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Als Elektrotechniker in der Raumfahrt arbeiten?

James T. Kirk

Mitglied
Hallo,

bin angehender Elektrotechnik-Student und habe den Studiengang auch aus Interesse am Strom bewusst so gewählt.

Nur interessieren mich auch zusätzlich andere Themen aus den Ingenieurwissenschaften. Nicht so sehr, wie Elektrizität, aber dennoch sehr stark.

Zwar haben wir ein bisschen klassische Mechanik und Quantenmechanik im Studium, aber wenn es an die Berechnung mit Druck, Strömung oder gar Thermodynamik und Kontinuumsmechanik geht, dann findet man das eher bei den Maschinenbauern und Luft- & Raumfahrtingenieuren wieder. Logisch, und auch richtig so, aber dennoch ist mein Interesse in den Gebieten vorhanden.
z.B. spiele ich gerne mit der Raketengleichung herum (und wende sie in Simulationen wie "Kerbal Space Program" an).

Seht ihr Möglichkeiten, wie man als Elektrotechniker mit diesen Gebieten in Berührung kommen kann?
Macht es Sinn, sich trotzdem in diesen Bereichen weiterzubilden? Wenn ja, welche Mittel könnt ihr dafür empfehlen?
Werden in der Raumfahrtindustrie auch Elektrotechniker gesucht?

Mal ganz blöd gesagt: Wenn man ein Elektroauto, oder eine Rakete konzipiert, dann muss man ja noch andere Faktoren mit einbeziehen ausser wie der Strom läuft, z.B. Luftwiderstand, Impulserhaltung, etc......

Es sind schon spannende Zeiten, in denen wir leben :)
Ein hoch auf Physik und die angewandten Wissenschaften!
 

maximilian

Mitglied
Hallo!
Seht ihr Möglichkeiten, wie man als Elektrotechniker mit diesen Gebieten in Berührung kommen kann?
Wenn ich als Luft- und Raumfahrtingenieur jahrelang auf dem Gebiet der Elektrotechnik (Hochfrequenztechnik) gearbeitet habe, sollte es umgekehrt auch möglich sein :)

Fünfundneunzig Prozent der Arbeit wird am Computer gemacht, entweder als Anwender von Berechnungspaketen (CAD/CAM (Konstruktion/Fertigung), CFD (Fluiddynamik), Strukturanalyse, Dynamik, Flugmechanik/Flugbahnen, usw. oder als Entwickler oder Erweiterer/Anpasser dieser Softwarepakete. Dabei werden Ingenieure, Informatiker, Physiker, Mathematiker, ... kunterbunt eingesetzt, weniger aufgrund ihres Studiums, sondern auf Basis der Berufserfahrung, die sie sich danach aneigenen konnten. Insofern kann es sich auch lohnen, sein Studium ein bisschen in die Länge zu ziehen (also unbedingt noch den Master und wenn möglich auch eine Promotion, gerne auch fachfremd!, machen), dann erspart man sich eventuell das Sammeln von Berufserfahrung.

In Deutschland und Europa ist die Zahl der Standorte mit Raumfahrtarbeitsplätzen leider sehr endlich. Wenn der Rest der Famile da nicht hinwill oder wegen eigener beruflicher Verpflichtungen nicht kann (wie in meinem Fall), dann nützt das beste Studium natürlich nichts.

Ansonsten gibt es natürlich auch viele spezielle Arbeitsgebiete für Elektrotechnikingeniuere in der Raumfahrt, vor allem im Bereich der Kommunikation (Hochfrequenztechnik), Telemetrie, Avionik, EMK (Elektromagnetische Kompatibilität), Sensorik und Meßtechnik, die aber jeweils eine tiefgehende Spezialisierung erfordern.

Du wirst im Rahmen Deines Studiums sicher etliche Praktika machen müssen (ich weiß nicht, ob es das halbjährige Industriepraktikum nach vier oder fünf Semestern noch gibt?), da würde es sich natürlich anbieten, diese in der Raumfahrtforschung und -industrie zu machen. Dann bekommt man erstens Einblick in die Arbeit und zweitens erste Kontakte für eine mögliche spätere Anstellung.

Viele Grüße
Maximilian
 

yarosso

Mitglied
Hallo,

ich arbeite zur Zeit in einer (privaten) Raumfahrtfirma als Programmierer, und in meinem Team von 10 Leuten gibt es außer mir nur noch einen anderen der Erfahrung mit Raumfahrtzeugs hat (bzw. Raumfahrt-relevantes studiert hat), alle anderen sind normale Programmierer.
In den anderen Teams ist es oftmals ähnlich, es ist also kein Problem ein "Quereinsteiger" zu sein :).

VIele Grüße und CS,
Matthias
 
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