Bei welcher Sehstärke gehts noch ohne Brille?

Estrella

Mitglied
Hallo Leutz,

ich hab mal kürzlich gelesen, dass man als Brillensträger nur bis zu einem bestimmten Dioptrin-Wert noch ohne Brille
beobachten kann. Ich hab ziemlich schlechte Augen und das
Beobachten mit Brille finde ich total unangenehm und ist
einfach unpraktisch (allein wegen dem Streulicht), und deshalb befürchte ich jetzt Probleme, denn: Für Teleskop-
Okulare gilt doch dasselbe, oder?
Ich hoffe, jemand kann mir bald antworten (und mich beruhigen).

cu + frohes neues Estrella
 

Astrojockel

Mitglied
Hallo Estrella,

generell gesagt dürftest du keine Probleme bekommen. Den Sehfehler (Kurz-oder Weitsichtigkeit) kannst du mit der Hauptfokusierung ausgleichen (wieviel kann ich dir leider nicht sagen, aber es müsste eine Menge sein). Und für unterschiedliche Dioptrin-Werte bieten die meisten Ferngläser noch einen Dioptrin-Ausgleich. Der geht meist von +3 bis -3.
Problematisch wird es, wenn du sehr unterschiedliche Dioptrin hast (z.B li -4, re +5; gibts das überhaupt?). Dann ist der Ausgleich nicht mehr ausreichend. In dem Falle würde ich es vor dem Kauf testen.
Am Teleskop solltest du weniger Probleme haben, da du ja wahrscheinlich nur mit einem Auge beobachtest. Da sollte der Fokusierweg auf jeden Fall reichen.
Es gibt allerdings Sehfehler, die sich damit nicht ausgleichen lassen. Nur Kurz- oder Weitsichtigkeit können damit korrigiert werden.
 

Frank_Schäfer

Mitglied
Hallo Estrella,

inwieweit man die Fehlsichtigkeit mit dem Fernglas kompensieren kann, hängt vom Modell ab. Normalerweise sollten die meisten Ferngläser +/- 4 dpt. (am Mitteltrieb) hergeben. Der Dioptrienausgleich an einem der beiden Okulare könnte u.U. niedriger ausfallen. Im Zweifelsfall sollte man beim Hersteller nachfragen. Es gibt Leute, die beobachten auch mit 4 dpt. Fehlsichtigkeit ohne Brille. Mit meinen -2,5 dpt. komme ich ebenfalls ohne Brille klar. Solange ich die Sternbilder noch erkennen kann <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />, ist das alles kein Problem. Das Sehfeld eines guten Weitwinkelglases ist groß genug, um sich orientieren und die gesuchten Objekte auch finden zu können. Ich teile Deine Meinung, das Beobachten mit Brille ist nicht sehr angenehm. Brille ab und wieder auf - auf die Dauer nervt das. Solange ich die Sternbilder noch ohne Brille finde, werde ich meine Beobachtungspraxis auch nicht ändern.

Frank.
 

christian_loeb

Mitglied
Hallo Astrojockel,

ja, das gibt es (leider!).
Ich habe li -1 und re -7. Das kann mein CZJ Dekarem leider nicht ausgleichen.
Dann gibt es nur eine Lösung und die heißt: KONTAKTLINSEN.
Bei einer derartigen Sehschwäche hat man die aber meißt schon, da diese dann auch von der Krankenkasse gezahlt werden. (Ja, auch bei Kassenpatienten!).
Bei jeder normalen Fehlsichtigkeit, sollte der Ausgleich jedoch unproblematisch sein.

Gruss Christian

 

Lots

Mitglied
Hi Estrella,

solange sich deine beide Augen nicht mehr um 3 Dioptrin unterscheiden oder du Astigmatismus hast geht das OK ohne Brille. Den die Schärfe stellst du bei den meisten Ferngläsern mit dem linken Auge zuerst ein und das rechte übernimmt dann praktisch nur die Differenz zum linken Auge. Falls du jedoch Astigmatsimus hast (so wie ich leider), kommst du ohne Brille bei einer Austrittspupille von über 2mm (was auf fast alle Ferngläser zutrifft) nicht aus.

Gruß

Lots
 

Estrella

Mitglied
Hallo Leutz,

danke erstmal für eure Antworten. Ich war jetzt beim Opti-
ker und hab mir meine Augenschwäche nochmal erklären las-
sen (hat mich nämlich früher nie richtig interessiert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/confused.gif" alt="" /> ). Wegen meiner Kurzsichtigkeit
von -1,5 dpt. am rechten Auge und -3,0 am linken Auge dürfte es also keine Probleme geben, das müsste durch die Fokussierung mit dem Fernglas kompensierbar sein, so weit
ich das hier verstanden habe. Nur habe ich blöderweise auch einen Astigmatismus von -2,75 am rechten Auge und
-1,25 am linken Auge (steht so auf dem Schein für meine neue Brille unter Zylinder oder sowas in der Art). Ist dieser Astigamtismus schon zu stark, um ungestört damit
beobachten zu können, oder is er noch erträglich?

Gruß Estrella
 

Ber

Mitglied
bisherige Erfahrung?

Wie waren denn Deine bisherigen Beobachtungen? Hast Du denn wenigstens schon den Feldstecher? Da würde ich mir doch gleich einen mit "langem Augenabstand", also weit entfernter Austrittspupille kaufen, dass man zur Not auch mit Brille dazwischen das volle Sehfeld abkriegt.

Ich selber bin noch am rätseln, ob bei meinem einen FG die nahest mögliche Scharfstellung durch meine Kurzsichtigkeit negativ beeinflusst wird. (Bei einem meiner Gläser kann ich Objekte, die näher als ca. 45-50m entfernt sind, nicht fokussieren.)

Aber das mit dem Astigmatismus würde ich auch gerne mal wissen, wie sich dann das Beobachten *ohne* Brille macht.
 

Burkhard

Mitglied
Re: bisherige Erfahrung?

Hallöchen,
ich habe sehr starken Astigmatismus und kann daher noch nicht mal ein Teleskop ohne Brille nutzen. Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit ist kein Problem, nur bei Astigmatismus, bedingt z. B. durch eine Hornhautkrümmung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> igittegitetgitt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />, muß eine Brille getragen werden.

Deshalb sind nicht alle Ferngläser für Brillenträger nutzbar, soweit Astigmatismus im Spiel ist. Ich habe selbst ein Jenoptem 7x50, nicht gerade für Brillenträger geeignet. Da es aber sehr weitwinklig ist, stellt die Einschränkung auf 80% bis 90% des Sehfeldes noch kein Problem dar. Die Schärfe überzeugt einfach. Doch würde ich beim Neukauf auf den Komfort achten und Ferngläser kaufen, die auch für Brillenträger geeignet sind.

Gruß Burkhard
 

Martin_Limbach

Mitglied
Hallo Fehlsichtige,

Astikmatismus ist zu deutsch "Stabsichtigkeit" - durch die zylindrische Verformung der Augenlinse kann das Auge nur in der eingen oder anderen Ebene scharf stellen und es ergeben sich Brennstriche statt Brennpunkte. Genau so sehen dann auch die Sterne im Okular/Feldstechen aus. Abweichungen in den Ebenen um 0,25 Dioptrien je Augen sollten unmerklich sein. Aber wie so oft: Versuch macht klug - ich habe einen Zylinder >1 und damit geht es nicht - leider.

CS Martin
 
Kurzsichtigkeit ermöglich kürzere Naheinstellung

An alle, die kurzsichtig sind oder Astigmatismusprobleme haben:

1. Wer kurzsichtig ist (negative Dioptrienzahl hat) und ohne Brille durch ein Fernglas oder Teleskop schaut, sieht - genauso wie ohne Fernglas oder Teleskop - auf eine kürzere Entfernung scharf. Das heißt, daß sich die Naheinstellgrenze des Fernglases/Teleskops verkürzt - nicht verlängert. Wenn Du ("Ber") also ohne Brille mit einem bestimmten Fernglas nicht näher als 45 oder 50 m fokussieren kannst, dann dürfte ein Normalsichtiger (oder Kurzsichtiger mit Brille) wahrscheinlich nicht einmal auf unendlich richtig scharf sehen, also an diesem Fernglas etwas defekt sein.

Man kann leider nicht pauschal mit einer einfachen Formel angeben, um wieviel Meter, Prozent oder sonst wie sich die Naheinstellgrenze bei einer bestimmten negativen Dioptrienzahl für ein bestimmtes Fernglas verkürzt. Denn in die (natürlich dennoch mögliche) Berechnung gehen nicht die üblichen Fernglasdaten (z.B. 7x50), sondern die Brennweiten von Objektiv und Okular ein, die dem Fernglasbesitzer in der Regel unbekannt sind.

2. Inwieweit Astigmatismus (Zylinder) die Beobachtung ohne Brille verschlechtert, sollte nicht zu theoretisch diskutiert werden, weil es doch jeder für sich ganz einfach in der Praxis ausprobieren kann. Weil es allerdings auch von der Größe der Fernglas-Austrittspupille und der Augenpupille abhängt (je kleiner sie ist, desto weniger wirkt sich der Astigmatismus aus), muß bei der praktischen Prüfung unter den relevanten Lichtverhältnissen getestet werden; wenn es um Himmelsbeobachtung geht, also bei Nacht mit dunkeladaptiertem Auge.

Man betrachtet einmal mit Brille und einmal ohne Brille ein geeignetes Objekt, z.B. die Plejaden, weil es dort viele Sterne sehr unterschiedlicher Helligkeit gibt. Vorher bitte prüfen, ob Frontlinse und Okular-Hinterlinse perfekt sauber und schlierenfrei sind (keine Fettwischer!), und unbedingt vor dem Vergleich die Brille wirklich sauber und schmiererfrei putzen! Bei der Beobachtung mit Brille ist zwar das Sehfeld eventuell stark eingeschränkt, aber deswegen läßt sich dennoch feststellen, ob man die Sterne noch punktförmig oder selbst bei bester Scharfeinstellung als Strichlein sieht. So kann jeder erkennen, ob der Astigmatismus (Zylinder) bei Betrachtung ohne Brille schon störend auffällt. Je besser das Fernglas, desto eher fällt dieser Fehler auf.

"Stigma" - mit g, nicht k - heißt griechich "Stich", z.B. Nadelstich, also auch Punkt, das vorgesetzte "A" (in manchen Fällen zur leichteren Aussprache auch "An") bedeutet das Fehlen oder die Verneinung der Eigenschaft (vergl. "chromatisch" und "achromatisch" oder "isotrop" und "anisotrop"). Astigmatismus (deshalb auch mit g, lieber Martin) ist der Abbildungsfehler eines optischen Systems, der in deutscher Übersetzung "Punktlosigkeit" genannt werden könnte. Er hat zur Folge, daß radiale Strukturen in einer anderen Bildschale als tangentiale Strukturen (= zur optischen Achse konzentrische Kreise) scharf angebildet werden. Wenn in der ersten Schale scharfgestellt wird, erscheinen die Punkte der zweiten dort als radiale Striche und umgekehrt als tangentiale Striche. Solchen "reinen" Astigmatismus hat jedes Auge außerhalb der optischen Achse in geringem Maße.

Aber der hier gemeinte, besser als "Zylinder" bezeichnete Augenfehler hat eine andere Ursache mit ähnlicher Auswirkung (deshalb auch dafür die Bezeichnung "Astigmatismus"). Es geht um eine Abweichung von der Rotationssymmetrie: Man kann sich vorstellen, daß die vordere und hintere Oberfläche der Augenlinse in verschiedenen Schnittebenen durch die optischen Achse unterschiedliche Krümmung aufweisen. In einer Schnittebene ist die Brechkraft (Dioptrienzahl) maximal und in der anderen minimal. Das muß nicht vertikal und horizontal sein, auch Schräglage ist möglich und sogar die Regel (der Neigungswinkel ist auf dem Rezept des Augenarztes angegeben und muß beim Einpassen des ursprünglich runden Brillenglases in die Brillenfassung beachtet werden). Die Differenz zwischen beiden Brechzahlen ist die als Astigmatismus- oder Zylinderwert angegebene Dioptrienzahl. Beim Zylinderfehler des Auges erscheinen Punkte je nach Akkomodation des Auges bzw. Fokussierung des Fernglases/Teleskops als Strichlein nicht von radialer bzw. tangentialer Richtung, sondern parallel zu der einen oder anderen (schrägen) Schnittebene. War bißchen kompliziert, aber vielleicht doch interessant?

Durch Abblenden vermindert sich die Strichlänge, bei starker Abblendung merkt man nichts mehr von den Strichen. Die Austrittspupille des Fernglases und die Eintrittspupille des Auges sind eine derart wirksame Blende - wie die Blende eines Fotoobjektivs -, genauer gesagt, die kleinere von beiden.

Bei Tagesbeobachtung ist die Augenpupille in der Regel sehr viel kleiner als die Austrittspupille des Fernglases, so daß auch ein Auge mit starkem Astigmatismus ohne Brille eventuell noch ein recht scharfes Bild im Fernglas sehen kann. Bei Nacht und ausreichender Dunkeladaption weitet sich die Pupille eventuell zu größerem Durchmesser als dem Durchmesser der Fernglas-Austrittspupille. Dann wird diese relevant. Beim Fernglas 8x30 etwa ist die Austrittspupille nur 2,5 mm groß, was für Tagesbeobachtung keine Einschränkung bedeutet; die Augenpupille ist dann fast immer kleiner als 2,5 mm. Aber bei Nacht ist das die wirksame Blende, die bei mäßigem Astigmatismus noch ein relativ scharfes Bild ermöglicht. Ein lichtstarkes 7x50-Fernglas aber hat eine Austrittspupille von mehr als 7 mm, und da die Pupille des Betrachterauges diese Größe meistens noch erreicht oder übertrifft, heißt das, daß sich selbst ein geringerer Astigmatismus schon sichtbar bildverschlechternd auswirken kann. Aber, wie oben gesagt, alles das kann man leicht am eigenen Fernglas selbst ohne und mit Brille vergleichen und beurteilen.

MfG Walter E. Schön
 

Estrella

Mitglied
Re: Kurzsichtigkeit ermöglich kürzere Naheinstellung

puh, das war echt kompliziert...

ich danke euch, und vor allem dir Walter (ausch für deine Antwort im 8x30 geeignet Thread), für eure Antworten. Ich
werde den Tipp befolgen, das 8x30 mal auszuprobieren (wenn
das Wetter mal mitspielt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smirk.gif" alt="" /> ). Meine bisheherigen Er-
fahrungen mit dem 8x30 waren, dass ich die Sterne als Punkte gesehen habe ( meine Astigamtismuswerte sind rechts -2,75 und links -1,25 ), aber das war auch nur auf dem Balkon mit nichtdunkeladaptierten Augen.
Noch ne Frage: Wie beobachtete man eigentlich mit der Bri-
le? Ich lese immer was von umstülpbaren Gummimuscheln. Stülpt man die über die Brille, oder wie geht das? Bis jetzt dachte ich nämlich, man hält die Okulare an die Glä-
ser, was mir aber total unbequem und unpraktisch ist (Stre-
ulicht).

mfg Estrella
 

Ber

Mitglied
Re: Kurzsichtigkeit ermöglich kürzere Naheinstellung

>...umstülpbaren Gummimuscheln. Stülpt man die über die Brille, oder wie?

Es gibt FG's mit weit vorstehenden "Gummi-Tüllen". Diese halten den Beobachter quasi auf dem richtigen Abstand zur Austrittslinse vom Okular und dichten die Augen gleichzeitig gegen Seitenlicht ab.
Mit Brille stimmt dann bei solchen FG's der Abstand natürlich nicht mehr (Sehfeld wird ganz klein), so dass man diese Augenmuscheln zum Okular hin umklappen kann. Danach kommt man mit der Brille fast bis direkt an die Austrittslinse vom Okular heran. Der Abstand ist wieder geringer und wenn es ein gutes Glas ist hat man trotz Brille das volle Sehfeld.

Du hast wohl kein Glas mit diesem langen Gummi-Überständen an den Okularen? Dann kann man da natürlich nichts umklappen, das ist klar.
 

Martin_Raabe

Mitglied
Test bei Pentax und Leica

Hallo Estrella,

das Experiment ergibt in meinem Fall (-3,5/-4dpt):

- Pentax PCF3 10*50: unendlich gerade noch fokussierbar, aber wirklich am Anschlag

- Leica 10*50: unendlich gerade nicht mehr fokussierbar, so ca. 200m gehen noch :-((

Die Nutzbarbeit mit Brille war für mich der wesentliche Grund, eine Menge Geld für ein Leica hinzulegen (neben der opt. und mech. Qualität natürlich). Kein anderes 10*50 Weitwinkel-Glas hat mit Brille so gut funktioniert wie das Leica.

Streulicht schräg von hinten ist natürlich mit Brille ein Problem, aber auch ohne Fernglas *g*.

Viele Grüsse
Martin
 

Estrella

Mitglied
Re: Test bei Pentax und Leica

hi Martin,

kannst du mir das genaue Modell von dem Leica Weitwinkel-
glas nennen, das so gut geeignet sein soll für uns arme
Schweine <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Brillenträger?
 

HeikoW

Mitglied
Hallo,

vielleicht noch eine kurze Anmerkung noch für Kurzsichtige:
Wenn bei starker Kurzsichtigkeit noch ohne Brille beobachtet werden
soll ist die Fokussierbarkeit des FG zu prüfen. Bei Kurzsichtigen liegt
der Fokus etwas näher am Objektiv. Einige Gläser haben einen zu kurzen
Fokussierweg und es kann nicht mehr scharfgestellt werden. Bei meinem
Glas (Minolta 10x50) ist bei etwa -3,5 .. -4 Dioptrien Ende, d.h. mit
meinen > -4 Dioptrien kann ich ohne Brille/Kontaktlinsen nicht mehr
fokussieren.
Für Weitsichtige ergeben sich (in anderer Richtung) grundsätzlich die
gleichen Probleme. Also idealerweise im Laden vor Kauf testen.

Gruß

Heiko
 

Martin_Raabe

Mitglied
Re: Test bei Pentax und Leica

Hallo Estrella,

von Leica gibt es nur ein 10x50-Modell: Trinovid 10x50BN ist die aktuelle Bezeichnung. Ich habe das ältere 10x50 BA, kann man nicht ganz so nah fokussieren und soll eine etwas andere Vergütung haben. Ups, vielleicht hat sich auch auf der anderen Fokussierung-Seite was geändert, also lieber selbst nochmal testen falls es darauf ankommt!

Damals hatte ich zunächst noch ein anderes Glas in der engeren Auswahl, das DOCTER 10x50. Der erste Praxistest hat mich aber davon abgebracht. Die Handhabung und mechan. Verarbeitung waren für mich enttäuschend. Das Glas bietet mit Brille ca. 90% des 67-Grad-Feldes, also etwas weniger als das Leica mit 100% von 66 Grad. Die Bildqualität des Docter war aber wirklich sehr schön (nur tagsüber getestet). Kostet wohl so um die 550 EUR.

Viele Grüsse
Martin
 

Estrella

Mitglied
Re: Test bei Pentax und Leica

Hallo Martin,

danke für die info, aber das Leica dürfte wohl zu teuer sein. Ich hätt da noch eine Frage zum Pentax PCF 3 10x50:
Sind die 87m auf 1000m nicht nbisschen zu wenig, also ist
das nicht noch ein Tunnelblick? Ich frage, weil das PCF 5 mich sehr interessiert,
mir das Sehfeld (sind auch 87m)aber sehr klein vorkommt. Und wenn ich schon dabei bin: Reichen 11,8 mm Augenabstand aus, um mit
Brille beobachten zu können (hat nämlich das Nikon 10x50 CF Action VI , ein anderer Favorit von mir).

Gruß Estrella
 

StKorth_privat

Mitglied
Mit meinen -4,5 Dioptrien (Kurzsichtigkeit) kann ich fast alle Vixen Ultima-Ferngläser so gerade eben auf Unendlich benutzen. Ausnahme: Mein geliebtes 9x63, bei dem das Objektiv minimal versetzt worden ist...
Keine Probleme (auch bei fortschreitender Kurzsichtigkeit...) habe ich bei den Vixen Apex- und Apex Pro-Gläsern, da bleibt die Brille auch ab.

 

Martin_Raabe

Mitglied
Re: Test bei Pentax und Leica

Hallo Estrella,

bin mal wieder etwas spät mit meiner Antwort... :))

- Sehfeld vom PCF3 10*50 (87m/1000m, also 50 Grad):
Ja, das ist zu wenig. Für ein Okular am Teleskop ok, aber für ein FG wirklich nicht viel. Wenn man nichts anderes gewöhnt ist aber vielleicht akzeptabel. Ich würde mir heute kein Glas mit weniger als 60 Grad mehr kaufen.

- Augenabstand: 11,8mm sind mit Brille eindeutig zu wenig! Für 65 Grad braucht man auf jeden Fall >15mm, eher Richtung 20. Das oben angesprochene Docter Nobilem hat 14,5mm bei 65 Grad, der Rand war nicht zu sehen.

- allgemein: Damals habe ich mir das PCF3 für 359 DM gekauft, das Geld war eine Fehlinvestition. Seit einigen Jahren verstaubt das Glas im Regal. Nach anfänglicher Zufriedenheit hatte ich mich immer mehr über das Glas geärgert, und stets an der Leistungsfähigkeit und Justierung gezweifelt.

Ausserdem verschieben sich die Okulare viel zu leicht beim Beobachten (das Plastik oder das zähe Fett geben nach), immer muss man an der Schärfe kurbeln.

Wenn sich das PCF 5 nicht deutlich verbessert hat würde ich mir den Kauf genau überlegen. Allerdings weiss ich dass es kaum möglich ist für wenig Geld ein gutes Glas zu bekommen. Unter ca. 400 EUR haben wir es einfach mit der Billigklasse zu tun, und das merkt man auch früher oder später.

Oft wird empfohlen sich nach einem gebrauchten Qualitätsglas umzuschauen. Ist vielleicht der bessere Weg. Der Blick durch ein altes kleineres(!) Zeiss war so überzeugend, dass ich mich sofort für den Kauf eines Qualitätsglases entschied.

Ein direkter Vergleich des PCF mit dem Leica ist übrigens geradezu lächerlich eindeutig....

Klappere doch vielleicht erst mal die Gebrauchtmärkte ab...

Viele Grüsse
Martin
 

moche

Mitglied
Hallo,

ich hab die Antworten zwar nur rasch überflogen, aber ich kann dir folgendes sagen:

Ich hatte auch das Problem mit ohne Brille, da ich fast -12 dpt. habe.
Ich kann mich an vier meiner Ferngläser erinnern:
Das erste war ein Rallye 7x50B von Steiner (etwa 500 Mark). Mit dem konnte ich nicht scharfstellen, aber auch mit meiner dicken Brille konnte ich einigermaßen schön durchsehen.

Das zweite war ein Zeiss Design Selection 10x56 (ca. 2000 Mark), das ich zwar ohne Brille benutzen konnte, aber am Rand ließ die Schärfe erheblich nach, und außerdem ist dieses Glas mit seinen 1,5kg wohl nur was für Leute, die vor Kraft nicht mehr gehen können ;-))

Das dritte Glas war der Nachfolger Zeiss Victory 8x40 (superleichte 710g für etwa 1000 Euro). Das war prima, ich konnte wunderbar ohne Brille schauen, es war scharf und hell.

Mein jetziges Fernglas ist aber das beste (und teuerste: ca. 1400 Euro): ein Swarovski EL 8,5x42.
Es ist mit ca. 800g sehr leicht, hat bei meinem direkten Vergleich mit dem Victory schon doch besser abgeschitten in Sachen Kontrast und Helligkeit (obwohl das Victory wirklich spitze ist, und fast ein Schäppchen ;-))

Und: Auch mit dem Swarovski EL kann ich wunderbar ohne Brille alles scharf bekommen. Als Brillentier ein wirklich feines Gefühl...

Ach ja, ich hab auch mal ein Tento 10x50, ein Swarovski Habicht 8x56 und 7x42 und ein Swarovski SLC 7x50 getestet, aber da hab ich überall die Brille gebraucht, weshalb mehr als die Hälfte vom Gesichtsfeld weg war.

Wie gesagt: Das EL ist m.E. das beste Glas, aber [zensiert] teuer.

Vielleicht hat's geholfen...

Christian
 

Kohlrausch

Mitglied
Hi, zu den Sehstärken kann ich als Nichtbrillentier nicht viel sagen, aber Sehfeld und Brille teste ich bei Ferngläsern auch, mit meiner Sonnenbrille. Beim billigen Hama Waterproof III 7*50 kann ich mit meiner Pilotensonnenbrille (große tropfenförmige Gläser) das ganze Gesichtsfeld überblicken. Bei meinem Docter 8*22 kann ich mit Brille nur einen kleinen Teil des Gesichtsfeldes überblicken. Beide Gläser haben umklappbare Gummiaugenmuscheln, beim Docter ist der Einblick jedoch viel näher an den Okularlinsen als beim Hama. Beim alten Subal 7*50 kann ich mit Brille fast das ganze Sehfeld überblicken, wenn ich die Metallaugenmuscheln abschraube.

So ein Hama ist immerhin etwas günstiger in der Anschaffung als ein Svarowski <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Gruß
Ralf C.
 

wasguggsuda

Mitglied
Re: Test bei Pentax und Leica

Hallo Martin, hallo Estrella,

bin selbst auch leidender Brillenträger: Auf jeden Fall sollte auch am Nachthimmel überprüft werden, ob nicht plötzlich doch das volle Gesichtsfeld nutzbar ist, wenn das Glas gefällt - die größer werdende Pupillenöffnung des Auges hilft mit ... aber natürlich klappt es bei Nacht allemal, wenn bei Tageslicht das volle Gesichtsfeld trotz Brille da ist.

Neben dem Umklappen der Okularmuscheln können die natürlich meistens auch gleich abgenommen werden, die Fassungs-/Halterungsringe darunter sind meistens nicht glasverkratzend (!).

Aber meistens können diese Fassungen/Abstandsringe auch noch abgeschraubt werden. Damit werden zwar viele Ferngläser zumindest nachts voll brillentauglich, aber dann steigt das Risiko glasschürfender rauher Metallteile an der Brillenkontaktfläche erheblich.

Dafür können wir Brillenträger schön bequem das Fernglas an der Brille abstützen. :)

Gruß+cs,
Dietmar
 

Kohlrausch

Mitglied
Re: Test bei Pentax und Leica

Dafür können wir Brillenträger schön bequem das Fernglas an der Brille abstützen. :)
Dafür kann ich mein Tento 20*60 auf der Nase balancieren. Bißchen scharfkantig, die Okularbrücke, aber mit 'ner Teppichstange als Widerlager an der Objektiven ein interessanter Stativersatz. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Gruß
Ralf C.
 

StKorth_privat

Mitglied
Mein Augenarzt hat gerade ganz frisch -4 bzw. -4.5 bei mir gemessen. Damit kann ich bei fast allen Vixen-Ferngläsern so gerade eben auf die Brille verzichten, wenn ich im Unendlichen beobachten will. Ausnahme: Die Ultima 8x56 bzw. 9x63-Gläser.

 
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