Doppel-PST mit Licht und Schatten

#1
Hallo zusammen!

Da ich für die Schule nun zwei (gebrauchte) Coronado PSTs zur Verfügung habe lag es nahe, sie auch mal zusammen als Doppel-PST auszuprobieren.
Zur Montage und Ausrichtung dient im Moment eine geborgte PST-Plattform von Space Instruments.

Kurzes Fazit nach den ersten Versuchen heute bei suboptimalem Himmel dank leichtem Hochnebel.

Optik:
a, Die beiden PSTs liefern leider kein komplett deckungsgleiches Bild. Egal mit welchen Okularen, das neuere Modell (laut Seriennummer) vergrößert die Sonne minimal mehr als das ältere. Auch wenn es nur sehr wenig ist, so ist es doch störend.
b, Das ältere PSTs habe ich mit neuem ITF-Filter (einer von Beloptik.de) erhalten, das neuer hat den originalfilter von Coronado. Ich habe ihn geprüft, er ist rostfrei! Dennoch zeigt das ältere PST mit dem Beloptik-Filter ein deutlich helleres Bild bei gleicher Bildqualität.
c, Das Gesamtbild ist dennoch beim Betrachten viel besser als mit nur einem Auge. Starker 3D-Effekt, alles wirkt etwas größer und eine massiv gesteigerte Detailwahrnehmung.

Mechanik:
d, Die Plattform ist gelinde gesagt suboptimal. Die Einstellung ist nichts für Grobmotoriker (wie mich). Nur ein paar Millimeter an einem der Räder gedreht verschiebt das Bild im Okular massiv. Weiters ist das Rad zur Höhenverstellung so schwergängig, dass es sich nur mit Hilfe einer Zange drehen lässt - das macht das exakte Einstellen auch nicht einfacher.
In Summe habe ich über eine Stunde gebraucht um die Bilder (soweit es die minimal unterschiedlich großen Sonnenscheiben überhaupt zulassen) zur Deckung zu bringen (gut, dass mein Gehirn recht gut darin ist solche Unterschiede auszugleichen).
e, Selbst die engste Einstellung der Plattform ist für mich an der Grenze, was den Augenabstand angeht. Ich weiß, dass meine Augen im Vergleich zu anderen Menschen recht weit beisammen stehen, aber bisher hatte ich noch kein Problem an Ferngläsern oder Binoansätzen. Gerade beim PST ist der Einblick ja recht kritisch und eigentlich bräuchte ich die Okulare noch rund 1mm näher zusammen als es die Plattform zulässt.
f, Die Okularaufnahme an den PSTs ist leider mies. Etwas zu große Hülsen und eine einzige Kunststoffschraube zum fixieren der Okulare führt dazu, dass diese wackeln bzw. verkanten. So kommt es vor, dass man endlich alles eingestellt hat und keine Doppelbilder mehr sieht - dann berührt man eines der Okulare - und schon hat man wieder die schönsten Doppelbilder, weil eines der Okulare leicht verkippt.
g, Sobald man den Augenabstand an der Plattform verstellt (weil z.B. jemand anderer durchsehen möchte), verstellt sich sofort auch die Ausrichtung der beiden PSTs und man muss, wenn der richtige Augenabstand gefunden ist, erneut damit beginnen, die Bilder zur Deckung zu bringen (und das mit Zange wegen der Schwergängigkeit der Höhenverstellung).

Fazit:
Wenn es mal passt und klappt, ist der Anblick super und schlägt selbst den monokluaren Anblick im 60/500 Lunt, dass sie an unserer Sternware haben.
Die Einstellung der Plattform kann einen an den Rand eines Nervenzusammenbrauchs bringen!
Der Aufbau ist keinesfalls für den Schulbetrieb geeignet, denn ein Drehen an der Schraube für den Augenabstand reicht nicht aus wenn jemand anderer durchsehen will - man muss jedes Mal neu die Bilder zur Deckung bringen, wenn man den Augenabstand verstellt hat.

Weitere Tests folgen wenn endlich mal diese verdammte Hochnebeldecke die seit Wochen hier am Himmel hängt (wenn es mal nicht sowieso bewölkt ist) weg ist.

Grüße,
euer Mario


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EDIT:
Kleiner Nachtrag: Durch den massiven Einsatz von Schmieröl meinerseits ist nun die Höhenverstellung mit kräftigen Händen gerade so auch ohne Zange drehbar ...
 
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#2
Coole Idee.... ich hab beim Beobachten der Sonne immer Mühe mit einem Auge zu schauen da die Umgebung doch sehr hell ist, deshalb versuche ich das Bild auf den Computer zu bringen.
Ein Bino müsst doch auch gehen, oder?

Grüsse Oli
 
#3
Also gegen das Problem mit der Helligkeit hilft bei mir nur eine Augenklappe oder eben nun das Beobachten mit beiden Augen.
Notfalls kann man sich noch ein Tuch über den Kopf legen, die dadurch entstehende dunkle Umgebung hebt den Kontrast nochmal beträchtlich.

Ein Binoansatz ist am Coronado PST leider schwer zu realisieren, da der Fokussierweg für die meisten Binoansätze zu kurz ist und man nicht in den Fokus kommt.
Mit starken Glaswegkorrektoren kommt man dann zwar in den Fokus, aber die dadurch entstehende Vergrößerung ist für die 40mm Durchmesser des PSTs meist schon zu viel.
Was auch noch gegen einen Binoansatz am PST oder anderen kleinen H-Alpha Teleskopen spricht ist die Verdunkelung des Bildes.
Im Binoansatz wird das zur Verfügung stehende Licht ja auf zwei Strahlengänge, also die beiden Okulare aufgeteilt und so wird das Bild deutlich dunkler.
Das kostet gerade bei H-Alpha an kleinen Teleskopen sehr viele Details, für die das Bild dann einfach zu dunkel ist.

Mit 2 PSTs besteht das Problem nicht - man hat das volle Licht pro Auge und somit wirkt das Summenbild dann sogar nochmal deutlich heller als bei der Mono-Beobachtung.
Das erlaubt dann auch höhere Vergrößerungen.
2x Barlow + 13mm Nagler = gut 60fache Vergrößerung ging heute trotz leichtem Hochnebel bezüglich der Bildhelligkeit noch richtig gut danke der 2 PSTs.
Am nächsten wirklich klaren Tag versuche ich mal, wie es mit 2x Barlow + 8mm Delos aussieht, aber ich rechne nicht damit dass das noch Sinn macht.100fache Vergrößerung müsste selbst für 2 PSTs zu viel sein - die haben ja doch nur 40mm Durchmesser …

Wobei überraschenderweise alle Bilder im PST mit dem erneuerten Beloptik-ITF-Filter deutlich heller sind! Da könnte man wohl sogar einen Double-Stack-Filter dranschrauben und dann, schätze ich, würden die Bilder der beiden PSTs etwa gleich hell sein ...

Grüße, Mario
 
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#4
Sehr interessant. Auch, dass Deinem Gehirn für den 3D-Effekt egal war, dass die Bilder unterschiedlich groß sind.

Das muss aber echt anstrengend gewesen sein, 1 Std mit Doppelbildern zu kämpfen.
Um dann doch festzustellen, dass es nicht wirklich Schülertauglich ist. Haben Kids nicht sowieso auch noch engere Augenabstände als normale ;) Erwachsene?

Die Platte kann man nicht gut sehen und im I-net hab ich sie nicht gefunden, ausser bei SpaceInstruments mit den viel zu mageren Specs . Ist die Technik genauso so wie hier ? AOKswiss online - deutsch Für 60 bis 90 mm Refraktoren. (Gibt's übrigens auch in größer, als BB 140 und 160 AOKswiss online - deutsch )
Falls die Justier-Technik anders ist und daher Hoffnung auf bessere Funktionalität gibt, könnte AOKSwiss evtl eine kleine Platte für die beiden PSTs bauen mit der Mglkt ohne EMS in den IPD zu kommen?

Falls die Justier-Technik allein nach den Bildern dieselbe zu sein scheint, wär die Info für mich auch interessant, Mario.

Grüße Silver
 
#5
Hallo Silver!

Ich war selbst überrascht, dass mein Gehirn so gut damit zurecht kam. Der Größenunterschied der Sonnenbilder ist zum Glück nur minimal - ich schätze 2-3% oder so.

Und ja, Kinder haben ansich geringere Augenabstände, aber da ich vor allem mit älteren Schülerinnen und Schülern arbeite und selbst mit 60mm einen sehr engen Augenabstand habe (Durchschnitt bei Erwachsenen liegt meines Wissens nach eher bei 65mm), wäre das vielleicht nicht das Problem gewesen.

Die Platte ist von Space Instruments und ansich nicht schlecht gedacht - ich hänge mal ein paar Bilder von der Unterseite an.

Zwei Platten, eine mit Löchern fürs Fotostativ.
Die zweite Platte ist mit drei Bolzen mit der ersten Verbunden und hat ein Verstellungsrad für den Abstand (Augenabstand der beiden Platten), eine Schraube für eine rechts/links Verkippung und unten ebenfalls zwei Schrauben, eine für die hoch/tief Kippung der zweiten Platte und eine um alles zu fixieren.

Dennoch hat alles etwas Spiel und wenn man zum Beispiel die beiden Platten näher zusammenschraubt (=kleinerer Augenabstand), dann kippen sie leicht so dass sich die Okulare hinten stärker annähern als die vorderen Linsen der PSTs. Somit muss man mit der rechts/links Verkippung wieder gegensteuern.

Somit ist die Technik ähnlich aber nicht gleich zu denen von AOKswiss.
Nur da es eh nicht sooo gut klappt, für den Schuletrieb auch nicht klappt und eben die beiden zur Verfügungen stehenden PSTs nicht exakt das selbe Bild zeigen, werde ich wohl kein Geld in eine eigene Platte investieren und es beim Versuch belassen ...

Grüße, Mario
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#6
Hallo Mario,
interessanter Bericht. Das Gleiche hat man ja, wenn man einen Binoansatz an das h-alpha-Teleskop anbringt; wobei das Bild nur wenig dunkler wird.
Zu Deinem Vergrößerungsproblem:
Hast Du mal versucht, die Okulare wechselseitig ein wenig heraus zu ziehen und dann zu fokussieren. Einmal nur rechts, einmal nur links; das ist wichtig. Wenn nämlich die Telezentriken in den PSTs etwas unterschiedlich montiert sind, kann es sein, dass man auf diese Weise diese geringen Unterschiede ausgleichen kann. Ideal wäre bei einer Telezentrik ja, dass das Sonnenbild gleich groß bleibt, Wenn es aber ein wenig größer oder kleiner wird, kann man versuchen, das für dein Problem auszunutzen.
Gruß Michael
 
#7
Hallo,

die unterschiedliche Fokallage dürfte eher mit den verschiedenenen Blockfiltern (mit vermutlich unterschiedlicher optischer Weglänge) zu tun haben...

Gruß,
Mathias
 
#8
Hallo,

noch was. Ich kann mir nicht vorstellen, dass allein Okular verschieben dagegen hilft. Dazu müsste m. E. auch die Telezentrik bewegt werden, d.h. entweder beim Fokussieren gleichfalls mit verschoben werden - sie ist aber fest eingebaut - oder sie müsste leicht versetzt montiert werden. Wenn ich es richtig verstehe. Aber trotzdem versuchen kann man's ja mal.

Gruß,
Mathias
 
#9
Hallo Mathias,
doch das geht. Habe ich alles schon mal durchprobiert.
Wenn man z.B. einen Binoansatz für h-alpha benutzen will, liegt der Fokus um diesen Lichtweg gegenüber einem Einzelokular weiter hinten. Wenn die Telezentrik nicht ganz perfekt ist, wird das Sonnenbild größer/kleiner, da der Strahlengang nicht ganz parallel verläuft. Das läßt sich dann für Marios Problem nutzen, wenn der Unterschied zwischen den Bildern rechts und links nicht zu groß ist.
Gruß Michael
 
#10
Danke für eure Tipps,

hier ist leider das Wetter so schlecht, dass ich es aktuell nicht testen kann.
Aber sobald die Sonne mal wieder zum Vorschein kommt, werde ich ausprobieren, ob ich die Bilder auf diese Art zumindest gleich groß bekomme.

Danke und Grüße,
Mario
 
#11
Hallo Michael,

zum besseren Verständnis - was genau hast Du durchprobiert? Du sagst, allein die Okulare zu verschieben ändert schon die Vergrößerung, denn das hättest Du auch bei einem Binoansatz so beobachtet und die Ursache wäre eine nicht ganz perfekte Telezentrik. Aber kommt man überhaupt ohne zusätzlichen Glaswegkorrektor mit einem Binoansatz am PST in den Fokus?

Dass das in Kombination mit einem GWK klappt, und dann aber nicht die Weglänge des Binosatzes, sondern der GWK (der wie eine Barlow wirkt) die Vergrößerung erhöht, ist klar. Auch, dass man mit einer Abstandsänderung zwischen einem zusätzlich eingebrachten GWK und den Okularen die Vergrößerung (d.h. die Brennweite und die Fokallage) ändert, ist klar. Aber dass sich die Vergrößerung allein schon durch den längeren Weg des Binoansatzes ändern soll, also ohne zusätzlichen GWK, wie Du meinst, verstehe ich einfach nicht.

Das hieße ja, die Brennweite des Gesamtsystems würde sich ohne zusätzliches brechkraftveränderndes Element allein durch den Abstand des Okulars erhöhen lassen. Das fände ich seltsam und würde ich dann gerne verstehen...

Grüße,
Mathias
 
#12
Aber kommt man überhaupt ohne zusätzlichen Glaswegkorrektor mit einem Binoansatz am PST in den Fokus?
Zumindest das kann ich beantworten.
Nein, kommt man nicht.
Es ist beim PST sogar so schwierig, dass selbst die gängigen Glaswegkorrektoren nicht ausreichen!

In den englischen Foren gibt es immer wieder Beiträge dazu und noch niemand hat eine gute Lösung für PST+Binoansatz gefunden.

Die wenigen Lösungen haben einen sehr großen zusätzlichen Vergrößerungsfaktor drinnen und sehen dann etwa so aus:
https://www.cloudynights.com/uploads/monthly_10_2014/post-62599-0-99232900-1413771045.jpg

Grüße, Mario
 
#14
Heute kam mal kurz die Sonne durch und so konnte ich eure Idee testen.

Ergebnis: Es macht absolut keinen Unterschied an welcher Stelle ich das Okular klemme. Wenn ich fokussiert habe, ist die Abbildung wieder genau so groß wie zuvor.

Dennoch danke für den Tipp!

Dafür habe ich etwas herumgeschraubt und konnte damit das Bild im neueren der PSTs deutlich verbessern. Das hatte, seit ich es bekommen habe, das Problem, dass die Einstellung mit dem besten H-Alpha Kontrast ganz am Anschlag des Drehringes war. Ich hatte mehrfach das Gefühl, dass der Kontrast noch besser werden würde, wenn ich noch ein Stück weiter drehen könnte - ging aber nicht weiter.

Daher habe ich heute den Einstellring für den Ethalon auseinandergenommen und um 90° versetzt wieder angebracht. Jetzt lässt er sich um eben diese Vierteldrehung weiter drehen und tatsächlich, das Bild wird nochmals deutlich besser!

Ich denke, dass man auch die Plattform durch etwas Bastelarbeit verbessern könnte, aber da sie nicht mir gehört, will ich da nichts machen was nicht rückgängig zu machen ist.

Zumindest andere, stärkere, Federn werde ich besorgen. Denn wenn die zwischen den Platten mehr Druck ausüben, könnte das ganze etwas kompakter werden ...

Ansonsten kann ich nur sagen: Der Blick durch beide PSTs gleichzeitig war wieder toll, sobald alles eingestellt war. Heute gab es zwar so gut wie keine Protuberanzen, aber die aktive Region im Zentrum war hell und klar und kontrastreich zu beobachten!
Alles viel besser als in nur einem Teleskop!

Grüße, Mario
 
#15
Hallo Mathias,
dass das mit dem PST und einem Binoansatz nicht so einfach geht, weiß ich. Aber ich habe schon viele verschiedene Refraktoren gahbt und musste mir die eine oder andere Telezentrik dazu bauen. Wenn die beiden Linsen(gruppen) nicht ganz exakt im Abstand zueinander sind, dann kann es sein, dass das Sonnenbild nach dem Ethalon und dem Blockfilter nicht gleich groß bleibt, sondern größer oder kleiner wird, je nachdem, ob der Strahlengang divergiert oder konvergiert. Gleich groß bleibt die Sonne nur, wenn der Abstand der beiden Linsen(gruppen) genau stimmt. Wenn ich dann meinen Baader Großfeld Binoansatz mit 112 mm optischem Weg dazu nehme, merke ich sofort, ob das Sonnenbild gegenüber dem monokularen Beobachten größer oder kleiner wird (ich nehme natürlich die gleichen Okulare). Wird es größer, hast Du recht, die Telezentrik wirkt dann wie eine Barlowlinse, bei der der Abstand des Okulars auch die Vergrößerung beeinflusst (siehe auch beim Baader Fluorit-Flatfield-Converter).
Nun hat Mario das ja ausprobiert und daran liegt der geringe Unterschied offensichtlich nicht. Vielleicht liegt es tatsächlich daran, dass unterschiedlich Filter verbaut sind. Dann kann man nichts machen.
Gruß Michael
 
#16
Hallo zusammen!

Heute kam endlich mal wieder die Sonne durch und ich konnte etwas weiter testen.
Zusätzlich habe ich an der Sternwarte noch jemanden gefunden, der mir über die Weihnachtsferien einen Double-Stack-Filter fürs PST geliehen hat.
Also beste Voraussetzungen für weitere Tests!

Ich habe natürlich gleich alles aufgebaut und die beiden Tuben ausgerichtet, sobald sich die Wolken verzogen hatten. Mit etwas Übung brauche ich jetzt doch keine Stunden mehr dafür (aber immer noch recht lange).

20181227_143849.jpg

20181227_143859.jpg


Das Beobachten war richtig toll heute, auch wenn auf der Sonne nur eine einzige sehr kleine Protuberanz und eine ebenfalls recht kleine aktive Region zu sehen waren. Keine gute Zeit für Sonnenbeobachtungen und das wohl auch noch die nächsten 1-2 Jahre...

Welche Erkenntnisse konnte ich heute gewinnen:

a, Zwei Double Stack Coronados als Bino würde keinesfalls funktionieren, da es schon knapp ist auch nur einen Doublestack-Filter unterzubringen. Je nach Augenabstand steht dieser praktisch am zweiten PST an (siehe zweites Foto).

b, Den Double Stack Filter am linken neueren PST anzubringen klappt gar nicht, denn das neuere PST mit dem Original-ITF-Filter ist so schon das dunklere. Mit Double Stack wird das Bild dann richtig düster und somit der Unterschied zwischen den beiden PSTs zu groß. Damit kommt auch mein Gehirn nicht zurecht.
Ganz anders wenn ich ihn ans rechte, ältere, PST mit dem Beloptik-ITF-Filter schraube. Denn dann sind die beiden PSTs plötzlich fast gleich hell!

c, Vermutlich kommt es mir hier wieder zu Gute, dass mein Gehirn viel ausgleichen kann, aber das Bild im Doublestack-PST auf maximalen Oberflächenkontrast gestellt und das Singlestack-PST auf maximalen Kontrast bei den Protuberanzen ergibt nach etwas Eingewöhnung bei mir ein tolles Bild.
Mein Gehirn scheint von beidem das Bessere zu nehmen und zu kombinieren, denn ich sehe ein helles Abbild der Sonne mit stark kontrastierender Oberfläche und hellen klaren Protuberanzen am Rand.
Und das alles mit tollem 3D-Effekt!
Das war somit ein echtes Wow-Erlebnis! :love:

d, Die größtmögliche Vergrößerung die ein gutes Bild ergab war knapp 62fach (das sind bei mir die beiden 13mm TeleVue Nagler, jeweils mit 2fach Coronado Cemax Barlow). Hier ist ein Tuch über dem Kopf schon hilfreich um durch die dunklere Umgebung den Kontrast zu heben, aber es geht auch noch ohne.
100fache Vergrößerung (8mm Delos + 2x Barlow) ist erwartungsgemäß zu viel, nicht nur auf Grund der Luftunruhe.

e, Es bleibt das Problem der beiden ungleich großen Sonnenabbildungen, aber auch hier habe ich einen ersten Ansatz um es zu beseitigen.

Wenn man den Kasten des PSTs seitlich öffnet, gelangt man zum Prisma, dass das Bild um 90° umlenkt.
Dieses ist nur mit einem dicken Tropfen Kleber fixiert der sowieso nicht gut hält. Die Position des Prismas scheint in den beiden PSTs nicht gleich zu sein (im einen PST sitzt das Prisma etwas weiter vorne, dafür etwas weiter oben als im anderen). Vielleicht lässt sich hier etwas ändern, dass die Sonnengröße anpasst ...
Ich muss mir das noch mal genauer ansehen ...

PST offen.jpg


Wie dem auch sei, ein spannendes Thema und (heute) richtig gute Bilder mit 62facher Vergrößerung, als erst einmal alles eingestellt war,
Grüße,
Mario
 
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