Astronomische Musterversuche, Praktikum

Kerste

Mitarbeiter
Hallo allerseits,

Hier wurde ja schon mal über Projekttage und so diskutiert, jetzt hab ich die Chance, es besser zu machen... Nächsten Monat gebe ich einen einwöchigen Astronomie-Kurs (Zielgruppe: Oberstufenschüler). Bei fünfmal ganztägig also etwa zehn Themenbereiche (je halbtags). Da will ich natürlich nicht 5x8 Stunden Vortrag halten, sondern plane eher Versuche - ich stell mir das ein bisschen wie ein Uni-Praktikum vor: Zuerst etwas Theorie, und dann schaffen lassen. Geht natürlich nicht immer... Einiges habe ich schon, bin aber auch immer auf der Suche nach neuen Ideen. Eine wirklich schöne Liste habe ich noch nicht gefunden, die Bücher zum Thema sind gerne sehr mathematisch orientiert. Wenn das Wetter bleibt wie gehabt, ist mit praktischer Beobachung auch nicht viel, obwohl fast alles für die Sonnenbeobachtung vorhanden ist. Wenn Venus und Jupiter nicht zu nahe an der Sonne stehen, geht auch Planetenbeobachtung bei Tag - 18° für Merkur sollte okay sein, 10° für Venus und Jupiter schon recht riskant, ich weiß nicht, ob ich mich das traue...

Hier mal meine Ideen für Versuche, auch als Inspiration für andere:
  • Sonnensystem - Größenverhältnisse, Modellsonnensystem (Abstände) aufbauen lassen, Umlaufgeschwindigkeiten zumindest mit Orrery und Celestia zeigen
  • Mondphasen/-vermessung - Was zum Rechnen: Anhand von Schatten die Höhe der Mondberge berechnen. Mondkrater im Tablett mit Mehl und Schokopulver als Deckschicht werfen könnte eine Riesen-Sauerei geben... im Freien vielleicht, wenn's windstill ist...
  • Sonnenkonstante - Alu-Block mit Thermometer in der Sonne liegen lassen (setzt klaren Himmel voraus - im Februar...)
  • Teleskope aufbauen und vergleichen (Vergrößerung, Gesichtsfeld, Optik)
  • Foucault-Pendel - läuft halt den Tag über
  • Mikrometeorite sammeln (wenn's nicht regnet oder zu windig ist)
  • Den Magnetismus von Meteoriten zeigen ist auch ein kurzer Schauversuch
  • Spektroskopie - CD-ROM als Spektroskop
  • Drehbare Sternkarte als Rechenschieber (beim Gesamtüberblick über den Himmel)
  • Fotografie - Mit Webcam / Digiknipse durch's Teleskop; bei bodennahen Zielen wie Kirchtürmen gibt's ja auch schön viel Luftunruhe ;) ; Giotto für die Bildbearbeitung
  • Astrologie - der klassische Versuch, ein Horoskop zuzuordnen? (Kennt da wer eine gute Seite mit Schau-Versuchen?)
  • Wasser- und Streichholzraketen?
Bei klarem Wetter ist natürlich Beobachtung angesagt, eine komplette Sternwarte ist vorhanden. Radioastronomie geht leider nicht, auch wenn das in unseren Breiten wünschenswert wäre... und ob bis Mitte Februar die Sonne noch mal eine Chance hat, bezweifle ich allmählich...

Mal sehen, ob einer der Teilnehmer hier mitliest ;)

Hat noch jemand gute Ideen für Versuche, die einen Vor- oder Nachmittag füllen könnten und möglichst auch bei schlechtem Wetter machbar sind?

Danke,
Alex
 

Vlorian2009

Mitglied
Hallo Alex,

ich hatte auch 2 jahre Lang Astronomie Nachmittagsunterricht.

Als ergänzung wären vieleicht Themen wie Rot-Blau Verschiebung von Galaxien.

Oder Das leben einer Sonne.

Und vieleicht noch ein bisschen was von den grenzen der Astronomie.

Beobachtung ist natürlich Klasse


Mfg und CS

Flo
 

Kerste

Mitarbeiter
Hallo Flo,

Hast Du eine Idee, was man praktisch zu Blauverschiebung oder Leben eines Sterns machen könnte? (Kernfusion wär natürlich ein Klasse Versuch, aber ich glaub, da krieg ich Ärger...)

Beim Hertzsprung-Russel-Diagramm hat Kippenhahn mal den schönen Vergleich gebracht, eine Masse-Größe-Beziehung mit Menschen aufzustellen, da kommt eine ähnliche Verteilung raus - und kann zeigen, dass hinter dem HRD nur Dtensammeln und keine Hexerei steckt.

Wie gesagt, ich will nicht zu viel selber frontal erzählen oder Rechnen lassen.

Gruß,
Alex
 

Vlorian2009

Mitglied
Hallo Alex,

Also ganz spontan fallen mir keine praktischen Versuche ein.:-(
Aber ansonsten sieht alles mal gut aus.Meinst du nicht das 8 Stunden ein bisschen begrenzt sind um Mikrometeoriten zu sammeln?*verwunderung*Hast du sowas schonmal gemacht?

Ich finde Theorie aber auch mal interessant(ist aber nichts gegen Versuche).

Wenn ich dich richtig verstanden habe gibt das so eine Art Unterricht.Da wäre es schon sinnvoll dazu auch den Theoretischen Hintergrund zu machen.


Entschuldigung wenn mein Beitrag ein bisschen verworren ist.Hatte einen langen Tag.


Gruß
Flo
 

Bikeman

Mitglied
Hallo!

Ich denke im Bereich Spektroskopie und verwandte Bereiche kann man endlos Versuche machen, etwa so:

1) Schwarzkörperstrahlung: Abhängigkeit des Pektrums von der Temperatur des Strahlers (im Lobor): Historischer Bezug: Max Planck

2) Absorptions- und Emissionslinien (Spektrum von Leuchtstoffröhren, Absorption durch betreffende mit Gas gefüllte Glaskolben zwischen Prisma und Quelle??? (im Labor)

3) "im Feld" : Messung eines Spektrums der Sonne, Historischer Bezug: Entdeckung des Elements "Helium"

CU
Heinz
 

Kerste

Mitarbeiter
Hi!

Das mit den Mikrometeoriten habe ich noch nicht versucht, finde es aber cool - und MadSci.org redet auch nur von einem Tag. Da die Sternwarte in der Stadt ist, befürchte ich, nach einem Tag eh mehr als genug auf dem Blatt zu haben... Aber auch das gehört zu einem Versuch: Die Ungewissheit, ob überhaupt was rauskommt.

Zum Hintergrund: Das sind fünf Tage, da will ich jeweils vormittags und Nachmittags was machen. Im Idealfall erklär ich maximal eine Stunde (länger kann eh keiner zuhören) etwas, und danach wird's praktisch (für ca. drei Stunden). Ohne Theorie könnte ich das auch irgendwelche dressierten Affen machen lassen, und es wäre etwa so sinnlos wie meine Chemie-Praktika an der Uni, wo auch nur nach Rezept gekocht wurde... Je nach Zeit am Ende vielleicht noch ein Fragebogen, ob was hängen geblieben ist, mit gemeinsamem Beantworten. Da es keine Noten dafür gibt, soll das ganze Spaß machen und für die Astronomie begeistern (wobei die den Kurs freiwillig gewählt haben, also schon interessiert sind), aber natürlich soll auch was hängen bleiben.

=> Heinz: Ja, Spektroskopie ist toll, da hab ich mein Diplom drin gemacht:) Da plan ich CD-Spektroskop, Leuchtstoffrühren, weißes Bild von Beamer/Fernseher...

Laborausstattung in dem Sinn hab ich leider keine, aber eine Volkssternwarte mit ganz guter Ausrüstung.

Übrigens hab ich noch eine unübersichtliche, aber nette Seite gefunden: http://www.wissenschaft-schulen.de/ Sind primär Artikel aus Publikationen des Spektrum-Verlags (auch SuW und AHeu) mit Versuchsvorschlägen zum Thema.

Gruß,
Alex
 
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