Duo-Narrowband fragen und schlechteres Ergebnis als mit UV/IR-Cut

Sterno3000

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Hallo,

ich habe bisher immer mit dem Lacerta 72ED, einer 585mc und dem Astronomik L2 UV/IR Cut Filter fotografiert. Jetzt hab ich mich entschieden mir einen Duo-Narrowband zuzulegen, es wurde der Antlia ALP-T (gebraucht).

Jetzt habe ich da natürlich ein paar fragen:

  1. Wie genau gehe ich beim Stacking (WBPP) und der Nachbearbeitung mit Pixinsight vor. Gibt es da irgentwelche Hacken die ich da zusätzlich setzten muss, extra Tools für Duo-Narrowband aufnahmen oder muss ich den Filter bei der Spectro Photometrische Farbkalibrierung angeben ?.
  2. Was kann ich gegen die verfälschten Farben der Sterne machen ?.
  3. Wie gehe ich vor wenn ich vom selben Objekt UV/IR-Cut und Duo-Narrowband aufnahmen habe, ganz normal zusammen stacken, wie wenn man mehrere Nächte stackt ?.
  4. Ich habe gestern den ersten versuch mit dem Duo-Narrowband gehabt und bin etwas entäuscht. Entschieden hab ich mich für IC443 da es der einzigste Nebel ist, denn ich grade noch ablichten kann. Zudem habe ich diesen Nebel im Dezember mit dem UV/IR-Cut schonmal abgelichtet und habe dadurch einen direkten Verlgeich. Bei beiden Filter habe ich mit 300sec bei Gain 0 belichtet und komme auf eine nahezu identische Gesamtbelichtungszeit. Aber die Aufnahme vom UV/IR-Cut aus dem Dezember ist deultich besser als der Duo-Narrowband. Was hab ich da falsch gemacht ?.
  5. Wie man auch sehen kann, macht der ALP-T bei mir Halos, obwohl es doch heißt das er eben keine Halos macht. Auch hier: was mach ich falsch ?.

Danke für eure Hilfe
 

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Also Narrowband musst Du schon länger belichten, um vergleichbare Helligkeit vom Objekt in den Lights zu erhalten.
Wenn Du UIC und NB Aufnahmen kombinieren willst, solltest Du pro Filter getrennt stacken, weil Du auch unterschiedliche Flats bekommst. Dann kannst Du beide Masters mit HDR Funktionen bzw. Masken überblenden.
Für mich hat es sich bewährt bei Dual-NB Filtern, statt der Photometrischen Korrektur einfach einen "unlinked stretch" anzuwenden (Screen Transfer), dann Hintergrund reduzieren (manuelle Auswahl) und relativ wichtig, um vernünftige Farbkorrektur zu erhalten, Hintergrundgradienten entfernen. Danach mache ich gerne nochmal unlinked stretch in als screen transfer function, und wenn es passt, wende ich die parameter, oft abgewschächt um nochmal mit mehr manueller Kontrolle zu stretchen, bevor es mit Rauschreduzierung und Schärfen weiter geht.
Echte, kreisrunde Halos sehe ich bei der NB Aufnahme jetzt nicht bzw. nur angedeutet.

Zu Beginn können die Resultate nach dem Umstieg von Breitband auf Dual-Schmalband schon öfter unter gewissen Erwartungen liegen, aber mit Wissensdurst, Fleiß und Disziplin bekommt man das schnell in den Griff. Wenn man den Bogen mal raus hat, freut man sich beinahe auf klare Vollmondnächte, was ohne Dual-NB Filter eher nicht der Fall war. 5nm Bandbreite bei ca. 90% Durchlässigkeit filtert schon eine Menge Licht weg, da würde ich entweder mit dem Gain raufgehen (am Besten zu dem Punkt, an dem der Pegel des Ausleserauschens relativ gering ist), oder schon mal 4-6 Minuten pro Lightframe in Erwägung ziehen, je nach Sättigungsgrad der Sterne in den Lights.

EDIT: Dir sollte auch klar sein, dass Du bei Gain 0 maximale Full well capacity hast, also benötigst du viel mehr Photonen um einen Pixel komplett zu belichten. Das ist dann maximal unempfindlich, natürlich schlägt sich das in der Helligkeit der Objekte nieder. IMO ist das nur selten nötig, und die meisten Kollegen werden mit Gain-Werten glücklich, die ein schwaches Ausleserauschen ergeben (Stichwort "unity gain"). Der genaue Wert wird je nach Software/Treiber und Kameramodell unterschiedlich sein.
 
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Die Belichtungszeit von 300 Sekunden mit einem ähnlichen Öffnungsverhältnis ist mir gut bekannt, allerdings mit Gain 100.
Gain 0 vs. 100 ist natürlich ein enormer Unterschied, trotzdem sollte doch beim Strecken mehr möglich sein :unsure:
Vielleicht verlinkst du uns einen Rohstack von den Duo Aufnahmen.
 
Wenn Du UIC und NB Aufnahmen kombinieren willst, solltest Du pro Filter getrennt stacken, weil Du auch unterschiedliche Flats bekommst. Dann kannst Du beide Masters mit HDR Funktionen bzw. Masken überblenden.
Ich habe jetzt beide nächte (UV/IR-Cut+ALP-T) im WBPP nach Nacht sortiert und zusammen gestackt, dass hat scheinbar gut geklappt. Zumindest sind die Sternenfarben jetzt wieder normal.

Die Belichtungszeit von 300 Sekunden mit einem ähnlichen Öffnungsverhältnis ist mir gut bekannt, allerdings mit Gain 100.
Gain 0 vs. 100 ist natürlich ein enormer Unterschied, trotzdem sollte doch beim Strecken mehr möglich sein :unsure:
Vielleicht verlinkst du uns einen Rohstack von den Duo Aufnahmen.

Ich nutze den 72ED mit einem Reducer/Flattener. Ich komm so auf F/4,7. Ich hab die Nacht mit dem ALP-T nochmal radikaler gestreckt. Tatsächlich komme ich jetzt schon deutlich näher an den UV/IR-Cut. Kann also doch am Stretch liegen.

Gain 0 vs. 100 ist natürlich ein enormer Unterschied, trotzdem sollte doch beim Strecken mehr möglich sein :unsure:
EDIT: Dir sollte auch klar sein, dass Du bei Gain 0 maximale Full well capacity hast, also benötigst du viel mehr Photonen um einen Pixel komplett zu belichten. Das ist dann maximal unempfindlich, natürlich schlägt sich das in der Helligkeit der Objekte nieder. IMO ist das nur selten nötig, und die meisten Kollegen werden mit Gain-Werten glücklich, die ein schwaches Ausleserauschen ergeben (Stichwort "unity gain"). Der genaue Wert wird je nach Software/Treiber und Kameramodell unterschiedlich sein.
Habe mit dem UV/IR-Cut bisher immer mit 300sec bei Gain 0 belichtet und war bisher immer zufrieden. Allerdings wollte ich jetzt auf 120-180sec runter, da ich so schneller genug Bilder fürs Drizzlen hab. Ich habe allerdings noch immer nicht so richtig verstanden, wie ich herrausfinde welchen Gain und Belichtungszeit ich wählen soll. Ich weiß das es diese Diagramme gibt, aber richtig schlau werde ich nichts drauß.
 

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Habe mit dem UV/IR-Cut bisher immer mit 300sec bei Gain 0 belichtet und war bisher immer zufrieden. Allerdings wollte ich jetzt auf 120-180sec runter, da ich so schneller genug Bilder fürs Drizzlen hab. Ich habe allerdings noch immer nicht so richtig verstanden, wie ich herrausfinde welchen Gain und Belichtungszeit ich wählen soll. Ich weiß das es diese Diagramme gibt, aber richtig schlau werde ich nichts drauß.

Im Prinzip kommt es darauf an, was Du willst bzw. brauchst.
Die meisten zielen bei DSO auf möglichst wenig Rauschen bei vertretbarem Dynamikumfang ab. Es ist eigentlich ein Balancieren deiner Möglichkeiten. Wenn du z.b. bei hohen Brennweiten nicht stabil genug guiden kannst, profitierst du eher von kürzeren Belichtungszeiten. Die erreichst Du mit mehr Gain, dafür steigt ab einem gewissen Grad aber das Rauschen an. Rauschen ist jetzt imo nicht so ein großes Problem, weil es durch Dithering und stacken vieler Frames (die du ja bei kürzeren Belichtungszeiten sowieso hast) wieder "verschwindet" ABER der Dynamikumfang reduziert sich ebenfalls bei höheren Gain Einstellungen, du kommst schneller in die Sättigung, was vor allem bei hellen Objekten (Sternen) schlecht ist (Stichwort "Ausbrennen").
Da du anscheinend sowieso zusätzlich Breitband-Aufnahmen für schöne Sternfarben integrierst, können dir ein paar ausgebrannte Sterne im Schmalband-Summenbild eher egal sein, weil die von den "schöneren" Aufnahmen in der Bearbeitung überdeckt werden. Nur sollten die Schmalband-Sterne eben möglichst klein d.h. punktförmig sein, was mit scharfen Aufnahmen gelingen sollte.

Ich persönlich würde es an Deiner Stelle halt so machen. Nebulöse Objekte mit NB bei höherem Gain und geringerer Dynamik, Sterne mit UV/IR Cut und höherer Dynamik, aber auch so kurzen Zeiten, dass sie als Summenbild schön scharf bleiben, ohne dass Du die Hälfte deiner Aufnahmen wegwerfen musst.
Getrennt gestacked, danach mit Bildbearbeitung kombiniert.

Nebenbei: Brauchst Du das Drizzling eigentlich wirklich? Wäre halt ein weiterer Faktor, den Du bei der Wahl deiner Strategie berücksichtigen musst. Das wäre für mich z.b. eine Rafinesse, die ich später zusätzlich einbauen würde, nachdem ich beim Ablichten vieler verschiedener Ziele routiniert genug geworden bin.

EDIT: Wie fokusierst Du eigentlich? Mit Focuser oder manuell?
 
Ich verwende ebenfalls den Antlia ALP-T Dualband Filter und erhalte unter Stadthimmel damit dramatisch viel mehr Kontrast zum Hintergrund bei H-alpha und OIII. Ich belichte aus praktischen Gründen sowohl ohne Filter, als auch mit Filter meist mit 2 Minuten Subs und das funktioniert sehr gut. Ich sehe keinen Grund, warum man bei Schmalband längere Einzelbelichtungen machen muss, das Ausleserauschen fällt doch ab Bortle 4 und schlechter ab 1-2 Minuten auch bei dem engbandigen Filter kaum noch ins Gewicht. Dein schwaches Ergebnis aus dem Eingangsposting kann ich nicht nachvollziehen. Ist dein Filter kaputt? Oder liegt ein Kamera Einstellungsfehler vor?

Laut ZWO ASI585 Manual ist der Knick zum High Conversion Gain (HCG) bei Gain 252. Das wäre der Gain, den ich bei dieser Kamera für Deep Sky verwenden würde, damit das Ausleserauschen noch weiter sinkt. Aber ich kenne diese Kamera nicht, was machen die anderen Nutzer? Hast du in den Rohdaten Nullen? Welchen Offset hast du gewählt? Oder vielleicht Die Darks oder Flats mit einem falschen Offset/Gain aufgenommen?

Ich habe jetzt beide nächte (UV/IR-Cut+ALP-T) im WBPP nach Nacht sortiert und zusammen gestackt,
Damit hättest du weder gute RGB Farben, noch den hohen Nebelkontrast aus den Schmalbanddaten, sondern ein Mix aus den beiden. Das erscheint mir nicht sinnvoll.
Die Kombination aus RGB und Schmalband habe ich im Nachbarforum am Beispiel Wolf-Rayet Nebel Thor's Helm NGC 2359 beschrieben.
In Stichworten:
1. RGB- und die Schmalbanddaten getrennt stacken
2. Die Schmalbanddaten entsternen
3. In Ebenentechnik die Ebenen aus 1+2 überlagern
 
@makro_

Soweit ich weiß sollte man bei RGB Aufnahmen ja immer ein 1x Drizzle durchführen und laut diverser Stimmen braucht man fürs Drizzlen 30-60 Einzelaufnahmen. Fokusiert wird mit dem EAF via Asi Air Plus.

@Stathis

Schwierig zu sagen warum das Ergebnis enttäuschent ist. Einen Schaden an denn Beschichtungen ist denke mal auszuschließen, der Filter sieht neuwertig aus. Eventuell kriege ich es nicht mehr so gestreckt wie die Breitbandaufnahme aus dem Dezember, die Kameraeinstellungen passen einfach nicht oder das objekt stand deultich tiefer als im Dezember. Wie schon erwähnt, die richtige Belichtungszeit und Gain zu wählen ist für mich noch ein Buch mit 7 Siegeln.

Eventuell sollte ich es wirklich mal mit Gain 254 bei 2-3min Belichtungszeit probieren. Aber nochmal zum Verständis: Wenn ich mir das Datenblatt der Kamera anschaue habe ich bei Gain 0 das stärkste Rauschen aber dafür die beste Dynamic Range und die höchste Full Well Capacity. Bei Gain 0 muss ich also sehr lange Belichten um den Pixel "voll" zu kriegen und habe dabei starkes rauschen aber eine hohe DR.

Wenn ich auf Gain 254 erhöhe, ist das rauschen sehr gering, die DR ist im Mittelfeld und die Full Well Capacity sinkt auf 3k. Hier ist der Pixel also schon deutlich schneller "voll", habe ein geringes Rauschen und eine ordentliche DR. Kann man also sagen das ich mich für DSO eigentlich immer für HCG-Mode entscheiden sollte und daraufhin meine Belichtungszeit anpassen soll ?. Aber woher weiß ich mit welcher Belichtungszeit ich an Objekt XY die Full Well Capacity erreicht habe ?.

"Hast du in den Rohdaten Nullen?" was genau meinst du damit ?. Offset lässt sich in der Asi Air nicht einstellen. Darks mache ich in der Regel nicht, da ich Dither habe ich keine probleme mit Hotpixel und Ampglow hab ich auch keinen. Flats habe ich mit dem selben Gain aufgenommen, ist in der Asi Air so eingestellt.

Im grunde brauche ich also die Breitbandaufnahmen nur für die Sterne ?. Da sollten also paar 20-30min Gesamtbelichtung ausreichen. Und die Daten vom Nebel im Breitband sind nicht zu gebrauchen ?.

Wenn ich UV/IR-Cut Aufnahmen für die Sterne und NB Aufnahmen für den Nebel in der selben Nacht mache, darf ich natürlich nicht vergessen vorm Filterwechsel Flats zu machen und sie richtig zu bezeichnen.
 
Hi,

ich teste die Belichtungszeit um die FWC zu erreichen, indem ich Einzelbelichtungen mache, bis ich mit der Anzahl gesättigter Pixel zufrieden bin. Bei z.B. 2000 Sternen im Bild habe ich mit 500 gesättigten Pixeln eigentlich kein Problem, da Sterne im Zentrum bei meinen Bildern gerne gesättigt sein dürfen. Nachdem Du die ja optimalerweise entfernst und durch die RGB Sterne ersetzt, kannst Du da schon einige Pixel in die Sättigung "fahren", ohne nacher sichtbare Artefakte im fertigen Bild zu sehen.
Also da würde ich auch immer HCG Mode für Nebelframes aktivieren, damit hast Du vermutlich auch schon bei 2 Minuten ordentliche Belichtungen bei den meisten hellen Nebeln, wie Du sie von Breitbandaufnahmen gewohnt bist.

EDIT:
Die Nebeldaten im Breitband wirst Du wohl nicht verwenden wollen, weil die Farben mit dem Schmalband-Nebeldaten schwierig abzustimmen sind, ausserdem hast Du mehr Kontrast in den Schmalbandstacks, den Du durch Einbezug der Breitband-Nebeldaten wieder verringern würdest.
Das hat schon so seinen Sinn, warum nur Sterne aus den RGB- und nur Nebeldaten aus den Schmalbandstacks verwendet werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Nur das Ausleserauschen pro Einzelbild ist bei Gain O höher. Das thermische Rauschen pro Zeit hängt lediglich von der Chiptemperatur ab. Das Himmelshintergrundrauschen hängt von der Lichtverschmutzung und Transparenz ab.

Du musst das Pixel nicht mit Gewalt voll kriegen = sättigen, alle Werte über null und unter dem Maximum sind in Ordnung. Ein paar gesättigte Sterne kann man getrost in Kauf nehmen, wie Marko beireits geschrieben hat. Null Counts Signal sind nicht gut, da Information verloren geht. Daher setzt man den Offset so hoch, um dies zu vermeiden. Warum das bei ASI Air nicht einstellbar ist, müssen andere sagen, ich kenne mich damit nicht aus. Vermutlich ist aber dann ein fester vernünftiger Wert voreingestellt? Darüber würde ich mit keine zu große Gedanken machen.

@Marko: Ich verwende die Nebeldaten aus den RGB- Aufnahmen auch mit, siehe meinen oben verlinkten Workflow. Ich will darauf eigentlich nicht verzichten, zumal ja auch manchmal Reflexionnebel dabei sind. Das Signal ist bei schwachen Emissionsnebeln und flächenschwachen Planetaries allerdings so viel schwächer über dem Hintergrund als bei den Schmalbanddaten, dass es kaum eine Rolle spielt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Okay, das wäre mein Versuch. Ich habe mich mit dem Objekt noch nicht beschäftigt, aber die Aufnahmen mit dem Duo Filter scheinen mir nicht ideal zu sein.
Ob es nur am Gain liegt, wohl eher nicht. Die hellen Sterne sind auch merkwürdig.

IC443_ALP-T.jpg
 
Was vermutest du, neben dem Gain. ?

Zumal mich interessieren würde wie du bei der Bearbeitung vorgegangen bist. Ich finde dein Bild wesentlich besser als meins.
 
War eine einfache Bildbearbeitung, mir ging es hauptsächlich darum zu sehen, wie weit man strecken kann.
Leichten Gradienten entfernt. In PI BackgroundNeutralization, etwas Grün entfernt, wollte aber nicht übertreiben, deshalb noch etwas grünstichig. BXT und NoiseXT und gestreckt. In PS noch Tonwertkorrektur, ein wenig Helligkeit, Kontrast und Farbe angehoben. Auch ein wenig Tiefen/Lichter.
 
War eine einfache Bildbearbeitung, mir ging es hauptsächlich darum zu sehen, wie weit man strecken kann.
Leichten Gradienten entfernt. In PI BackgroundNeutralization, etwas Grün entfernt, wollte aber nicht übertreiben, deshalb noch etwas grünstichig. BXT und NoiseXT und gestreckt. In PS noch Tonwertkorrektur, ein wenig Helligkeit, Kontrast und Farbe angehoben. Auch ein wenig Tiefen/Lichter.
Also ich gehe immer wie folgt vor:

  1. Stacking mit WBPP
  2. Crop
  3. Graxpert
  4. Imagesolver
  5. Spectrophotometrische Farbkalibrierung
  6. BlurX
  7. NoiseX
  8. StarX
  9. Farbsättigung auf Starless etwas erhöhen
  10. Starless 2x mit GHS strecken
  11. Stars einfach GHS strecken
  12. Kombinieren
  13. Grünstich entfernen (meistens nicht nötig)
  14. Mit Curve Transformation Helligkeit vom Nebel erhöhen und den Hintergrund abdunkeln
  15. HDR Multiscale Transform (falls nötig)
  16. Dark Structure Enhancer (falls sinvoll)
  17. Zum Schluss evtl. noch etwas NoiseX oder Farbsättigung erhöhen
 

Es sind 19x300sec bei Gain 0 und dem ALP-T. Gestackt mit WBPP.
Leider nur im PixInsight eigenen .xisf Format. Nicht PI Nutzer können damit nichts anfangen, sie hätten ein allgemein lesbares 32 Bit .tif oder .fits gebraucht.
Aber MK2007 hat es ja mit PI entwickelt, danke dafür.

Ich vermute hier mehrere Baustellen:
1. Die Filter Version von MK2007 zeigt wesentlich mehr Nebeldetail als deine Filter Version und sogar wesentlich schwächere Sterne, als deine RGB Version. Mein ALPT-Filter dunkelt das Kontinuum (Himmelshintergrund und Sterne) um ca. Faktor 50 ab, im Ergebnis erhalte ich über 2 mag weniger Sterngrenzgröße als ohne Filter, während das OIII+Ha Signal nahezu gleich bleibt. Das ja gerade der Sinn eines Schmalbandfilters. Wie stark dunkelt dein Filter den Hintergrund ab? Das kann man an den Counts (ADU-Werte) in den Rohbildern direkt ablesen und vergleichen. Warum ist das Ergebnis bei dir so dramatisch anders?
2. Die hellen Sterne sehen auch in der Version von MK2007 wirklich komisch aus. Mein ALPT-Filter macht keine solchen Halos und mein L-Enhance zuvor auch nur in sehr schwacher Ausprägung. Kann es sein, dass bei einzelnen Frames der Fokus davongelaufen ist? Oder hattest du partiell Hochnebel oder beschlagenen Filter? Hast du mal alle 19 Einzelframes durchgeschaut? Sind die wirklich alle gleich?
3. Nebenaspekt: Der helle rote Eta Gem hat in deiner RGB-Version einen orangefarbenen Halo. Ist das der Farbfehler eines ED-Halb-Apos, oder Bearbeitungsartefakt? Ist das auch bei deinen anderen RGB- Bildern so?

Oder sind dir sogar bereits beim Stacken RGB- und Schmalbandframes durcheinander geraten?
Oder ist wirklich was mit dem Filter, auch wenn er rein äußerlich gut ausschaut? Die Halos könntest du bei nächster Gelegenheit am hellen Stern direkt am Rohbild in Autostretch- Ansicht erkennen. Dabei ruhig auch mal mit dem Fokus hin und her spielen und auch ohne Filter vergleichen.

Bin gespannt, was herauskommt.
 
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@Stathis

1. Denn ADU-Wert kann ich mal später wenn ich Zuhause bin mal nachgucken.
2. Kann ich nur schwer beurteilen ob der Focus abgehauen ist. Ich hab den EAF so eingestellt, dass er nach einer gewissen Temp.änderung oder stündlich neu fokussiert. Ich hatte zuerst den UV/IR Cut eingelegt, habe damit PA etc. gemacht und zur Aufnahme dann auf den ALP-T gewechselt. Evtl. ist er dabei beschlagen oder der EAF hatte probleme mit dem ALP-T zu fokusieren. Es war an sich eine klare Nacht, aber ich weiß nicht mehr ob ich Bilder aussortiert habe weil sich Nebel/Wolken bemerkbar gemacht haben. Die letzten paar Bilder musste ich aber rausschmeißen, da die Dachkante im weg war. Was mir grade auch spontan eingefallen ist: Im Dezember stand IC443 bei ca. 60° im Süden. Beim ablichten mit dem ALP-T stand er schon im Westen bei ca. 30°. Ungefähr dort steht auch eine Eiche. Evtl. haben da die Äste ins Bild geragt ?!?. Jedenfalls habe ich am selben Abend noch M106 mit dem UV/IR-Cut abgelichtet, ohne irgendwelche komischen Probleme. Wenn du willst kann ich dir die Singleframes vom ICC443 ALP-T hochladen, evtl. findest du etwas.
3. Ich vermute da war bei dem ein oder anderen Singleframe einfach noch etwas Einfluss durch leichten Nebel. Im Dezember ist es bei mir ehr selten Kristall klar.

Ich habe die RGB-Aufnahmen aus Dezember und die Schmalband aus März in verschiedenen Ordner, vermischen ist da also nicht möglich.

Ich mal das mal bei der nächsten klaren Nacht probieren.
 
Hallo Sterno3000,

danke für die Eizelframe Rohdaten, ich habe sie mir angeschaut:
1. Der Fokus passt bei allen, immer gleiche FWHM Werte.
2. Der Halo um Eta Gem ist auf allen ALP-T Einzelbildern. Ein Stacking mit dem Deep Sky Stacker ergibt wieder den Halo, so wie bei dir und bei MK2007. Davongelaufenen Fokus oder Baumzweige kann man somit ausschließen.
3. Die RGB- Files haben einen Hintergrund von ca. 685 ADU, die vom ALP-T ca. 263 ADU, das ist nur um Faktor 2,6 dunkler, weit entfernt vom Faktor 50, den ich mit dem Filter gewohnt bin. Ob das von der niedrigeren Höhe von 30° der ALP-T Daten kommen kann? Oder es liegt einfach an meinem viel hellerem Stadthimmel.
4. Die Sterngrenzgröße am Rohstack ist laut ASTAP im RGB Bild 18,8 mag und im ALP-T Bild 16,5 mag. Das passt wieder mit meinem ALP-T Filter gut überein.

RGB und ALP-T Stack in Siril quick and dirty bearbeitet, nur um den Intensitätsvergleich zu sehen: Zuschnitt, Hintergrundabzug, Farbkalibrierung, Stretch:

IC443_RGB_SirilPhStretch.jpg IC443_ALPT_SirilPh_Stretch.jpg
Der Unterschied ist weit schwächer als bei meinen Aufnahmen mit dem ALP-T Filter. Liegt vermutlich wieder zum Großteil an meinem schlechteren Himmel (Bortle 8). Dass der Filter die H-alpha Linie nicht genau trifft, kann ich aus diesen Daten jedenfalls nicht ableiten. Vielleicht können die anderen noch etwas dazu sagen? Ansonsten würde ich einfach damit weiter fotografieren und Erkenntnisse sammeln. Ansonsten würde ich einfach damit weiter fotografieren und Erkenntnisse sammeln.

Hier noch die Kombination vom RGB Bild + entsterntem ALP-T Bild mit Gimp Ebenentechnik mit Methode "Bildschirm" = "Screen" (enspricht "Negativ Multiplizieren" in Photoshop. Die Ebenen waren stark gegeneinander verdreht und mussten passend gedreht und geschoben werden. Es bleibt jedoch genug Überschneidung (außer links oben die Kante). Es erfolgte keine weitere Verarbeitung (kein schärfen, kein entrauschen, nur Histogrammkurven weiter angepasst...):

IC443_RGB+ALPT_Kombi.jpg
Das Bild gefällt mir, für den kleinen 72 mm APO recht ordentlich, oder? Gratuliere. Auch der helle Eta Gem sieht gut aus, finde ich.
 
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@Stathis

Danke für die Analyse meiner Bilder.

Ich werde denk ich mal so weiter machen aber den Gain mal auf 254 erhöhen und mit der Belichtungszeit runter gehen. Vielleicht war letzte Woche auch einfach irgendwo der Wurm drin.

Zudem werden ich mir mal anschauen müssen wie genau man Duo-Narrowband Aufnahmen richtig mit Pixinsight bearbeitet. Und das strecken der Bilder muss ich ich mir auf jeden Fall nochmal richtig anschauen. Das scheint bei mir mit GHS wohl noch nicht richtig zu klappen.

Ich wollte aber nochmal kurz klären ob der Aufbau bei mir richtig ist.

585mc>26mm Abstandshülse>1mm Abstandsring>Filterschublade>0,79x Flattner/Reducer>72ED F/4,7.

Laut Lacerta brauch ich einen Arbeitsabstand von 65,5mm, denn ich auch einhalte.

Die goldene Filterseite schaut richtung Sensor, die silberne richtung Teleskop.

Das ganze wird in den OAZ gesteckt und per Ringklemmung geklemmt.
 
Bringe die Filterschublade besser direkt an die Kamera an, also an den schwarzen 11mm Ring der Kamera. Und die Verlängerung von gesamt 27mm zwischen Reducer und Filterschublade.

Ansonsten hatte ich mit den ALP-T und L-Ultimate jeweils mindestens doppelt so lange belichtet, wie ohne Schmalband.

Versuche vielleicht auch mit dem PI eigenen HistogramTransformation zu strecken, ist eigentlich ziemlich simpel.
 
Grob geschätzt hätte ich mit dem UV/IR-Cut bis zu 120 Sekunden belichtet und Schmalband 240 - 360 Sekunden.
 
Ja, ich belichte auch meist so 240-300 Sekunden mit Dual-NB Filtern im Unity-Gain Bereich.
Mit UV/IR-Cut belichte ich meist 120 Sekunden, bei hellen Objekten (z.b. Orionnebel) auch gerne kürzer.
 
Der Offset ist mit 3 ADU bei den Bildern schon arg niedrig eingestellt. Kann man aus dem Header lesen (z.B. wenn man die Bilder in SIRIL öffnet). Etwas wenig, aber könnte für die Kamera gerade so reichen. Den Offset wählt die ASIAIR halt selbstständig aus, abhängig wohl von Kameramodell und Gain.

Die 585MC hat "nur" 12 Bit Auflösung - wenn da das Gesamtsignal zu niedrig ist, verschenkt man Dynamik. Bei sehr vielen Einzelaufnahmen spielt das keine große Rolle, aber bei so wenig Aufnahmen schon. Man sollte daher anstreben, dass die Ha/OII-Signale nicht zu niedrig liegen. Bei den ALP-T-Aufnahmen liegen die hellsten Stellen des Nebels bei ca. 360 ADU. Da die ASIAIR offenbar die Daten auf 16 Bit hochrechnet entspricht das einem tatsächlichen Pixelwert aus der Kamera von ca. 22-23 ADU. Abzüglich Offset 3 sind das nur 20 ADU "echtes Signal" aus dem die Dynamik des Nebels im Bild kommen muss (und die sich gegenüber dem Rauschen durchsetzen müssen). Mit 16 Frames kommt man da nach dem Stacking auf 80 ADU "Dynamik" - immer noch arg wenig.

Bei den RGB-Aufnahmen sind es knapp 1000 ADU, also Kamera-Signal ca. 60 ADU. Nach dem Stacken von 16 Frames landet man hier bei 240 ADU zwischen "Dunkel" und hellen Nebelpartien.

In den dunkleren Bereichen des Nebels ist es natürlich noch schlechter ;-)

Das "Nutzsignal" sollte deutlich höher sein, dann sieht man auch mehr ;-)

Drei Möglichkeiten um das Signal zu erhöhen:

1. Gain rauf - wie schon erwähnt.
2. Längere Einzelbelichtungen.
3. (Viel) mehr Einzelbelichtungen

Wobei die ersten beiden Maßnahmen natürlich mehr Sterne ausbrennen lassen. Also ggf. zusätzlich nochmal kürzer belichtete Aufnahmen mit niedrigem Gain und UV/IR für die Sternfarben machen. Variante 3 ist da besser - und für ein "Drizzle-Debayer" soll man ja eh mindestens 30 Bilder haben *g*

Ich würde dann auf jeden Fall UV/IR und ALP-T getrennt stacken. Optional einen dritten Stack mit den kürzer belichteten UV/IR dann ggf. auch noch stacken. Alle Ergebnisse dann aufeinander registrieren und anschließend die Sterne entfernen.

Man hat nun drei Bilder:

1. Sterne aus UV/IR
2. Nebel aus UV/IR
3. Nebel aus ALP-T

Alle drei Bildern stretchen und anschließend in Photoshop/Gimp kombinieren. Alternativ die Bilder 2+3 mit Pixelmath oder einem anderen Tool der Wahl kombinieren und nur die Sterne anschließend in Photoshop etc. reinrechnen.

Ciao, Udo
 
Hallo Sterno,

auf dem Bild von MK / Beitrag #12, erkennt man sehr schön, dass die Halos auch bei etwas weniger hellen Sternen erscheinen. Zudem sind die Halos nicht symetrisch um die Sterne herum.

Ich habe zum Test meines ALP-T die SADR-Region hergenommen. Der Stern ist ein bischen heller und wirft einen leichten Halo ohne Dezentrierung.

Was ja bereits erwähnt wurde, dass du zwingend die Filterschublade als erste Komponente direkt an die Kamera anbringen musst.
Wenn du dann immer noch dezentrierte Halos hast (bei sehr hellen Sternen), solltest du den Filter anprangern.
Die Halos um die kleineren Sterne herum, dürften komplett verschwinden.

Im Bild aus Beitrag #12 sieht man an den kleinen Sternen links oben dezentrierte Halos, rechts unten aber keine bis maximal zentrierte schwache Halos.
Eine Verkippung ist das aber eher nicht; liegt wahrscheinlich am "zu weit" entfernten Filter. Oooooder der Filter ist nicht gerade eingeschraubt; ist mir auch schon passiert (weiss aber nicht mehr wie sich das geäußert hat; ich glaube durch den Oiii-Filter kam kein Signal deswegen :unsure: ).

Meine Einstellungen bei Bortle6 / f5
OSC/UVIR cut bei Gain0 120-180s
ALP-T bei Gain 252 300s

Edith: Ganz vergessen...
DUO Narrowband bearbeite ich immer Richtung HOO. Cuiv the lazy Geek hat da gute Tutorials.
Aktuell spiele ich etwas mit dieser Methode, wobei ich die Methoden von cooldestnights schon immer irgendwie genutzt habe.
 
@Raumfisch @MK2007

Hab da ein kleines Problem beim Montieren der Schublade. Ich kann es problemlos an der Kamera schrauben, allerdings macht mir die T2-Verlängerung zwischen Schublade und Flattner/Reducer probleme. Mit dem M48/T2 Adapterring kann ich die T2-Verlängerung zwar an die Schublade schrauben, man hat allerdings keinen Anschlag und kann die Verlängerung also nicht festziehen. Wenn ich den 1mm Abstandring zwischen Adaptering und Verlängerung platziere, hab ich so ne Art Anschlag, da dieser Abstandsring nur minimal breiter ist als der Adaptering lässt er sich etwas in Gewinde schrauben.

Kurz gesagt: Ich komme nur auf einen Arbeitsabstand von ca. 64,5mm, fehlt also ca. 0,5mm. Ist das tragisch ?.
 
Laut Lacerta ist der Arbeitsabstand 65,5mm. Mit dem Filter in der Schublade fehlen dann sogar knapp über 1,5mm. Einfach mal probieren.
Achte aber darauf, dass alles vernünftig und ohne Verkippung festgeschraubt ist, wenn sein muss, neue Ringe und/oder Adapter besorgen.
 
Laut Lacerta ist der Arbeitsabstand 65,5mm. Mit dem Filter in der Schublade fehlen dann sogar knapp über 1,5mm. Einfach mal probieren.
Achte aber darauf, dass alles vernünftig und ohne Verkippung festgeschraubt ist, wenn sein muss, neue Ringe und/oder Adapter besorgen.
Wie meinst du das mit dem Filter, muss man den auch noch dazu rechnen ?.

Sensor->Kameraadapter (17,5mm)+ Filterschublade (21mm) + T2-Verlängerung (26mm) + Verlängerungsring (1mm) = 65,5mm
 
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