7 Sterne in antiker Ikonographie (Gedanken zur Pleiaden-Diskussion) | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

7 Sterne in antiker Ikonographie (Gedanken zur Pleiaden-Diskussion)

lukeflo

Mitglied
Moin,

sitze gerade in der Museumsbibliothek und recherchiere Münzen für die Dauerausstellung. Dabei sind mir diverse römische Münzen mit Himmelsobjekten auf dem Revers aufgefallen.
Besonders häufig sind 7 Sterne, entweder mit einem Halbmond, oder einer Gottheit bzw. anderweitigen Person.
Nun wurde ja in den letzten Wochen in einem anderen Thread die Geschichte des Pleiadensternbilds diskutiert. Diesen Thread möchte ich nicht kapern und zur Lösung der dort aufgeworfenen Frage können die Münzen nichts beitragen. Aber dennoch ist die häufige Siebenzahl der dargestellten Sterne ja interessant, da in der antike auch das Sternbild der Pleiaden häufig mit 7 Einzelsternen assoziert wurde. Hier auf jeden Fall mal ein paar Bilder (sämtlich von der Homepage OCRE)

rs_thumb.jpg
rs_thumb-1.jpg
rs_thumb-2.jpg
44766-2.jpg


Gut möglich, dass ich mittlerweile überall Pleiaden sehe...
Beizeiten werde ich mal genauer nach der Bedeutung schauen.

Gruß
Florian
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Florian,

die Plejaden haben fünf helle Sterne. Wenn man die schwächeren mit dazu nimmt, dann hat man aber schon mehr als sieben Sterne.
Der große Wagen hat sieben deutliche Sterne oder die sieben hellsten Sterne des Orion ... Warum sollten also vor allem die Plejaden mit sieben Sternen in Verbindung gebracht werden?

Gruß

Heiko
 

lukeflo

Mitglied
Hey Heiko,

ach bin da einfach noch von dem anderen Thread angefixt gewesen.
Aber auch die Pleiaden wurden in der Antike meistens mit 7 Sternen assoziiert. Einige Quellen habe ich ja dort angegeben.
Aber grundsätzlich kann es natürlich auch eine andere Konstellstion oder gar kein Sternbild sein. Die 7 war auch anderweitig mit Bedeutung aufgeladen; man denke an die 7 Weisen o.Ä....

Gruß
Florian
 

jbrachte

Mitglied
Hallo zusammen,

ich finde die Münzen sehr interessant. Aus welcher Zeit stammen sie denn?
Ich vermute stark, daß die 7 Sterne die Pleiaden sind. Denn in der Antike galten sie eben als das Siebengestirn, wenn man auch manchmal nur 6 sehen konnte. Außerdem ist der Mond ein starker Hinweis, denn der Mond läuft durch die Pleiaden hindurch, aber nicht durch den Orion oder den großen Wagen. Solche Durchläufe des Mondes durch die Pleiaden wurden in der Astronomiegeschichte immer wieder als besondere Ereignisse vermerkt, so auch in dem Textauszug aus den Rudolphinischen Tafeln, den ich im Pleiadenthread gepostet habe.

Viele Grüße
Johannes
 

lukeflo

Mitglied
Abend,

bitte entschuldigt die fehlenden Daten bei den Münzen, wird sofort nachgeholt:

rs_exp.jpg

Die Münze stammt aus dem Jahr 68 u.Z., dem sogenannten "Vierkaiserjahr". Sie könnte noch unter Nero kurz vor dessen Tot in Auftrag gegeben worden sein, da die Umschrift IMP X AVG DIVI F lautet; sprich: "Augustus, Sohn des Vergöttlichten, Imperator zum 10. Mal". Das passt auf keinen anderen zu dieser Zeit, wenn auch Nero den Imperatortitel bereits 65 zum 10. Mal führte.

max_CGR88331_Rev.jpg

Dieser Aureus gehört ins Jahr 82/83 und damit die Herrschaft Domitians. Sie zeigt den Sohn des Princeps auf einem Globus sitzend, umgeben von 7 Sternen.

rs_exp2.jpg

Das gute Stück stammt aus der Regierungszeit des Antoninus Pius um 141 und zeigt ähnlich wie die erste den Halbmond, wie er sieben Sterne passiert. Als Umschrift erschein lediglich S C (Senatus consulto; "auf Beschluss des Senats").

44766-2.jpg

Die letzte Münze schließlich ist aus dem Jahr 191/192, der Regierungszeit des Commodus. Sie zeigt Jupiter, der, bewaffnet mit Speer und Blitzbündel, als Verteidiger für das Wohlergehen des Princeps eintritt. Auch er ist von sieben Sternen umgeben.

Zur Interpretation der sieben Sterne habe ich bisher noch nicht recherchieren können.

Gruß
Florian
 
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