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Barlow oder ordentliches Okular?

Hallo zusammen,

ich habe mal eine Frage an die Experten hier. Ich überlege mein Equipment zu erweitern. Ich habe ein Skywatcher Flextube 8"/1200mm was ich inzwischen von Auto-Track auf Goto aufgerüstet habe. Dabei waren ein 5mm Ortho, ein 10mm Plössl und ein 30mm 2" ST80 von 1rpd (Chinesische Marke). Das 5mm nenne ich mal "Scherbe". Ich habe mir ein Omegon 8-24mm Zoomokular dazu geholt, womit ich am liebsten spechtel. Ich finde es ganz schön, einen weiteren Überblick zu haben und dann ran zoomen zu können. Für die Planetenbeobachtung hätte ich lieber noch etwas mehr Vergrößerung. Daher überlege ich mir ein 2x Barlow zuzulegen. Dies hätte den Vorteil, dass ich weiterhin reinzoomen könnte. Mit 300x würde ich auch noch unter dem Daumenwert von 400x für mein Teleskop liegen. Auf der anderen Seite denke ich, dass dann ja auch mehr Glas zwischen Planet und Auge ist.

Was meint Ihr, lieber ein 2x Barlow oder ein gutes 3mm oder 4mm Okular? Und wenn Barlow ein 1,25" oder 2"?

Wie wählt Ihr eure Okulare aus?

Farnsworth
 

mbba18

Mitglied
Hallo Fransworth,

meine ganz persönliche Meinung:
rein visuell nutze ich keine Barlow, wie Du schon schreibst, kommt mehr Glas in den Lichtweg.
Nutze diese nur für Planetenvideos.
Gute Barlows gehen auch ordentlich ins Geld.

300x wirst Du in hiesigen Landen eher selten erreichen.
Eher 250x bis 280x sind da erreichbar und da muss auch schon einiges passen.

P.S.
Beachte auch die Austrittspupille (AP).
Die förderliche Vergrößerung liegt bei Deinem Teleskop bei 290x.
 
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mbba18

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Antares

Mitglied
Hi Farnsworth,

mit einem 24-8mm Zoom, bist Du weder am oberen noch am unteren Bereich dessen, was Sinn macht/machen könnte.
Die Frage ist zunächst mal was Dein Teleskop leisten kann und was Deine Bedingungen hergeben.
Wenn Dein Teleskopspiegel wirklich gut ist - das meint übrigens auch den Fangspiegel - sollte es AP 0,7 mm leisten können. Damit sieht man normal alles was da ist. Das deckt sich dann auch mit der Faustformel, die ich für besser erachte. (Öffnung-Obstruktion) x 2.
Darüber, d.h. bis AP 0,5 = Öffnung mal 2, braucht es herausragende optische Komponenten.

So einfach ist es aber leider nicht. Oft ist das Seeing der limitierende Faktor was hohe Vergrößerungen angeht. Viele hier berichten davon, dass 200-fach oft deren Limit ist. Das wäre bei Dir AP 1 oder 200-fach, also ein 6 mm Okular.

Was Du brauchst, wird also irgendwo zwischen 6mm bis zu max 3 mm als Extrem liegen.
Ich würde erst mal versuchen heraus zu bekommen, bevor Du investierst, zumal im Moment die Planeten ja noch nicht so hoch am Himmel stehen, was tendenziell eher gegen höchste Vergrößerungen spricht.

Rein optisch würde ich gute Festbrennweiten vorziehen, aber zu testen was machbar ist, wäre ein Barlow schon gut.
Die Baader 2,25fach Barlow ist preislich moderat und von guter Qualität.
Das könnte etwas für Dich sein.
CS
 

komposer

Mitglied
Hallo,

ja, mit der Q-Turret bin ich ebenfalls sehr zufrieden, aber auch ich nutze die nur zur Planetenfotografie.
Ist denn so etwas geplant ?
Dann könnte eine Barlow Sinn machen.
Rein visuell würde ich ein Okular um ca. 5-6mm nehmen. Preis-Leistung finde ich bei den Planetarys ziemlich gut.

Gruß,
Holger
 
Hi, Fotografie hatte ich für mich eigentlich ausgeschlossen. Ich habe mir mein Teleskop für's visuelle zugelegt. Eigentlich wollte ich ja sogar mehr Öffnung, aber das Teil war einfach sehr günstig und nur ein paar km von mir abzuholen, so dass ich spontan zugeschlagen habe. Mein Traumgerät ist ein Hofheim 12" oder ein Taurus. Das wäre der beste Kompromiss aus Größe, Gewicht und Portabilität.

Wobei ich schon darüber nachdenke mir einen Nikon zu 2" Adapter zu drucken um es mal auszuprobieren. Aber ich denke coole Fotos gibt es zu Hauf im Netz von Leuten mit besserem Equipment. Ich finde es faszinierender, das mit meinen eigenen Augen zu sehen.

Die Omegon Planetarys hatte ich auch ins Auge gefasst. Die scheinen preislich okay zu sein.

Farnsworth
 

klawipo

Mitglied
Hallo Farnsworth,

ich kann recht häufig 300x vergrößern, ohne dabei einen bevorzugten Standort zu haben. Gegenteilige Berichte hängen vielleicht auch mit der individuellen Leidensfähigkeit zusammen. Das Bild ist dann ja meist nur recht kurz ruhig. Ich würde ein 5mm und ein 4mm Okular empfehlen und kann da auch zu Planetaries raten.

Wenn du eh eine Nachführung hast, kannst du aber auch die Ausgabe für eine Barlow mit der Perspektive auf Planetenfotografie vor deinem inneren Finanzminister begründen und sie zusammen mit dem Zoom einfach mal ausprobieren ;)

Was ist das eigentlich für ein Ortho und warum ist das eine Scherbe? Normalerweise sollte diese Bauart ein zwar kleines, aber scharfes Bild an deinem Gerät liefern.

VG Klaus

Edith: Die Antwort mit dem mangelnden Interesse an Fotos hat sich mit meiner zeitlich überschnitten.
 
Gute Frage mit dem Ortho. Da steht "5mm Ortho Fully-Coated" drauf. Es ist noch Japan und dahinter ein V in einem Kreis reingraviert. Es hat nur eine 4mm große Öffnung.

Vielleicht hat mich der Blick auf den Mars vor einem Monat auch nur ernüchtert. :D Er ist halt gerade etwas weit weg, wie ich später feststellte. Aber diese Mini-Öffnung, die man sich fast ins Auge rammen muss (ja, ich übertreibe absichtlich) die hat mich jetzt auch nicht vom Hocker gehauen. Und andere Planeten habe ich bisher nicht beobachtet. Ich bin gerade auf der Suche nach Galaxien und Nebeln, die man mit meinem Gerät bei meinem Himmel erkennen kann. Den Ringnebel habe ich schon entdeckt und die Whirlpool Galaxie konnte ich auch schon erahnen.

Wenn das Wetter jetzt wieder aufklart freue ich mich schon darauf das Teleskop mit Stellarium zu koppeln :). Das ist noch mal ein drastischer Komfortgewinn.

Farnsworth
 

klawipo

Mitglied
Hallo Farnsworth,

ja das stimmt natürlich, komfortabel sind die paar Millimeter Abstand nicht. Achte auf die Dunkeladaption, wenn du mit Displays arbeitest. Die macht viel aus. Mal so als Beispiel: Letztens war ich auf einem Beobachtungsplatz, von Norden her Streulicht von Orten und Industriegebiet. Jetzt ist die Sicht dahin zugewachsen, schon strahlen mich die Objekte viel mehr an als vor ein paar Wochen.

VG Klaus
 
Ich habe in meinem Garten eine Ecke, die im Normalfall recht Streulichtarm ist. Aber das ist alles relativ. Wenn die Nachbarn ungünstig Licht anhaben, dann werde ich auch schon mal geblendet. So ist das halt in der Stadt. Ich werde mir noch eine Okularblende drucken, der das Auge zumindest abschirmt. Aber wenn ich mal richtig viel sehen möchte, muss ich mein Teleskop mal ins Auto packen. Kann man jetzt ja endlich wieder.

Jetzt muss ich erstmal meinen Sonnenfilter bis Donnerstag fertig bekommen.

Farnsworth
 

Radfahrer

Mitglied
Beides in 2" Ausführung. Zufrieden? Von der Bildqualität her, ja, sehr. Von der Handhabung her eher mittel. Die Powermate wiegt fast 500g und bringt durch den langen Hebel den Newton aus dem Gleichgewicht so daß ich an der Prismenschiene ein Zusatzgewicht anbringen muß.

Gruß Uwe
 
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