ASI1600 - best practice | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

ASI1600 - best practice

stw

Mitglied
Hallo!

Ich habe mir nun auch eine ASI1600 MM Pro zugelegt und erste Gehversuche damit unternommen. Im Netz findet man ja schon eine Vielzahl von Ergebnissen und Diskussionen. Dort findet man beispielsweise Empfehlungen für rain, Offset, Belichtungszeiten etc.

Gibt es mittlerweile so etwas wie eine Empfehlung von Einstellungen, die einen guten Ausgangspunkt bilden? Insbesondere würden mich auch Richtwerte für das Erstellen von Flags, Bias, etc. interessieren. Gibt es vielleicht sogar ein geeignetes Tutorial?

Viele Grüße und klare Nächte!
Stephan
 

Raumfisch

Mitglied
Hallo Stephan,
Hallo Sebastian,

Himmelsqualität und Öffnungsverhätnis heraussuchen:

passenden Offset finden und einstellen:

Der ADU Wert darf ruhig ein bischen abweichen. Nicht verrückt machen lassen und eine Punktlandung versuchen!

Ich mache FLATS mit 2-5sec und dann nehme ich die gleiche Belichtungszeit mit Deckel drauf --> DarkFlats (je 50 Stück).
BIAS macht man normalerweise mit 0sec Belichtungszeit. Das mögen ZWO Kameras (CMOS) oft nicht so gerne.
Wenn man DarkFlats macht, kann man die BIAS aber weglassen ;)

Luminanz/H-alpha immer schön im Fokus halten, dann wird das Bild am Ende auch knackig scharf.
 

Miquel Prado

Mitglied
Ich mache FLATS mit 2-5sec und dann nehme ich die gleiche Belichtungszeit mit Deckel drauf --> DarkFlats (je 50 Stück).
Hallo Raumfisch, zunächst einmal besten Dank für deine Hilfe!

Auf Bias wollte ich verzichten, da ich Darkflats mache. 5sec. wären mir aber schon fast zu lang, denn bei "nur" 30 Flats und Darkflats sind das für jeden einzelnen NB Filter immerhin zusammen noch mindestens 15 Minuten. Das hätte ich gerne verkürzt. Möchte aber natürlich auch nichts falsch machen wenn ich auf 1 sec gehe. Ich hoffe deshalb, dass das erste Drittel im Histogram auch genügt (22t. ADU anstelle von 33t.).

Ich habe gelesen man soll die selbe Gain Einstellung nehmen wie für die Lights.
Dann bliebe - um die Belichtungszeit für Flats zu verkürzen - eigentlich nur noch eine möglichst helle Lichtquelle. Ich habe eine Neumann Flatfield Leuchtfolie..

Luminanz/H-alpha immer schön im Fokus halten, dann wird das Bild am Ende auch knackig scharf.
Luminanz hatte ich zunächst nicht vor zu benutzen, da ich mich zunächst einmal nur auch Schmalband (ohne LRGB) fokussieren möchte. Reflektionsnebel und Galaxien müssen dann noch warten oder einfach mal mit der DLSR ohne Filter..
CS
 

Raumfisch

Mitglied
Hallo Sebastian,

bei 1sec bist du aber wieder im Bias Bereich und das wollten wir doch vermeiden:cool:

Ich kenn deine Leuchtfolie nicht, aber wenn es mit dimmen nicht reicht für 2-5sec kann man auch 1-2 Blatt Papier dazwischen legen oder einen richtigen Diffusor.
 

Miquel Prado

Mitglied
Hmmm, ich bin mir da nicht ganz sicher.. Ich dachte (in Bezug auf DarkFlats und Flats) sei lediglich wichtig, dass DarkFlats und Flats die selbe Belichtungsszeit haben. Dass beide >1sec (?) sein müssen höre ich das erste mal..
Ich verstehe dich so: bei sehr kurzen Belichtungszeiten der Flats kann ich das DarkFlat durch ein Bias ersetzen, da das Flat dann kein Thermisches Rauschen enthält, welches man mit einem DarkFlat korrigieren müsste. Dann aber frage ich mich, wo ist die zeitliche Grenze bis thermisches Rauschen auftritt :)
 
Zuletzt bearbeitet:

TriffiD

Mitglied
Hallo,
die Flats sollten tatsächlich nicht zu kurz belichtet werden, sonst kann es zu Korrekturfehlern kommen. Irgendwo war auch mal wahnsinnig schlüssig beschrieben, warum das so ist - aber ich habs vergessen und finde die Stelle auch nicht mehr, wo das stand. Es hieß dort sogar, dass man 2 oder mehr Sekunden belichten soll. Wenn die Histogrammbuckel links der Mitte liegen, genügt das auch nicht. Sie sollten mitig oder mehr rechts liegen. Auch da können ansonsten über- oder Unterkorrektur die Folge sein.
Meine Neumann-Folie lässt sich nicht dimmen, darum lege ich immer 1-2 (je nach Setup) Milchglasscheiben aus Kunststoff wischen die Folie und den Tubus.
Gruß
Sebastian
 

Miquel Prado

Mitglied
Habe dieses Statement gefunden, demnach es nur um die Art des Auslösemechanismus der Kamera geht.
Ich glaube meine EOS 6d hat einen elektronischen Shutter. Von daher wäre eine sehr kurze Belichtungszeit um 1sec. in Ordnung.

"..the only significance in exposure time arises from the effects of a mechanical shutter where one is used. The wipe of the shutter can put a gradient into very short flats. With no mechanical shutter in the story it doesn't matter at all."

CS
 
Zuletzt bearbeitet:

Raumfisch

Mitglied
Es ging glaub ich mal um ASI Kameras von ZWO in diesem Thread...

Bei DSLR und Co. gibts doch Einstellungen für Flats und Bias, welche in der Vergangenheit immer funktioniert haben... AstroBackyard erklärt das seit 25 Jahren, jedes Jahr aufs Neue.
 

TriffiD

Mitglied
Völlig richtig. Ich war eigentlich auch der Meinung, für die ZWO zu antworten. Flats gehörten ja zur Fragestellung des TO. Wobei sich die grundsätzliche Erstellung von Flats da nicht wesentlich von der DSLR unterscheiden sollte.

Gruß
Sebastian
 

Miquel Prado

Mitglied
Ja richtig, aber die ZWO hat ja erst recht keinen mechanischen Shutter, somit sollten auch hier Belichtungszeiten von 1s für Flats kein Problem sein.
Grüße, Sebastian
 

frasax

Mitglied
Hallo,

Bei CMOS Kameras kann es zu merkwürdigen Effekten kommen bei den kurzen Belichtungszeiten der Flats. Es kann zu einer Überkorrektur kommen. Darum sollte man bei den CMOS (alle Marken) passend zu den Flats Darkflats machen. Außerdem empfehlen einige Astrofotografen Belichtungszeiten der Flats von wenige Sekunden (anstatt Bruchteilen einer sek).
Ich bin hier auch der Meinung man sollte beides mal ausprobieren.
Bei DSLRs spielt der Spiegel eine Rolle, das sind aber zwei paar Schuhe.


CS Frank
 

Miquel Prado

Mitglied
Danke sehr! Ich habe die eos 6Da und mache auch darkflats. Bin übrigens gerade live draußen. Sehe ein neues „Phänomen“. Nach Einbau eines UV/IR cut Filters in meine voll astromodifizierte 6Da sehe ich nach jeder Aufnahme auf den Kameradisplay kurz eingeblendet ein braun-rötliches Bild. Ist das normal? (ich meine die Farbe). Mache ich etwas falsch? Schönen Gruß! Sebastian
 

frasax

Mitglied
Hi,

bei der 6D kannst du wiederum auch Bias machen, obwohl das auch ein CMOS Chip ist. Verwirrend das alles.
Bei einer astromodifizierten Kamera passt der Weißabgleich nicht mehr, der von Werk aus eingestellt ist. Darum erscheinen die Bilder rötlich braun. Alles normal. dazu gibt es bald ein Video.

CS Frank
 

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Frank. Uffff danke, dann bin ich ja beruhigt. Dachte die haben vielleicht einen falschen Filter geschickt oder whatever.. Dann wäre ich nämlich umsonst rausgefahren. Es hat alleine 2h gedauert vom Aufbau bis ich die Sequenz starten konnte. Ich bekomme die Zeit nicht kürzer gedrückt obwohl ich eigentlich nichts falsch gemacht habe. So ein Mist..

Ja ich weiß, Bias, aber irgendwie möchte ich lieber immer flats + darkflats machen. Ich denke da bin ich bei jeder Kamera auf der richtigen Seite. Ist so eine Angewohnheit von mir (immer alles möglichst gut zu machen). Muss ich mir noch abgewöhnen 😅
 
Zuletzt bearbeitet:

pmneo85

Mitglied
Hmm, das mit der langen Belichtung der Flats wusste ich bis dato nicht. Da es hier ja explizit um die 1600er geht und nicht um irgendeine andere Kamera oder DSLR schreibe ich mal meine Erfahrungen:

Ich lass Ekos die Länge entscheiden, dabei wird nur ein Ziel ADU angegeben (Da Ekos hier auf 16Bit Skaliert, verwende ich 29000).

Ich mach inzwischen alle Aufnahmen, egal ob LRGB oder Ha mit Gain 0 / Offset 10.

Die letzten Flats wurden belichtet:
L - 0.015s
R - 0.054s
G - 0.047s
B - 0.053s
Ha - 1.031s
Oiii - 0.616s
Sii - 1.788s

DarkFlats habe ich noch nie gemacht ... nur Bias und Darks, alles bei -20° wobei Bias und Dark ich das letzte mal im Mai gemacht habe. Nach der Kalibrierung der Frames sind diese wirklich super Glatt und auch der Amp Glow wird zuverlässig entfernt.
Bei den letzten Bilder von mir, wurde nicht mal eine ABE oder DBE durchgeführt.

CS
Philip
 

Optikus

Mitglied
Moin,

DarkFlats machen ja auch keinen Sinn. Für Darks ist je nach Verwendungsweise das Bias wichtig. FlatDarks können Sinn machen, aber das hängt an der Kamera, wenn man das mal probeweise macht und die FlatDarks weisen praktisch kein Signal auf, sind sie nicht nötig. Das weiß man bekanntlich aber immer erst hinterher.

CS
Jörg
 

pmneo85

Mitglied
Moin,

DarkFlats machen ja auch keinen Sinn. Für Darks ist je nach Verwendungsweise das Bias wichtig. FlatDarks können Sinn machen, aber das hängt an der Kamera, wenn man das mal probeweise macht und die FlatDarks weisen praktisch kein Signal auf, sind sie nicht nötig. Das weiß man bekanntlich aber immer erst hinterher.

CS
Jörg
Ich habe weder DarkFlats noch FlatDarks gemacht :D

Bedeutet das im Umkehrschluß, dass du bei den Lights eventuell einen anderen Gain und Offset verwendest?
Nein, ich mache alle Frames mit diesen Settings. Lights - Alle Filter, Bias, Darks, Flats ...
 

Miquel Prado

Mitglied
Darkflats macht man um das Dunkelstromrauschen der Flats zu eliminieren. Das Dunkelstromrauschen entsteht wenn man die Flats länger belichtet. Das mach auch von Kamera zu Kamera unterschiedlich zu sein. Wenn du also deine Flats <1s machst wirst du sicherlich kein Dunkelstromrauschen haben, dann machen Darkflats keinen Sinn. Dann genügen Bias.
CS
 
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