Astrofotografie mit 14" Dobson

Hallo zusammen,

Ich habe seit Anfang des Jahres einen 14" f/4,6 Dobson (eigentlich ausschließlich für visuelle Beobachtung).
Bei ersten Versuchen mit dem Handy sind mir einfache Aufnahmen vom Mond und noch einfachere Aufnahmen vom Saturn geglückt.
Saturn mittel überbelichtet, aber mit gut erkennbaren Ringen ...

Es kam dann zwangsläufig der Gedanke, was kommt wohl dabei raus, wenn ich meine Alpha 7 II ans Teleskop anbaue ...
(Ich weiß, es werden gleich Anmerkungen bzgl. Star-Eater kommen _affeaugen:)
Ich möchte vorab noch kurz betonen, dass ich erst mal nicht in die ernsthafte Astrofotografie einsteigen will, sondern nur mal mit einfachsten Mitteln zu testen, was die unmodifizierte DSLM am Teleskop macht.

- Funktioniert es nur mit Adaptern E-Mount => T2 => 2" einfach die Kamera anbringen ohne Objektiv?
- Eigentlich müsste hier auch noch der Arbeitsabstand eingestellt werden, oder?
- Wird in dieser Anordnung der ganze Sensor ausgeleuchtet?
- Welches Equipment wäre zusätzlich notwendig für eine einfache Fotografie

Ich habe keine Nachführung, daher kommen erst mal nur kurze Belichtungszeiten in Frage.
Das könnte allerdings mit einer EQ-Plattform noch erweitert werden.

Macht eurer Meinung der Versuch überhaupt Sinn, oder soll ich mir die Kohle lieber sparen :unsure:

Klare Nächte,
Johannes
 

Optikus

Mitglied
Moin,

je nach dem, wie Dein Auszug aussieht kannst Du das Teleskop als Objektiv benutzen, und die Kamera entweder über einen Okularstutzen oder ein Gewinde anschließen. Das sagt Dir am besten der Händler, der Dir das Teleskop verkauft hat, vielleicht hat der auch die passenden Ringe und Adapter. Scharfgestellt wird über den Auszug. Ob Dein Auszug das Vollformat ausleuchtet, sagt Dir ebenfalls Dein Händler, da der exakt weiß, was in Deinem Exemplar als Auszug verbaut wurde.

Was Du auf jeden Fall brauchst ist ein Fernauslöser/-timer, da Du während der Aufnahme keinesfalls an die Kamera kommen darfst. Du hast ca. 1600mm Brennweite, da gehen nur sehr kurze Belichtungen, ich würde eher in Richtung Video gehen, das kann Deine Kamera ja auch, und die Videos dann stacken. In wie weit das Bildfeld Deines Schubsons so eben ist, dass sich auf dem großen Chip eine einheitliche Fokusebene findet oder ob es dafür Flattener/Korrektoren etc. braucht weiß auch Dein Dealer.

CS
Jörg
 
Hallo Jörg,

Vielen Dank für deine Antwort :giggle:

Ich habe einen 2" Crayford OAZ mit 1:10 Mikro-Untersetzung.
Dort könnte ich entweder über das M54x1 Gewinde anschließen, oder die 2"-Klemmung verwenden.
Der Spiegel ist parabolisch, beugungsbegrenzt. Ich habe hier leider keine Ahnung, ob ein Flattener oder Korrektor benötigt wird.
Danke für deinen Hinweis, mal beim Verkäufer nachzufragen. Hätt ich auch selber draufkommen können :unsure:.
Werd da mal nachfragen.

Fernauslöser bzw. Timer ist klar, ohne kommen auch keine vernünftigen Bilder mit der Kamera auf Stativ raus.
Ich erhoffe mir allerdings durch den großen Spiegel auch mit kürzeren Belichtungszeiten einigermaßen ordentliche Ergebnisse.

Zum Thema Bilder oder auch Videos stacken, muss ich mich noch mehr einlesen bzw. Videos anschauen.
Aber erst mal muss ich abschätzen, mit wie viel (finanziellem) Aufwand mein kleines Projekt realisiert werden kann.

Klare Nächte!
Johannes
 

joetaiga

Mitglied
Hallo Johannes,

länger als 1-2 Zehntel wirst du ohne Nachführung nicht belichten können. D.h. außer Mond und Planeten geht nicht viel. Für Planeten sollte deine Kamera ROI unterstützen, da du sonst eine unglaubliche Datenmenge bekommst. Aber auch dann hat das seine Grenzen, weil das ROI so groß sein muss, dass du's noch geschubst kriegst. Also bleiben nur noch der Mond und mit Filter die Sonne.

Ich hab selbst keine EQ Plattform für meinen Dobson, kann mir aber nicht vorstellen, dass man bei der Brennweite auch mit Plattform über 1-2 Sekunden hinauskommt.

Du kannst entweder direkt an den Okularauszug mit einem Adapter anschließen oder Okularprojektion machen. Bei ersterem musst du aber genug Backfokus haben, um bei deinem Auflagenmaß scharf stellen zu können. Rein visuell konzipierte Dobsons haben meistens keinen großen Backfokus und zusätzlich ist das ausgeleuchtete Bildfeld relativ klein um den Kontrast zu optimieren. Ob das überhaupt geht kannst du einfach rausfinden, in dem du einfach die Kamera mit der Hand dran hälst, während du den Mond anvisierst.

Ich habe mein erstes Astrofoto auch durch einen Dobson gemacht. Dazu habe ich mir aus Abfall eine Klemme gebastelt und mit meiner ersten Digitalkamera mit Auslöseverzögerung durchs Okular fotografiert. Rückblickend war das Ergebnis gar nicht soo schlecht zumal mir damals noch gar nicht bewußt war, dass man Bilder auch bearbeiten kann. Bei einer analogen Kamera kamen die ja auch nur so raus, wie sie halt rauskamen.

CS, Joachim
 

komposer

Mitglied
Hallo Johannes,

du musst den Backfokus im Blick behalten. Falls der nicht so groß ist habe ich eben den Baader T-Ring Sony E/NEX Bajonett entdeckt. Der hat eine sehr geringe Baulänge und dafür gibt es auch einen passenden Adapter auf 2" Steckmaß.

Natürlich ist ohne Plattform kein Deep-Sky möglich. Also bleibt der Mond, Planeten und andere helle Objekte.
Beim Mond könnten Single-Shots gehen aber Planeten würde ich im Videomodus aufnehmen, oder eine Serie von Einzelaufnahmen stacken. Ich weiß nicht wie die Kamera im Videomodus arbeitet. Full-HD ist klar, aber dies dann verteilt auf die gesamte Sensorfläche ? Vielleicht gibt es auch einen Crop-Modus, bei dem die Full-HD Auflösung nur die dafür nötige Sensorfläche verwendet.

Ich habe ähnlich angefangen, mit Nikon Coolpix samt Zoom-Objektiv durch das Okular gefilmt. Zu Beginn sogar nur mit Kamera auf einem Stativ und dann passend vor das Okular gesetzt. Das ist natürlich extrem umständlich, da ständig Korrekturen nötig waren. Danach kam eine Digiklemme, jetzt musste nur der Dobson nachgeschubst werden.
Viel konfortabler wurde es dann mit der selbst gebauten Plattform. Anleitungen gibt es ja reichlich im Netz aber die Professionalität und das verwendete Profi-Werkzeug haben mich erst abgeschreckt. Als ich dann einen alten Küchentisch entdeckte, konnte ich aber nicht mehr widerstehen. So entstand mit wirklich dürftigen Mitteln meine manuelle Kreissegment-Plattform:
plattform-set.jpg


Und das Ding geht tatsächlich wunderbar. Mit dem Hebel halte ich die Objekte über eine Minute im Display.
Danach folgte die längst überfällige Anschaffung einer kleinen Astrokamera: Asi120mc und später noch zusätzlich für Filterspielereien die Asi120mm.

So eine kleine Astrokamera kostet nur um die 200 Euro, aber was da dann mit dem Dobson möglich ist, unglaublich:
dobson-fotos-18-19.jpg

Alles recht aktuelle Aufnahmen mit meinem 12" F5 Dobson und Q-Turret Barlow. Kannst Dir ja meine weiteren Bilder hier im Forum ansehen, dann siehst Du was da alles möglich ist. (z.B. auch die ISS Raumstation)

Ich kann Deinen Wunsch nach ein wenig Astrofotografie absolut nachvollziehen. Das macht mir riesen Spaß, auch die nötige Nachbearbeitung. Ich nutze dafür hauptsächlich die Freeware fitswork.

Jetzt musst Du natürlich selbst entscheiden wo Dein Weg hinführen soll.
Meine Empfehlung: Nimm gleich eine kleine Astrokamera. Die nötigen Adapter für Deine Kamera kosten ja auch schon etwas und so viel mehr ist das dann ja nicht.

Gruß,
Holger
 
Hallo zusammen,

erstmal vielen Dank für die Rückmeldungen und Tipps :giggle:

Auf Rückfrage beim Verkäufer habe ich folgende Antwort bekommen:

"Zum "Rumspielen" ;) kann man's durchaus so machen."
(Was ja eigentlich genau der Plan ist :alien:)

Mit dem Vorhandenen T2-Adapter (habe festgestellt, dass sich mein 1,25"-Adapter in eine Hülse und T2-Adapter zerlegegen lässt :whistle:) und einem T2-Adapter-Ring auf E-Mount sollte es klappen.
Mit der (auch schon vorhandenen) 2"-Verlängerung reicht die einstellbare Länge vom OAZ aus für den Arbeitsabstand.
In dieser Anordnung sollte fast der ganze Sensor ausgeleuchtet sein mit leichter Vigettierung.
Für kürzere Belichtungen sollte die Ebenheit des Bildfeldes ausreichend sein. Bei längeren Belichtung wird dann ein Koma-Korrektor benötigt.

Den letzten Punkt verstehe ich nicht so richtig.
Wieso wird bei längeren Belichtungszeiten ein Korrektor benötigt, bei kürzeren nicht?
Hierbei geht's doch drum, ob das ganze Bild (oder annähernd) bis zum Rand scharf ist, oder nicht?
Ist es damit nicht egal, ob kurz oder lang belichtet wird?
(Wobei die langen ohne Nachführung eh erst mal egal sind ... ;))

Zur Anbindung stehen jetzt 2 Adapter zur Auswahl:

Vorschlag vom "Dealer":
https://www.teleskop-spezialisten.de/shop/Teleskop-Zubehoer/Astro-Fotografie/T2-Adapterring-fuer-Sony-Alpha-Nex-E-mount-Kameras::2717.html
"Vom T2 Gewinde an der Teleskop- und Objektivseite zum Sensor sind es genau 55mm"

Oder evtl. der Genannte von Baader (Danke Holger):
Falls der nicht so groß ist habe ich eben den Baader T-Ring Sony E/NEX Bajonett entdeckt. Der hat eine sehr geringe Baulänge und dafür gibt es auch einen passenden Adapter auf 2" Steckmaß.
https://www.teleskop-express.de/shop/product_info.php/info/p9148_Baader-T-Ring-Sony-E-NEX-Bajonett-auf-T2-und-M48.html
"ultrakurzes Auflagemaß/Backfocus von nur noch 26,3 mm (18 mm Kamera, 8,3 mm T2-Bajonett Ring)"
Der Adapter hat ein M48-Gewinde, sowie ein T2, welches wieder mit dem vorhandenen ginge.

Welcher wäre denn hier der Richtige für mein Skywatcher Skyliner 350P?
Wäre der kürzere besser? Weil verlängern einfacher als kürzen?

Ich würde erst mal mit den Adaptern anfangen, da sich die Kosten nur auf 35 Öcken belaufen. Der Rest ist ja schon vorhanden zum "Rumspielen" :D

Ob das überhaupt geht kannst du einfach rausfinden, in dem du einfach die Kamera mit der Hand dran hälst, während du den Mond anvisierst.
Voher möchte ich noch den Test von Joachim durchführen, wenn mir das Wetter hold ist. Vielen Dank für den Tip

Klare Nächte!
Johannes
 
Ganz vergessen:
Viel konfortabler wurde es dann mit der selbst gebauten Plattform. Anleitungen gibt es ja reichlich im Netz aber die Professionalität und das verwendete Profi-Werkzeug haben mich erst abgeschreckt. Als ich dann einen alten Küchentisch entdeckte, konnte ich aber nicht mehr widerstehen. So entstand mit wirklich dürftigen Mitteln meine manuelle Kreissegment-Plattform:
[IMG alt="plattform-set.jpg"]https://forum.astronomie.de/attachments/plattform-set-jpg.114610/[/IMG]
Respekt, wer's selber macht! Cooles Teil.

und tolle Bilder:
So eine kleine Astrokamera kostet nur um die 200 Euro, aber was da dann mit dem Dobson möglich ist, unglaublich:
[IMG alt="dobson-fotos-18-19.jpg"]https://forum.astronomie.de/attachments/dobson-fotos-18-19-jpg.114611/[/IMG]
Nochmals Grüße :),
Johannes
 

komposer

Mitglied
Hallo Johannes,

ich habe da nochmal nachgesehen und bei e-mount ein Auflagemaß von 18mm gefunden. Meine Asi120 hat ca. 15mm wenn ich die Steckhülse verwende. Bei meinem 12er Dobson ist der OAZ bei einem Okular knapp über 15mm ausgezogen und durch das Auflagemaß der Kamera wird es dann dabei richtig knapp. Nur ca. 1mm ist der OAZ noch ausgefahren.
Also ist eine möglichst kurze Steckverbindung sicherer, denn verlängern geht einfacher als verkürzen. Was willst Du da noch machen wenn der OAZ schon komplett eingefahren ist und Du immer noch nicht im Fokus bist ?
Klar ein paar mm kann man noch den Hauptspiegel nach innen justieren und da ist dann auch schnell Schluss und wer will schon den Tubus kürzen.
Die 55mm scheinen mir bei einem visuell ausgelegten Dobson zu viel zu sein. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Du beim Beobachten mit dem Okular den OAZ über 5cm ausziehst.
Hoffentlich sind es die oben erwähnten ca. 26,3mm sonst wird es auch da schwer werden. Bei meinem 8er Dobson habe ich deutlich mehr Backfokus aber beim 12er würde Deine Kamera z.B. schon nicht mehr in den Fokus kommen, egal wie kurz der Adapter ist. Vielleicht gerade noch, wenn ich das 2" zu 1,25" Reduzierstück weglassen würde aber es geht ja nicht um meinen GSO Dobson und der Backfokus wird bei Dir ja anders sein als bei mir.

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo Johannes,

habe gerade mal nach -Skywatcher Skyliner 350P backfocus- gesucht und einem Erfahrungsbericht nach ist der Backfokus ja sehr groß. Da musste schon eine Verlängerungshülse her. Dann müsste das ja auf jeden Fall mit Deiner Kamera klappen aber kontrolliere das mal bei Dir und berichte über das Ergebnis. Je nachdem wie groß der Backfokus ist, kann eventuell auch der längere Adapter funktionieren.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Vielen Dank für eine Bemühungen!
Ich habe heute mal mit meinem "Dealer" ;) telefoniert.
Er meinte der 55mm Adapter würde beim Skyliner 350P passen.
Hier ein Beispiel von Ihm, allerdings mit Canon DSLR am kleineren 250P
5396747681_6080fcb671_b.jpg

Seine bisherigen Kunden haben den 55mm Adapter bestellt und z.T. die 2"-Verlängerung eingesetzt.
Es war aber auch so ehrlich, und sagt, dass er im Bereich Astrofotografie mit Dobsons wenig Erfahrung hat.

Ich bin jetzt etwas verunsichert und werde sobald es der "Wettergott" zulässt, mal testen in welchem Bereich ich tatsächlich etwas schärfe an den Sensor bringe.
D.h. ohne Objektiv und Okular durch den OAZ auf den Mond draufhalten und messen wie groß der Abstand vom komplett eingefahrenen OAZ zur E-Mount auflage ist.

Klar ein paar mm kann man noch den Hauptspiegel nach innen justieren und da ist dann auch schnell Schluss und wer will schon den Tubus kürzen.
Wäre tatsächlich möglich, einfach den Tubus zu kürzen. Mit dem Skyliner "Flex Tube" kann ich die Brennweite über den Auszug von 1650mm um ca. 50-100mm verringert werden (hier gibt's eine Raststelle am Auszug). Den genauen Wert, werd ich das nächste mal ausmessen. Theoretisch könnte die Brennweite auch bis auf ca. 1000mm, also komplett eingefahren werden (f/2,8). Ob das noch funktioniert :unsure: ebenfalls ein interessanter Test :unsure:

Evtl. hat hier ja schon jemand Erfahrungen gemacht und weiß schon, welcher Adapter passt.

Laut Wetterbericht könnt's morgen klappen, dann folgen Infos.

Klare Nächte!
Johannes
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Johannes,

warum bestehst Du auf der DSLR am Dobson? Wegen der Bildfelddrehung und Nachführung wirst Du auf viele kurze Aufnahmen oder Videos beschränkt sein und dafür ist die DSLR nicht ideal. Du könntest für eine Aufnahme locker 1000 Auslösungen oder mehr durchjubeln. Eine CMOS-Kamera wie bei Holger wäre da doch besser. Ich habe mit einem kleineren Alt/Az-Setup Livestacking-Stacks an Deep-Sky-Objekten probiert und durchaus brauchbare Ergebnisse erzielt. Man verliert durch die Bildfelddrehung halt etwas an brauchbarer Sensorfläche. Mit einem großformatigen Sensor könnte ich mir z.B. heutzutage durchaus "tiefe" Deep-Sky-Astrofotografie auch mit einem nachführbaren Goto-Dobson ohne Platform vorstellen. Es ist ja nicht jeder so geduldig und hartnäckig wie Holger und macht das von Hand.

Viele Grüße

Heiko
 

komposer

Mitglied
Hallo Johannes,

also wenn ich den Skywatcher Skyliner 350P google, finde ich nur 355/1600mm F4.5 und keine 1650mm, hast Du da ein älteres /anderes Modell ?
Die Brennweite lässt sich nicht am Auszug verändern, die ist doch durch den Hauptspiegel vorgegeben. Durch Abstandsänderung von Hauptspiegel zu Fangspiegel lässt sich der Backfokus beeinflussen aber die Brennweite bleibt gleich.

Wurde das in der Beschreibung oder sonst wo erwähnt oder wie kommst Du zu dieser Annahme ?
Oder ist das irgendein besonderer Dobson, ich habe so etwas noch nicht gehört.

Mit komplett eingefahrenen OAZ zu testen ist genau richtig, so lang darf der Adapter maximal sein. Ein paar mm weniger ist natürlich sicherer, denn weiter ausfahren kannst Du ja bestimmt über 30mm.

Gruß,
Holger
 

komposer

Mitglied
Hallo Heiko,

mein 12" F5 Dobson hat 1500mm Brennweite und da sind mit meiner manuellen Plattform ca. 2 Sek. Belichtungszeit möglich.
Das liegt aber an der dürftigen Bauweise aber dennoch muss ich gut einnorden sonst sorgt der Drift schon für eiförmige Sterne.
2 Sek. ohne EQ-Plattform mit einem goto System kann ich mir da bei der großen Brennweite nicht vorstellen.
Aber ich kenne mich mit Goto auch nicht aus und der Aufpreis ist ja nicht ohne. Vielleicht habe da hier schon einige Erfahrungen in dem Bereich ?
Wenn es nur um die Nachführung geht und nicht um das Auffinden von Objekten wäre eine normale EQ-Plattform ja günstiger, vor allem der Selbstbau.

Johannes: Wäre so ein Selbstbau eigentlich eine Option für Dich ?
Anleitungen findest Du reichlich im Internet und es lohnt sich wirklich sehr.

Gruß,
Holger
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Holger,

Goto ist eigentlich nur nötig, damit man das Teleskop ausrichten kann, es immer in etwa weiß wo es hinzeigt und deshalb nachführen kann. Wenn das gut funktioniert, sollte das Bildzentrum auch bei einem Dobson lange stabil am Platz bleiben. Sonst muß man ab und zu nachrichten. Aber billig ist Goto hier leider nicht.
Die Bildfelddrehung bleibt aber. In 24h dreht sich das Bild einmal um 360°, d.h. 15"/sek. Wenn ich richtig rechne, dann dreht sich ein Pixel ca. 1000 Pixel entfernt vom Bildzentrum (wenn da auch nachgeführt wird) ca. alle 13 Sekunden um ein Pixel weiter. Bei 10-20 Sekundenframes dürfte das noch kaum auffallen und die kann man dann wunderbar zu tieferen Aufnahmen livestacken und kommt dann im Prinzip auch zu stundenlangen Gesamtbelichtungen.
Aber das geht über das, was Johannes probieren will hinaus. Vielleicht komme ich in der Zukunft mal zu einem Goto-Dobson und kann es probieren.

Gruß

Heiko

PS: Das wäre das gleiche Prinzip wie hier, nur mit einem Dobson: Astrohedonismus mit Bresswatcher Pluto LCM an drei Kugelsternhaufen
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,

Vielen Dank für die vielen Beitrag :).

Theoretisch könnte die Brennweite auch bis auf ca. 1000mm, also komplett eingefahren werden (f/2,8)
Totaler quatsch, ihr habt völlig recht. Die Brennweite ist durch den Spiegel definiert.
Ich weiß auch nicht, was an dem Abend meine Gedanken zerstreut hat ... man sollte um 23:40 keine Beiträge mehr schreiben.
Aber den Tubus kürzen gäng trotzdem ;)

warum bestehst Du auf der DSLR am Dobson?
Weil ich nunmal eine DSLM besitze, aber keine Astro-Cam und erstmal mit wenig (auch finanziellem) Aufwand für mich testen will, ob das Thema Astrofotografie was für mich ist. Sollte es mir Freude bereiten, werden besser geeignete Systeme von selber kommen. In dem Fall komme ich mit Sicherheit auf euch zurück.
Trotzdem vielen Dank Heiko, für deinen konstruktiven Beitrag (y)

also wenn ich den Skywatcher Skyliner 350P google, finde ich nur 355/1600mm F4.5 und keine 1650mm, hast Du da ein älteres /anderes Modell ?
Auf dem Typenschild an meinem Teleskop steht 355/1650mm (ich reiche bei Gelegenheit mal ein Bild davon nach), ich hatte mich beim Aufbau schon gewundert, aber nicht weiter über die 50mm Abweichung nachgedacht.
Welche Angabe jetzt stimmt, keine Ahnung ... bei den meisten Anbietern stehen die 350/1600mm, auf der Skywatcher Hompage stehen wieder die 355/1650mm:
http://skywatcher.com/product/bk-dob-14-collapsible/

Johannes: Wäre so ein Selbstbau eigentlich eine Option für Dich ?
Anleitungen findest Du reichlich im Internet und es lohnt sich wirklich sehr.
Wenn, dann kommt für mich ein Selbstbau in Frage. Mit etwas Hilfe vom Schreiner im Haus sollte das kein Problem sein :sneaky:

Goto ist eigentlich nur nötig, damit man das Teleskop ausrichten kann, es immer in etwa weiß wo es hinzeigt und deshalb nachführen kann. Wenn das gut funktioniert, sollte das Bildzentrum auch bei einem Dobson lange stabil am Platz bleiben.
Den Skyliner gibt's auch als GoTo (inkl. Nachführung) => Mehrkosten ca. 800€ und glaube ca. 15kg mehr Gewicht.
Bei eh schon ca. 50kg, wars mir dann zu viel.

Ein kurzer Erfahrungsbericht zum Thema GoTo von Dieter aus einem anderen Thread:
[...] Die Skyliner sind klasse Instrumente und haben ein hervorragendes Preis/Leistungsverhältnis, aber ich möchte dir doch die GoTo-Version nahelegen! Ein nachgeführter Dobson hat schon was und mit GoTo ausgerüstet macht das Instrument einfach einen Riesenspaß. Denk an die Planetenbeobachtung wo nachschubsen schon mal nerven kann! Vielleicht willst du auch irgendwann Planeten/Mondkrater fotografieren, da ist so eine Nachführung Gold Wert! Oder du willst die gesehenen Deep-Sky-Objekte mal im Bild festhalten was mit minimalem fotografischen Aufwand möglich ist. Ja, auch das geht mit den GoTo-Dobsons hervorragend, wie du im Anhang sehen kannst [...]
Allen nochmals vielen Dank!

Klare Nächte!
Johannes
 
Hallo zusammen,

kurzes Update:
Heute war uns das Wetter hold, und ich konnte besagten Test durchführen
Mit komplett eingefahrenen OAZ zu testen ist genau richtig, so lang darf der Adapter maximal sein. Ein paar mm weniger ist natürlich sicherer, denn weiter ausfahren kannst Du ja bestimmt über 30mm.
Die Messung ergab 50mm vom komplett eingefahrenen OAZ zur E-Mount Auflage.
Damit sollte der Backfokus locker reichen, oder?

Hier noch ein kurzes Beispiel-Bild, bitte bedenkt, dass das nur ein kurzer Versuch war, d.h. Kamera nur grob mit dem Stativ vor den OAZ gestellt. Es wurde nicht digital nachvergrößert und auch nur mit der Automatik aufgenommen.
Die rechte Seite wurde nicht ganz scharf, weil die Kamera nicht 100% parallel zum OAZ war ...
DSC00538 - Kopie.JPG


Ausserdem habe ich noch das Typenschild fotografiert, falls jemand herausgefunden hat, welche Brennweite das Teleskop jetzt wirklich hat :unsure:
Typenschild_Skyliner_350P.jpg


Jetzt stellt sich nur noch die Frage, welcher Adapter der bessere ist?
Bzgl. der Länge werden wohl beide funktionieren denke ich.

Klare Nächte!
Johannes
 
Zuletzt bearbeitet:

komposer

Mitglied
Hallo Johannes,

bis zum E-Mount Anschluss 50mm +18mm Auflagemaß der Kamera = 68mm Backfokus.

Langer Adapter soll 55mm von t2 bis zum Sensor haben.
ziehen wir die 18mm Auflagemaß der Kamera ab wären das 37mm bis zur E-Mount Auflage.

Also noch 13mm Spielraum. Du musst ja noch mit Deinem vorhandenen T2 Adapter an den OAZ, hast Du den bei Deinem Test berücksichtigt ?
Der kurze Adapter soll eine Baulänge von 8,3mm haben, Deine gemessenen 50mm - 8,3mm = 41,7mm. So weit müsste der OAZ ungefähr ausgezogen werden, geht das ohne Verlängerungshülse?

Das musst Du jetzt überlegen, normalerseise sollte der lange Adapter passen, sicherer ist die kurze Variante aber wenn dann wieder eine extra Verlängerungshülse nötig wäre, fände ich das unpraktisch. Da es ja nur ein einfacher Adapter ist, sollte die Qualität bei beiden eigentlich vernünftig sein, da hätte ich jetzt keine Bedenken.

Gruß,
Holger
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Holger,

Ich habe nochmals (fast) alles vermessen und auch die vorhandene 2"-Klemmung (13mm Länge) mitgerechnet:
=> Arbeitsabstand = 13mm (2"-Klemmung am OAZ) + 50mm (Messabstand) + 18mm (Kamera) = 81mm

Ich würde folgende Adapter einsetzen:
- Baader 2" Klicklock => 30mm (ersetzt die Original 2"-Klemme am Skywatcher M54 Gewinde, die mich immer schon stört wegen der Verkippung beim Klemmen ;))
- Baader T-Ring => 8,3mm
- T2-Adapter => 2mm

Backfocus = 81mm - 18mm (Kamera) - 30mm (Klicklock) - 8,3mm (Baader T-Ring) - 2mm (T2-Adapter) = 22,7mm

Ich denke die knapp 23mm sind eine vernünftige Reserve, oder?

Der kurze Adapter soll eine Baulänge von 8,3mm haben, Deine gemessenen 50mm - 8,3mm = 41,7mm. So weit müsste der OAZ ungefähr ausgezogen werden, geht das ohne Verlängerungshülse?
Laut Spec vom 2" Skywatcher Crayford Auszug ist die Länge des Auszugsrohres 115mm (102mm bis zum M54 Gewinde). Die echte Auszugslänge habe ich allerdings noch nicht nachgemessen => folgt.

Noch eine Randfrage:
Hat jemand Erfahrung mit den TS Twist Lock Klemmen im Vergleich zum Baader Klicklock?

Allen nochmals vielen Dank für die Beiträge und Unterstützung bei meinem Kleinprojekt :giggle:

CS,
Johannes
 

komposer

Mitglied
Hallo Johannes,

23mm sollte der OAZ bestimmt ausgefahren werden können, also sollte das passen.
Übrigens, bei deinem Mondbild sieht man auch den enormen Vorteil des großen Sensors. Trotz 1650mm Brenweite passt der komplett auf's Bild. Ich musste da gestern Nacht mit der Asi120mm den Mond in vielen kleinen Abschnitten abfilmen und gleich geht es ans Bearbeiten und die Erstellung eines großen Mosaiks.

Ich bin schon gespannt auf Deine ersten Ergebnisse und kann Dir dann bestimmt noch ein paar Tipps geben, wie Du das Optimum aus dem Setup herausholen kannst.

Gruß,
Holger
 
Hallo Holger,

Habe den OAZ nachgemessen => kann bis zu 40mm ausgezogen werden, passt also auch.
Die original 2"-Klemme ist nur 10mm lang, nicht wie im Netz angegeben mit 13mm => macht aber nix aus.
Der Backfokus beträgt dann ca. 20mm und damit liegt der Arbeitsabstand mit den genannten Adaptern genau in der Mitte vom max. Auszug (y)

Die Adapter sind bestellt, ich hoffe die kommen zügig, damit ich das anliegende Hoch noch nutzen kann für erste Bilder.
Ein Update mit Bildern folgt :giggle:
Ich werd mich mal bis dahin mit deiner empfohlenen Software fitswork auseinander setzen.

Grüße und klare Nächte,
Johannes
 
Oben