Alt-Az-Goto-Montierung für etwas schwerere Teleskope

Hanibal

Mitglied
Für die rein visuelle Nutzung meiner 120/900 und 140/980mm Refraktoren bin ich auf der Suche nach einer Azimutalen Montierung mit Goto und Nachführung. Das Angebot hierfür ist ja sehr überschaubar. Die einzigen, die ich finden konnte, waren die iOptron AZ-mounts, denen ich aber meine Rafraktoren nicht zutraue. Man kann mich aber etwas Besseren belehren.
Eine Skytee 2 oder die Losmandy AZ haben zwar Schneckenräder drin, aber die Möglichkeit einer Motorisierung hab ich nicht gefunden.
Weis da evt. Jemand mehr? Schubsen will ich nämlich nicht.
 

RaBaeh

Mitglied
Hallo Hanibal,

es gibt ja die AZ/EQ 5/6 von Skywatcher, die sind motorisiert und haben Goto. wobei die AZEQ5 für die visuelle Anwendung reichen sollte.

Grüße Rainer
 

Optikus

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Moin,

ich bin im Grunde bei Rainer, vielleicht sollte man bedenken, wie es in der Zukunft weitergeht und dann doch zur größeren, aber auch deutlich weniger transportablen AZ-EQ6 greifen, aber das ist Geschmacksache.

CS
Jörg
 

Astro_Bernie

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Hallo Hanibal,
Du schreibst, Du willst nicht schubsen. Das klingt nach Dobson-Erfahrung.
Ich verwende eine AYOdigi II (solltest Du unbedingt einmal getestet haben bevor Du an irgendetwas anderes denkst !) mit einem Nexus-Computer. Ich schlage jedes GoTo in Punkto Schnelligkeit. Klar ist Hochvergrößerung kein Spass. Aber bis etwa 150x ist das ein entspanntes Beobachten ohne viel Strom (mein LiFePo4-Akku hält einen Monat) mit etwas "Schubsen".
Und an die AYO können beidseitig 18kg dran.

Sorry, ist halt meine Meinung zum Thema Alt-AZ....auch wenn Du nicht schubsen willst :))
CS
Bernhard
 

Hanibal

Mitglied
Hallo Bernhard,
die Ayos mit Digikreisen hab ich mir schon mal angesehen. Solche Optionen gäbs ja Einige.
Trotzdem wär ne Nachführung und GoTo doch noch etwas schöner.
 

bogix

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Hallo Christian,

ich war auch auf der Suche nach einer guten Refraktor/Monti Kombination für rein visuelle Nutzung (AZ-Mode).

Gelandet bin ich bei der AZEQ6 für meinen 130ger APO. Ist locker transportabel (auch wenns kein richtiges Grab´n go ist).
Jedoch ist die Bedienung easy, in kürzester Zeit einsatzbereit und ohne Wasserwaage und genauestem Ausrichten sauber nutzbar. Hintergrund für mich hier war, dass ich eine stabile Montierung haben wollte, weil mit einem gutem Refraktor kann man oft sehr hoch Vergrössern (z.B. Planeten, Doppelsterne und PN´s) und hier macht sich die AZ definitv bezahlt. Mein kleines Setup (Volksapo auf Stativ mit Neiger ohne Elektronik) macht für Grab´n go bzw. spontane, kurze Sessions Sinn, aber ich persönlich mags lieber stabiler, wenn ich länger beobachte. Händisch nachführen bei z.B. 200-fach und höher Vergrösserung will ich nicht. (Hatte z.B. letztens mit 300 fach Doppelsterne beobachtet, hier war das absolut ein Genuss).

CS

Matthias
 

Demokrat

Mitglied
Hallo Hanibal,

ich hätte auch gern eine gut gemachte AZ mit allem Drum und Dran, aber die macht keiner. Wahrscheinlich jammert dann irgendwer von wegen "zu wenig Nachfrage", aber solange wir notgedrungen immer das andere Zeug kaufen wird es das auch kaum geben. Nicht aus China zumindest, und nicht günstig.

- Die AZ-EQ5 ist nett und leicht, aber genau deshalb auch nicht ultra-stabil
- Die AZ-EQ6 ist nett und schwer, hat keinen Griff und ist daher ein Graus beim Schleppen (die hatte ich)
- Die iOptron kenne ich nicht, soll angeblich genug tragen können, hat einen Akku eigebaut (das mag ich eher weniger)
(Built-in rechargeable Li-ion battery (11.1V, 4.4AH, 10 hour at 20°C, "Full charge the battery every 6 month if the mount is not used.")
aber man kann auch 12V anschließen
- Die Panther ist sicher gut und schweineteuer. Außerdem: "Werksseitig ist der Reibradantrieb ziemlich kraftschlüssig eingestellt, was bedeutet, dass die Montierung nur von dem Azimutmotor bewegt werden kann. Dies ergibt am besten die für die Astrofotografie nötige Präzision und Gleichmäßigkeit bei der Nachführung. Falls Sie das Teleskop von Hand im Azimut bewegen wollen, ist es nötig, den Reibradantrieb zu lösen." - also eben mal per Hand zielen ist nicht so einfach. Und per Motor zielen will gelernt sein...
- Die Losmandy ist eine halbe Fehlgeburt im Jahre 2019 - ohne Motor, sicher stabil und nett - aber nicht zu Ende gedacht.

Die Frage für mich ist immer:
- wer hat Encoder?
- wer hat eine Friktionskupplung?

Die AZ-EQ5 hat grobe Encoder und keine Rutschkupplung (die hat Losmandy, aber nicht in einer AZ!)
Die AZ-EQ6 hat etwas feinere, grobe Encoder und keine Rutschkupplung (die hat Losmandy, aber nicht in einer AZ!)
Die Panther hat auch keine Rutschkupplung
Die iOptron hat Klemmen und auch keine Rutschkupplung
Die Losmandy AZ hat gar nix

Eine vernünftige Montierung, die Spaß machen soll, bräuchte für mich Encoder und eine Rutschkupplung.
Ich will auch per Hand schwenken können ohne Motorgejammere und dabei nicht das Alignment verlieren.

Und darüber (Encoder) steht in den Manuals nicht soviel drinnen, und ich lese jetzt mal nicht schnell alle Testberichte, aber das, was ich gerne hätte, gibt es eigentlich nicht. (Wie immer). Ich müsste einer 10micon den AZ Mode beibringen. Dann kann die alles, was ich brauche (außer preiswert sein).

lg
Niki
 

Hanibal

Mitglied
Hallo Niki,

dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Also weiter warten, bis es eine solche Montierung gibt.
Eine 10Micron AZ gibts allerdings. Die TTS ist mir für visuell einfach zu teuer und zu sperrig.
 

Demokrat

Mitglied
Das stimmt allerdings - um schlappe 13.000 Euro gibts von 10micron eine 2000er als AZ - ich frage mich immer, warum die da nicht gleich bei der parallaktischen 2000er einen Polblock bauen, der 90° kann, dann hätte man beides, wenn man möchte. Aber nein, das soll wohl auch nicht sein. :rolleyes:

Es würde genügen, wenn es 4 Montierungen auf der Welt gäbe, die alle 10micron-Standard erfüllen und EQ und AZ können, mit Encodern. Dadurch würden sich die Produktionskosten aufgrund der Stückzahl dritteln. Und jeder hätte das Top-High-End Gerät. Das wäre aber gegen die Wirtschaftslogik der Kaufens und Aufrüstens und Nachrüstens und Aufsteigens und all den Quatsch, deshalb kaufen wir alles doppelt und dreifach und alles kann nur einen Teil von dem, was es können könnte.

Aufgrund dieser Logik gibts 80% halbwegs funktionierenden Pfusch. Den man aufrüsten muss, damit er funktioniert. Präzisionsschnecken, schnelle Motoren, bessere Stecker, Riementriebe statt Zahnrädern, einen MGEN zum guiden, weil das Ding keine Encoder hat, etc. etc. - so kaufen wir alles ums doppelte Geld und dann später erst eine 10micron oder ASA oder was immer. :devilish:

Nun, genug geärgert. Ich ärgere mich vor allem über mich selbst. Als Maschinenbauingenieur könnte ich das Zeug selbst entwickeln, ein paar Kegelrollenlager auf zwei Achsen, Gehäuse drum rum, viel dran ist mechanisch nicht. Antrieb und Elektronik könnte man zukaufen. Und Encoder gibt´s auch. Aber das wird dann wieder ein Gebastel. :cautious:

:p

lg
Niki
 
Eine vernünftige Montierung, die Spaß machen soll, bräuchte für mich Encoder und eine Rutschkupplung.
Ich will auch per Hand schwenken können ohne Motorgejammere und dabei nicht das Alignment verlieren.



lg
Niki
Hallo Niki,

aber genau das hat doch die AZ-EQ6.
Ich betreibe die AZ-EQ6 (auf einem Berlebach Planet) mit meinem 127er Apo bisher ausschließlich im azimutalen Modus und bin hoch zufrieden mit dem Teil. Die Monti hat "Auxiliary Encoders", die auch beim manuellen Schwenken (über einstellbare Kupplungen) die Position weiterhin rückmelden. Nachgerüstet mit dem WiFi-Dongle und gesteuert über Synscan-App und Skysafari 6 ein absoluter Goto-Traum (sowohl motorisch als auch manuell) und motorisch vergleichsweise leise (zumindest im Vergleich zu meinem LX200) ohne auffälliges "Motorgejammere" (aber diese Empfindung kann halt individuell unterschiedlich sein).
Also für mich ist die AZ-EQ6 in der Summe ihrer Eigenschaften die perfekte AltAz-Montierung, wenn einigermaßen Tragfähigkeit gefordert ist. Und die äquatoriale Option hat man auch noch in der Hinterhand, wenn man doch mal in die Astrofotografie einsteigen will.

VG
Günter
 
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Demokrat

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Hallo Günter,

das stimmt schon, ich hatte die AZ-EQ6 selbst. Ich finde sie auch ganz brauchbar, nur schlecht zu handeln ohne Griff. "Auxikliary Encoders" ist ein lustiger Name, heißt ja "Hilfs-Encoder" und im Manual steht: "Some Sky-Watcher’s mounts are equipped with auxiliary encoders on their primary axes to support manually rotating the axes without worrying about losing the mount’s alignment status. Users may turn off the auxiliary encoder to obtain the best pointing accuracy. The auxiliary encoder can be turned on again at any time for manually moving the mount."

Also wenn man genaueres Goto haben möchte, soll man die Encoder ausschalten. Das ist ebenfalls lustig, weil bei teuren Montierungen sind die Encoder fein genug, um der Montierung zu sagen, wie sie steht. Auf Winkelsekunden genau. :)

Kundenmeinung: "Die seperaten Encoder muss ich derzeit etwas zwiespältig beurteilen: man kann das Teleskop auch von Hand schwenken, das Goto wird allerdings ungenauer, besonders wenn die Encoder auch schon beim Alingment aktiv sind. Ich habe letzten Montag etwas mit dem Goto herumgespielt, da wir wegen des Föhns ein derartig grauenhaftes Seeing hatten, dass die Sterne so groß wie Golfbälle und Fotografieren damit ziemlich sinnlos war, und da hab ich mit dem 7mm Nagler bei 190x eigentlich alle Objekte im Feld gehabt, zwar nicht genau in der Mitte, aber doch innerhalb. Und bei meinen letzten 2 Fotoversuchen hats mir das Objekt eigentlich auf Anhieb ziemlich genau in denselben Ausschnitt reingestellt als mir The Sky ausgab, wenn ich beim Alignment die Encoder deaktiviert habe. Mit aktivierten Encodern hats nicht so genau geklappt. " (AZ-EQ6 | AZ-EQ6-goto Parallaktische-Azimutale GoTo Montierung mit)

Hier die Daten (die 10micron ist hier die normale parallaktische, aber die Elektronik ist baugleich mit AZ)

104080


Es gibt also Encoder und Encoder.
Die 10micron hat Encoder. ;)

lg
Niki
 
Zu einem entsprechenden Preis;)
Eine knapp 2000€-Montierung mit einer über 8000€-Montierung zu vergleichen hat schon was von Äpfel und Birnen...
Aber es gilt halt auch "you get what you pay for" und die AZ-EQ6 ist für mich vom Gewicht her schon hart an der Grenze der Tragbarkeit, die GM1000 könnte ich halt gar nicht mehr herumwuchten. Einen Tod muss man halt sterben.
Und sooo schlecht sind die Hilfsencoder auch nicht, für mich sind die jedenfalls gut genug (ganz im Gegensatz zu denen der AZ-GTI, die verhauen das Alignment im manuellen Modus so richtig heftig. Das ist nicht "FreedomFind" sondern "FreedomFrust")

VG
Günter
 
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bogix

Mitglied
Hallo zusammen,

praktisches Anwendungsbeispiel, da ich gestern Doppelsterne beobachtet habe:

AZEQ6 steht auf dem Originalstativ mit Skywatchersäule und restlichem Geraffel in der Garage:

- Monti mit Säulenstück geschultert und rausgetragen
- Gegengewichte montiert
- APO draufgeschnallt
- sonstigen Kram (Okularkoffer, Tischchen, etc.) rausgestellt
- Strom angestöpselt
- Aligment erledigt (an Acrturus und Regulus ---> nicht ganz optimal, reicht aber dicke)
- Beobachtungsstart

Dauer der Aufbauaktion: von ca. 20.50 Uhr bis ca. 21.05 Uhr

1,5 Stunden Doppelsterne über ca dem 3/4tel Himmel beobachtet (Haus stand beim Rest im Weg). Im 10mm war jedes Objekt nach dem Anfahren immer im Gesichtsfeld, die meisten auch im 6mm . In dem 50% Himmelausschnitt, in dem das Alignment stattgefunden hat, waren die Objekte nach dem Anfahren meist fast genau im Zentrum des Gesichtsfeldes vom 6mm Okular.

Ich persönlich kenne kein Setup, dass dermassen fix und unkompliziert aufgebaut ist und Nachführung/Goto/Encoder hat und ein geschmeidiges beobachten mit einem fast 13 kg schweren Refraktor möglich macht.

Ist sicherlich nicht die theoretisch bestmögliche Konfiguration, aber ich bin damit mehr als zufrieden!

CS

Matthias
 
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