Brauche Rat bei Binoproblem | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Brauche Rat bei Binoproblem

Hogel

Mitglied
Hallo liebe Binoviewer,
da ich in Sachen Refraktor und Bino nicht richtig weiter weiß, frage ich mal die Gemeinde: An meinem 102/714ED benutze ich
ein Baader 60° Bino. Man braucht keinen Korrektor, um in den Fokus zu kommen, da ein Zenitspiegel ja entfällt. Mit meinen
Okularpaaren 15/12/10mm lässt sich der Mond schön beobachten. Nun möchte ich für die Planetenbeobachtung die gleichen
Okularpaare verwenden und habe mir einen Baader 2,6x Korrektor sowie eine Verlängerungshülse gekauft, um in den Fokus zu
kommen. Gestern habe ich mit diesem Bino zum ersten Mal den Mond betrachtet - alles zu meiner Zufriedenheit. Dann aber habe
ich mal den Korrektor nebst Hülse eingeschraubt, die 15er Goldkante eingelegt und - ich hatte zu einer Überraschung neben dem
Mond ein ebenso großes Schattenbild. Groß, rund, schwach hell und absolut störend.
Jetzt meine Fragen:
1. Der Korrektor und das Bino passen nicht zueinander. Aber ohne Korrektor brauch ich andere Okulare im Bereich 3-5mm und das
heißt, entweder gutes Bild am Planeten und bescheidener Einblick (Ortho etc.) oder bequemer Einblick und viele Linsen. Oder?
2. Ich muss das Baader 60° Bino wieder verkaufen, benutze wieder ein anderes Bino mit Zenitspiegel und Korrektor, kann sehr schön
Planeten beobachten. Aber am Mond habe ich dann immer viel Vergrößerung selbst mit 24er Panoptics. Oder?
3. Vielleicht funzt ein anderer Korrektor am Baader 60° Bino? Wer hat Ahnung?
Wozu würdet ihr mir raten?
Danke Rolf
 

Aiolos

Mitglied
Hallo Rolf,

aus der Hüfte heraus: Es könnte sich um eine Verkippung durch den Korrektor oder die Verlängerungshülse handeln. Markiere die Teile mal dezent und montiere sie bei der Beobachtung verdreht in verschiedenen Winkeln. Wenn sich der Schattenmond bewegt, trifft die Vermutung zu.

CS Otto
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Dann aber habe ich mal den Korrektor nebst Hülse eingeschraubt ...
Hallo Rolf, mir ist nicht ganz klar, was du da gemacht hast und insbesondere, was die Hülse bewirken soll.
Hier nochmal die kanonische Prozedur:
  • Die 2,6x GWK/Barlow-Linse sollte direkt ohne weitere Verlängerungshülse am Eingang vom Binokularansatz montiert werden.
  • Mit den Okularen im Bino den OAZ dann so weit einfahren, bis ein scharfer Fokus erreicht wird.
ich hatte zu einer Überraschung neben dem Mond ein ebenso großes Schattenbild. Groß, rund, schwach hell und absolut störend
Meinst du mit Schattenbild eine Reflexion? Das würde auf schlecht vergütete Prismen im Binokular hindeuten.

Peter
 
Zuletzt bearbeitet:

Hogel

Mitglied
Hallo Peter,
Ja, es war wie eine Reflexion oder ein ganz schwaches zweites Bild vom Mond.
Beim Baader 60° Bino, das ja keinen Zenitspiegel braucht, ist der Lichtweg mit 2,6x Korrektor viel zu lang.
Ich komme also selbst bei voll ausgefahrenem OAZ nicht in den Fokus. Errechnet hatte ich eine Verlängerung
von etwa 35mm und mit der 40mm Hülse klappt's. Dabei sitzt der Korektor direkt vor dem Bino. Damit er an
seiner Position bleibt, wird die Verlängerungshülse mit ihrem T2 Außengewinde davor geschraubt. Habe mal
beides fotografiert.
Grüße Rolf
 

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P_E_T_E_R

Mitglied
Ich komme also selbst bei voll ausgefahrenem OAZ nicht in den Fokus.
Aha, dann hat dein Scope anscheinend einen großen Backfokus, den du mit der Verlängerungshülse überbrückst. Häufig ist es ja eher umgekehrt. Was mich dann allerdings wundert, wie du ohne Bino in den Fokus kommst.
Ja, es war wie eine Reflexion oder ein ganz schwaches zweites Bild vom Mond.
Wie beim Anblick des Mondes durch ein Fensterglas? Anscheinend kommt das von den Prismen im Bino. Da kann man wohl nichts machen. Selbst mit sehr guten Mehrschichtvergütungen bleibt eine gewisse Reflexion.
 

Schmitti

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Hallo Rolf,

im Gegensatz zu Peter verstehe ich schon, was du gemacht hast. Da das 60° Bino praktisch ähnlich viel Glasweg einbringt wie ein Zenitprisma, braucht man eigentlich keinen Glasweg Korrektor. Bringt man jetzt den Korrektor vor dem Bino an, muss das ganze natürlich weiter nach hinten, deshalb die von dir verwendete Verlängerung. Das hast du alles richtig gemacht. Das mit den Reflexen kann daher kommen, dass bestimmte Linsen- und Prismenflächen irgendwie verhängnisvoll zusammenspielen. So was gibt es auch manchmal beim Zusammenspiel von Barlowlinsen und Okularen an bestimmten Fernrohren. Mit anderen Okularen oder manchmal einem anderen Zenitprisma geht es es komischerweise. Nicht alles passt mit allem zusammen auch nicht bei guten Einzelteilen!

Probiere es doch mal mit einer "normalen" Barlow oder einem anderen Korrektor im Strahlengang. Sicher kannst du dir bei Kollegen auch mal was zum probieren ausleihen.

CS Gerhard (Der sich übrigens immer noch über das Okularpäärchen freut, das er mal von dir gekauft hat).
 

Ralf

Mitglied
Servus Rolf,
wenn du ganz genau hinschaust hast du diese Reflexion auch ohne den Korrektor, nur deutlich schwächer. Das ist ein generelles Problem der 60 Grad Binos. Ich hatte schon 4 Stück Celestron, Baader, No Name und bei allen gab es diese „Geisterbilder“. Beim einen mehr, beim anderen weniger. Das No Name schnitt am besten ab. Das liegt einfach an der Dachkantenprismen, welche extrem genau geschliffen werden müssen.
Ups, Peter hat es auch schon geschrieben....

Gruß
Ralf
 

Hogel

Mitglied
Hallo zusammen
und vielen Dank für die plausible Lösung dieses rätselhaften Problems.
Grüße Rolf
 
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