Astro Physics AP 400 Montierung - Erfahrungsaustausch (was geht mit der Monti heute noch ?)

#1
Liebes Forum,

kürzlich lief mir eine sehr gut erhaltene AP 400 CNC mit Encodern in beiden Achsen zusammen mit einer Boxdörfer MTS-3 (Sinus II) Steuerung (Version 3.1b mit Display) über den Weg. Diese Beauty lachte mich derart dreist an, dass ich nicht anders konnte, ich musste die AP kaufen.

So, und jetzt stehe ich da und frage mich, was mit einer fast 25 Jahre alten Montierung heute noch so geht. Sicher gibt es genügend Personen, die eine derartige Montierung hatten oder - noch besser - aktuell besitzen.

Wie nutzt Ihr die AP 400 ? Wie habt Ihr die Monti ergänzt, verbessert, aufgewertet oder modernisiert ? Was macht Sinn und was nicht ?

Vielleicht möchtet Ihr hier Eure Erfahrungen und Tipps weitergeben ?

Ich freue mich auf einen regen und fruchtbaren Austausch !

Beste Grüße
Bernhard (astro_bernie)
 
#2
Hallo Bernhard,
habe mir letztes Jahr ebenfalls eine gebrauchte AP 400 gegönnt. Schön stabil, präzise und leise.

Da ich vornehmlich nur Sonne beobachte, brauche ich die Encoder eigentlich nicht. Habe mir trotzdem für alle Fälle eine Kabelpeitsche angefertigt, um mein BDSC von Astroleuchten.de anzuschließen. Normalerweise tut das seinen Dienst am Dobson. Tut nun auch an der AP400 wunderbar. Habe so nach vernünftiger Einnordung und bei Tage über Skysafari die hellen Planeten ohne Probleme gefunden und eingestellt. Ist mit den digitalen Teilkreisen eine moderne PushTo Astromontierung geworden. :cool:
 
#3
Hallo Bernhard,
habe mir letztes Jahr ebenfalls eine gebrauchte AP 400 gegönnt. Schön stabil, präzise und leise.

Da ich vornehmlich nur Sonne beobachte, brauche ich die Encoder eigentlich nicht. Habe mir trotzdem für alle Fälle eine Kabelpeitsche angefertigt, um mein BDSC von Astroleuchten.de anzuschließen. Normalerweise tut das seinen Dienst am Dobson. Tut nun auch an der AP400 wunderbar. Habe so nach vernünftiger Einnordung und bei Tage über Skysafari die hellen Planeten ohne Probleme gefunden und eingestellt. Ist mit den digitalen Teilkreisen eine moderne PushTo Astromontierung geworden. :cool:
Hallo Dirk,
bei meiner AP 400 war ein NGC-miniMAX dabei. Habe ich aber noch nicht ausprobiert. An meiner AYOdigi II nutze ich ein Nexus DSC. Ich muss ubedingt bei Gelegenheit ´mal testen, ob das mit der AP 400 zusammengeht.

Worauf steht denn Deine AP 400 ? Säule oder Stativ ?

Ach ja, noch eine Frage: Wie machst Du die Einnordung ?

Ich frage deshalb so nach, weil (obwohl ich einen AP-Polsucher und den Losmandy-Adapter habe) eigentlich nicht vor der Monti auf die Knie gehen möchte :)))

Deshalb denke ich über SharpCap nach .....

Beste Grüße
Bernhard
 
#4
Hat Jemand eine Bedienungsanleitung in digitaler Form ?

Es gab damals eine Beschreibung von Baader Planetarium. Bei AP finde ich da leider nichts ......

Grüße
Bernhard
 
#5
Hi Bernhard,

Da ich mobil sein muss, setze ich die AP400 auf ein Dreibeinstativ. Wie das aussieht, kannst du auf meiner HP sehen.

Wie gesagt beobachte ich vornehmlich die Sonne. Dafür richte ich die Monti nur grob mit Kompass, gerechneten Sonnenkoordinaten und den eingravierten Teilkreisen aus. Wenn die Aussrichtung nach Polarstern möglich ist (z.B. Teleskoptreffen), nehme ich natürlich den Polsucher. Ist meiner Erfahrung nach genau genug.

Hier meinst du wohl die Bedienungsanleitung zur Steuerung MTS-3. Die AP für sich ist selbsterklärend. Ich kenne nur diese hier:
http://www.boxdoerfer.de/man310be.pdf
und
http://www.tivoli-astrofarm.de/img/mts3200_sdi300dd.pdf

Werde mir demnächst auch noch ein Kabeladater mit RJ45 Schnittstelle zum Autoguiding basteln. Falls ich mal fotografieren möchte, ist das damit dann auch möglich.
 
#6
Ich habe auch noch eine AP400CNC aus dem Jahre 1992 mit Sinus2-Steuerung. Berühmt ist die kleine Schwarze für ihre klackernde Nachführung in bestimmten Positionen der RA-Achse. Das liegt an den Rotorachsen der kleinen Motoren, welche axial etwas Spiel haben. Auch die Vorgetriebe sind nicht die Welt - haben ein ganz schönes Umkehrspiel - aber das bekommt die Sinus2 gut hin.
Bei der Montierung als solches, man höre und staune, kommt bei der Achslagerung nur EIN Kugellager pro Achse (und je zwei für die Schnecken) zum Einsatz - dennoch ist die Kleine sehr stabil und präzise. Aber - eine überdurchschnittliche Überladung (es gab Leute mit einem C14 auf der AP400) kann durchaus zu irreparablen Schäden im Gleitlagerbereich des Schneckenradkranzes führen!
Achtung beim Zerlegen der Montierung: es gibt versteckte Madenschrauben, welche die beiden Achslagerschrauben arretieren - wenn diese nicht vorher gelöst werden sind die Gewinde futsch -> Totalschaden. Desweiteren sollten die Achslagerschrauben bei der Montage mit gaaanz viel Gefühl angezogen werden - die AP400 dankt es mit perfektem Rundlauf, was das justieren des Lagerböcke für die Schnecken extremst vereinfacht. Ausserdem, besonders bei Alugewinden: gut fetten und sie müssen sich leichtgängig verschrauben lassen - wenn was schwer geht oder verkantet: neu ansetzen. Alu neigt halt zum gerne kaltverschweissen.
Aufpassen auch bei der Klemmung der Achsen: die beiden Sternschrauben pro Achse versuchen immer gleichmäßig anzuziehen und nicht übertreiben beim Klemmen, sonst zerdrückst du die darunter liegenden Teflonpads.
Auf Encoder konnte ich immer gut verzichten - die Teilkreise sind sehr genau gearbeitet und somit sehr gut nutzbar!
Ich habe mir vor Jahren eine eigene rudimentäre GOTO-Software in QBasic/Compiler für die Sinus2 (die Steuercodes und Anleitung sind alle in der Bedienungsanleitung zur Sinus2 enthalten - inkl. Verdrahtungsplan für eine ST4-Guidingschnittstelle) geschrieben, aber eine maximale Geschwindigkeit von ca. 20x der Originalmotoren lässt keine wirkliche Freude aufkommen :sleep:
Hier im Forum gab es vor wenigen Tagen eine Vorstellung eines Umbaus (mit Motorgondeln per 3D-Druck) auf größere Motoren, welche ein sinnvolles GOTO ermöglichen!
Ich nutze meine AP400 mittlerweile nur noch auf dem Balkon zur Sonnenbeobachtung - schon alleine, weil ich nur noch eine Schwalbenschwanzschiene im AP/Zeiss-Format habe. Ich habe mir vor etlichen Jahren dann den Nachfolger der AP400+AP600 gegönnt - die Mach1:giggle:

viele Grüße -Ronald
 
#8
Hallo Roland !

Ich habe auch noch eine AP400CNC aus dem Jahre 1992 mit Sinus2-Steuerung. Berühmt ist die kleine Schwarze für ihre klackernde Nachführung in bestimmten Positionen der RA-Achse. Das liegt an den Rotorachsen der kleinen Motoren, welche axial etwas Spiel haben. Auch die Vorgetriebe sind nicht die Welt - haben ein ganz schönes Umkehrspiel - aber das bekommt die Sinus2 gut hin.
Bei der Montierung als solches, man höre und staune, kommt bei der Achslagerung nur EIN Kugellager pro Achse (und je zwei für die Schnecken) zum Einsatz - dennoch ist die Kleine sehr stabil und präzise. Aber - eine überdurchschnittliche Überladung (es gab Leute mit einem C14 auf der AP400) kann durchaus zu irreparablen Schäden im Gleitlagerbereich des Schneckenradkranzes führen!
Achtung beim Zerlegen der Montierung: es gibt versteckte Madenschrauben, welche die beiden Achslagerschrauben arretieren - wenn diese nicht vorher gelöst werden sind die Gewinde futsch -> Totalschaden. Desweiteren sollten die Achslagerschrauben bei der Montage mit gaaanz viel Gefühl angezogen werden - die AP400 dankt es mit perfektem Rundlauf, was das justieren des Lagerböcke für die Schnecken extremst vereinfacht. Ausserdem, besonders bei Alugewinden: gut fetten und sie müssen sich leichtgängig verschrauben lassen - wenn was schwer geht oder verkantet: neu ansetzen. Alu neigt halt zum gerne kaltverschweissen.
Aufpassen auch bei der Klemmung der Achsen: die beiden Sternschrauben pro Achse versuchen immer gleichmäßig anzuziehen und nicht übertreiben beim Klemmen, sonst zerdrückst du die darunter liegenden Teflonpads.
Herzlichen Dank für die sehr praktischen und hilfreichen Hinweise zur Nutzung der AP 400.
Du sprichst von "fetten". Was für Fett nimmst Du da ?

Auf Encoder konnte ich immer gut verzichten - die Teilkreise sind sehr genau gearbeitet und somit sehr gut nutzbar!
Ich habe mir vor Jahren eine eigene rudimentäre GOTO-Software in QBasic/Compiler für die Sinus2 (die Steuercodes und Anleitung sind alle in der Bedienungsanleitung zur Sinus2 enthalten - inkl. Verdrahtungsplan für eine ST4-Guidingschnittstelle) geschrieben, aber eine maximale Geschwindigkeit von ca. 20x der Originalmotoren lässt keine wirkliche Freude aufkommen :sleep:
Hier im Forum gab es vor wenigen Tagen eine Vorstellung eines Umbaus (mit Motorgondeln per 3D-Druck) auf größere Motoren, welche ein sinnvolles GOTO ermöglichen!
Ich nutze meine AP400 mittlerweile nur noch auf dem Balkon zur Sonnenbeobachtung - schon alleine, weil ich nur noch eine Schwalbenschwanzschiene im AP/Zeiss-Format habe. Ich habe mir vor etlichen Jahren dann den Nachfolger der AP400+AP600 gegönnt - die Mach1:giggle:
Das wäre ja super, wenn man die AP 400 mit modernen, leistungsfähigen Motoren nachrüsten könnte !
Hat schon ´mal jemand versucht, die CP02 oder CP03 an der AP 400 zu betreiben (an der "GTO" sicher, aber an den alten Varianten) ?

Ich merke gerade, das wird ein Projekt .....

Übrigens Glückwunsch zur Mach1, das ist die schönste Montierung, die ich kenne.

CS
Bernhard
 
#10
Hallo Bernhard,

genau diesen Thread meinte ich.
Das Problem ist einfach, die originalen Motorgondeln sind schlicht zu klein. Ich habe auch vor Jahren mal bei Michael Koch von AstroElectronic wegen besseren Motoren nachgefragt, aber leider eine negative Antwort erhalten :( - Gondeln zu klein.
Die CP2 und CP3 werden an einer "normalen" AP400 nicht funktionieren, da sie Servomotoren benötigen und nicht frei parametrierbar sind. Die GTO-Version der AP400 hatte ja die CP2 als Steuerung (und andere Motorgehäuse) - aber ich kenne keinen, der eine AP400GTO sein Eigen nennt.
Wegen dem Fett: ich nutze LiquiMoly LM47 MoS2 - ist sehr temperaturstabil (-30°C... >100°C) und hat Notschmiereigenschaften durch das MoS2. Nur durch seine Schwärze ist die Handhabung bisschen ne Schweinerei ;)
Ja, die Mach1 hat schon was - und ist (bei mir reiner Mobileinsatz) eine richtig plug'n'play-Monti. Allerdings hatte jene jetzt auch (nach 10 Jahren Einsatz) eine Maintenance nötig und dabei ist mir eine Messingschraube im Vorgetriebe abgerissen :eek:
Da in D gerade Feiertag war (sonst wäre Baader mein erster Ansprechpartner gewesen), habe ich AstroPhysics direkt kontaktiert und innerhalb 12h Antwort bekommen:
Man schickt mir ein Kit aus 4 neuen (und verbesserten) Schrauben inkl. Schmierfett zu (mit dem Hinweis gleich alle 4 Schrauben zu wechseln) - kostenlos. Das nenne ich Service! Aber auch Baader hatte sich kurz darauf bei mir gemeldet und Hilfe zugesichert, falls es mit dem Schraubenversand aus den USA Probleme geben sollte.

viele Grüße - Ronald
 
#11
Hallo Roland,
das hatte ich mir schon so gedacht .... wäre ja zu einfach gewesen. Die AP400GTO ist mechanisch identisch mit der CNC. Jetzt dachte ich in meiner Einfältigkeit, die Jungs von AP haben halt andere Motoren eingebaut und die Steuerung (GP02) einfach entsprechend programmiert. Dann wäre der Weg zu AP logisch gewesen und sicher haben die noch die benötigten Ersatzteile vorrätig.
Nun, schade. Dann wird es wohl auf folgenden Betriebsmodus rauslaufen. Montierung aufstellen, einnorden, mit Hilfe des Positionscomputers (bei meiner AP400 war ein MiniMAX dabei) das entsprechende Objekt händisch anfahren und dann die Motoren ihren Nachführdienst tun lassen.
Wie machst Du das ?
CS (wird wohl die nächsten Tage nicht eintreten :( )
Bernhard

p.s. Ich denke auch, dass es wenige wirklich serviceorientierte Firmen im Astromarkt gibt. AP und AOK gehören da sicher dazu.
 

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