Astrofotografie: Erste Schritte und das "richtige" Equipment

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Rheinhard,
ich habe nicht vor ein Rennfahrer zu werden :) aber ich möchte trotz dem (wie du empfiehlst), solide anfangen. Man kennt ja den Spruch, wer billig kauft, kauft zwei mal. Wobei man "billig" auch mit "schlecht" oder "unüberlegt" substituieren kann.
Als Nachführung wurde mir u.a. die "iOptron Smart EQ Pro+" empfohlen. Und ich denke auch, die ist ganz ok. Ob das dazugehörige Stativ etwas taugt konnte ich noch nicht herausfinden. Eine gebrauchte Canon EOS 6D bekommt man auch schon relativ günstig. Dann noch die Frage MGEN2 oder PHD Guiding, da tendiere ich momentan zum MGEN2. Was mir noch fehlt ist Wissen zu Kameraobjektiven, hier muss ich mich noch schlau machen. Astroverein ist eine gute Idee und ich habe tatsächlich auch schon einen in meiner Nähe gefunden. Aber es braucht alles seine Zeit. Habe auch noch andere Hobbys :)
LG
 

RBecker

Mitglied
Das mit den anderen Hobbys kann manchmal so ein Problem sein... ;-)

Die Smart EQ ist nun aber eine eher kleine Montierung und wenn du nicht gerade alles auf Flugreisen mitnehmen willst, würde ich aus den von Dir genannten Gründen auf jeden Fall eine Nummer größer einsteigen. Die Montierung kann gerade bei Astrofotografie nie stabil genug sein und der Wunsch nach längerbrennweitigen Fotos kommt schnell. Das beutetet dann aber meist größere Optiken die halt auch mehr Gewicht haben. Deshalb die von mir angesprochene HEQ5 oder von iOptron dann die CEM25 (da gibt es dann auch noch viele mehr, wie eine Celestron AVX uvm.). Diese Montierungen sind schon relativ groß, aber trotzdem noch gut mobil zu handhaben. Bei noch größeren Montierungen geht es schon langsam in den stationären Bereich über.
Kameras wechselt man über die Jahre immer wieder (andere Vorlieben, neue Technik), eine gute Montierung hast Du sehr lange (meine ist jetzt 20 Jahre alt!). Damit kommt man speziell am Anfang auch ohne Guiding aus.

Objektive kann man kurz zusammenfassen (Brennweiten für FF):
Superweitwinkel für Milchstrasse, z.B. das Samyang 2,8/14
Normalobjektiv als universelles Teil für Sternbilder (+/- 50mm)
Leichtes Tele für große Nebelgebiete : Samyang 2/135
Stärkeres Tele im Bereich 300-500: Hier wird es schwierig, evtl. auch teuer. Großes Angebot, auch sehr viel gutes Altglas ohne AF. Leider bedeutet hier teuerer nicht immer astronomisch besser. Alternativ kommen schon Teleskope fokal ins Frage
Oberhalb 500mm auf jeden Fall Fokal über das Teleskop

lg
Reinhard
 

Miquel Prado

Mitglied
Hallo Reinhard, die von dir genannten Montierung sind mit sicherheit besser als die Smart EQ, nur sind sie eben auch doppelt so teuer und ausserdem hat die Smart EQ eingebaute Akkus. Wenn also die Smart EQ nicht viel schlechter ist als die teuren Varianten, würde ich gerne es zuerst damit probieren. Aber ja, ist eine schwierige Entscheidung für mich..

Bei den Objektiven fällt mir auf, dass du kein 200mm genannt hast. Wäre ein 200er unüblich?
Die Weitwinkel und normal interessieren mich eher weniger, da ich eben gerne hauptsächlich Deep Sky fotografieren möchte und nicht die Milchstrasse. Da währe das Samyang 2/135 wahrscheinlich auch schon zu kurz (?)
LG
 

Okke_Dillen

Mitglied
Sicher? Meine hat nur Mignonzellen. Haben aktuelle Modelle etwa LiIon-Akkus oder LiFe- drin?

Achsoja, DeepSky: zB Andromeda ist DeepSky, aber mit 3,2° mehr als 6mal so groß wie der Vollmond.
Planetare Nebel sind auch DeepSky, aber mit üblicherweise < 1 arcmin 30mal kleiner als der Vollmond.
Rosettennebel ist auch DeepSky, und 2-3x so groß wie der Vollmond.
M42, der große Orionnebel ebenfalls grob 2-3x so groß wie der Vollmond.
M16, Adlernebel, etwa 1/4 so groß wie der Vollmond.
M13, Kugelsternhaufen, 2/3 so groß wie der Vollmond.
Spaßeshalber kannst du ja mal diese gute Übersicht durchblättern zur Orientierung, wie groß/klein DeepSky-Objekte so sind.

Du siehst, DeepSky hat nicht unbedingt mit Winkelausdehnung am Nachthimmel was zutun. Sooo klein sind die Objekte gar nicht. Aber fast immer mit langen Belichtungszeiten ;)


CS!
 
Zuletzt bearbeitet:

RBecker

Mitglied
Ob die Montierung viel schlechter ist relativ und hängt nur von der Last ab, die du später draufpacken willst. Ein 2/135 mit Kamera und einem kleinen Sucher samt MGEN wiegt keine 2kg. Möchtest du aber auch längere Brennweiten einsetzen bist du schnell bei 5-10kg Nutzlast. Dafür ist die Smart EQ mit 5kg (Herstellerangabe) nicht geeignet. Es ist eine leichte Reisemontierung, d.h. für Kamera+Objektiv super, evtl. auch für einen kleinen Refraktor. Sie hat aber praktisch keine Reserven nach oben.
Meine Erfahrung aus 35 Jahren Astronomie: die Montierung kann nie groß genug sein... daher würde ich genau hier nicht sparen, siehe deine eigene Begründung ;-)

Der externe Akku ist praktisch kein Problem, es gibt externe Akkupacks in allen Größen und Preisklassen.

Ich habe kein 200mm Objektiv aufgelistet, da der Unterschied zum 135 nicht allzu groß ist. Nach dem 135 würde ich ein 300er nehmen...

Jetzt nochmal die Frage zu Deinen angedachten Objekten: wie gesagt ist Piggyback ein guter Einstieg und das 135 sehr gut und günstig. aber bei grob 500/600 ist dann Schluss und es muss Fokal durch das Teleskop fotografiert werden. Und spätestens da kommt wieder die Montierung ins Spiel...
 

Luke76

Mitglied
Für die Heizbänder wirst du trotzdem einen externen Akku brauchen, oder eine dicke Powerbank wenn es die USB Varianten werden.
 

Luke76

Mitglied
Würde in deinem Fall beide Optiken wärmen. Beschlag auf der Optik bedeutet eigentlich das Ende der Session, wenn man schon Zeit investiert, dann geh auf Nummer Sicher bevor du gefrustet wieder abbauen und heim fahren musst ;)
Verlängerte Taukappen helfen da auch schon aber auch die beheize ich sicherheitshalber.
Es gibt sicherlich andere die mehr Erfahrung haben, bin ja auch erst seit kurzem "dabei" aber immer wenn man ein Foto oder Video einer Montierung mit Objektiv oder Refraktor sieht, sind Heizbänder immer mit dran...
 

Miquel Prado

Mitglied
Würde in deinem Fall beide Optiken wärmen. Beschlag auf der Optik bedeutet eigentlich das Ende der Session,
Hallo Luke(?)
ja das macht Sinn. Was mir aber merkwürdig erscheint ist folgendes. Es heisst immer, Teleskop rechtzeitig raus stellen, es müsse sich an die Aussentemperatur adaptieren damit die Optik voll da ist. So, jetzt wird das Teleskop aber an einer bestimmten Stelle geheizt. Am anderen Ende bleibt es aber kalt. Gibt das nicht einen unerwünschten Temperaturgradienten, der sich auf die Optik negativ auswirken kann? Ich denke daher, es ist nicht egal, an welcher Stelle genau man die Heiz-Manschette anbringt.

Eine andere Frage an alle. Ich sehe das Nick Name Foto von Luke76 - das Muster, dass bei der Anwendung der Bahtinov Maske entsteht - und frage mich, gibt es vielleicht eine genauere Methode den Fokus scharf zu stellen, als diese manuell-visuelle Methode?
LG, Sebastian
 

Luke76

Mitglied
Hi Sebastian,
die Optik wird ja nicht sooo sehr beheitzt, es geht nur um ein Paar Zehntel Grad mehr Temperatur und das an der Taukappe damit der Nebel, wenn er in die Nähe der Optik gelangt, gleich wieder verdunstet bevor er das Glas berührt. Diese Heizbänder haben nur wenige Watt Heizleistung, ich schätze mal so 10-20W. Im Winter kaum merkbarer Temperaturunterschied wenn man es anfasst. Also keine Sorge, das Teleskop/Objektiv wird dabei nicht warm.

Zum Fokus: Ja, es gibt ja noch den Fokusmotor, der wird dann vom Laptop gesteuert odre einer Handsteuerbox und so hast du so etwas wie Autofokus (mit Laptop). Soll genauer sein als mit Bahtinovmaske. Stichwort HFR.
Hierzu können die Profis sicher mehr sagen, habe leider noch keine Erfahrungen sammeln können...
Ich bin schon sehr gespannt, bald dürfte mein ZWO EAF ankommen :)
 
Oben