bemannt vs. bemannschaftet

ThN

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Moin!

Gerade wurden die neuen NASA-Astronauten vorgestellt, die schon ab nächstem Jahr mit den neuen kommerziellen Raumkapseln Starliner (Boeing) und Crew Dragon (SpaceX) in den Weltraum starten sollen. Heiß diskutiert werden jetzt die Begriffe manned (traditionell) und crewed (modern, offiziell). Der Begriff crewed ist bei einigen sicherlich auch nicht gern gesehen, weil er lautgleich zu crude = grob, roh ist.

Eine solche Diskussion steht uns vllt. auch bevor. Soll es also weiterhin bemannt heißen oder lieber in Anlehnung an die NASA bemannschaftet (crewed kommt von crew = Mannschaft, Besatzung).

Oder hättet ihr noch andere Vorschläge? :gutefrage: Ich hab schon ausprobiert: personalisiert, menschlich, bemenscht, besatzt, BeMannFraut... Aber es passt alles nicht so recht bzw. hört sich lächerlich an.

Thomas

P.S. Bemannschaftet ist vllt. auch keine so gute Idee. Hilfe! :mauer:
 

maximilian

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Hallo!

Im Englischen Srachraum kann ich diese Diskussion gar nicht verstehen, den „man” heißt ja auch „Mensch”. „manned” also geschlechtsneutral: „bemenscht” und damit politisch vollkommen korrekt.

Und nein, ich habe keine weiteren Vorschläge zum Thema. Political correctness ist die größte organisierte Lüge, die während meiner Lebensspanne erfundenen wurde, denn sie benennt Dinge nur um anstatt die zugrundeliegenden Mißstände abzuschaffen.

Grüße
Maximilian
 

ThN

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Ähem Maximilian, du hast die Diskussion gerade mit einem politischen Kampfbegriff vernichtet - ich klink mich aus!

Thomas
 

maximilian

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Zitat von ThN:
Ähem Maximilian, du hast die Diskussion gerade mit einem politischen Kampfbegriff vernichtet - ich klink mich aus!

Thomas
Ich habe nichts vernichtet, sondern meine Meinung gesagt. Das ist die Grundlage einer jeder Diskussion.

Und ich bleibe dabei, dass sich durch die angeordnete Umbenennung von Begriffen nichts ändert. 99% der Menschen sehen beim Anblick einer Person im Raumanzug einen Mann vor sich. 30 Jahre hat es schliesslich auch gedauert, bis sich die USA dazu entschliessen konnten, es auch mal mit einer Frau im All zu versuchen.
Wenn ich also jetzt den Astronauten Astroperson nenne wird sich daran nichts ändern. Es müssen 50% Frauen für dieses Job ausgewählt werden. Das passiert aber nicht. Also ist alles nur eine große Lüge. „Newspeak“ hat es George Orwell genannt.

Viele Grüße
Maximilian
 

P_E_T_E_R

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Zitat von winnie:
> Laut Duden immer noch männlich

Nö.

https://www.duden.de/rechtschreibung/Teil
Es geht hier aber nicht um den oder das Teil, welches schon immer, je nach Bedeutung entweder männlich oder sächlich oder beides war, sondern um den Körperteil, welcher laut Duden immer noch ausschließlich männlich ist.

Man sagt formal korrekt

> ein großer Teil des Tages

> jedes Teil (Stück) prüfen

> sein[en] Teil dazu beitragen

> der obere Körperteil

Umgangssprachlich ist natürlich alles möglich ...






 

Anhänge

maximilian

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Ui ... und ich habe mein ganzes Leben lang gedacht, dass es „das Körperteil“ heisst. Ein kleiner Teil ist ein Teilchen, das ist dann wieder ein Neutrum. Zum Glück kann ich mich drauf rausreden, dass ich nicht in Deutschland zur Schule gegenagen bin :/

Und zum eigentlichen Thema: Ich hab mir das jetzt näher aneschaut. Das sind überhaupt keine neuen Astronauten, sondern nur die Todeskandidaten, die für die Tests mit den neuen Raumkapseln ausgewählt wurden. Manche von denen haben schon 300 Tage und mehr im All hinter sich. 7 Männer und 2 Frauen. Solange sie mit solchen Quoten auswählen ist das Geschlecht der Berufsbezeichnung das kleinste Problem.
 

maximilian

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Zitat von Martin_D1:
Was bitte soll „Sommerloch“ für eine geschlechtsunspezifische Bezeichung für eine Raumfahrtmission sein? Vielleicht so wie in: „Die ISS ist seit dem Jahr 2000 permanent Sommeloch“? :cool:

Die einfachste und beste Lösung wäre sowieso, den Weltraum bis auf weiteres menschenlos zu erforschen. Dabei käme für viel weniger Geld viel mehr Wissenschaft heraus und keiner müsste sich über solchen Mist wie hier Gedanken machen. Wenn wir dann den Warpantrieb haben und echte Raumfahrt betreiben können reicht es immer noch, die Wörterbücher neu zu schreiben.
 

klawipo

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Es gibt auch eine andere Sichtweise dazu: als Mann bist du immer nur Teil einer grauen Masse, als Frau etwas besonderes. Geadelt durch ein extra angefügtes -innen. Wie unfair den Herren gegenüber!

Das ist auch eine mögliche Betrachtungsweise, wenn sich mal wieder über Gender Star und Co. gestritten wird.

VG Klaus
 

Optikus

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Moin,

die Debatte ist so überflüssig wie ein Kropf - es sei denn man schläft mit "Emma" unter dem Kopfkissen, da im Englischen "man" für Mensch und Mann steht, also eine Doppelbedeutung hat. "Manned" bedeutet insofern genau so "bemenscht" wie "bemannt". Eine geschlechterunspezifische Bezeichnung für "Mensch" gibt es außerhalb zoologischer Fachbegriffe in dieser Sprache eben nicht. Das sieht z.B. im romanischen Sprachstamm dem z.B. das Französische angehört, leider genau so aus.

Damit muss man auch in der heutigen bedeutungsüberladenen Debatte über "genderneutrale" Bezeichnungen leben. Es sei denn man will Menschen zukünftig mit "die Diversen" bezeichnen.

Dass Frauen unter den Raumfahrern eher unterrepräsentiert sind dürfte im Übrigen weniger daran liegen dass diese einen Mangel an Förderung erfahren sondern daran, dass ihnen der Hang zur machohaften Selbstpräsentation fehlt und sie daher das individuelle Risiko besser und realistischer einschätzen und daher die Finger davon lassen.

CS
Jörg
 

Auriga_HH

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Ist diese überflüssige Debatte jetzt auch hier angekommen?

Ich, als männlicher Mensch, fühle mich schon mein ganzes Leben diskriminiert. :devilish:Schon in meiner Lehrzeit wurde das Lehrmädchen gegenüber allen anderen Lehrlingen in meiner Firma bevorzugt. Und bis heute hält diese Diskriminierung an. Bei allen Ausweisen und sogar auf den ABO-Fahrkarten bekommen die Frauen immer die Ausweise mit den schöneren Fotos.:ROFLMAO:

Helmut
 

silver

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@maximilian "denn sie [die political correctness] benennt Dinge nur um anstatt die zugrundeliegenden Mißstände abzuschaffen."

Als Maßnahme, das Ungleichgewicht umzukehren, bis es Gleichgewicht geworden sein wird, ist das gar nicht so verkehrt.
Wo wir jetzt bezüglich Geschlechterungleichberechtigung sind, sind wir wie hingekommen?
Zu allererst war da die unsprachliche, also die physische Dominanz der Männer. Frauen wurden einfach besessen, verkauft, geklaut usw. Hatten keine Rechte, sondern Mann besaß das Recht an Frau.
Dann erst entwickelte sich die Sprache. Die entwickelte sich in der gelebten Philosophie, dass die Männer sich die Welt untertan machen, inkl. der Frauen. So kam's dann auch zu der Fehlbezeichnung im Englischen "man = Mensch/Menschheit". Einfach eine Widerspiegelung der physischen Dominanz.

Wenn man diese wirkenden Kräfte nun umleiten will in, der heutigen Philosophie gemäße Pfade, ist die Sprache als Mittel zum Zweck logischerweise ein guter Hebel. Denn Sprache schafft Bewusstsein. Sprache schafft Philosophie.
Diejenigen, die noch mit der alten, Mannes-Dominanz-geprägten Philosophie-Sprache aufgewachsen sind, sträuben sich heute oft dagegen. Weil es in ihrem Kopf ne Reibung wegen des Umkehr-Zwangs verursacht.
Verständlich.
Aber das kann die Frauheit geflissentlich ignorieren. Zum Wohle der nächsten Generation! Wo die Philosophie dann selbstverständlich mit den ersten sprachlichen Gehversuchen bereits erfahrbar wird. Yay. Nix pinke Socken und Zahnbürsten mehr für girlies! Yayay!

Im Englischen kann man das e in crew-E-d auch mit aussprechen. Crew ed. So redete Shakespeare :love:. Und bei anderen Worten gibt's das stimmhafte E auch heute noch.

Fürs Deutsche "Die Besatzung". Und auch "bemenscht". Wüsste nicht, warum das ein Problem bleiben muss (bei der nä Generation). Ist jedenfalls präziser als die männliche Dominanz, die der Wirklichkeit eben nicht mehr entspricht. Der Göttin sei Dank.
 

Rainmaker

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Argh, auf der Welt gibt es massenhaft gravierende und bisher nicht mal ansatzweise gelöste Probleme und in der ersten Welt beschäftigt man sich ernsthaft mit Wortklaubereien und glaubt damit Probleme lösen zu können. Ach egal, macht ruhig weiter. Bei der derzeitigen Geschwindigkeit des Artensterbens führt die Beschäftigung mit ziemlich unbedeutenden Problemen nur zu einer Verkürzung der Zeit, bis jegliche menschliche Überlegung komplett belanglos wird.
 

silver

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Da hat wohl jemand noch nie was von Multitasking gehört.
Fühlst Du dich bereits derartig überfordert, dass Dir das bisschen Umdenken schon zu schwer wird und Du dagegen an argumentieren musst? Och Mönsch. Na macht nix. Wir schubsen Dich und die Kugel an Deinem mentalen Bein einfach mit into century of the fruit bat :D .
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo,

@ silver,

wo war noch gleich dein Argument? Genau, Du hast keines genannt, sondern es einfach mal mit etwas ad hominem für Anfänger versucht. Das sagt dann doch sehr viel mehr über dich aus als über mich.
Gib ruhig weiter den Sprachpolizisten und glaube immer fest daran, dass die Einführung von Neusprech die Probleme löst ...

@ Dysnomina,

klingt wirklich etwas eigenartig. Wie wäre es mit Oberleutnantesse. ;) duck und weg.


MfG

Rainmaker
 
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