EQ1 Modifikationen (langzeitumbau..) | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

EQ1 Modifikationen (langzeitumbau..)

Hallo Sternfreunde,

ich stehe hier nun am Anfang eines längeren Projektes, diesem mit der Absicht das auch bis zum ende zu ziehen,

da ich nach einer einfachen Motorsuche bereits mit 2 hilfsbereiten Forenmitgliedern in Kontakt getreten bin bezüglich diesen Umbaus ist es vielleicht besser einen großen Beitrag für alle statt private chats zu führen.

Worum geht es genau?

in erster Linie um den Umbau einer eher naja EQ1 in sowas wie eine Fotomontierung.
Genauer gesagt um eine für Handyfotos da mein Handy wirklich ein Fotospezialist ist.
dazu gehören neben dem oben genannten motor natürlich noch einiges mehr wenn man bedenkt das man es hier mit einer EQ1 zu tun hat und nicht mit einer EQ3 aufwärts.
Die üblichen Stabilitätsprobleme und eingeschränkte Kompatibilität muss ich wohl nicht nochmal drauf eingehen, das sollte bekannt sein.

Zuerst geht es an das Stativ,
da hab ich aktuell 2 Möglichkeiten.

1.: Holzsäulenstativ
2.: Holzdreibein (starr)

ersteres ist grade im bau, jedoch seh ich große Probleme die Holzsäule irgendwo drauf zu schrauben da es mobil bleiben soll und dennoch stabil, habe da so einen metallfuß dran, natürlich bombenfest, aber diesen fuß muss man auch erstmal irgendwo drauf schrauben, nur wo und wie weiß ich noch nicht.

Das 3 bein Stativ dagegen ist kaum ein Problem weshalb es erstmal nur plan b ist, soll ja nicht zu einfach sein ;)

die Umbaumaßnahmen in Kürze:


-säulenstativ oder holzdreibein
-schrittmotor
-polsucher
-kompass und wasserwaage
-kugelkopf mit handyaufnahme
(-kurze stellrädchen)
-andere stabilisierungsbauten offen
-kleineres Gegengewicht

-eure ideen!


ich Versuche regelmäßig Updates zu machen, eventuell möchte ja noch jemand seine eq1 umbauen, dann wäre dieser Beitrag eventuell ziemlich hilfreich.

Im Anhang ein kleines Beispielbild mit dem Handy, ist aber wegen der Größe dann zum Screenshot geworden.

mit Astronomischen Grüßen
Florian

Screenshot_20211011_061817_com.android.gallery3d.jpg
 
Hallo Florian,
Schöne Idee, aus so einer kleinen Montierung was nutzbares zu machen.
Und wenn das dann fertig wird kannst du ja auch mal eine echte Kamera draufschnallen, dann werden die Ergebnisse wohl noch besser. Die kleinen Optiken/Sensoren in Handys sind für Astro doch schon recht eingeschränkt. Aber das kann ja ein optionales Experiment nach den Erfolgen mit der Montierung sein.

Viel Erfolg,
Martin
 
Hallo Martin,

danke für dein Zuspruch, mit einer spiegelreflex werd ich sicher mal was machen, die idee mit dem Handy soll eher ein Experiment sein mit alltäglichen mitteln mal etwas zu machen was sonst kaum jemand macht, quasi als Beweis das man selbst mit sowas gute Ergebnisse erzielen kann,
als Serienauslöser hab ich übrigens einen autoklicker antrainiert ;)

Eventuell werde ich die EQ1 auch für den kleinen Lunt mit nutzen das sollte eine schöne kombi ergeben.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 

DocHighCo

Mitglied
Hallo Florian,

eigentlich mußt Du hier nicht groß umbauen. Die Idee gibt es schon fertig:
Du mußt Deine nur entsprechend nachrüsten.

Ich habe noch eine EQ1, die ich auch schon mit kleiner Brennweite als schnelle "grab and go"-Fotomontierung genommen habe. Ich habe sogar nur einen ganz einfachen Nachführmotor dran:
20210413_123156.jpg

Mit einem guten Holzstativ ist das natürlich besser und schöner, das gebe ich zu.

Gruß

Heiko
 
Hallo Heiko,

ja das Set ist mir schon aufgefallen, kann man so machen, sieht vom Preis nur immer ziemlich heftig aus aber naja gut so ein Motor hat schon immer seinen Preis.
Wie heißt es aber immer so schon selbst gemacht schmeckt immer am besten, die Montierung will ich jetzt nicht essen (obwohl wahrscheinlich eisenhaltig)
aber das man aus ich sag mal herumliegenden krempel irgendwas cooles mit macht macht einfach mehr spaß als es fertig zu kaufen.

Ein kleines Gegengewicht hab ich z.b. vor aus beton zu machen, das kann wirklich was werden. über das säulenstativ zerbrech ich mir in diesen Sekunden den Kopf,
denn die ganzen hölzer die ich habe sind eben quaderförmig und nicht dreieckig oder rund, werde also auch 4 ausleger bauen müssen, diese versehen mit erdspießen.
die justage auf "grade" nehme ich dann am oberen ende vor über zug und druckschrauben wie bei einem newton, nur das eine Montierung und kein Spiegel drauf ist.
Ein Bild von der skizze kann ich grade nicht senden das Internet bekommt das nicht gebacken :(

Ich finde es aber im allgemeinen doch ziemlich cool wie viele doch sich die eq1 zunutze machen, etwas basteln und damit auch zufrieden sind,
normal wird ja dich viel schlechtes erzählt, ich denke der ruf kommt vorallem daher das einfach meist viel zu große optiken drauf sind.
Wenn ich so an den 70/500 oder ähnliche denke dann ist das eigentlich eine sehr angenehme Kombination,
Wenn mein plan aufgeht wird auch mein 50er lunt dort einen schönen Stammplatz bekommen, ist ja wie dafür gemacht von der Größe her.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 

xerox_now

Mitglied
Hi Florian,
die EQ1 läuft als Weitwinkelträger (21mm - 50mm) ganz gut mit dem einfachen Motörchen.
Fummelig und langwierig ist die richtige Geschwindigkeit mit dem mini-Drehpotentiometer zu finden.
Richtig ausgerichtet passt das.
Mit dem einfachen Motor stoßen größere Teleskope gegen den Motor. Man kann nicht einfach durchschwenken.
Ich habe meine EQ1 mit einem Riemen versehen und den Motor tiefergelegt.
Meißt trägt es nen Skywatcher 70/700 oder nen 56/256 Selbstbau. Mein F6/760mm Celestron TelePhoto oder der Selbstbau Zeiss 63/840 sind dafür zu schwer.
EQ1_Riemen.jpg


Grüße,
Martin
 
Hallo Martin,

mit dem Riemen ist ja mal geil, aber auch die prismenschienenhalterung sieht cool aus,
wo ich es grade sehe die einzelrohrschelle ist vom skylux, ohne die prismenschiene kann man die rohrschelle direkt auf die löcher der eq1 Aufnahme schrauben, ist für die Stabilität ziemlich gut.
IMG_20211011_140710.jpg


der Selbstbaurefraktor sieht nett aus, kannst du zu dem villeicht näheres schreiben?

mit freundlichen Grüßen
Florian
 

xerox_now

Mitglied
Hallo Florian,
der kleine "Goldene" ist eigentlich nur ne Bastelei. Ich habe damals meinen Lidl Skylux geopfert, da die Optik nicht so doll war.
Tubus in 3 Teile zersägt, den Plastik OAZ drangelassen. Herzstück ist eine einfache Optik aus einem Kopierer (56mm Offnung, 256mm Brennweite, blau vergütet). Eine symmetrisch aufgebaute Optik, ähnlich einem Ross-Viellinser oder Plasmat. Ich habe sie genommen, weil sie für eine Kopiereroptik auch bei höherer Vergößerung (64x mit 4mm Vixen LV) noch ein scharfes Bild liefert. Keine Blenden im Tubus, nur Velourfolie.
Ab und zu ist es auch mein Guidingskope auf meiner CGX mit Doppelhalterung. Vielleicht ein Lehrstück für meinen Antares F15/1500 Selbstbau. Antares refubished!
Grüsse aus dem Norden,
 
ok cool ich wusste garnicht das in kopierern optiken stecken 😆
erinnert mich an mein Lupenteleskop, 70/130 zeiss lupe, scharfes bild bis nirgendwo, aber orionnebel ging, tubus war ne blechdose, basteleien sind einfach toll!

mit freundlichen Grüßen
Florian
 

wiesi

Mitglied
Hallo EQ1-Freunde!

Ich habe bei meiner EQ1 einige Modifikationen gemacht, welche mir für eine bessere Nutzung sinnvoll erschienen.

Das größte Problem liegt meines Erachtens in den beengten Platzverhältnissen durch den kleinen Kopf.
Die klobigen Antriebe reduzieren den Schwenkbereich der Montierung speziell bei leichterem Equipment, wenn das Gegengewicht relativ nahe am Achskopf ist,
1. mechanisches Grundgesetz: Wo ein Körper ist, kann zur selben Zeit keine zweiter sein! ;)
Um dies zu beheben habe ich das Gegengewicht in zwei Stücke geteilt. Außerdem habe ich beim DC-Antrieb den Motor von der Steuerelektronik getrennt. Das Halteblech des Antriebs habe ich so verändert, dass der Motor näher an den Achskopf platziert ist. Dabei habe ich auch die Schneckenwelle auf der Motorseite gekürzt. Zusätzlich habe ich die Steuerung umgebaut. Das grobe Potentiometer für die Geschwindigkeitseinstellung wurde durch einen Spindeltrimmer ersetzt. Zusätzlich habe ich mittels einem Kipptaster (1-0-1) eine schneller / langsamer Funktion realisiert.

SW_Mak_EQ1_05.JPG

20211011_094616.jpg

20211011_083125.jpg


Für eine Konfiguration mit Leitrohr und Kamera habe ich anstelle des Gegengewichtes eine Montagemöglichkeit für einen Kugelkopf realisiert (M12 Schraube + 3/8" Gewindestift im Sechskantkopf.
20211011_091718.jpg
20211011_091846.jpg


Am Stativ habe ich die Ablageplatte um 5 cm nach unten versetzt, um ein wenig mehr Verwindungssteifigkeit zu bekommen. Die Streben der Ablageplatte habe ich mit kräftigen Blindnieten und stärkeren Schrauben in den drehbaren Angeln ausgestattet. Bringt auch mehr Steifigkeit.
Zu guter Letzt noch eine Montageschiene für verschieden Geräte und eine Dosenlibelle am Stativ realisiert.
EQ1_3.JPG


Ich bin noch am Grübeln, wie man einen Polsucher vernünftig montieren kann. Ich habe einen kleinen 8x20 Finder von Celestron, bloß bei der Befestigung am Montierungskopf fehlt noch die zündende Idee. Vielleicht habt ihr da Anregungen.

Ich danke Florian dafür, dass er den Thread ins Leben gerufen hat.

CS Wolfgang
 
Hallo Wolfgang,

ich finde deine umbauten ebenfalls sehr inspirierend, das ein oder andere werde ich definitiv auch umsetzen (wahrscheinlich auch das mit dem Gewicht)

Ich denke der Thread kann sowas wie ein allgemeiner eq1 umbau vorstellungen thread werden, villeicht kennt der ein oder andere jemanden noch der auch sowas gemacht hat der hier was zu schreiben kann 😉

Einen Polsucheranbau habe ich mal hier gesehen:

ist insgesamt auch sehr interessant und hat dazu beigetragen das ganze überhaupt anzufangen.

Mit Astronomischen Grüßen
Florian
 

wiesi

Mitglied
Nachtrag zu meiner DC Steuerungsmodifizierung:
Der Kipptaster ist parallel zu den drei Anschlüssen des Spindeltrimmers gelötet. Die Wurzel des Schaltkontaktes auf den mittleren pin des Trimmers die beiden anderen Kontakte jeweils mit einem Ende des Trimmers. Durch die Betätigung des Tasters überbrückt man den jeweiligen Teil des Widerstandes, was zu einer Drehzahländerung des Reglers führt. Grob sind mit meiner Einstellung etwa +/- 0,75 der Nachführgeschwindigkeit zu erreichen.
Dieser Zusatz funktioniert im Prinzip auch mit dem originalen Potentiometer.

CS Wolfgang
 
Hallo allerseits,

ich habe jetzt einen festen entschluss für das Stativ, es soll keine Säule (zumindest fürs erste) sondern ein starres holzstativ sein, als Kompromiss sollen die Beine eine länge von knapp 95cm haben.

Dabei ist mir die Stativbeinanschlussplatte aufgefallen, also das teil wo später die Montierung selbst auch angeschraubt wird.
Sie fühlt sich stabil an und ich würde die eigentlich auch wegen dem guten Sitz der Montierung gerne so beibehalten, aber es ist eben hohl und auch relativ dünn.

Kann einer der anderen EQ1 besitzer sich das vielleicht auch mal anschauen und sagen ib man da ruhigen Gewissens holzbeine anbringen kann oder ob doch lieber eine platte aus Holz dran soll (ist dann wahrscheinlich etwas knifflig zu machen)
PicsArt_10-12-04.58.15.jpg

Beim testwackeln ist mir das teil zumindest nicht aufgefallen sondern nur die beine und deren Plastik anschlüsse.

@wiesi den EQ3 motor habe ich grade angeschlossen, er passt perfekt, jedoch habe ich kein Funktionstest gemacht da ich wirklich nicht daran glaube das die identisch zur eq3 untersetzt ist.
Da der Mensch grundsätzlich als faul weil energie sparen und so gilt und ich ebenfalls davon betroffen bin würde ich lieber einen motor extra für die eq1 haben um da nicht zwischen EQ3 hin und her bauen zu müssen und an der Steuerbox rumfuschen möchte.
Ich schreibe dir dann nochmal eine PN.

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo Florian,

Die Holzbeine wirst du sicher gut an diese Platte drankriegen, da hätte ich keine Sorge. Die Stativbeine unten aber auch stabil miteinander verbinden, ich habe bei mir da breite, spielarme Scharniere aus dem Baumarkt und ein dreieckige Holzplatte genommen. Auf die Holzplatte kannst du dann vor Ort noch Gewicht (Sand, Wasserflaschen) aufbringen.
Wie ist denn der Anschluss der Montierung an diese Platte gelöst, gibt es da vielleicht eine Schwachstelle?

Grüße, Martin
 
Hallo Martin,

die Stativbeine werde ich vermutlich ähnlich anbringen, nur das ich die originale ablage mit drauf baue da das immer praktisch ist.

die Montierung hat wie so ein Zylinder dran mit gewinde der in die stativanschlussplatte hineingeschoben wird, hat ohne festsrauben ne Menge spiel aber wenns fest ist ist es auch wirklich fest.
eventuell mach ich trotzdem noch etwas dazwischen.

Wäre das schonmal geklärt, jetzt hab ich ja pro stativbein 3 holzlatten, die müssen ja stabil miteinander verbunden werden.
im Prinzip sind die alle hintereinander dran, da dachte ich an 3 langen schrauben einmal die länge lang durch (oben, mitte, unten)
und dann mit insgesamt 4 kleinen brettern an 2 stellen von vorne und hinten dran und ebenfalls alle Bretter damit verbinden.
quasi wie auf dem Bild.
16341135642277229582444655741221.jpg

oder gibt es bessere ideen?

mit freundlichen Grüßen
Florian
 
Hallo,
Nimm doch pro Bein EINEN dicken Balken, in den du oben die präzise Ausssparung für die Aufnahme an der Platte reinmachst.
Den Balken dann nach unten noch etwas weiter schlitzen und oben durch das wohl vorhandene Loch in der Platte zusammenziehen.
Grüße, Martin
 

Denebolus

Mitglied
Hallo Florian,

als Idee zum Stativ habe ich mal im Gedächtnis und damit in lang, lang zurückliegenden Sachen im Forum gegraben - etwas wie das Woodmaster-Prinzip von Helge Schlinzig wäre noch einen Blick wert denke ich:

Klare Nächte
Micha
 
Hallo allerseits,

ein kleines Update zum Status,
bin jetzt an der Methode nur einen dickeren Balken statt mehrerer aneinander geschrauber zu nehmen,
einerseits spart man sich viel was halt wackeln oder brechen kann, andererseits ist es das einzige was überhaupt vom Platzverhältniss gepasst hat.

Werde jetzt also 3 latten mit etwa 92cm passend zurechtsägen.
Unten an den enden werde ich mal schauen ob ich irgendwelche metallspitzen finde um das ganze in die erde stecken zu können.
Die originalen schrauben verwende ich weiter allerdings mit wesentlich größeren unterlegscheiben für mehr Auflagefläche.

Für die richtige Spreizung und verwindungssteifigkeit werde ich das ganze von echten stativen nachempfinden mit Scharnieren, darauf eine Holzplatte, die aber hoffentlich mit mehr als nur einer Schraube pro Bein versehen wird wenn es die Scharniere zulassen (sollten sie eigentlich)

auf diese Holzplatte kann ich gemütlich die originale Plastikhalterung Draufschrauben als Ablagefläche, zumindest wenn ich nichts zum Bohren von ca 1,25" großen löchern finde 😉

das wird erstmal das ziel für das Wochenende, wobei ich Sonntag auf Arbeit muss, könnte knapp werden.
das nächste mal melde ich mich hoffentlich mit handfesten Fortschritten!

mit Astronomischen Grüßen
Florian
 

Erposs

Mitglied
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