlich?
Vielen Dank nochmal und viele Grüße
Andreas
 
Der maximale Kontrast mit dem DS ist bei mir, wenn der Ring bis zum Anschlag gedreht wird. Ist das bei Dir ähnlich?
Hallo Andreas,

nein, das ist bei mir nicht so. Ich hab den maximalen Kontrast eher in der Mitte des drehbaren Bereichs.

Dafür habe ich beim drehen des Rädchens eine sehr deutliche Nebensonne die quer durchs Bild und dabei auch vor dem eigentlichen Sonnenabbild vorbeizieht.

Grüße, Mario
 
Vielleicht ist bei mir die Nebensonne das Problem. Bis jetzt habe ich das Tilträdchen kaum gedreht.
Dann warte ich nun mal wieder auf Wolkenlücken.
 
a, Ohne DS-Filter den maximalen Kontrast für H-Alpha einstellen.
b, DS-Filter aufschrauben.
c, Am kleinen Drehrad so einstellen, dass keine Spiegelung oder Nebensonne im Bild zu sehen ist.
d, Filter drehen, bis der H-Alpha Kontrast maximal ist.
e, Dann am Okular oder am Kamerabild am Bildschirm fokussieren. (Mit der Kamera suche ich mir dafür meist eine schöne Protuberanz oder einen Sonnenfleck, stelle das Bild auf rund 300% und fokussiere dann so, dass es visuell am besten aussieht. Klappte bisher immer gut.)

Heute konnte ich ca. 10 Minuten wetterbedingt folgendes testen:

aufgrund der mangelnen Zeit habe ich den DS-Filter gleich rangeschraubt. Der maximale Kontrast ohne Filter war noch von gestern eingestellt. Dann habe ich das kleine Tilterrädchen etwas gedreht und ich bildete mir ein, dass eine Spiegelung verschwand. Den DS-Filter habe ich dann nur schnell etwas einstellen können bevor ich dann fokussiert habe.
Es reichte auch nur für 400 Bilder und die Belichtungszeit ist nicht richtig eingestellt, außerdem fehlt ein Flat. Aber ich denke, dass es besser ist als gestern.

Viele Grüße

Andreas


Stack aus 400 Bildern
08_30_20_F001-400_lapl7_ap777_PS Kopie.jpg


08_30_20_F001-400_lapl7_ap777_PS_IMPPG KopieAPFR.jpg


08_30_20_F001-400_lapl7_ap777_PS_IMPPG03 Kopie_APFR.jpg
 
Hallo Andreas,

mir ist bei Deinen letzten Bildern -auch schon in dem vorherigen post- aufgefallen, dass Du in Deinen Bildern einen Gradienten hast. Nicht die ganze Sonnenscheibe scheint gleichmässig "on-band" zu sein (gradueller Verlauf in Richtung 2 nach 8 Uhr).
Fast, wie wenn eine Kippung/ein tilt in dieser Richtung vorhanden wäre. Aus den Bildern des vorherigen posts sieht es so aus, als ob dies von dem internen Etalon kommt?
Hier könnt die Ursache evtl. auch ein unterschiedlich starker Druck des tuning-Mechanismus auf das Etalon sein, was dann zu dem Verlauf führt. Leider ist das bei dem PST nicht gut gelöst. Eigentlich sollte dieser Einstellmechanismus gleichmässigen Druck auf das Etalon ausüben und es dabei nicht verkippen.

Das DS-Frontetalon hat zwei Einstellmöglichkeiten:
1. die Verkippung mit dem tilt-Rädchen und
2. die Ausübung mechanischen Drucks auf das Etalon durch Verdrehen des Frontteils.

1. ist eigentlich nur zur Ausspiegelung eines evtl. störenden Sonnenreflexes gedacht. Es sollte nur so weit wie unbedingt nötig verkippt werden, ansonsten kommt es zu "banding"-Effekten, d.h. der H-alpha-Kontrast ist nur in einem Streifen optimal.
2. Ist zur eigentlichen "on-band"-Einstellung des DS-Etalons gedacht, also sollte primär hiermit der H-alpha-Kontrast eingestellt werden. Falls Du mit der Einstellung hier am Anschlag sein solltest: bei dem PST konnte dieser Stift aus- und ein/zwei Löcher weiter wieder eingeschraubt werden. Der orange Silikonschaumstoff, der gegen das Etalon drückt, kann sich mit der Zeit komprimieren, so dass man auf diese Art und Weise das PST "nachstellen" konnte. Bei dem externen Etalon könnte das ähnlich verstellbar sein, da das Prinzip ähnlich ist.
Bei dem externen Etalon drückt übrigens ein Stift auf den zentralen spacer des Etalons. Auch keine gute Lösung: es kam hier durch zu viel Druck schon zu Schäden ...

Falls der graduelle Verlauf wirklich an dem internen Etalon liegen sollte, besteht leider kaum eine Möglichkeit daran etwas zu ändern. Insofern bliebe nur die Möglichkeit durch Verstellen des externen DS-Etalons den H-alpha-Kontrast zu optimieren. Hauptsächlich durch gegenseitiges Verdrehen der Etalons gegeneinander, um die Kippachsen zur Deckung zu bringen und damit "banding"-Effekte möglichst zu eliminieren.

Es dürfte etwas Arbeit kosten hier den Kontrast gleichmäßiger hinzubekommen.

Marios H-alpha-pic ist in der Beziehung wunderschön gleichmäßig.

Viele Grüße,

Werner
 
mir ist bei Deinen letzten Bildern -auch schon in dem vorherigen post- aufgefallen, dass Du in Deinen Bildern einen Gradienten hast. Nicht die ganze Sonnenscheibe scheint gleichmässig "on-band" zu sein (gradueller Verlauf in Richtung 2 nach 8 Uhr).
Fast, wie wenn eine Kippung/ein tilt in dieser Richtung vorhanden wäre. Aus den Bildern des vorherigen posts sieht es so aus, als ob dies von dem internen Etalon kommt?

Falls Du mit der Einstellung hier am Anschlag sein solltest: bei dem PST konnte dieser Stift aus- und ein/zwei Löcher weiter wieder eingeschraubt werden.

Falls der graduelle Verlauf wirklich an dem internen Etalon liegen sollte, besteht leider kaum eine Möglichkeit daran etwas zu ändern. Insofern bliebe nur die Möglichkeit durch Verstellen des externen DS-Etalons den H-alpha-Kontrast zu optimieren. Hauptsächlich durch gegenseitiges Verdrehen der Etalons gegeneinander, um die Kippachsen zur Deckung zu bringen und damit "banding"-Effekte möglichst zu eliminieren.

Hallo Werner!
Ich danke Dir vielmal für die ausführliche Antwort.
Du hast Recht mit dem Gradienten: das liegt am internen Etalon. Es ist da ein Geduldsspiel den über die ganze Scheibe einzustellen, aber ich kann damit leben. Der DoubleStack sollte das eigentlich auch ausgleichen können, dachte ich...
Ich bin beim DS-Filter beim maximalen Kontrast am Anschlag und an den Stift habe ich auch schon gedacht, mich aber noch nicht rangetraut. Ich werde diesen mal um 2 Punkte versetzen.
Also mit dem Kontrast bin ich eigentlich zufrieden. Einzig habe ich Probleme mit dem Scharfstellen. Ohne DS-Filter super und mit ist ne Katastrophe...

Viele Grüße

Andreas
 
Hallo Andreas,

Du hast Recht mit dem Gradienten: das liegt am internen Etalon. Es ist da ein Geduldsspiel den über die ganze Scheibe einzustellen,

also doch ... In dem Fall der Verkippung des internen Etalons durch den Einstellmechanismus hatte ich gute Erfahrungen damit gemacht, ein Stückchen weiter zu tunen als eigentlich nötig und dann wieder zurückzustellen. So kam das Etalon offensichtlich wieder planer zu liegen.

Der DoubleStack sollte das eigentlich auch ausgleichen können, dachte ich...

In gewissen Grenzen mit entsprechender Ausrichtung der Kippwinkel sollte das eigentlich auch so sein.

Einzig habe ich Probleme mit dem Scharfstellen. Ohne DS-Filter super und mit ist ne Katastrophe...

Was ist denn genau das Problem? Den Punkt bester Schärfe zu erkennen?
Zum Fokussieren nehme ich den Sonnenrand oder Details auf der Sonnenscheibe (Filamente, Sonnenflecken, etc.). Je nach seeing sind mehrere Versuche notwendig.
Zumindest bei Deinen pics vom 05.07.2024 hast Du den Schärfepunkt ganz gut getroffen.

Ciao Werner
 
Was ist denn genau das Problem? Den Punkt bester Schärfe zu erkennen?

Zumindest bei Deinen pics vom 05.07.2024 hast Du den Schärfepunkt ganz gut getroffen.

Hallo Werner,
mit dem Weitertunen und wieder zurückstellen probiere ich mal aus.

Zur Schärfe: ja, am 05.07. hatte ich wohl Glück.
Mit dem Erkennen des Punktes bester Schärfe habe ich zumindestens SingleStack nie Probleme gehabt. Nur beim DS ist es deutlich schwieriger. Ich nehme, sofern vorhanden, immer einen Sonnenfleck. Hat bis jetzt immer gut geklappt.
Ich habe allerdings den starken Verdacht, dass es an Wischspuren auf dem Filter liegen kann. Ich hatte ihn gebraucht gekauft und ich habe ihn mit den Spuren bekommen. Vielleicht erkennt man es auf den Bildern:

CIMG7527.JPG


CIMG7530.JPG


CIMG7531.JPG
 
Hallo Andreas,

ich kann mir nicht vorstellen, dass diese geringen Wischspuren solche Effekte haben sollten.
Nur als Beispiel: rein aus Bequemlichkeit beobachte ich z.T. mit kleinen H-alpha-Scopes bis 80mm Öffnung einfach durch das Zimmerfenster
hindurch. Dieses Fenster hat auf der Außenseite wesentlich mehr Verschutzungen und Beläge wie Deine Wischspuren und trotzdem habe ich bei mittleren Vergrößerungen ein scharfes Bild.

Ciao Werner
 
Das könnte sein. Aber Kamerachips sind ja so extrem empfindlich, was das angeht und unserem Gehirn kratzt so ein wenig Dreck nicht so sehr, denke ich. Aber ich werde erstmal ohne putzen weiter probieren.
 
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