Empfehlung fuer f5 (1000/200) Refraktor

Matchbox

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Hallo,

auf der Seite "Kleiner Ratgeber für den Teleskopkauf: Die Okulare" hab ich folgende Empfehlung fuer ein f5 Refraktor:

Öffnungsverhältnis 5:
4 Okulare
5 mm OR
9-10 mm OR
18-20 mm PL
32-35 mm PL/WW

Ich bin 50 Jahre und habe aktuell ein 20mm WW von Leica und ein (Super) Ploessl 6,4mm.
Ein mitgeliefertes 28mm 2 Zoll war beim Teleskop dabei. Im Vergleich zu dem Leica (habe ich noch aus frueheren Zeiten) finde ich es aber schlechter.

Ich wuerde gern eine maximale Vergroesserung und die 32-35mm als naechste in Angriff nehmen.
Wobei ich nicht weiss ob sich da noch wesentlich etwas von 6,4mm auf 5mm auftut.

Freue mich ueber Empfehlungen.

VIele Gruesse
Oli
 

Der_Peter

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Ich vermute, dass Du von Deinem Leica Okular verwöhnt bist.

Spielt Geld eine zu berücksichtigende Rolle oder kannst Du Dir einfach kaufen, was Du willst?

=> Im letzteren Fall einfach das 4,7 mm Ethos SX mit 110° und das 31 mm Nagler T5 mit 82° von TeleVue kaufen und sich ein Leben lang freuen.
Das 3,7 mm Ethos SX erzeugt schon eine recht kleine Austrittspupille, wenn die Öffnung nicht größer als 5" ist...
Nachtrag: Sehe gerade, dass Du 200 mm Öffnung hast. => Für mich wäre mit dem 3,7 mm Okular eine AP von 0,74 mm noch akzeptabel. => 3,7 mm oder 4,7 mm, je nachdem, ob Dir AP oder Maximalvergrößerung wichtiger ist.

Nebenbei lieferte Dir das 31 mm eine AP von gut 6 mm. Da musst Du wissen, ob das für Deine Augen und Deinen Himmel passt.

P.S.: "Billiger" geht natürlich immer.
 
Zuletzt bearbeitet:

Antares

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Hi Oli,
ich gehe davon aus, dass das kein Refraktor sondern ein Reflektor ist - sprich ein Newton. Dem 28mm als Beilage nach einen Skywatcher. ;)

Die Okularempfehlungen die Du gefunden hast, sind vermutlich 20 Jahre alt, wie der in Teilen veraltete und falsche Text zeigt. Größtes scheinbares Feld zeigen nicht die Nagler, die auch keine 87 Grad haben, sondern derzeit das 9 mm ES Okular mit 120 Grad, gefolgt von den Televue Ethos SX und deren " Clone" mit je 110 Grad. Dann kommen die Ethos und "Clone" mit 100 Grad und seit kurzem auch diverse abweichend konstruierte 100 Grad "SWA-Okulare".

Fakt ist, Du hast ein f/5 Gerät, die AP ergibt sich aus Okularbrennweite x Öffnungsverhältnis.
Achtung: Das Öffnungsverhältnis ist ein Bruch nämlich 1/5!
Sinnvolle APs (biologische Einschränkungen außen vor) sind am oberen Ende passend zur Grenzgröße am Himmel und am unteren Ende über das Beobachtungsziel und die Optik größe und - güte zu definieren.
Max. AP - manchmal gilt es abzuwägen mit dem max. möglichen Feld - ist Grenzgröße am Himmel plus maximal 1. Ich bin 53 und gehe z.B. auf 6,4 mm AP bei Himmel von 5,6 - 6 mag.
Min. AP - verwendet man am Mond, ggf am Planeten und bestimmten PNs. Mathematisch betrachtet kommt unter 1 AP keine Auflösung mehr dazu, weswegen AP 1 im Grunde fast immer zu besetzen ist.
Manchmal braucht es zur Wahrnehmung von Details etwas weniger AP = mehr Vergrößerung. Erfahrungsgemäß ist 0,7 mm, manchmal auch 0,5 mm einsetzbar, sofern wir im Bereich bis 12 " bleiben und grundsätzlich eine sehr gute Optik unterstellen. Bei größeren Geräten spielt das Seeing regelmäßig nicht mit, um Ap < 1 zu verwenden. Minderwertige Optiken unter 12" können 1 AP auch oft nicht leisten.
0,7 AP wären bei f/5 ein 3,5 mm Okular.

Nehmen wir Dein 20 mm Leica als gesetzt (ich kenne dieses Okular leider nicht, aber bin der Qualität anderer Leicas bewußt), wäre da Du ein 28 mm hast meine Priorität beim Kauf
1. Arbeitstier - AP im Bereich 2,5 - TopOkular Ethos 13mm
2. AP 1 - TopOkular Ethos SX 4,7
3. AP 6 - Nagler 31 oder ES 30
4. Lücke zwischen 1 und 2, z.B. Ethos 8 mm

Die 4 liegen in der Summe bei ca 2400,- EURO. Das ist viel Geld, aber sie sind es wert und halten Jahrzehnte. Wenn man das ES 30 nimmt und "Ethos-Clone" (Lunt HDC , Skywatcher-Myriad etc. gelabelt) kostet das 4er Paket etwa die Hälfte.
Das wäre meine grundsätzliche Empfehlung, die je nach Vorliebe und individuellen Wünschen anpassbar ist.
CS
 

Horst66

Mitglied
Vielleicht nennst Du uns dein angedachtes Budget, damit die Beratung etwas zielgerichteter gehen kann. Nicht jeder ist bereit alleine für das gute Gefühl das Beste genommen zu haben knapp 1500€ mehr in die Hand zu nehmen.

sebst im Bereich von 100€ pro Okular sind sinnvolle Käufe möglich, gerade auch im Vergleich zum eingesetzen Teleskop...
 

Matchbox

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Hallo und vielen Dank schonmal fuer Eure Tipps.

Korrektur: Hatte mich mal wieder mit Refraktor/Reflektor vertan. Es ist natuerlich ein Reflektor (Titel kann gerne dahingehend geaendert werden). Konkrekt ist es ein "Skywatcher Teleskop N 200/1000 PDS Explorer BD OTA (auf HEQ-5)".

Und sorry wegen der fehlenden Budgetangabe - haette nicht gedacht das es so weit nach oben gehen kann :)

In Anbetracht der Preise, wuerde ich mich zunaechst einmal auf ein 4,7(5)mm konzentrieren wollen.
Ob es danach eher das 13mm oder 31mm werden soll weiss ich nicht.

Grundsaetzlich bin ich mit dem WW Leica schon recht begeistert wenn ich mal "spazieren gehe" - wobei ich deutlich Randunschaerfen feststelle.


Fuer das 4,7 wuerde ich schon an die 500 Euro ausgeben wollen.

Von dem 4,7er Ethos wuerde es auch ein Clone geben, hab ich das richtig verstanden?


Nochmal kurz zu meinem 20mm WW Leica und dem mitgelieferten 28mm was bei dem Skywatcher Teleskop dabei war.
Ich hab die beiden auch mal vom Gesichtsfeld verglichen und sie kommen mir nahzu gleich vor.

Die Randschaerfe moechte ich nochmal vergleichen.
Weiss zufaellig jemand was das ueberlicherweise fuer eine Marke (Qualitaet) ist?

VG
Oli
 

Sven_Wienstein

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Hallo Oli,

bei f/5 ist die Randabbildung immer ein Thema und zwar besonders bei Okularen mit langer Brennweite. Gut nutzbar ist der Brennweitenbereich 3,5mm bis 35mm. Ein visuell verwendbarer Komakorrektor ist eigentlich zu empfehlen, wenn ich mir das Budget so anschaue. Denn egal ob ein Ethos oder einer seiner Clone: Am Rand bilden diese Okulare ohne Komakorrektor zwar noch vergleichsweise gut ab, aber wenn man schon auf den Rand achtet, gibt es Top-Leistung nicht ohne Komakorrektor. Für die visuelle Verwendung ist meiner Erfahrung nach der HRCC von Explore Scientific derzeit der interessanteste. Ein gebrauchter Paracorr I kommt in Frage, der hat aber je nach Version mechanische Schwächen (betroffen: PCV-2000, gut: PVL-2008) und ein Paracorr II rechtfertigt den exorbitanten Preis visuell und an f/5 nicht. Eine Alternative ist der GPU, der aber bezüglich Länge und der fehlenden Trimm-Möglichkeit nicht ganz dieselben Möglichkeiten bietet. Der GPU verlängert allerdings die Brennweite nicht, sondern verkürzt etwas, um den Faktor 0,95. Der HRCC soll 6% verlängern und ich sage vorsichtig 10%, der ParacorrI wie II bringt 15% Brennweite oben drauf.
Diese Überlegung sollte man durchaus vorweg einbringen, denn es ändert die Brennweiten-Abstufungen der Okulare leicht. So macht der Paracorr aus einem 4,7mm effektiv ein 4,1mm, der HRCC noch ein 4,3mm.

Weiter scheint ja ein Budget von 500 Euro für ein 4,7mm Okular beinahe einen Zwang zu einem Ethos oder generell einem 100° Okular auszuüben. Das würde ich gern hinterfragen, denn ein 100° Okular ist kein Allheilmittel!

Pro 100°:
- Deepsky-Objekte mit Spacewalk-Effekt
- Kleine Objekte mit "Drumherum", somit besonders empfehlenswert für Sternhaufen

Kontra 100°:
- Unter Top-Okularen gibt es auch welche mit noch besserer Transmission.
- Ein 100° Okular ist kein Planetenkiller (auch wenn man Planeten damit nett anschauen kann)
- Augenabstand
- Gewicht

Nun sind ja 4,7mm deutlich abseits der Top-Planetenvergrößerung, aber auch schon eindeutig im gut dafür brauchbaren Vergrößerungsbereich. Außerdem passen bei 210x selbst große Kugelsternhaufen noch problemlos in ein 70° Feld. Zwar hat M13 genau jene 20 Bogenminuten Durchmesser, die scheinbare 70° bei 210x als Himmelsausschnitt ergeben, aber visuell packt man nicht die ganze fotografische Ausdehnung. Daher kann man einen 200/1000 auch alternativ mit einem 5mm Pentax XW bestücken. Das hat 20mm Augenabstand, Top-Transmission und einen gewissen Gewichtsvorteil. Den Direktvergleich zwischen 4,7mm Ethos und 5mm Pentax XW habe ich noch nicht gemacht, aber ein 5mm XWA 110° hat das XW an M13 sogar bei f/4,5 einfach völlig deklassiert aufgrund seiner deutlich besseren Bilddefinition. Bei einem 4,7mm Ethos würde ich einen geringeren Unterschied erwarten, aber da selbst ein 5mm DeLite nicht mithält, erwarte ich das auch von einem Ethos nicht.

Bei einem Okular um 13mm wiederum würde ich anders abwägen. Das ist dann doch häufig im Deepsky-Einsatz und es gibt für den selteneren Fall von Planeten- oder Mondbeobachtung soviel Kontrastreserve, dass man hier wirklich gut auf 100° setzen kann, wenn man sich das leisten mag. Meinen Vergleich zwischen 13mm Ethos und 14mm Explore Scientific 100° würde ich nicht auf alle Brennweiten verallgemeinern und erst recht nicht auf alle 100° Marken. Daher noch mehr Link-Material:
14mm Explore Scientific - 13mm TeleVue Ethos
Lunt HDC 20mm 100°
17mm Ethos und 17mm LER 92°

Clear Skies
Sven
 

Matchbox

Mitglied
Hallo Sven und danke fuer Deine Rueckmeldung.
Ich lese mich heute Abend nochmal in Ruhe da durch.

Herausgelesen habe ich, das ich vielleicht auch noch etwas zu meinen Beobachtungsvorlieben sagen sollte.

Als quasi Anfaenger schau ich mir aktuell gerne Planeten (Saturn und Mars) an.
Offene Sternhaufen sahen mit meinem 20mm WW schon erstaunlich aus.
Auch M31 fahre ich regelmaessig an - die Galaxie hatte ich vor mehr als 20 Jahren mal in Sued-Frankreich mit meinem 150/800 beobachtet inkl. Sprialarme (mit meinem 6,4 PL).

Also von allem etwas wuerde ich sagen.
Wobei der Begriff "Planetenkiller" mich glaube schon etwas anspricht - also ein Okular indem ich moegl. Casini Teilung, Jupiter Band und Mars Strukturen erkennen koennte.

Achso und Astrofotografie soll dann auch noch irgendwann folgen :)
 

Feldstecher

Mitglied
Hallo Oli,
Daher kann man einen 200/1000 auch alternativ mit einem 5mm Pentax XW bestücken. Das hat 20mm Augenabstand, Top-Transmission und einen gewissen Gewichtsvorteil. Den Direktvergleich zwischen 4,7mm Ethos und 5mm Pentax XW habe ich noch nicht gemacht, aber ein 5mm XWA 110° hat das XW an M13 sogar bei f/4,5 einfach völlig deklassiert aufgrund seiner deutlich besseren Bilddefinition. Bei einem 4,7mm Ethos würde ich einen geringeren Unterschied erwarten, aber da selbst ein 5mm DeLite nicht mithält, erwarte ich das auch von einem Ethos nicht.
Hallo Sven,

irgendwie versteh ich den oben stehenden Absatz nicht. Das 5mm XWA 110° hat das Pentax XW einfach völlig deklassiert, obwohl das XW eine Top-Transmission hat? Oder meinst Du eigentlich, dass das XW das XWA deklassiert hat? Und noch eine Frage: Hattest Du schon mal ein Morpheus 4.5 / 6.5mm vor der Pupille? Wie siehst Du es im vgl. mit Pentax XW, Delos, DeLite und ev. XWA?

Danke und Gruß
Matthias
 

Sven_Wienstein

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Hallo Matthias,

ja, ist schlecht formuliert. Also das Pentax XW 5 war sehr deutlich besser als ein XWA 5mm, indem es die Sterne einfach heller und besser definiert zeigte. Das erreicht das XW offenbar durch eine bessere Transmission und weil die Sternpunkte bei f/4,5 einwandfrei klein sind.
Morpheus: Ich kenne nur das 17,5mm und ein Vergleich 4,5mm zu 5mm oder auch 6,5mm wäre schon recht "unscharf". Mein DeLite 5mm sieht gegen mein XW 5mm schlecht aus. Da bin ich von TeleVue echt enttäuscht. (Möchte jemand ein DeLite 5mm haben und ein DeLite 4mm geben?) Zwar auf hohem Niveau enttäuscht, denn das DeLite ist ein gutes Okular, aber man sollte meinen, dass TeleVue es schafft, bei einem Okular mit weniger Feld (62° statt 70°) gegen ein Design mit 8 Linsen in 5 Gruppen wenigstens gleichzuziehen. Die XW stammen immerhin aus 2003 und die DeLite sind 2016/17/18 eingeführt worden. Selbst die Delos mit Einführung 2011/12 sind ja erheblich jünger. Den Linsenaufbau seiner Erfindungen hält Televue seit dem Start der Delos geheim, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass Televue gezwungen wäre, bei ansonsten vergleichbaren Eckdaten (Delos als Antwort auf Pentax XW) mit erheblich mehr Linsen arbeiten zu müssen. Und welchen Sinn würde die Einführung der DeLite angesichts des gegenüber den Delos kaum reduzierten Preises machen, wenn man damit nicht irgendwie noch etwas optimieren könnte? Zugute halten muss ich dem DeLite allerdings, dass beim Ziel Planetenbeobachtung die Transmission nicht unbedingt den allerletzten Stich hat. Ich habe die beiden aber an M53 verglichen (18" f/4,5), und da kam's halt raus.

Was übrigens, bei deutlich anderen Eckdaten, ziemlich nah dran ist: Der Direktvergleich Vixen HR 3,4mm gegen Pentax XW 3,5mm fällt sehr gut aus. Bei f/5 kann man sagen, dass hier das Vixen dieselbe Bilddefinition bei einem Hauch mehr Vergrößerung abliefert. Nur sind die Eckdaten nicht mehr Vergleichbar, denn das HR hat 10mm Augenabstand, 42° und 5 Elemente in 3 Gruppen.

Clear Skies
Sven
 

Matchbox

Mitglied
Hallo nochmal,

hujui lieber Sven. Dein Text hat mich jetzt irgendwie ersteinmal gefordert und verwirrt- das ist aber nicht schlimm :) ich beiss mich da schon durch, notfalls mit mehrfach lesen.
Einige Texte auf Deiner HP hab ich eben gelesen.

Ganz grob glaube ich ein Okular (3,5-4,7?) mit hoher Vergroesserung (Planetenkiller) mit Prio zu wollen. Wenn ich es richtig verstanden habe, muss hier nicht zwingend WW oder mehr von noeten sein (mehr Gesichtsfeld, wird vermutlich immer auch ersteinmal teurer werden).
Dann soetwas um die 13mm als Arbeitstier, wie es oben auch genannt wird.
Zum Abschluss dann ein 31mm, hier gerne mit 100 Grad Gesichtsfeld und Komakorrektor.

Kommt das so grob hin?
 

markusbodensee

Mitglied
Hallo Oli,

Was die spektakuläreren Planeten betrifft, deren Saison neigt sich 2018 durchaus dem Ende entgegen. Möglicherweise hilft Dir dieser Hinweis, nicht zu überhastet 300, 400 oder 500 € für einen "Planetenkiller" zu verwenden, sondern die Zeit für Erwägungen zwecks 2019 zu nutzen. Oder für ein 31er

CS

Markus
 

Horst66

Mitglied
Mit ein wenig Geduld findet sich auch oft ein gutes Gebrauchtangebot, dass man sogar bei Nichtgefallen ohne merkliche Verluste wieder verkaufen kann.

Gruß Horst

P.S.: Als Übersichtsokular unschlagbar ist für mich das ES 30mm 82° +Komakorrektor. Alternativ Das Nagler 31mm oder 26mm +Komakorrektor, bei denen man aber (zu-)viel für den Markennamen und das Gefühl "besser gibts nicht" bezahlt.
 

klawipo

Mitglied
Mmh,

ich würde eher sagen dass man für Planeten mehrere Okulare braucht (oder ein sehr gutes Zoom). Ich zB kann mit 8 Zoll eigentlich immer auf 200fach, eher selten auf 300fach gehen (aber wenn dann ist das toll) und vermisse bereits was dazwischen. Außerdem würde ich schauen ob einer der Händler dem Top Okular noch einen großen Sack Geduld beilegt. Besonders viel Feld brauchst du nachgeführt(?!) dagegen eigentlich nicht.

Die Planetenkiller ist im negativen Sinne sind am ehesten Erdatmosphäre und ein Mangel an Muße beim Beobachten.

Das nur mal so als Denkanstöße.

VG
Klaus
 

Antares

Mitglied
Hi Oli,

4,7 mm oder 5 ist noch kein Planetenkiller, zumal auf absehbare Zeit wenig mit Planetenkillen in D möglich ist. Da es ja auch nur 200 fach ist sehe ich in doppelter Hinsicht als Deepskyokular weswegen ich in dem Fall die 110 Grad Feld klar favorisiere. Und ja da gibt es den Clone mit 5 mm und auch 110 Grad. Unter dem Label LUNT mit der normalen Augenmuschelform, die für meinen Geschmack schlechter ist als der ausdrehbare Ring den es bei der ursprünglichen Variante gibt (TS XWA; Skywatcher Myriad und andere Namen). Ich bevorzuge den Ring deshalb, weil man das Auge komplett umschließen kann und die Position des Augen durch das Auflegen optimal einstellen und halten kann. Manche brauchen ein paar Beobachtungseinheiten zur Gewöhnung, ich selbst und mein Umfeld hatten damit kein Thema.

Nochmal zum Arbeitstier - 13mm Ethos - : Es ist das mit Abstand am meisten genutzte Okular, seit ich es habe. Das sind inzwischen fast 10 Jahre. Gönne Dir in dem Bereich wirklich was. Es lohnt und ist an jedem Gerät ein Genuss - auch z. B. an einem 80 mm f/7 Apo.

Das 28mm Beilagenokular ist das LET von Skywatcher. Unter dem Namen findest Du es im Katalog.
CS
 

Andreas_L

Mitglied
Hallo Oli,

vor einem Jahr stand ich auch vor der Frage, mit welchen Okularen ich meinen frisch fertig gestellten 12" f/4.2 Newton bestücken soll. Da für mich fest stand, dass ich nur mit Komakorrektor beobachte (Paracorr universal), habe ich effektiv f/4.8 und damit eine ähnliche Situation wie du. Ich habe bei der Okularfrage strikt zwischen DeepSky- und Planeten-Beobachtung getrennt.

Bezüglich Planetenbeobachtung bin ich zufällig auf dem Gebrauchtmarkt auf das Nagler Zoom 3-6 mm gestoßen. Zuerst hatte ich ein Zoom gar nicht in Betracht gezogen. Jetzt im Nachhinein habe ich den Kauf nicht bereut. Es ist das einzige Okular das ich für Planeten brauche. Bei deinem 200/1000 würdest du mit diesem Okular eine AP von 0.6 - 1.2 mm und eine Vergrößerung von 167-333 erreichen, genau der interessante Bereich für die Planetenbeobachtung. Es ist kein Okularwechsel nötig und du kannst die Vergrößerung schnell an die gerade herrschenden Bedingungen anpassen.

Bezüglich DeepSky nutze ich die Nagler-Reihe 26 - 17 - 11 - 7 - 5 mm. Diese Reihe ist parfokal (1.25"-Okularen mit geeignetem Adapter) um bei einem Komakorrektor auf ein "tunable top" zu verzichten und somit bei fixem Abstand verwendet werden kann. Zwischen Komakorrektor und 2"-Steckhülse ist noch eine Filterschublade dazwischen. Somit habe ich Beobachtungskomfort mit einer Reihe guter und mir ausreichender WW-Okularen.

Für f/5 ist es subjektives Empfinden, ob ein Komakorrektor nötig ist. Das musst du wohl selbst ausprobieren. Jedenfalls sind die 100°-Okulare für DeepSky sicherlich ein Genuss. Für Mond und Planeten kann ich das Nagler-Zoom nur empfehlen. Vielleicht kurzfristig als einziges Okular im unteren Brennweitenbereich, langfristig dann ergänzt durch eines der 100°-Klasse.

Viele Grüße
Andreas
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hi Zusammen,

nun... weitere Gedanken. Ausgehend von 1000mm sehe ich für den Planetenbeobachter 5mm und 3,5mm als eine Art Mindestbedarf. Für das 3,5mm ist allerdings auch eine saubere Justage der f/5-Optik Voraussetzung. 5mm sind eher Schlechtwetter-Vergrößerung. Geht das 5mm nicht, dann sollte der Abend schon so schlecht sein, dass man es hinsichtlich Planeten ganz sein lassen kann. Trotzdem ist das auch sehr grob, nominell von 200x gleich auf 285x zu springen. Insofern ist der Gedanke an ein Zoom-Okular nicht schlecht und es gibt Beobachter, die durch eine korrekte Wahl der Vergrößerung mit dem Zoom besser zurecht kommen, als mit den groben Sprüngen zwischen an sich besser abbildenden Festbrennweiten. Nur gibt es da recht wenig zoomende Angebote. Im Prinzip kann man aktuell mit dem Nagler Zoom 3-6mm für ein ziemliches Geld etwas dahingehend finden - mit 10mm Augenabstand und 50° Feld. Die Sache mit dem Augenabstand ist für manche Beobachter ein KO-Kriterium. Wenn es die Konzentrationsfähigkeit einschränkt ein wirklich sehr guter Grund, auf ein bequemeres Okular umzusteigen. Diesbezüglich ist der Augenabstand aber nur eine Komponente. Wichtig ist auch, wie genau man bezüglich seitlicher Ausgleichbewegungen mit dem Kopf den Einblick treffen muss. Da ist Pentax mit den XL und XW Okularen weit vorne. Nicht, weil die Okulare optisch unanfällig wären, sondern weil die Augenauflage bequem ist und einen guten Stützpunkt für die richtige Position bietet.

Mal was zum Arbeitstier 13mm. Die Einschätzung mag stimmen, aber für mich klingt es erst einmal nach wenigen Okularen und dann ist jedes davon ein Lastesel, jedes für seinen Zweck. Ein 30mm mit guter Randabbildung ist nicht nur ein Aufsuchokular sondern es kommt bei allen Objekten die entsprechend ausgedehnt sind zum Einsatz. Mit Filter und/oder unter dunklem Himmel auch bei schwachen Objekten. Der Zirrus ist dafür ein gutes Beispiel. Das 13mm ist demgegenüber ein heftiger Sprung und muss dann alles abdecken, was mehr Vergrößerung hergibt und aushält. Für kleine Objekte gibt das aber nicht genug her, so dass viele planetarische Nebel, Kugelsternhaufen und eben Planeten nach einer deutlichen Steigerung der Vergrößerung verlangen. 5mm sind da wieder ein mächtiger Schritt und direkt von 13mm auf 3,5mm ist einfach zuviel.

Was die Beobachtbarkeit angeht: Natürlich haben wir gerade etwas dürftige Jahre, weil Jupiter und Saturn sich zeitgleich in den südlichen Bereichen der Ekliptik aufhalten. Aber wenn wir über Okulare in dieser Qualität sprechen, dann handelt es sich auch um längerfristige Nutzung und nicht um eine Übergangslösung. Hinzu kommen die Beobachtungsmöglichkeiten für Mond und bedingt Venus sowie Merkur (bei denen ja mit dem 8-Zöller kaum etwas jenseits der Phasengestalt zu erkennen ist).

Clear Skies
Sven
 

Matchbox

Mitglied
Hallo zusammen,

und erneut danke fuer Eure Hilfe. Habe mir alle Texte durchgelesen.
Als Nachtrag: Das Teleskop wird auf einer SW HEQ-5 nachgefuehrt.

Habe jetzt mal drei auf meine Merkliste gesetzt:
- TeleVue Okular Nagler Zoom 3mm - 6mm
- TeleVue Ethos Okular 13mm 1,25"/2"
- TeleVue Nagler Okular 31mm Typ 5 2"

In Anbetracht der schwindenten Planeten fuer dieses Jahr, zieht es mich aktuell doch erstmal auf ein Uebersichtsokular als Prio hin. Kann sich aber noch aendern :)

Und Geduld bringe ich auf jedenfalll mit und moechte nichts ueberstuerzen.

VG
Oli
 

Horst66

Mitglied
Natürlich ist es deine Entscheidung und auch Dein Geld, aber anstatt des Nagler 31mm würde ich mir das ES 30mm und einen ES HRCC holen. Der größte und eindeutig verifizierbare Unterschied ist die komafreie und verzeichnungsärmere Abbildung der Kombination gegenüber dem Nagler.
Und vom eingesparten Geld ist z.B. noch ein halbes Lunt XWA 20mm oder Entsprechendes Skywatchter Myriad drin.

auch würde ich ein ES 14mm in Kombination mit oben genannten Komakorrektor dem Ethos 13mm (zumindest ohne Komakorrektor) vorziehen...

Gruß Horst
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Horst,

ich sehe nicht, dass ein Ethos 13 mit dem HRCC irgendwelche Nachteile gegenüber dem ES 14mm hätte. Ich habe die beiden vorwärts und rückwärts mit und ohne an schnellen Optiken verglichen. Nach der Röntgen-Durchleuchtung der beiden Okulare auch kein Wunder, denn das ES 14mm 100° ist ein sauberer Clone des Ethos 13mm. Das Ethos kann DioptrX aufnehmen und hat eine umgeklappt für Brillenträger etwas bessere Form - womit ich nicht sagen will, dass der Einblick mit Brille in eines der beiden wirklich Spaß macht. Aber dank DioptrX kann man beim Ethos auf die Brille verzichten, beim ES geht das nur, wenn man keine wesentliche Hornhautverkrümmung hat.
Der Direktvergleich zwischen 30mm ES 82° und 31mm Nagler Typ 5 war mir noch nicht vergönnt, allerdings meine ich, dass man sich bei f/5 ein 20mm HDC eigentlich sparen kann, wenn das 30mm ES so nahe wie allgemein berichtet am 31mm Nagler ist. Dann sollte man besser nach einem 17mm LER 92° schauen.

Clear Skies
Sven
 

Horst66

Mitglied
Hallo Sven, da hast Du mich falsch verstanden.
Ich meinte ein ES 14mm mit Komakorrektor sei einem Ethos 13mm ohne Komakorrektor überlegen.
Ersters bringt unterm Strich die stimmigere Abbildung für weniger Geld.
Oder andersrum: Beide Okulare tun sich nicht wirklich was in ihrer Qualität, profitieren aber (für jeden sichtbar, wenn auch für viele nicht wichtig) durch Einsatz eines Komakorrektors.

Gruß Horst
 

Antares

Mitglied
Hi Horst

irgendwie scheinst Du eine Abneigung gegen Televue zu haben. ;)
Aber mal Hand aufs Herz, wenn wir über Okulare reden, dann muss man m.E. bei den Okularen bleiben und nicht bei einem mit Komakorrektor und dem anderen ohne argumentieren. Das hinkt. Ein Korrektur ist ein eigenes Element, dessen Einführung dann eben auch gesondert betrachtet werden muss -ggf. in Kombination mit dem Okular. Das ist dann aber etwas anderes.

Ich habe die gefragten Vergleiche selbst gemacht. Ich habe seit über 10 Jahren das 13er Ethos (War eines der ersten in Deutschland) und habe seit längerem alle Ethos zumindest zur Verfügung. Ebenso alle XWA Myrid/Lunt und die meisten ES 100 und das 30 mm /82 Grad.
Ich habe es nicht auf die HP gepackt, sondern teilweise hier im Forum als kurze Erfahrung eingebracht.

Bei 30 mm bin ich bei Dir. Der Feldversuch Nagler 31 gg ES 30 hat keinen signifikanten Unterschied gezeigt. Selbst der Eigner des Naglers war in dunkler Nacht nicht sicher durch welches Okular er schaute. Eben deshalb habe ich auch für mich das ES genommen.

Bei 20/21 mm oder 13/14 bilden die Ethos an f/5 bzw. 4,6 einen Tick besser ab als die XWA, die wiederum leicht vor den ES 100 lagen. Das ganze wurde an diversen DS-Objekten geprüft. Die Ergebnisse waren reproduzierbar und sind i.d.R. von wenigstens 2 Mitbeobachtern auch so wahrgenommen worden.
Natürlich sind es zuerst Betrachtungen einzelner Okulare gewesen, die aber immer wieder mal angestellt werden weil in meinem Umfeld die Aufrüstung bei manchen auch noch Thema ist.

CS
 

Horst66

Mitglied
Nein, ich habe keine Abneigung gegenüber Televueokularen, finde sie aber in Anbetracht ihres optischen Mehrwerts einfach für überteuert und denke das dadurch einzusparende Geld ist in anderen, oft vernachlässigten Bereichen besser angelegt.
Beispielsweise in einem Komakorrektor hinsichtlich Rand- Und Verzeichnungskorrektur oder in bessere Spielqualität und/oder Spiegelreflexivität.

Wieviel besser muss z.B. die Transmission eines Okulars sein, um den Vorteil von Haupt- Und Fangspiegel aufzuheben die statt 91% Reflexivität ( 0.91 x0.91 = 0.828 bzw. in Summe 82,8%) gegenüber 95% (0.95 x 0.95 = 0903 = in Summe 90,3%) haben?

Gute, ja sehr gute Okulare sind wichtig, aber man sollte meiner Meinung nach immer den Gesamtnutzen eines Systems im Auge behalten...

Gruß Horst
 

Matchbox

Mitglied
Ich lese weiter fleissig mit - auch wenn die Diskussion manches mal etwas meiner urspruenglich, zugegeben etwas unscharfen anfrage weggeht. 20mm ist derzeit als Leica WW vorhanden - mit Randunschaerfe. Somit ersteinmal gesetzt.

Dahingehend darf ich dann noch etwas unschaerfe hinzugeben zum Thema Planetenkiller bzw. dem Anfengerbeduerfnis nach maximaler Vergroesserung.

Ein Bekannter von mir hat ein Bresser Teleskop AC 102/1000 Messier.
Da wir uns unsere Teleskope entweder zusammen betreiben oder auch mal gegenseitig ausleihen zwei Fragen hierzu:
Generell sollen ja Refraktoren fuer die Planetenbeobachtung besser geeignet sein.
Wenn ihr die freie Wahl zwischen meinem (1000/200 Reflektor) und dem eben genannten Refraktor haettet, welches wuerdet ihr fuer eine Planetenbeobachtung waehlen?
Falls die Wahl auf den Refraktor ausfaellt, wuerde ich das Thema Planeten(killer) Okular moeglichweise ersteinmal fuer mein Teleskop zuruecksetzen und eher fuer den Refraktor fragen, welches Okular geeignet waere.
Somit auch bei 4,7 erstmal enden. Focus dann auf 30/31mm.
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Oli,

1. Refraktoren sind nicht generell besser für die Planetenbeobachtung geeignet.

2. Wenn ich die Wahl hätte zwischen einem 102/1000 Achromat und einem 200/1000 Newton, wäre es schon sehr traurig, wenn das Teleskop mit der doppelt so großen Öffnung nicht dazu in der Lage wäre, den besseren Planetenkiller abzugeben.

Lesestoff: Teleskope zur Planetenbeobachtung

Also alles wie vorher.

Clear Skies
Sven
 

Der_Peter

Mitglied
Ich schlage vor, dass die sich langsam herausbildende Diskussion "Refraktor vs. Reflektor" im Einsteiger-Forum weitergeführt wird, aber mit ausreichender Vorankündigung, damit sich alle, die über dem Thema stehen, wieder mal das Bier kühlen und Popcorn einkaufen / zubereiten können.
Popcorn selber machen: Rezepte

:devilish: ;)
 

Matchbox

Mitglied
Danke Sven fuer die kurze und knappe Antwort. Auch den Lesestoff werde ich mir zu gemuete fuehren.
Der_Peter: Ich wusste nicht das ich mit der Erweiterung meiner Frage (Refraktor/Reflektor) nun hier moeglicherweise eine Grundsatzdiskussion lostreten werde.
Auch das Einsteiger-Forum hab ich doch tatsaechlich uebersehen :). Sonst waere ich da mit der Okularfrage aufgeschlagen.
Soweit ersteinmal abschliessend erneut ein dankeschoen an alle.
Ich lese sicher nochmal einige Beitraege von Euch und lese vielleicht auch noch ein wenig.
Sobald ich mich dann entschieden habe, teile ich das gerne nochmal in dem thread hier mit.

VG
Oli
 

Matchbox

Mitglied
Es sind jetzt übrigens folgende geworden:

- 5mm Pentax Okular SMC XW 82° 1.25“
- 6,4mm Meade Super Plössl 52° 1.25“ (alt)
- 12,5mm Doppellinien Fadenkreuz 40° 1.25“
- 14mm Explore Scientific Okular 100° N2 1,25“
- 20mm Leica WW 2“ (alt)
- 28mm LET 56° 2“ (alt)
- 30mm Explore Scientific Okular 82° N2 2“
 
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