Die wunderbare Welt der Leuchtpunktsucher

Ursus corpulentus

Aktives Mitglied
Liebe Glasaugen,

hoffentlich renne ich keine bereits offenen Türen ein mit der nachfolgenden Vorstellung. In dem Fall bitte ich, die Doppelung zu entschuldigen. Dennoch glaube ich, dass es den einen oder die andere gibt, für die sie vielleicht nicht völlig uninteressant ist.

In den letzten eineinhalb Jahren sind mir ein halbes Dutzend verschiedene Rotpunkt- oder Leuchtpunktsucher über den Weg gelaufen. Einer von Vixen, ein alter Telrad, ein Telrad-Verschnitt von Explore Scientific, ein kleiner Vixen-artiger mit Namen Astro Professional, der komplett aus Metall hergestellt ist und noch ein oder zwei andere, die sicher funktionieren aber aufgrund ihrer billigen Fertigung völlig uninteressant sind.

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Vixen, Astro Professional, Telrad, ES (v. l. n. r.)
Es sieht nicht so aus, aber der Telrad ist RIESIG!

Die vier Sucher habe ich nacheinander auf einem 90/660 Achromat aufgenommen. Der Zenitspiegel und das Okular haben zwei Zoll - als Größenvergleich.

Telrad (nur draufgesetzt):
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Telrad "Interpretation" von Explore Scientific:
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Vixen:
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... und der "Astro Professional":
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Den Vixen habe ich zuerst bekommen, er war bei einem kleinen Wide-Field dabei. Ich mochte ihn bis vor Kurzem am liebsten von allen - da ich geschockt war, wie verdammt groß der Telrad ist. Außerdem finde ich seine Befestigungsmöglichkeit ziemlich beschränkt. In Zeiten von Prismenschienen habe ich keine Lust, irgendwelche Plastikbasen an meine OTAs zu kleben.
Aber: die Visierung mittels konzentrischer Kreisen finde ich als erklärter Anfänger gar nicht schlecht. Sofern sie so weit abdimmbar sind, dass sie vor dem dunklen Firmament nicht blenden (was beim ES-Nachbau ein Problem ist). Dieser ist genauso unsagbar groß, wie das Original, hat allerdings ein Facelift erhalten - was ihn technisch nicht besser macht. Die Innereien scheinen (!) ziemlich einfach und eventuell (?) nicht besonders wertig. Das Abdimmen gefällt mir nicht; er ist und bleibt zu hell. Ich vermute, dass der Poti einfach mies ist. Schlechte, moderne Fabrikation mit viel Kunststoff und billigen Innereien, trotz großen Namens.

Genau deswegen mag ich alte Sachen.

Der Vixen ist schon älter, grundsätzlich besser, viel kleiner, größtenteils aus Metall, doch er verstellt sich so leicht, dass es echt nervt. Die seitliche - und die Höhenverstellung sind einfach zu labbrig und zu unpräzise. Die Verarbeitungsqualität ist anständig, ausreichend abdimmen lässt er sich auch. Aber das Handling ist mies.

Und dann ist mir ein kleiner (kleiner als der Vixen), präzise justierbarer und komplett aus Metall gefertigter Sucher über den Weg gelaufen - und ich bin glücklich: endlich habe ich das Teil für mein Reiserohr gefunden, nachdem ich gesucht habe!

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Der Name Astro Professional ist sicher irgendein Taiwanisches Branding. Auf jeden Fall ist die Verarbeitung gut und das Ding ist komplett aus schwarz eloxiertem Aluminium.

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Justiert wird er mit den beiden silbernen Schrauben, die sich nachträglich nicht versehehentlich verstellen, wenn man drankommt. Allerdings braucht man dafür einen kleinen Schraubendreher. Da mag manchen stören, für mich ist das okay, weil die Vorteile der fixen Einstellung in jedem Fall den Aufwand rechtfertigen.

Der Sucher ist siebenfach abdimmbar (über eine Rastung - fein!), und hat vier verschieden einstellbare "Absehen" (so heißen die Dinger in jagdlichen Zielfernrohren): einen kleinen Punkt, ein Kreuz, ein Kreis mit außenliegendem Kreuz und ein Kreis mit Punkt in der Mitte.
Lieferbar ist er offensichtlich nicht mehr, gekostet hat er ursprünglich mal knapp 70 Euro mit einer zusätzlichen Basis. Erstanden habe ich ihn gebraucht. Natürlich.

Wenn mir nochmal einer über den Weg laufen sollte, werde ich ihn in jedem Fall auch kaufen. Denn das ist der beste Sucher, dem ich bisher begegnet bin.
KAUFTIPP!

Schöne Grüße,
Ursus
 
Lieferbar ist er offensichtlich nicht mehr, gekostet hat er ursprünglich mal knapp 70 Euro mit
Oh doch, unter anderen Brandings.
Mehrfach sogar.

Hier nur mal zwei Beispiele:

Oder noch besser, in wahlweise Rot oder Grün, so funktioniert er auch am Tage für Natur und Vogelbeobachtung:

letzteren hab ich selbst und liebe das Teil genauso wie du

LG
Olli
 
Astroprofesionell ist eine Marke, die es so mein Eindruck nicht mehr gibt, ich hatte, mal (bis vor so 2,5 jahren)einen 150/900 von Astroprofesionell. Ein bisschen beräu ich den verkauf, er war schon gut gemacht und für f5,9 war die Farbkorrektur besser als zu erwarten der Sucher war ein ordentlicher, mit umlenkung und Wechselokularen. Ich hab ihn damals verkauft weil ich nur so meinen 125/1560 Lichtenknecker finanzieren könnte. Von TS gibt es einen der Nahezu gleich aussieht aber hatte so einen nicht zum Vergleich, soweit ich weiß kam der TS später ist also vermutlich ein Nachbau Teleskop-Express: TS-Optics RFT 152 mm f/5,9 Großfeldrefraktor mit 2,5 " Zahntriebauszug
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Das triftete jetzt etwas ab, hat nix mit Leuchtpunktsuchern zu tun, wollte aber mein Wissen zur Marke teilen
 
Als kleine Warnung zu den Leuchtpunktsuchern: Den gibt es auch auf Ebay & Co – wenn man zuschlägt, dann unbedingt einen "entmilitarisierten" in der Astro-Version nehmen. Ich habe einen normalen für Sportschützen günstig geschossen - sieht genauso aus, aber leider ist der für Astro zu hell und taugt nur als Sucher für den optischen Sucher. Die meisten Sterne überstrahlt er auch in der niedrigsten Einstellung.

Dafür war er deutlich billiger als die Astro-Version...

Beste Grüße,
Alex
 
Hallo zusammen,
telrad ist 'ne feine Sache und wg. der Kreise besser zu handhaben als die Punktsucher (die habe ich wieder abgeschafft). Da wir gerade bei der Auflistung sind, ich nutze gerne den Rigel Quickfinder (Beispiel: Rigel Systems Peilsucher mit zwei Basen Quickfinder).
Da verstellt sich nix versehentlich und kompakt ist er auch, der Preis hingegen weniger.

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo,

Ich habe noch nie so einen gehabt mit Licht und Mini Zielscheibe, oder alias Korn und Kimme.
Am Anfang begnügte ich die Schiene unten zu nutzen, oder die beiden Schellenkanten oben, oder an anderem Modell die Schraubenpaare die sich oben befinden.
War schon was unbequem und teilweise kompliziert was ich heute wirklich nicht mehr so machen könnte, es knirschen die Gelenke :LOL: und der Boden is ein bissl frisch und nass.
Balsam für mein Beobachtungs Geschäft Nachts nicht mehr herum krabbelnd war mein erster optischer Sucher, das war auf der Alt Azimuth gleich rascher mittels Starhopping meine erste M31 zu finden die man noch knapp bei mir sehen kann mit dem bloßen Auge.
Einzigste kleines Ding das ich mir doch angeschafft hatte war ein damaliger roter kleiner Lacerta Sonnen Sucher.

Ich denke anstellle sich die ganzen Gadgets anzuschaffen ist es mehr Produktiv ein langbrennweitiges Okular zu investieren oder bei längeren Brennweiten ein kleines Sucher Fernrohr.
Nachhaltig sehe ich halt Sache so.
Gut jedem das seine.

Clear skies,
- Martin
 
Hallo,

Ich habe noch nie so einen gehabt mit Licht und Mini Zielscheibe, oder alias Korn und Kimme.
Am Anfang begnügte ich die Schiene unten zu nutzen, oder die beiden Schellenkanten oben, oder an anderem Modell die Schraubenpaare die sich oben befinden.
War schon was unbequem und teilweise kompliziert was ich heute wirklich nicht mehr so machen könnte, es knirschen die Gelenke :LOL: und der Boden is ein bissl frisch und nass.
Balsam für mein Beobachtungs Geschäft Nachts nicht mehr herum krabbelnd war mein erster optischer Sucher, das war auf der Alt Azimuth gleich rascher mittels Starhopping meine erste M31 zu finden die man noch knapp bei mir sehen kann mit dem bloßen Auge.
Einzigste kleines Ding das ich mir doch angeschafft hatte war ein damaliger roter kleiner Lacerta Sonnen Sucher.

Ich denke anstellle sich die ganzen Gadgets anzuschaffen ist es mehr Produktiv ein langbrennweitiges Okular zu investieren oder bei längeren Brennweiten ein kleines Sucher Fernrohr.
Nachhaltig sehe ich halt Sache so.
Gut jedem das seine.

Clear skies,
- Martin

Hab da andere Erfahrungen, ich bin großer Fan vom Telrad. bei kleinen Geräten tuts so nen plastik Leucht Sucher (die sind vorallem extrem leicht), wobei ich den rot grün einstellbaren interessant fand, vielleicht hohl ich mir den für kleine Geräte irgendwann mal. Ich hatte auch schon verschiedene Optische Sucher zuletzt ein ed apo von ts, war alles nicht so meins

Mit dem Telrad hab ich bisher eigentlich immer alles gefunden, aktuell vorallem mit meinem 414er f4,5 Dobson. Es gab Momente da reicht eher nicht bei sehr kleinen Objekten aber ein optischer Sucher war da nicht die Lösung zum Beispiel hab ich den Schildkröten Nebel diesen Sommer zum ersten mal aufgesucht, der war im 30er ES (inzwischen 31er Nagler) so gut wie nicht zu erkennen also bei 60 fach. Ich hab dann mit dem 17er Nagler gesucht bei 109 fach. Das hat geklappt so richtig gut zu erkennen war der Nebel ab dem 11mm Es, also bei 169 fach.

Also was hab ich gelernt. Optische Sucher bringen mir nix, wenn man das Licht die kleinen Details braucht, geh ich an hohe Brennweiten und suche mit dem Teleskop.

clear skies
Felix
 
Hallo zusammen.

Habe auch zwei LEDs aus dem schützenbereich.
Was mich da eher stört, ist das die für mein Empfinden stark abdunkeln.
Liegt wohl an der Reflexscheibe.

Ob das bei den "Astroteilen" auch so ist weiß ich nicht.
Sehen zumindest äuserlich ja gleich aus.

Am liebsten benutze da mittlerweile die Billigheimer 15€ plasteteile von omegon.
Lassen sich stufenlos dimmen und einstellen mittels rändelschrauben.

Für 1 Nacht bleiben die justierstabil und das reicht mir.
Kontrolliere und Stelle eh bei jeder Session 1x nach.
Gruß Markus
 
Ich denke anstellle sich die ganzen Gadgets anzuschaffen ist es mehr Produktiv ein langbrennweitiges Okular zu investieren oder bei längeren Brennweiten ein kleines Sucher Fernrohr.
Nachhaltig sehe ich halt Sache so.
Gut jedem das seine.

Clear skies,
- Martin
Hallo,

das mag individuell sehr verschieden sein.
Erst als ich vor vielen Jahrzehnten durch die Anschaffung eines Telrad von optischen Suchern auf Leuchtkreis- bzw. Leuchtpunktsucher umgestiegen bin, wurde aus dem angestrengten und manchmal auch frustrierenden Suchen auch ein schnelles Finden.
Vom Telrad angefangen, über verschiedene andere Bauformen in den letzten Jahrzehnten, bin ich letztendlich auch bei der vom TO geposteten Variante als optimale Lösung hängen geblieben.
Mein zweiter Favorit ist der Baader SkySurfer V.

VG
Günter
 
Hallo,

Zum Explore Scientific "ReflexSight" habe ich hier im Forum etwas geschrieben:

Das Abdimmen gefällt mir nicht; er ist und bleibt zu hell.
Meiner lässt sich ganz herunterregeln, bis die Kreise unsichtbar werden. Scheinbar gibt es eine Streuung der Potis.

Zu dem APM Leuchtpunktsuchern, wie diesem hier:

Der rote Punkt aus den verschiedenen Möglichkeiten für die Zielkreise von diesem Leuchtpunktsucher ist klein und dunkel genug um die Sterne nicht zu überstrahlen. Die anderen Zielkreise sind zu hell.
Mein APM-Leuchtpunktsucher hat allerdings ein großes Problem:
Sobald es draußen kalt wird, lässt sich das Einstellrad für Ein/Aus-Helligkeitsregelung nahezu nicht mehr drehen. Bei Kälte wird in diesem Leuchtpunktsucher irgend etwas sehr schwergängig. Was es genau ist, was den Drehregler schwergängig werden lässt, das weis ich nicht. Eventuell hilft ein klein wenig WD-40 um den Drehregler leichtgängiger zu machen.

Mein Lieblings Peilsucher ist der Telrad oder ein L***r.
Als optischen Sucher benutze ich sehr viel einen 80/400mm Refraktor mit Fadenkreuzokular.

Viele Grüße
Gerd
 
Habe auch zwei LEDs aus dem schützenbereich.
Was mich da eher stört, ist das die für mein Empfinden stark abdunkeln.
Hi!

Kann auch gut sein – jedenfalls sehe ich durch den nur den hellen Leuchtpunkt, kann gut sein, dass die Scheibe das auch noch unterstützt, dass auch die letzten Sterne verschwinden. Jetzt habe ich ihn als Grobvisier am 125/3500 Schiefspiegler, um mit dem originalen Mini-Sucher was zu finden.

@Pitufo : Das zeigt mal wieder, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind – ich habe hier noch einige optische Mini-Sucher rumfahren, die keinen praktischen Nutzen haben, während die Leuchtpunktsucher alle im Einsatz sind. Den Negativ-Rekord stellt ein 114/1000 Kat-Newton dar: Da waren der Leuchtpunktsucher und ein paar Schrauben das einzig brauchbare am ganzen Teleskop.

Bei den kleinen und leichten Leuchtpunktsucher ist der Baader SkySurfer III mein Favorit und zusammen mit einem Sonnensucher immer am ED80/600 montiert. Der kleinere Leuchtpunktsucher von Celestron/Skywatcher/Omegon/etc kommt eigentlich nur an der DSLR oder am 10x60 VarioFinder zum Einsatz, der SkySurfer macht spürbar mehr Spaß als die ähnlichen kleinen Modelle.

Der VarioFinder ist zwar eigentlich selbst ein Sucher, aber ich verwende ihn auch einzeln als Grab & Go und für EAA, und wenn er die einzige Optik ist, ist eine Visierhilfe praktisch – mit dem Schrägeinblick habe ich da meine Probleme bei der Orientierung am Himmel, vor allem auf der niedrigen und im mobilen Betrieb nicht zu allzu stabilen Star Adventurer Montierung. Am stabil und hoch montierten C14 vom Verein kann ich den VarioFinder dagegen problemlos als Sucher nutzen – genau wie den ebenfalls montierten Telrad.
EAA Variofinder.JPG
Sucher mit Sucher – VarioFinder mit Leuchtpunktsucher :)

Optische Sucher verwende ich als Sucher kaum noch – außer als Richfield-Ergänzung zum Hauptteleskop, um tatsächlich Großfeld zu sehen, und nicht nur zum Auffinden, dann aber nur mit mindestens 50mm Öffnung. Einzige Ausnahme: Am Sonnenteleskop bei langer Brennweite, da kommt gelegentlich ein Sucher mit Winkeleinblick und Astrosolar-Folie zum Einsatz. Je nach Bildfeld (H-alpha-Filter mit Telezentrik...) sind da Schattenwurf oder Sonnensucher zu ungenau.

Je länger die Brennweite, desto interessanter wird der Telrad – irgendwann beschränkt halt die Steckhülse vom Teleskop das mögliche Bildfeld.

Ressourcenverschwendung sind nur die Fehlkäufe – solange die Lösung funktioniert passt das. Mit Leuchtpunktsucher und 36er-Okular ist die Galaxien-Jagd am ED80/600 bei 17x fast schon unsportlich; ohne Leuchtpunktsucher ist es schon anstrengender – und mit dem ursprünglichen 6x30-Sucher schon eher eine Herausforderung... Wohl dem, der auf der nächsten Sternwarte alles ausprobieren kann, ohne selbst kaufen zu müssen;)

Beste Grüße,
Alex
 
Bei den kleinen und leichten Leuchtpunktsucher ist der Baader SkySurfer III mein Favorit und zusammen mit einem Sonnensucher immer am ED80/600 montiert. Der kleinere Leuchtpunktsucher von Celestron/Skywatcher/Omegon/etc kommt eigentlich nur an der DSLR oder am 10x60 VarioFinder zum Einsatz, der SkySurfer macht spürbar mehr Spaß als die ähnlichen kleinen Modelle.
Und wieder gibt es individuell unterschiedliche Erfahrungen.
Ich bin mit dem Skysurfer III überhaupt nicht zurechtgekommen und der ist ganz schnell wieder in der Versenkung verschwunden.
Zu den "abdunkelnden" Scheiben, die schon öfter erwähnt wurden:
Das ist überhaupt kein Problem, wenn man den Leuchtpunktsucher beidäugig benutzt-ein Auge schaut auf den Punkt, das andere am Sucher vorbei zum Sternenhimmel. Da kann die Scheibe im Extremfall auch ein schwarzes Stück Kunststoff oder was auch immer sein sein und es funktioniert.

VG
Günter
 
Hallo in die Runde,

Ich habe mein Sucherfernrohr auf meinem Tubus (70/900) sofort gegen einen Leuchtpunktsucher ersetzt. Dazu musste ich auch den Sucherschuh ersetzen. Ich habe einen sehr günstigen im Einsatz:


Er tut was er soll. Ich nutze das Teil am 70/900 und am Novalux 415. Selbst nach mehrmaligen auf und Abbau behält er die Justierung. Er ist leicht und genügt mir.

VG Mark
 
Hallo zusammen,

bei mir waren bequemer Einblick, großes Gesichtsfeld und eine dauerhafte, batteriefreie Beleuchtung der Grund für einen Eigenbau.
Ich verwende zwar ebenfalls diese LP-Sucher, habe aber auf Grund der sehr niedrigen Beobachtunghöhe meines Fernglases Probleme mit dem Visieren. Zudem waren mir die kleinen 30mm 90°-Winkelsucher von der optischen und mechanischen Qualität nicht ausreichend.

Dafür habe ich den vorderen Bereich einer 1,25" Okularklemmhülse etwas abgedreht und an der Stelle einen 30mm Achromaten mit Fassung angeklebt. Diese Kombination dann über die, mit Haftfett bestrichene Steckhülse, eines 45°-Prismas geschoben. Die Nylonschraube dient zum Festsetzen der groben Fokussierung und des Sucher-Drehwinkels.
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Eine Metallhülse mit Justierschrauben und Suchersockel versehen und den Objektivteil dort eingesetzt.
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Mit dem 24mm Fadenkreuzokular habe ich jetzt eine ca. 4,8-fache Vergrößerung und ein großes Gesichtsfeld, bei dem die Sterne erst am Randbereich unscharf werden. Der etwas seitliche Einblick passt gut zu den hochstehenden Okularen.

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Als Beleuchtung habe ich ein winziges Glasröhrchen mit ständig leuchtendem Tritium-Gas auf die Unterseite der Fadenkreuzplatte geklebt. Das obere Ende der Röhre liegt in der Nähe der Fadenkreuzmitte. Ich brauche den Stern nur noch über die leuchtende Röhre zu bringen und er ist mittig im Fernglas.
Das Okular wird so gedreht, dass die Bewegungen des Stativneigers parallel oder rechtwinklig zur Röhre verlaufen. Dies vereinfacht das Anfahren etwas.

Selbst ein empfindlicher Geigerzähler warnt nicht vor einer Strahlenbelastung. Das Röhrchen sollte aber nicht mechanisch belastet werden ....

CS Frank

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Wow, Frank ... ich verneige mein Haupt.

DAS ist jetzt mal ein cooler Sucher!
Ich glaube, sowas muss ich mal nachbauen - genial.

Schöne Grüße,
Urs
 
Danke Urs,

mir gefällt die Lösung auch.
Aber da gibt es noch etwas, was ich an meinem kleinen Vixen Shuttle Scope erst einmal befremdlich fand und das dann mit der Zeit in meinen Augen immer genialer wurde:
Die Objektiv-Abdeckkappe besteht dort serienmäßig aus zwei Hartschaumstoffscheiben die aufeinandergeklebt wurden - wegen der Farbgebung von meiner Frau liebevoll Barby-Scope genannt -.
Einerseits sitzt die Kappe fest, ist in der Dunkelheit schnell abgenommen und bietet dem vorderen Teleskopteil auch noch einen gewissen Stoßschutz.

IMG_8635.JPGIMG_8632.JPG

Das musste ich dann für den Sucher nachbauen ..... und die Kappe bekommt später noch einen Klettpunkt, um sie am Sucherhalter zu parken.

Viele Grüße
Frank

IMG_8634.JPG
 
Dann will ich mal kurz meinen Senf dazu geben - da mich solche Teile ja schon eine Weile begleiten: Man bekommt was man bezahlt - und wenn man zum Beispiel für ein Aimpoint 500 oder 600 Euro bezahlen muss dann tut man das gewiss nicht nur für den Namen. Dabei ist es nur eine Sache daß die ganzen Billigheimer meist nur schussfest sind bei Kleinkaliber, die verstellen sich zum Beispiel auch gerne von alleine. Das gilt übrigens selbst für Behörden - jemand der wirklich tief in der Materie steckt erzählte mir Mal aus seiner Bundeswehr-Zeit, da war er wohl Wart und das schlimmste am G36 war für ihn diese Kombi-Optik. Für einen Ingenieur war das mechanisch zum Haare raufen. Abgesehen daß das Ding nicht wirklich dicht ist und von innen beschlägt und der Soldat bei Starkregen - weil es ja keine Notvisierung gibt - buchstäblich dem Feind mit einem Paddel gegenübersteht. Man bekommt was man bezahlt - und wenn das Beschaffungsamt sagt "mach mir davon 350.000 - es darf aber pro Stück nur 109.95 kosten - dann machen die 350.000 Stück. ;)
 
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