Anschaltimpuls EQ8R | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Anschaltimpuls EQ8R

steinplanet

Mitglied
Hallo zusammen,

seit einigen Wochen zeigt eine unserer Sternwartenmontierungen, eine EQ8R ein Verhalten, dessen Ursache wir nicht finden können.
Die Sternwarte ist remotegesteuert. Jede Montierung hat ihren eigenen Steuercomputer und ihr eigenes Labornetzteil zur Versorgung aller Verbraucher im Setup.
Über eWeLink wird mit einer Wifi Relaibox das Netzteil und der dazugehörige Computer angeschaltet. Der Anschalter der Montierung steht dabei immer auf ON, da ja der Anschalt- uns Ausschaltimpuls vom Netzteil kommt. Das hat auch immer funktioniert, so dass die Montierung im Steuerungsprogramm erkannt wurde und sofort remote bedient werden konnte.
Seit einigen Wochen hat sich das geändert. Die Montierung wird vom Programm nicht gefunden, bis man händisch den Anschalter der Montierung kurz aus und dann wieder anschaltet.
Dabei ist dann auch der typische Anschalt "Plopp" zu hören (beim Remoteanschalten nicht). Da wir am Gesamtsystem eigentlich nichts großartig geändert haben (na ja irgendwas ist immer im Bastelmodus), können wir uns keinen Reim darauf machen. So ist die Montierung natürlich Remote nicht zu verwenden. Mein Sternwartenkollege wohnt zwar direkt bei der Sternwarte, aber immer wieder den Schalter von Hand zu bedienen ist echt nervig.
Vielleicht habt ihr noch ein paar Ideen, woran das liegen könnte oder wie wir den Fehler finden könnten, zumal es ja mal funktioniert hatte.

LG
Willi
 
Ich nehme mal an, dass alle Steuercomputer und Steuerungsprogramme den gleichen SW Revisionsstand haben bzw. dass am betroffenen System keine Veränderungen vorgenommen worden sind, die ggf. (unwissentlich) eine geringfügige Änderung der Auswirkung der Einschaltreihenfolge (steuercomputer + Monti) nach sich gezogen haben.
Daher würde als erstes mal vorschlagen, das betroffene Netzteil mit einem anderen zu tauschen und zu prüfen, ob der Fehler wandert.

Im Einschaltmoment fließt der größte Strom und der kann für ms sehr hoch sein und Einfluß auf das booten und erkennen der Schnittstelle haben.
Eventuell ein defektes Netzteil?
Alternativ:
Wenn es ein Labornetzteil ist, stimmt die Ausgangsspannung noch?
Ist eventuell unbeabsichtigt eine Strombegrenzung aktiviert worden oder gibt es eine einstellbare Strombegrenzung, die ggf. "runtergedreht" worden ist?

Das mal meine ersten Gedanken dazu.

Grüße
Hartmut
 

tomsen

Mitglied
Verstehe ich das richtig, dass die Montierung über Netzwerk gesteuert wird? Ein wake up on lan Problem?
 

casati

Mitglied
Hallo Willi,

ggf. so etwas wie ein (warum auch immer) höheres Losrückmoment der EQ8, das mechanische Ursachen hat (gear mesh etc.)?

Gruß,
Peter
 
Hallo miteinander,

ich meine Hartmut hat oben in Posting #2 schon eine vermutlich richtige Fährte gelegt.

Zur Ergänzung:
Steuerungen mit Prozessoren machen beim Einschalten einen s. g. "Power-on Reset", das heißt, die ansteigende Betriebsspannung verursacht am entsprechenden Pin des Prozessors ein Reset-Signal um eine definierte Anfangsbedingung zu gewährleisten.
Oft wird dazu nur eine einfache R/C-Kombination verwendet, obwohl es auch spezielle ICs dazu gibt. Im Falle der R/C-Kombination ist für die korrekte Funktion eine mindest-Anstiegsgeschwindigkeit der Betriebsspannung nötig. Baut sich die Betriebsspannung zu langsam auf, dann funktioniert ein solcher Startvorgang nicht zuverlässig.
Eine Ursache für den zu langsamen Anstieg der Versorgungsspannung kann zum Beispiel eine Strombegrenzung des Netzteils in Verbindung mit einem Elko über die Versorgungsspannung darstellen. Früher scheint es ja zuverlässig funktioniert zu haben, es muss sich also etwas verändert haben. Eine geringer eingestellte Strombegrenzung könnte der Verursacher sein. Manchmal legt man auch zusätzliche Elos über die Versorgungsspannung um Störungen auf der Versorgungsspannung zu vermindern oder zu vermeiden. Ist eine solche Erweiterung erfolgt, dann kann das auch die Ursache sein.

Viele Grüße, CS und viel Erfolg bei der Fehlersuche,
Reinhard
 

steinplanet

Mitglied
Hallo zusammen,

es war in der Tat der zu geringe Einschaltstrom des betreffenden Netzgeräts. Die Fährte war goldrichtig, Danke ans Forum. :y:
Es ist uns nur nicht aufgefallen, da der permanente Strom aus dem Gerät absolut unauffällig seinen Dienst getan hat und auch alle Geräte mit Saft versogt. Nach dem Ausmessen der Ströme beim Einschalten, war es dann klar. Morgen kommt das neue Gerät und das Alte wandert in die Reparatur als Ersatz-Netzgerät.

LG
Willi
 
Oben