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20.000 Chinesische Internet-Satelliten

MiMeDo

Mitglied
Es wurde doch REIN für den Mars entwickelt...
Ich glaube das hat nie jemand behauptet.

Es ist schon länger von Punkt zu Punkt Transport auf der Erde die Rede, also nicht wirklich überraschend dass das Militär sich da dafür interessiert.
Irgendwo gab's einen Artikel (mit "Werbebild" Staship das Krankenwagen entlädt) dass das Militär sowas schon viele Jahre auf dem Radar hat, aber jetzt "zum ersten Mal jemand mit einer umsetzbaren Idee da ist". Oder so.

Nahezu jegliche technische Entwicklung lässt sich auch militärisch nutzen, selbst "zurück in die Höhle" tut das nicht ändern (man kann sich mit Steinen die Köpfe einschlagen). Das Starship dürfte vermutlich eher geringes Potenzial haben, denn dass man innerhalb von einer Stunde (wenige) 100 Tonnen irgendwo braucht ist eher selten. Und dann muss das Ding ja auch irgendwie wieder zurück fliegen. Wo es eher hilfreich sein könnte ist beim Einsatz in Katastrophengebieten, nach Erdbeben oder so. Aber selbst da braucht man eher mehr als ein paar 100 Tonnen... :unsure:

Gruss
Thorsten
 

DocHighCo

Mitglied
Über Sinn oder Zweck kann man sich streiten. Man kann ja nicht 100 t beliebiger Fracht einfach so in den Frachtraum des Starships schütten und dann losstarten. Das braucht auch einige Zeit zum anpassen. Und die Startvorbereitung dauert bei aller Geschwindigkeit von SpaceX auch länger als bei einem Frachtflugzeug. Wo ist dann der Vorteil davon, daß der reine Flug nur höchsten 90 Minuten dauert? Und wenn man schon lange vorher weiß, was man irgendwann wo braucht und Starships startfertig bereit hält, könnte man das wohl auch günstiger in der Nähe des Einsatzortes lagern.

Gruß

Heiko
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Elon Musk macht das nicht aus Gier, sondern einzig und allein um die Entwicklung von seinem Starship zu finanzieren.
Siehe zur Finanzierung auch:

"Damit habe Musk einen massiven Vorteil: „Er deckt alle seine Kosten und Investitionen durch den institutionellen amerikanischen Markt ab und somit kann er extrem aggressiv auf dem kommerziellen Markt auftreten“, sagt Godart. Gemessen am Wert der Aufträge lebe SpaceX zu 75 Prozent von staatlichen Buchungen – die Ariane dagegen nur zu 30 Prozent." (Zitat: SpaceX vs. Ariane: Warum der Ariane-Chef mit Elon Musk hadert)

"Das US-Verteidigungsministerium investiert 160 Millionen Dollar in militärische Raumfahrzeuge" (Zitat: Space X: Pentagon schließt Millionenverträge mit Elon Musk ab)

Ich behaupte mal als gelernter Erdbewohner, dass wir nicht hinter die Kulissen der Politik und Geheimdienste, auch nicht hinter die der Militärs blicken werden können. Das ist mein definitiver Ausgangspunkt. Wenn jemand quasi aus dem Nichts kommt, und nach einer erfolgreichen Karriere als Erfinder eines Bezahldienstleistungsunternehmens (PayPal) plötzlich die erfolgreichsten E-Autos herstellt und dann plötzlich auch Raketen bauen lässt, um zum Mars zu kommen, dann lacht mein Bauch über diese erstaunlichen Entwicklungen... und die Idee, dass alles auf seinem Mist gewachsen ist, weil er so ein Genie ist. Er braucht auch die Aufträge und die Kohle für solche Projekte. Und da wird es wohl eine Menge Verträge mit dem Militär geben. Sieht man ja auch oben an den paar Artikeln in der Presse.

Musk ist eine schillernde Gestalt - mit Rückhalt der US-Regierung.
Und seine Raketen sind nicht nur für den Mars, und seine kleinen Satelliten nicht nur für das Internet.
Just my opinion. ;)

Ist letztlich auch völlig egal.
Ich seh ihn halt nicht als technologischen Visionär und Erlöser, sondern als eine Figur im Dunstkreis des Militärs... :coffee:

lg
Niki
 

MiMeDo

Mitglied
Lies mal das Buch "Liftoff" von Eric Berger, sehr spannend und interessant. Auf Kwajalein war er Willkommen, in Vandenberg zuerst nicht so sehr. Dass er die Falcon-1 ohne viel externe Hilfe entwickelt hat ist für mich vollkommen plausibel. Da brauchte es keine geheimnisvolle Mächte dazu.

Gruß
Thorsten
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Da brauchte es keine geheimnisvolle Mächte dazu.
Nichts von den "Mächten" ist geheimnisvoll, Thorsten. Ganz normale Militärinteressen. Du kennst doch den bereits von Präsident Eisenhower kritisierten "militärisch-industriellen Komplex". Den gibt es in allen "wichtigen" Ländern, vor allem aber eben auch in den USA.

Zur Falcon-1: "Bei ihrem Jungfernflug trug die Rakete den militärischen Mikrosatelliten FalconSat-2 für die US Air Force und DARPA, welche 8 Millionen US-Dollar für den Start zahlten.[6]" (Zitat: Falcon 1 – Wikipedia)

Dass eine private Firma einen Antrieb entwickelt mag schon sein, aber vielleicht auch im Auftrag oder mit Beteiligung einer Regierung oder mit deren anderweitigen Unterstützung. Du kannst Dir Deine Meinung natürlich aussuchen, aber mich überzeugt sie nicht. Alles, was in den USA irgendwann vom Militär genutzt wird, wird meist auch mitfinanziert, egal ob über Subfirmen oder Scheinfirmen.

Wie wir alle wissen hat die Army ja zuletzt immer mehr Entwickungsprojekte privatisiert, um einer Kontrolle des Kongresses zu entgehen und außerdem sind die Firmen oft auch auf "Privatgelände" etabliert und da gelten wiederum andere Regeln. Es gab gute TV-Dokus darüber. Die Regierung kaufte viel Gelände und investierte kräftig in den Ausbau der Rüstungsentwickler. Vieles wurde in Gesellschaften geparkt. Auch Entwickler wie "Skunk-Works" sind ja offiziell private Firmen, die für die Regierung entwickeln und einige tausend Mitarbeiter haben.

Da halte ich es für romantisch, an eine kleine Firma zu glauben, die quasi in der Garage mit kleinem Geld mühsam und strebsam und mit viel Entdeckergeist und Spirit ein Raketentriebwerk baut. Das mag bei Apple so gewesen sein, dass es in einer Garage anfing. Die meisten Entwicklerfirmen in USA sind heute private Unternehmen, die budgetär dem Militär unterstehen.

Ebenso wurden chemische/biologische Forschungen privatisiert, somit hat die Öffentlichkeit keine Rechte mehr, dort Einblick zu nehmen. Viele stehen auch auf Grund und Boden des Militärs. :coffee:

lg
Niki
 
Zuletzt bearbeitet:

MiMeDo

Mitglied
Da halte ich es für romantisch, an eine kleine Firma zu glauben, die quasi in der Garage mit kleinem Geld mühsam und strebsam und mit viel Entdeckergeist und Spirit ein Raketentriebwerk baut.

Naja, 90 Mio$ ist nicht unbedingt "kleines Geld". Und wenn der 4. Versuch mit der Falcon-1 auch nicht geklappt hätte, dann wäre SpaceX heute nicht mehr als eine weitere Randnotiz der Raumfahrtgeschichte.

Gruss
Thorsten
 

FStone

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Seht es mal so, wenn es kommt wie befürchtet haben wir oder eher unsere Nachkommen eine längere Zeit mit spektakuläre Sternschnuppen.
Ich weiß, das ist nicht lustig...

CS (damit meine ich diesmal keine Wolken) - Frank
 

Cpt.Boiler

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als technologischen Visionär und Erlöser, sondern als eine Figur
Musk als Messias, hau wech ... :ROFLMAO::ROFLMAO:
Auch wenn ich hiermit viell. anecke, bei dem/der einen od. anderen, für mich hat Musk nicht viel schillerndes, und der Hype der um ihn gemacht wird sagt mehr was über die Sehnsüchte derer, die den Hype befeuern. Er hatte sicher mal eine coole Markt-Idee, mit seine schnieken E-Karossen, die das langweilige Öko-Image abschütteln, das erkenne ich an. Aber im Laufe der Zeit entwickelt auch die Geschichte ihre Eigendynamik, und es geht es nur noch darum, möglichst viel Geld zu raffen, wie bei Gates, Jobs, Zuckerberg, und den ganzen anderen 'Figuren' auch. Aber genau darum gehts nunmal im Kapitalismus, also, was solls.
Um die eigenltiche Idee gehts übrigens am Ende auch nicht mehr, ökologisch ist ein Diesel, der mit aus nachwachsenden Rohstoffen auf intelligente Art CO2 neutral produziertem Sprit betrieben wird, vermutlich sogar umweltfreundlicher als Mega-Stromfresser-Tesla.
Und jetzt macht er eben in Satelliten, da gibts auch gutes Geld zu holen. Der Rest der Welt schaut leider auf beide Weisen in die Röhre, egal ob jetzt ein Tycoon dank seines Geldes der Welt seinen Willen aufdrückt wie Musk in den USA, mit m.o.w. sichtbarer Unterstützung der Regierung, oder eben ein autoritätes Regime wie China das tut.
-cb
 

MiMeDo

Mitglied
Um die eigenltiche Idee gehts übrigens am Ende auch nicht mehr, ökologisch ist ein Diesel, der mit aus nachwachsenden Rohstoffen auf intelligente Art CO2 neutral produziertem Sprit betrieben wird, vermutlich sogar umweltfreundlicher als Mega-Stromfresser-Tesla.
Langfristig gesehen ist Strom aus Solarstrahlung die einzige Energiequelle die den kompletten Weltbedarf decken kann. Biomasse kann das nicht. Ausserdem konkurriert sie mit der Nahrungsmittelproduktion. Also Strom. Diesel aus Strom? Dann besser Akkus laden. Kann man auch gleich noch als Nachtreserve verwenden, wenn man das Auto mal nicht so oft braucht.

Heute mag der Biodiesel Vorteile haben, aber in 10 bis 20 Jahren nicht mehr.

Gruss
Thorsten
 

Cpt.Boiler

Mitglied
Das mag durchaus sein, wobei ich jetzt auch nicht meinte, massenhaft km2 Felder für Biosprit statt für Kartoffeln zu verbrauchen, es gibt auch in dem Bereich ganz andere, freakige Ideen, wie Algen in dünnen wasserdurchströmten Schichten an Hochhausfassaden o.ä. Und bei der wachsenden Weltbevölkerung steigt auch der Anteil der produzierten Biomasse, fehlt nur noch die richtige Technologie, aus Sch... Energie, ähm, Geld zu machen :)
Strom wird aber sicher mehr und mehr Hauptenergieträger werden, das denke ich auch.
Mir gings aber auch mehr darum dass Musk z.Zt. noch geschickt auf der Öko-E-Welle reitet, obwohl seine Karren nicht wirklich Öko sind. Es sei ihm gegönnt als gewieftem Geschäftmann, aber es ist eben "nur " Business und nix wirklich Visionäres.
noch als Nachtreserve verwenden, wenn man das Auto mal nicht so oft braucht.
Lieber gleich Fahrradfahren :):)
 
Ich zitiere mich selbst selten, aber siehe da:

oh, sieh da, man bräuchte Elons Raketen plötzlich eventuell doch auch militärisch... wie praktisch, dass das Starship sich zufällig auch für den Krieg einsetzen lässt. Es wurde doch REIN für den Mars entwickelt... :cool::D

lg
Niki
So ziemlich jede Technologie lässt sich auch militärisch nutzen. Noch offensichtlicher wäre die Nutzung als hypersonischer Bomber mit 100 Tonnen Waffenzuladung. Ich bezweifle aber dass das die Hauptidee hinter der Entwicklung war.

CS Marcel
 

casati

Mitglied
Versicherer als Gradmesser der Verunreinigung im erdnahen Orbit:


Gruß,
Peter

Screenshot from 2021-09-04 23-56-30.png
 

steins-ursel

Mitglied
20.000 Satelliten, 30.000 Satelliten, 50.000 Satelliten.......
Hallo Dietmar,
ich setze da ganz fest auf unser Heimatgestirn, die Sonne. Die letzten Jahre war sie sehr ruhig, das wird sich aber ändern. Und mal richtig geräuspert, da schauen wird dann mal, was alles im Orbit vor die Hunde geht, und hoffentlich zeitnah in der oberen Atmosphäre verglüht.
 
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