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Die effizientesten nächsten Schritte für DSO‘s

bento124

Mitglied
Hallo zusammen,

ich wurde im Dez 2020 überraschend Besitzer des Nexstar Evo 6 (alz/az Montierung, mit SC 150/1500), habe mir dann noch eine gebrauchte Canon EOS 1300d (ohne Umbau) erworben und bin seither dabei die unterschiedlichsten Objekte am Sternenhimmel abzulichten.

Mächtig erstaunt hat mich dabei, wir man buchstäblich von einem Erfolg zum nächsten galoppiert (meine tapsigen Misserfolgen blende ich hier mal aus 😉) und urplötzlich finde ich mich mitten in einem fesselnden Prozess. Selbst an bewölkten Abenden beschäftigt mich oft ein Fachbuch oder ein entsprechender Artikel im Internet.

Meine Lernkurve stieg in den letzte 6 Monaten unglaublich an: Wichtigkeit von Nivellieren und Ausrichten, Calibration Frames, Feldrotation der Alt/Az Montierung, Fokussieren, Unterstützung von Software, Sequenzieren, Stacken, Kamerarauschen, Post-Processing, etc. Uff - Fast jede Woche ein neues Thema. Mit dem Evo 6 bin ich auch immer noch nicht am Ende - es gibt noch genug zu lernen, um meine Fotos weiter zu verbessern.

Richtig spannend finde ich DSO (zumindest im Moment). Mir ist mitterweise sonnenklar, dass meine Ausrüstung für DSO alles andere als ideal ist. Daher möchte ich mich diesem Thema Schritt für Schritt und eins nach dem anderen mit besserer Ausrüstung annähern. Da werden dann Themen kommen wie: gekühlte Astrokamera, parallaktische GoTo Montierung, lichtstärkeres Teleskop, etc. Nun meine Frage an die alten und erfahrenen Hasen:
  • Welche Komponente optimiere ich zuerst?
  • Wo fange ich an?
  • Was ist am effizientesten?
Für Euere Tipps bin ich sehr dankbar.
 

AstroPZ

Mitglied
Hi,

für DSOs:
1. SC durch einen guten Foto-Newton (vielleicht sogar 8 Zoll) ersetzen
2. Empfindliche Astrocam mit großem Sensor (APS-C) und dann mit Kurz-Belichtungen (Feldrotation wird beim Stacken ausgeglichen) arbeiten
3. Falls weiterhin DSLR dann guter Koma-Korrektor ev. mit Reducer

Gruß
Peter
 

bento124

Mitglied
Jetzt mal etwas konkreter – aktuell habe ich die folgenden Komponenten im Auge:
  • gekühlte Astrokamera – z.B. eine ZWO Kamera ASI 294 MC
    • Im Vergleich zur Canon 1300d erwarte ich eine deutlich verbesserte Empfindlichkeit bei geringerem Kamerarauschen. Meine Canon hat ein Pixel pitch von 4.29µm, im Vergleich zur ASI294 mit 4.63µm.
    • Sind da minimale Veränderungen zu erwarten, oder kann man das konkret an den Fotos sehen?
  • parallaktische GoTo Montierung – hier denke ich im Moment an Skywatcher EQ5 Pro SynScan GoTo (ggfs. auch EQ6)
    • Im Vergleich zur Celestron Evo alz/az Montierung würde ich mir erhoffen, auch mit meinem aktuellen noch sehr lichtschwachen Teleskop deutlich längere Belichtungszeiten und daher auch klarere Bilder umsetzen zu können.
  • lichtstärkeres Teleskop – da bin ich noch am unsichersten. Ich dachte da mal an ein Skywatcher N200 / 1000.
 

nobby

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Schwierig, kommt ein wenig darauf an, in welche Richtung du gehen willst, und ob du die Komponenten dazu kaufen oder ersetzen willst. Daher stelle ich nur mal ein paar Gesichtspunkte in den Raum.

Willst Du die EVO6 und das SC langfristig behalten, macht die Kamera alleine durchaus Sinn. Aber: den Quantensprung siehst Du vor allem dann, wenn es in Richtung Kurzbelichtung geht bzw. bleibt. Da ist die DSLR wegen des langsamen Auslesens und des Shutterbetriebs im Nachteil, die ASI kann viel mehr Belichtungszeit nutzen.
Bewegen sich die Belichtungszeiten dagegen im Bereich 15 sek und mehr, kann die DSLR schon wieder halbwegs mithalten, erst recht, wenn der Himmel nicht ganz so dunkel ist. Aber insgesamt wirst Du bei DSO mit der langen Brennweite schon wegen des kleinen Bildfeldes nicht glücklich, und bist mit Alt/Az und der dadurch bescheidenen Nachführqualität bist auf relativ wenige kleine und helle Objekte beschränkt.

Ein lichtstärkeres Teleskop macht Sinn, aber einen Newton an den Einarm hängen ist auch wieder ein Kompromiss. Von einem ED70 oder 80 hjast du für DSOs wahrscheinlich am meisten Gewinn. Die Brennweite ist zwar um den Faktor 3-4 kürzer als jetzt, aber die Auflösung ist nicht um diesen Faktor schlechter, weil das geringere Gewicht und fehlendes Spiegelshifting eine bessere Nachführung erlauben.

Mit der Montierung allein verbaust Du die relativ wenig, aber ich glaube eine EVO6 ohne Tubus ist schwer verkäuflich, die Einarmigen machen eigentlich nur mit kompakten Teleskopen wie einem SC Sinn.

Wenn es nur ums fotografieren geht, würde ich SC und EVO 6 verkaufen, anderseits hat das System fürs Schnellspechteln und auch Mond/Planeten einen gewissen Reiz.

Gruß
Norbert
 

Thomas M.

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Hallo,

So wie ich Frage verstehe, möchtest du wissen was die nächste sinnvolle Anschaffung wäre bzw wie du vorgehen sollst. Dies versuche ich aus meinen Erfahrungen zu beantworten bzw so wie ich es aus der heutigen Sicht gleich machen würde (Stichwort Lehrgelt bezahlt), wobei ich nur visueller Beobachter bin. Ich sehe es auch mittlerweile so das die Ausrüstung bleibt und das Teleskop geht, sprich du kannst von einem 80mm APO bis zu einem 12" Fotonewton alles benutzen mit der Ausrüstung.
Unter diesen Gesichtspunkten würde ich es folgendermaßen machen:

Als erstes würde ich ein Stativ und eine andere Montierung anschaffen. Dies sollte zusammen geschehen da die Montierungen unterschiedliche Anschlussflansch haben.
Beim stativ würde ich auf Holz setzt, dass ist sehr Schwingungsarm z.b. Berlebach.
Bei der Montierung würde ich mindestens die HEQ-5 Klasse nehmen, das sollte bis 8" funktionieren. Wenn es 12" mal werden sollen muss die Montierung noch größer sein. Bei Montierungen gilt die 2/3 Regel, sprich der Hersteller gibt 15kg an, dann beladen ich mit max 10 kg. Ist auch visuell ein guter Richtwert.

Als zweites würde ich eine hochwertige Kamera kaufen. Eventuell sogar zwei eine für DSO und eine für Planeten. Dazu dann noch ordentliche Filter für DSO und Planeten.
Aber da kenne ich mich nicht aus und kann keine Empfehlung geben.

Als letztes würde ich das Teleskop dazu kaufen und das EVO 6 als Schnellspechtel setup behalten.

Gruß Thomas
 
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