Carbon Footprint of Astronomers | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Carbon Footprint of Astronomers

P_E_T_E_R

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Wenn dieser Tage vom Carbon Footprint die Rede ist, dann ist damit die direkte, aber auch indirekte Wirkung gemeint, welche der Mensch auf die CO2-Bilanz unseres Planeten ausübt. Seit eine junge Schwedin mit dem mittlerweile wohlbekannten Namen Greta Thunberg eine weltweite Prostestbewegung zur Eindämmung von CO2-Emissionen in Gang gesetzt hat, ist das Thema ja allgegenwärtig. Gewöhnlich denkt man dabei an Kohlekraftwerke und Autoabgase und ähnliches. Dass Astronomen überhaupt einen signifikanten Beitrag zur CO2-Bilanz leisten, überrascht jetzt doch etwas. Anscheinend hat die Bewegung von Greta sogar die doch eher harmlosen Astronomen aufgerüttelt. Wie soll man sich sonst solche Untersuchungen erklären:

The Carbon Footprint of Large Astronomy Meetings

The annual meeting of the European Astronomical Society took place in Lyon, France, in 2019, but in 2020 it was held online only due the COVID-19 pandemic. The carbon footprint of the virtual meeting was roughly 3,000 times smaller than the face-to-face one, providing encouragement for more ecologically minded conferencing.

Carbon Footprint Study for the GRAND Project

We present a pioneering estimate of the global yearly greenhouse gas emissions of a large-scale Astrophysics experiment over several decades: the Giant Array for Neutrino Detection (GRAND). The project aims at detecting ultra-high energy neutrinos with a 200,000 radio antenna array over 200,000 km² as of the 2030s. With a fully transparent methodology based on open source data, we calculate the emissions related to three unavoidable sources: travel, digital technologies and hardware equipment ... This study highlights the considerable carbon footprint of a large-scale astrophysics experiment, but also shows that there is room for improvement. We discuss various lines of actions that could be implemented. The GRAND project being still in its prototyping stage, our results provide guidance to the future collaborative practices and instrumental design in order to reduce its carbon footprint.

Während es bei Konferenzen in erster Linie um die klimaschädlichen Auswirkungen von Luftreisen von tausenden Konferenzteilnehmern handelt, geht es bei Großforschungsprojekten insbesondere auch um den Energieaufwand bei der industriellen Herstellung, welcher je nach der verwendeten Technologie mit unterschiedlich starken Belastungen für die CO2-Bilanz einhergeht.

Die Quintessenz ist, das nichts umsonst zu haben ist. Nicht einmal die scheinbar harmlose Astronomie ...

 

maximilian

Mitglied
Hallo!
Die Quintessenz ist, das nichts umsonst zu haben ist. Nicht einmal die scheinbar harmlose Astronomie ...
Nein. Wobei mir schon in meiner wissenschaftlichen Vergangenheit sauer aufgestossen ist, dass Konferenzen (unser Forschungsgebiet war die Erkundung der Erde aus dem Weltall mit Hinblick auf Dinge wie die Abholzung der Urwälder (das war schon vor 25 Jahren ein Thema, das niemanden wirklich interessiert hat), die Verschmutzung der Meere, die Änderung der weltweiten Windströmungen, usw.) meistens an „schönen“ und weit entfernten Orten stattfanden, an denen man sich einen Urlaub privat nicht hätte leisten können. Aber wenn das Institut die Rechnung bezahlt (meine Schätzung ist, dass bis zu 30% der Forschungsbudgets für Konferenzbesuche verplempert wird) und man ja „für eine gute Sache“ arbeitet, dann ist es schon OK.

In der Amateurastronomie ist es nicht ganz so schlimm. Das Zeuch ist teuer genug um es nicht zu kaufen und gleich wieder wegzuschmeissen und die Nächte draussen am Teleskop brauchen wenig Energie. Abgesehen von Sünden wie Teleskopteilen, die sinnloserweise aus kohlefaserverstärktem Kunststoff („carbon“, um beim Thema zu bleiben) gemacht sind und astronomisch motivierten Reisen in entfernte Regionen wie Namibia oder die Kanarischen Inseln. Wobei ich da nicht gsnz unschuldig bin, habe ich doch selbst eine Reise in die USA unternommen um eine Sonnenfinsternis (und die Golden-Gate-Brücke) zu sehen...

Grüße
Maximilian

PS: Noch eine passende Zeile aus einem meiner Lieblingssongs von einer meiner Lieblingssängerinnen: „We move in space with minimum waste and maximum joy“. Wenn es nur so wäre...
 
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