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astroinfo und CalSky machen Schluss

Wer von Euch ist zur Unterstützung und Rettung von CalSky bereit?

  • Ja, ich wäre bereit, ein monatliches Abo zu bezahlen

    Abstimmungen: 72 59,0%
  • Ja, ich wäre bereit, regelmäßig zu Spenden

    Abstimmungen: 51 41,8%
  • Ich bin nicht bereit, etwas zu bezahlen

    Abstimmungen: 16 13,1%
  • Ich würde sofort beim Erhalt und Aufbau als Ehrenamtler mithelfen!

    Abstimmungen: 10 8,2%

  • Anzahl der Umfrageteilnehmer
    122

TriffiD

Mitglied
Ich würde das ganze durchjudizieren bis zum erbrechen...entweder gibt es klare Gesetze oder gar keine! Schwammige, die man so oder so auslegen und interpretieren kann... daran sollte kein Krawattengeier verdienen...dann muss eben der Staat für bessere Lösungen und Gesetze sorgen!
So ist es eigentlich nicht. Die Sache ist schon relativ klar und große Auslegungsspielräume gibt es da auch nicht. Es ist ganz einfch so, dass man als Seitenbetreiber auf eine große Anzahl von Sachen achten muss, wenn man Daten von Personen erhebt und speichert. Einerseits müssen diese Personen gründlich und lückenlos informiert sein, andererseits müssen sie Gewalt über ihre Daten behalten und all sowas. Dagegen ist eigentlich nicht viel zu sagen. Wenn einer sich nicht an die Regeln hält, dann wird er kostenpflichtig zur Ordnung gerufen.
Im Grunde wollen wir als Nutzer das ja auch so.
Große Firmen leisten sich deshalb Anwälte und spezielle Angestellte, die genau aufpassen, ob ihr Angebot der aktuellen Regellage entspricht. Kleine Firmen oder Privatleute können das aber nicht. Ein (erster) Verstoß kostet so um die 600 Euro danach wirds direkt 5-stellig. Das will (nachvollziehbar) keiner riskieren, der nur hobbymäßig unterwegs ist. Mir wären da auch Spenden ganz egal - ich würds einfach lassen.
Es wäre schön, wenn man sich da etwas Gemäßigteres einfallen ließe, aber ich glaube das erst, wenn es soweit ist. Was man nämlich nicht vergessen darf ist, dass Konzerne nun endlich ein Werkzeug haben, kleine Mitbewerber wirksam und endgültig zu beseitigen, die ihnen im Internet die Preise kaputt machen. Vor ein paar Jahren hat ein großer, rotweißer Elektromarkt mal ein Heer von Anwälten auf die Spitzen der Preisvergleichssuchmaschinen losgelassen. Man konnte zusehen, wie die binnen Tagen verschwunden sind.
Da diese großen Firmen eine gute Lobby haben, würde es mich sehr wundern, wenn sich nach den nächsten Wahlen noch jemand daran erinnert, dass man da ja eigentlich was machen wollte. Ich habe jedenfalls bislang noch nie eine Vereinfachung erlebt.
Gruß
Sebastian
 

Capricorn71

Mitglied
Es ist auf jeden Fall ein echter Verlust der schmerzt, ich frage mich auch was jemand davon haben kann, wenn er einer wirklich harmlosen und doch sehr informativen Seite wie Calsky so zu Leibe rückt. Sieht so aus, wie eh und je, das der diktiert, der reichlich Kohle hat und sich ein Heer von Juristen etc. leisten kann. Wäre es nicht besser gewesen, wenn man Calsky abonniert und dafür die entsprechenden Regeln und Vorschriften akzeptiert?
Natürlich bin ich als User auch an Datenschutz interessiert, aber das ist für mich sowieso nur mehr ein abgedroschenes Flöskelchen das in der Realität ohnehin kaum umsetzbar ist...da gibt es ein paar "geschäftstüchtige",
die Daten eben mal so für bares weiterverhökern, oder Datenlecks die sofort genutzt werden, oder Hacker aus ein paar dafür berüchtigten und wohlbekannten Ländern, ,...wo ist da wirklich noch Datenschutz gegeben?
Egal wo man im Netz unterwegs ist, irgendeiner kriegt`s immer mit...und irgendeiner hat immer was dagegen...!
Vor allem frage ich mich eines...ich muss ja nicht mal angemeldet oder eingeloggt sein bei Calsky um Daten, die für mich interessant sind, zu erhalten...es reicht ja anzugeben wo der aktuelle Standort ist...und wer soll damit bitteschön was anfangen können? Vor allem, wer sagt, das es ausgerechnet mein Standort ist? Vielleicht wollte ich Trump, Putin oder dem obersten Repräsentanten des gesamten koreanischen Volkes nur mal ne Mail schicken wann die ISS bei ihnen zu sehen ist...!
Bedauerlich das ganze...eine tolle Seite weniger im Netz...:cry::cry:

CS
Herbert
 

paxromana

Mitglied
Muss eigentlich restlos jedes Thema von Euch gekapert und ins Absurde gezogen werden?
Ich bin in der Regel auch sehr dafür, die Themen auf der tatsächlichen Sachebene zu diskutieren. Gerade in der heutigen Zeit ist meiner Meinung nach schon viel zu viel des Alltags politisiert - alles nach meinem empfinden keine gute Entwicklung.
Aber die DSGVO ist nunmal kein Naturgesetz der Physik wie die Gravitationskraft. Das Unheil haben Politiker über uns gebracht und damit ist das Thema politisch.


da ich noch unter 16 Jahre bin, geht das mit Spenden (z.B. PayPal) nicht so einfach, ebenfalls mit dem Anmelden in CalSky. Ich würde aber AUCH MITMACHEN, sofern es geht. Kann man dann (mit den neuen Spenden etc.) nicht wenigstens CalSky online lassen?
Ich sag's dir nur ungerne, aber die Daten von Jugendlichen unter 16 Jahren sind nach der DSGVO besonders geschützt. Wie bereits angeklungen brauchen die Betreiber die Zustimmung deiner Erziehungsberechtigten (nach deutschem Recht sinnvollerweise von beiden), bevor sie deine Daten verarbeiten dürfen. Und dann unterliegen sie auch noch einem besonders hohem Schutzniveau, was die Kosten und Aufwände der Betreiber nochmal extra erhöht. Mit anderen und nüchternen Worten: Mit deiner Anmeldung würdest du alles nur noch schlimmer machen. Ich halte es also für gut möglich, dass du aus DSGVO-Gründen vor CalSky geschützt bist.

Bitte nicht falsch verstehen - das ist nicht meine Erfindung und ich verteidige das auch nicht. Ich sage nur wie es ist. Ich kann verstehen, dass euch das zur Weisglut bringt, aber haut bitte nicht auf mich, sondern auf die richtigen ein. Wenn ihr das ändern wollt, dann schreibt eure EU-Abgeordneten an, was der Unsinn soll und warum uns die DSGVO zwar vor CalSky schützt, aber nicht vor Facebook, Google und Microsoft (gerade eben sagt mein Edge Browser, er will meine Daten mit Microsoft synchronisieren, weil ich mich ja am Gerät angemeldet hätte, dabei habe ich gar kein lokales Microsoft Konto. Die nehmen einfach das von Office 365 auch für den Webbrowser obwohl der nichts damit zu tun hat - und wenn du nicht aufpasst, haben sie ganz DSGVO-Konform deine Surf-Historie und Bookmarks.)

Ich habe 30 Jahre Erfahrung mit Briefeschreiben an Abgeordnete (ja ich bin naiv und glaube immer noch an das Petitionsrecht in unserer Verfassung) und ich prophezeie euch: Falls ihr überhaupt eine Antwort bekommt, dann steht da drin, dass man eure Meinung sehr ernst nimmt und danach passiert NICHTS.

Wenn ihr wirklich was ändern wollt, dann wählt halt beim nächsten Mal was gescheites.
Mit diesem Satz will ich das Politische einmal gesagt haben und es dabei belassen. Mir ist klar, dass das einige Leute zustimmend wie ablehnend triggert und die Diskussion dazu wird schnell hitzig und off topic, was uns vom CalSky-Anliegen entfernen wird. Aber man sollte Ursache und Wirkung schon verstehen. Daher kann man die Themen meiner Ansicht nach nicht trennen, sonst läuft das an doktorn an Symptomen raus.


Im blauen Forum habe ich angeregt, ob sich nicht eine Unterstützergruppe/Initiative bilden kann, damit die Dienste weitergeführt werden. In welcher Form auch immer.
Was meint Ihr dazu?
Die erste Frage wird sein, ob die Betreiber überhaupt Interesse an einer Übergabe haben. Dann werden wohl weltweit sehr viele Interessengruppen entstehen, die einspringen wollen. Da stellt sich die Frage, wie man sich positioniert und ggf. zusammenarbeiten kann. Wenn die DSGVO die Ursache ist, macht es dann überhaupt Sinn, die Seiten weiterhin in Europa zu betreiben?
Oder macht es vielleicht mehr Sinn, den Code von CalSky als Open Source zu veröffentlichen und von einer Community zu pflegen. Und dann kann jedes Forum, jeder Verein, am Ende sogar jeder selbst auf seinem PC CalSky laufen lassen? Das ist jetzt nur eine Idee und da sind viele Fragen zu klären - auch hier zu allererst, ob die Betreiber das überhaupt wollen.
Ich will nur in die Runde werfen, dass meiner Meinung nach die Lösung nicht einfach mehr Geld sein wird. Da steckt viel Arbeit dahinter. Da stehen Ressourcen und Know How dahinter. Und man wird sich auf Jahre auf etwas committen müssen, was viel Freizeit und Nerven kosten wird. Das sollte alles sauber abgewogen werden und nicht aus einem Schnellschuss herauskommen. Und man sollte darüber nachdenken, wie alternative Betriebsmodelle aussehen können. Nur weil es früher immer so war, heißt es nicht, dass man es exakt so weiterführen muss.
 

Alexander_Funk

Mitglied
Da ich CalSky nie benutzt habe, habe ich so verstanden, dass CalSky mit DSGVO in Konflikt geraten ist. Nun habe ich eine Laien-Frage:

Warum sammelt überhaupt CalSky irgendwelche Nutzer-Daten und geht es auch ohne? Müssen unbedingt irgendwelche privaten Daten von Usern erhoben werden?

Viele Grüße
Alex
 

paxromana

Mitglied
Es geht nicht so sehr ums Sammeln, es reicht schon die Verarbeitung personenbezogener Daten. Streng genommen reicht da schon die IP-Adresse des Rechners, an den die Daten von der CalSky Webseite geschickt werden.
Damit die Verarbeitung erfolgen darf, muss die Verarbeitung rechtmäßig sein. Dazu listet die DSGVO einige Bedingungen auf. Eines kann das berechtigte Interesse des Betreibers sein. Ein anderes kann ein Vertrag zwischen Betreiber und betroffener Person sein. Usw. Einfach nur eine Antwort auf eine Anfrage eines Webbrowsers schicken scheint mir noch recht einfach damit lösbar zu sein. Komplizierter wird es, wenn Benutzername und Emailadresse gespeichert werden sollen. Dann braucht es halt saubere Verträge, mit denen die Person der Verarbeitung ihrer Daten zustimmt. Bei CalSky hinterlegst du normaler Weise deinen Standort. Du willst ja über den Himmel bei dir zu Hause informiert werden. Das ist dann gleichzusetzen mit der Adresse. Und CalSky muss wissen, dass du es bist, damit es deinen Standort und deine Einstellungen verwenden kann. Natürlich braucht CalSky diesen Daten, um dir einen sinnvollen Service bieten zu können. Und dann schlägt die DSGVO voll zu. Dann gibt es noch die Kategorie von besonders schutzwürdigen Daten. Da fallen auch die Daten von Kindern und Jugendlichen drunter. Die Altersgrenze dafür weicht von EU-Land zu EU-Land ab. Du erinnerst dich evtl. an das Fotobuch des Kindergartens, bei dem man bei jedem Exemplar die Gesichter von jeweils allen anderen Kindern geschwärzt hat, um das Fotobuch DSGVO-konform erstellen zu können. Die Datenverarbeitung muss nämlich noch nicht mal digital erfolgen. Auch eine analoge Karteikartensammlung fällt da drunter. Die Fotografen haben ähnliche Probleme und wie man so hört, ist für viele der Bereich People-Fotografie seit der DSGVO so unsicher, dass die sich davon fern halten. Geht man eben nach den Buchstaben der DSGVO dann kommt so ein Fotobuch des Kindergartens nunmal bei raus. Dass das alles Unisnn ist, wissen wir. Nur steht es nunmal so im Verordnungstext. Und bis sich Klarheit in vielen Bereichen bis ins höchste Gericht durchgeurteilt hat, vergehen viele viele Jahre der Rechtsunsicherheit. Die daraus drohenden Abmahnungen geben dem Ganzen dann den Rest.
 

Cpt.Boiler

Mitglied
Ich kann mich den o.g. Äusserungen -leider, muss man sagen - weitgehend anschliessen. Die traurige, erschreckende Erkenntnis ist wohl, dass man selbst mit so harmlosen Unterfangen wie dem Bereitstellen von amateurastronomischen Infos aktuell unter die Räder der ganz grossen politischen/wirtschaftlichen/rechtlichen Maschine gerät, national, EU-weit, International. Das wirft ein erschreckendes Licht darauf, wie "demokratisch", offen, fair, gerecht es hier im Lande/in der EU mittlw. wirklich zugeht, oder eben nicht. Dieses Ohnmachtsgefühl zu akzeptieren, fällt schwer, aber es führt kein Weg daran vorbei.
 

Cpt.Boiler

Mitglied
Ganz so fundamentalistisch-systemkritisch wollte ich das jetzt nicht verstanden wissen. Den Kapitalismus werden wir nicht abschaffen, schon gar nicht mit der Amateurastronomie :) . Mir gehts mehr darum, sich der realistischen Dimensionen bewusst zu werden. Das Internet ist heute kein freier Raum für Eingeweihte mehr, sondern ein Wirtschaftsfaktor, ein Ort für Milliardengeschäfte, da änderen sich dann auch die Gesetze, sowohl geschrieben wie ungeschrieben (will heissen zweifelhafte menschliche Verhaltensweisen). Ein anderer Punkt ist die Diskrepanz zwischen Schein und Sein, auch die DSGVO z.B. verfolgt ja einen begrüssenswerten Ansatz, nur hat das, was am Ende rauskam, mehr unerwünschte Nebenwirkungen als positive Auswirkungen. Da kann man sich dann zu Recht wundern, ob all die gutbezahlten Leute in der EU das nicht auf dem Radar hatten - oder nicht haben wollten?
Aber erstmal muss man mit den aktuellen Bedingungen umgehen, d.h. eine Seite wie Calsky o.ä. wird heute kaum noch als Enthusiasmusprojekt realisierbar sein, sondern nur mit entsprechend professionellem Background, inkl. rechtlicher/administrativer Fragen.
 

FStone

Mitglied
Meine letzte Alert-Mail von CalSky:

Image1.jpg


und das ist das Ende:
Image3.jpg


Ich hoffe immer noch, dass es irgendwie weitergeht.

Danke an die Macher von CalSky - ich hab viel gelernt bei euch!

VG und CS Frank.
 

Henning81

Mitglied
Hallo Alexander,

CalSky war bis dato DAS Werkzeug für präzise Beobachtungsvorbereitung, für mich und viele Andere ebenso.
Wieso sollte man da andere Seiten herbeiwähnen, die eigentlich viel besser nicht sein können und vor allem mit den gleichen Problemen zu kämpfen haben werden.
Mein Ansatz ist da, das Vorhandene weiter zu nutzen und "nur"die Probleme zu lösen.

CS,
Henning
 

cumulus

Mitglied
Ich habe vorhin irgendwo im www gelesen, dass von Seiten der Justiz gegen die "Abmahnanwälte" vorgegangen werden soll. Hat das jemand richtig gelesen (ich hatte keine Zeit)? Das wäre lange überfällig!

Gruß Christian
 

Cpt.Boiler

Mitglied
es gab tatsächlich mal ein Statement der Justizministerin in Sachen Abmahnrecht, das war aber noch K. Barley, und man weiss ja, wie schnell die deutsche Politik agiert .. hehe .. Durch die Dt. Umwelthilfe und die Diesel-Abgas-Posse ist das Thema mehr ins Bewusstsein gerückt, d.h. jetzt steht indirekt die Autolobby dahinter. Evtl. bewegt sich dann ja wirklich mal was ... in 50 Jahre oder so ... also quasi in astronomischen Zeitspannen :) :-(
 

paxromana

Mitglied
Der Bundestag hat kürzlich ein Gesetz beschlossen, das Abmahnungen als Geschäftsmodell erschweren soll und insbesondere kleinere Firmen besser gegen misbräuchliche Abmahnungen schützen soll. Ich meine, der Bundesrat hätte auch schon zugestimmt. Näheres dazu findet sich über Google News.
 

Pitufito

Mitglied
Hallo,
Sorry, das ich hier meinen Senf dazwischen schmeiße.
Finde es wirklich schade das Calsky dicht macht. :(
Würde zahlen über iTunes z.B., andere Möglichkeiten bin ich sehr zurückhaltend, aus Erfahrung..., von einem dritten dunklen abgezogen zu werden.

CS, Martin
 

Alexander_Funk

Mitglied
Noch eine Laien-Frage, vielleicht kann mir einer sie beantworten:
CalSky war doch deutsche Seite. Was ist mit anderen Ländern?

Wo schauen die amerikanischen Amateur-Astronomen nach den ganzen Infos, die bei CalSky waren?
Oder war das die eine Seite für alle weltweit? Für z. B. Chinesen, Australier, Amerikaner, Südafrikaner? Und jetzt aufgrund europäischer Gesetze ist CalSky für alle weltweit abgeschaltet und alle Amateur-Astronomen weltweit müssen traurig sein und wissen nicht, wie es weiter geht?

Ich kann es kaum glauben, dass es für die ganze Welt nur diese eine Seite gab.

Viele Grüße
Alex
 

Udo_S

Mitglied
Wirklich ein Jammer. Calsky war ein wirklich wichtiges Werkzeug in der Planung und ich werde es schmerzlich vermissen.
 

Helios88

Mitglied
Wir hätten gerne angeboten den ganzen Dienst Offshore zu hosten und zu betreiben aber offensichtlich ist man daran nicht interessiert. Sehr schade!
 

astrodirk

Mitglied
Es hat vermutlich Gründe, weshalb der Betreiber am Offshore-Betrieb offenbar nicht interessiert war.
Es ist doch ein Armutszeugnis, vor Gesetzen zu flüchten, denen ein Großteil der Seitenanbieter mehr als offensichtlich nicht mit vertretbarem Aufwand genügen kann...
Daß ein Anbieter dann einer schmerzhaften Einstellung seines diesbezüglichen Engagements den Vorzug gibt, erscheint logisch, denn anders ändert sich an offensichtlichen Fragwürdigkeiten zumeist nichts ;)
 

yarosso

Mitglied
Hallo,
wie schaut es mit der Möglichkeit aus, CalSky (oder die CalSky "Engine") Open-Source oder ähnlich zu machen? Sodass man eine eigene lokale Instanz davon laufen lassen kann?

Viele Grüße und CS,
Matthias
 

AstroCarsten

Mitglied
Leider gibt es keine Rückantwort bisher :-(

Hallo,

es kann natürlich sein, dass der bisherige Anbieter nach dem Ärger einfach die Nase voll hat und seine Ruhe haben will. Zumindest könnte ich ihm das nicht verdenken, auch wenn es für die bisherigen Nutzer sehr schade ist.

Allerdings: Vielleicht müssen solche Vorfälle - hiermit meine ich, dass Betreiber einfach die Dienste einstellen, da sie vom Gesetz und den überzogenen Regelungen so lange geärgert werden, bis sie keine Lust mehr haben - einfach viel öfters vorkommen, bis die Beschwerden der Bevölkerung bei der Regierung in einem Maße zunehmen, dass man etwas ändern muss. Wir lassen uns einfach viel zu viel gefallen.

Gruß

Carsten
 

maximilian

Mitglied
Hallo!

Allerdings: Vielleicht müssen solche Vorfälle - hiermit meine ich, dass Betreiber einfach die Dienste einstellen, da sie vom Gesetz und den überzogenen Regelungen so lange geärgert werden, bis sie keine Lust mehr haben - einfach viel öfters vorkommen, bis die Beschwerden der Bevölkerung bei der Regierung in einem Maße zunehmen, dass man etwas ändern muss. Wir lassen uns einfach viel zu viel gefallen.

Es gibt für alles zwei Seiten. Diese „überzogenen Regelungen“ kommen schliesslich daher, dass wir, die Bevölkerung, ich eingeschlossen, uns oft genug darüber beschwert haben, dass mit unseren persönlichen Daten im scheinbar rechtsfreien Internet übelstes Schindluder getrieben wurde. Und leider noch wird. Wenn ich meinen Adblocker ausschalten würde, dann könnte ich oben irgendwelche Werbeeinblendungen von Hotels in San Francisco sehen. Weil ich nämlich vor drei (!) Jahren mal bei Google nach einem gesucht habe. Das würde mir sogar angezeigt, wenn ich das von einem fremden Rechner aus machen würde. Und damit sowas irgendwann aufhört muss dem Datenmissbrauch alle Riegel vorgeschoben werden, die es gibt.

Ich habe keine Ahnung warum CalSky aufhört (das mit der Abmahnung scheint eher Vermutung als Gewissheit zu sein?), aber es ist nicht besonders schwierig, eine Webseite DSGVO konform zu gestalten. Im Zweifel bezahlt man einem Fachanwalt zwei Stunden seiner Zeit um sich abzusichern. Das ist verglichen mit dem Gesamtaufwand, den der Unterhalt so einer Seite erfordert, wirklich nicht viel und lässt sich bei Bedarf mit kleinen Spenden der Nutzer an einem Nachmittag wieder hereinholen. Ich kenne genug Seitenbetreiber, die das so machen. Von daher gehe ich eigentlich davon aus, dass es ein anderer Grund ist, der den Betreiber zum Aufhören veranlasst hat.

Viele Grüße
Maximilian
 

Demokrat

Aktives Mitglied
Und damit sowas irgendwann aufhört muss dem Datenmissbrauch alle Riegel vorgeschoben werden, die es gibt.

Ich fürchte, das wird das letzte sein, das irgendwann mal aufhört. :D
Es gibt m.E. keine Anzeichen, dass das jemals geschehen wird.

Da milliardenschwere Giganten Google und f, Amazon und Twitter die Meinung und das Web mit der Zeit immer umfassender beherrschen, machen sie sowieso weiterhin mit den Daten, was immer sie (und die interessierten Staatsdienste) wollen, das war ja bisher auch so. Ob offiziell oder inoffiziell... klag mal dagegen. ;)

Ich denke, es sind wohl mehrere Umstände, wie Zeit und Geld und die Verantwortung, das alles kostet auch Nerven und irgendwann ist man das Samaritertum wohl leid. Wie man an manchen Reaktionen sieht, trauern meistens nur die "Altvorderen" um diese Gratis/Spenden-Dienste, die jungen Generationen sagen sich: "nun, dann machts halt künftig jemand anderer..." - Punkt, nächstes Thema. :confused:

Time goes by... the world is changing... day by day.

lg
Niki
 

TriffiD

Mitglied
Hallo Maximilian!

Ich kann euch als Gründungsmitglied von astroinfo mitteilen, dass die finanzielle Seite nur teilweise für die Auflösung der beiden Dienste astroinfo und CalSky verantwortlich ist. Das Fass zum überlaufen hat vor allem die Entwicklung rund um die DSGVO und die Thematik der zunehmenden Abmahnungen von Webseiten gebracht.
Also haben die immer weiter reichenden Regeln des Datenschutz eine Rolle gespielt.

Ich muss dir aber teilweise zustimmen: Wären weitreichende Lücken in den Regelungen geblieben, hätte Wolle auch geschrien: "Woah! Kapitalismus, Kapitalismus! Wir gehen alle zugrunde." Eine Regelung mit riesigen Schlupflöchern will letztendlich (zu Recht) auch keiner.
So ein bisschen stimme ich dir auch noch zu, dass man eine Rechtskonforme Webseite auch noch hinbekommt, wenn man sehr gründlich ist und viel Zeit investiert. Mit den zwei Stunden eines Fachanwaltes wird es jedoch nicht getan sein, denn die Regelungen der DSGVO werden einerseits durch Urteile nach und nach konkreter und dann stellt sich heraus, dass eine praktische Umsetzung - trotz der Meinung deines Anwaltes - doch nicht ausreicht. Andererseits kommt da regelmäßig etwas Neues dazu, und dann sitzt du da, mit deiner gestern noch perfekten Homepage.
Ganz abgesehen davon: Selbst wenn man mit einiger Mühe da am Ball bleiben könnte - Lust hat dazu keiner, der eine Hobbyseite betreibt.
Ich vermute es wird wohl ein Mix aus vielen Gründen sein und jeden einzelnen kann ich verstehen.
Gruß
Sebastian
 

Optikus

Mitglied
Moin,

der Blick zurück ist das eine, das werden wir vermutlich abschließend auch nicht klären können, wobei die Frage auch ist, was das in der Sache bringt. Wichtiger wäre eher die Frage, wie man die verfahrene Sache wieder in Bewegung bekommen kann. Ich könnte auch verstehen, wenn die bisherigen Betreiber sagen, wenn wir nicht, dann auch kein anderer und auf die "Delete"-Taste drücken, was schade wäre, aber letztlich ist die Sache deren geistiges Eigentum.

Die andere Frage wäre, möglicherweise aus Interesse an der Bewahrung der geleisteten Arbeit, ein Fortbestehen unter einem gesicherten Environment in Betracht zu ziehen. Dazu gibt es von astronomie.de ja ein Statement. In wie fern es möglich ist eine serverbasierte Lösung wie es die beiden Seiten dem Anschein nach waren auf eine offline-Variante als open source-Projekt umzustricken ist schwer zu beurteilen, sieht aber nach sehr sehr viel Arbeit und Testaufwand hin, zudem müßte das ja auch supportet werden, was bei einer Serveranwendung einfacher ist als bei einer Vielzahl von Einzelanwendungen auf den unterschiedlichsten Maschinen.

CS
Jörg
 

christian79

Mitglied
Hallo zusammen,

als ich gestern meinen AG-Kollegen in Skype verkündete, dass CalSky nicht mehr existiert, war die Reaktion ein spontanes, kollektives "[zensiert]!". Da hier die Zensur zugeschlagen hat, hier der passende Smily zum Ausspruch der Kollegen: :poop:

Die Einstellung dieses, ich nenne es mal so, Standardwerkes ist ein schwerer Verlust für die gesamte internationale Astronomen-Gemeinde. Bleibt zu hoffen, dass das Projekt von anderen Betreibern weitergeführt wird. Ein solches, konkurrenzloses Portal müsste doch eigentlich auch über Abos finanzierbar sein. Ich jedenfalls würde SOFORT eins abschließen.
 
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