Erfahrungen mit dem AS150/2250 von Zeiss

SpacePatrol

Mitglied
Hallo Leute,

wer hat Erfahrungen mit dem AS150/2250 von Zeiss.

Mein Interesse bezieht sich vor Allem auf folgende Punkt:

-Wie stark ist das sekundäre Spektrum (im Vergleich zu bestimmten anderen Geräten)?
-Wie hoch geht ihr mit der Vergrößerung?
-Auf welcher Montierung habt ihr das Teleskop?
-Welche Okulare verwendet ihr mit dem Teleskop?
-Sind die Objektive glaswegkorrigiert / Einsatz von Zenitprisma oder -spiegel?

Ich bin über jede Information dankbar!

Viele Grüße: Felix
 

R_Andreas

Mitglied
Hallo,

warum interessierst Du Dich nur für das sekundäre Spektrum eines Fernrohrs? Es gibt doch noch andere wichtige Bildfehler; ein Beispiel: Was würde Dir die Farbreinheit nutzen, wenn die Koma enorm wäre? Ein Fernrohr nur nach einem Kriterium zu beurteilen zeugt von eindimensionalem Denken, oder von Ahnungslosigkeit. Oder von beidem.

Welches Gerät möchtest Du vergleichen? Du schreibst etwas von "bestimmten Geräten". Ja bitte, dann bestimme die Geräte doch auch bitte, oder sollen wir mit einem Lidl Refraktor vergleichen?

Also, von mir bekommst Du den Preis für das dümmste Posting des Monats, herzlichen Glückwunsch!

Andreas
 

SpacePatrol

Mitglied
Hallo Andreas,

unabhängig von deinem mangelnden Benehmen, scheint es dir auch an dir Fähigkeit zu fehlen, mein Posting genau zu lesen.
Mein Interesse galt "VOR ALLEM" den angegebenen Punkten. Es heißt nicht, dass andere Informationen uninteressant sind!

Und mit "bestimmten Geräten" meine ich Geräte, die bereits verglichen wurden und bei denen ein Vergleich auch Sinn macht. Ein denkbares Gerät wäre ein APQ150 oder ein ED Apo mit 150mm oder andere Geräte mit ähnlichen Dimensionen.

Also wenn du tatsächlich etwas sachliches sagen kannst, so mach das bitte, ich bin sehr gespannt.

Jeder Andere ist natürlich auch herzlich eingeladen seine Erfahrungen preiszugeben!

Vielen Dank: Felix
 

SpacePatrol

Mitglied
Hallo Ralf,

danke für den Link, die Seite war mir noch völlig unbekannt, obwohl ich schon viel gestögert habe. Da muss ich mich morgen mal in Ruhe mit befassen. Das ist nicht für "zwischendurch".
Die Bericht evon Herrn Rohr habe ich schon gelesen. Die sind sehr interessant und aussagekräftig. Fraglich ist nur, ob die eine gestestete Optik repräsentativ für einen ganze Typ ist, oder ob es da auch Streuungen gibt.

Hat denn irgendeiner so ein Teil, der aus eigener Erfahrung berichten kann?

Viele Grüße: Felix
 

Fernrohrland

Mitglied
Hallo Felix,

ich kann dir bestimmt weiterhelfen:

Seit über 20 Jahren habe ich Erfahrung mit div. Zeiss AS Teleskopen.

Bei uns auf der Sternwarte in Welzheim besitzen wir den AS 150/2250. Er wurde einige Jahre als alleiniges Instrument in einer großen Kuppel benutzt - siehe Bild.

Link zur Grafik: http://www.fernrohrland.de/img/AS150-1.jpg

Heute sitzt er als "Leitfernrohr" auf unserem großen Spiegel - siehe nachfolgendes Bild.

Link zur Grafik: http://www.fernrohrland.de/img/as150.jpg


Ich habe im Moment wenig Zeit, deswegen in aller Kürze:

Das sekundäre Spektrum hält sich in Grenzen, RC Werte dazu habe ich momentan nicht zur Hand. Ich kann mich aber daran erinnern, daß ich mal durch einen Lichtenknecker 150/2250 FH durchgeschaut habe, der war deutlich farbiger - eben nur ein normaler Fraunhofer! Der AS ist ja ein "Halbapochromat".

Das sekundäre Spektrum ist ganz wesentlich von den verwendeten Okularen abhängig. Mit den Original Zeiss Ortho Okularen hat man nochmals ein drastisch vermindertes sek. Spektrum.

Andere Abbildungsfehler als das sekundäre Spektrum gibt es bei einem AS nicht ;)

Ich arbeite ab und zu mit Vergr. jenseits von 350x - macht bei guteum Seeing und den richtigen Objekten wirklich Spaß. Ich glaube 450 x war das Höchste, was ich beim AS 150 mit Erfolg angewendet hatte.

Das AS hat einen sehr harten Kontrast, da zeichnet unser AstroPhysics deutlich weicher im Bild - das führt dazu, daß fast jeder sagt, daß das AS viel schärfer ist.

Alleine unser Zeiss APQ 150/1200 kann da bei der Schärfe mithalten und ist im Kontrast noch besser, da eben vollkommen farbrein - klar: Der APQ ist eine auf die Achse korrigierte Optik, während AstroPhysics aufs Feld korrigiert ist. Auch TMB können mit dem Zeiss APQ mithalten!

Wir hatten den AS 150 damals auf einer ( ziemlich alten ) Alt 5 AD. Das Objektiv war eine Spende eines ehelmaligen Zeiss Mitarbeiters, ich habe dazu dann einen Tubus von Herrn Knopf Baden/Baden bauen lassen.

Durch die lange Brennweite sollte das AS 150 auf einer stabilen Montierung wie z.B. Alt 6 AD oder 7 AD gesetzt werden.

Werwendet werden können alle Okulare, aber bei Sonne, Mond und Planeten zeigen die Original Zeiss Ortho Okulare die farbreinsten und besten Bidler.

Das Objektiv ist nicht für einen Glasweg korrigiert. Wir arbeiten mit Zenitspiegeln.

Weitere Fragen gerne, sobald ich mehr Zeit habe.

Auf jeden Fall ist das AS 150 eines meiner Lieblingsfernrohre, auch wenn ich es leider sehr selten benutze.


Es macht mir immer wieder aufs Neue viel Freude, Fernrohre zu testen und mit allen möglichen Okularen zu vergleichen.

Wenn du ein AS suchst, wüßte ich ein Zeiss AS 200/3000 in Faltbauweise:

AS 200

Viele Grüße
Rudi

Fernrohrland

Tel.0711/9576017
info@fernrohrland.de
 

Ehemaliger Benutzer (7840)

Hallo Felix,

ich kenne besagte Optik als Coude-Version von der Archenheold-Sternwarte in Berlin und kann Rudi voll zustimmen. Es ist von allen mir bekannten Teleskopen meine Lieblingsoptik, und ich würde bei Mond und Planeten mit keinem noch so guten Spiegel tauschen wollen. Das Bild hat eine extreme "Härte" und Schärfe, wie ich sie bisher bei keinem noch so gering obstruierten und optimierten Spiegelteleskop gesehen habe. Der Farbfehler ist so gering, dass ich, auch wenn es sonst nicht meine Art ist, schon von Prinzipienreiterei sprechen würde, wenn er jemand ernsthaft stört.

@ Rudi: Schade, dass das Teleskop nur noch als Leitrohr dient. Da sträuben sich mir als Refraktor-Fan die Nackenhaare. *grins* Spaß beiseite, ist es ein reines Leitrohr oder wird diese Edel-Optik nach wie vor für Mond und Planeten visuell genutzt?

CS und VG Christian
 

Kerste

Mitarbeiter
Hi!

Link zur Grafik: http://www.sternwarte.org/bilder/instrumente/coude.jpg In Heilbronn steht auch ein 150/2250 von Zeiss-Jena, soweit ich weiß ebenfalls mit AS-Objektiv (zumindest wird er immer als Halb-APO bezeichnet - müsste ich in der Bauanleitung nachschauen). Er steht auf einer Coudé-Montierung mit insgesamt einer Dreivierteltonne Gewicht.

Der Farbfehler ist mir erst aufgefallen, als ich mal Wega längere Zeit fotografiert hatte bzw. ein Spektroskopie-Okular drangehängt hatte, visuell hab ich noch nichts bemerkt.

An Okularen haben wir alte Okulare von Zeiss (Orthoskopisch, Huygens) und Lichtenknecker, wegen dem bequemen Einblick verwenden wir zur Zeit aber vor allem günstige Plössl-Okulare von TS - das Gerät wird vor allem für öffentliche Führungen genutzt. Ab und zu hängt auch mal ein Bino-Ansatz mit Eudiaskopischen Okularen von Baader dran. Koma seh ich nur mit einem 70-mm-Weitwinkel von Lichtenknecker, dann aber ordentlich - das liegt aber eindeutig am Okular :biggrin: Zurzeit ist 280x eine beliebte Höchstvergrößerung, weil wir ein Hyperion 8-24mm Zoom haben - da geht das bequem ohne Okularwechsel, bei der Brennweite ist das ein schönes Allround-Okular :biggrin:

Für die Zeiss- und LK-Okularen haben wir keinen Zenitspiegel/-prisma (Geradeinblick, was dank der Coudé-Anordnung kein Problem ist, der Einblick ist in der RA-Achse); für die 2"-Okulare gibt es seit einiger Zeit einen Zenitspiegel.

Ähnliche Geräte - häufig ebenfalls auf Coudé-Montierung - habe ich schon auf einigen Volkssternwarten gesehen. Gerade in der DDR war er meines Wissens nach ein beliebtes Schulfernrohr und weit verbreitet. Ich weiß allerdings nicht, ob es zwischen den Geräten von Zeiss-Jena und Zeiss-Oberkochen auch optische Unterschiede gab oder ob nur die Tuben unterschiedlich waren. Schau dir vielleicht mal die Webseiten der Sternwarten in deiner Nähe an http://www.astronomie.de/gad , da könntest Du fündig werden.

Gruß,
Alex
 

Fernrohrland

Mitglied
Hallo Christian,

schön, das auch von dir zu hören - in der Tat, der AS ist auch heute noch was ganz Besonderes!

Der AS dient eigentlich nicht als Leitfernrohr, sondern wurde nur aus Mangel an anderen Montagemöglichkeiten, auf dem Spiegel montiert.

Ich hoffe, daß wir mal eine Möglichkeit finden, es wieder seperat zu montieren - dann würden auch wieder mehr Leute durchschauen. Der große Spiegel wird meistens nur zum Fotografieren benutzt und vom Erdgeschoß aus fernbedient, es kommt also selten jemand zum visuellen Beobachten direkt in diese Kuppel, ja, sehr schade.


Hallo Alex,

ich kenne euren Coude und habe schon damit beobachtet, es ist auch ein AS.

Schämt euch, mit so einem Weltklasse Fernrohr nur "billige TS"
Plössl zu verwenden :niemals: .

Seid froh, daß Ihr so ein schönes Fernrohr habt!

Grüße
Rudi
 

Lots

Mitglied
Hi Rudi,

Interessante Storry um den "alten" Zeiss Refraktor. Habe mich auch schon gewundert warum der Zeiss als Leitrohr dient. :)

Schämt euch, mit so einem Weltklasse Fernrohr nur "billige TS" Plössl zu verwenden
War nicht erst gemeint oder?! Die Plössl sind bei f/15 absolut randscharf und haben ein gutmütiges Einblickverhalten. Außerdem wenn so ein Teil beim Wechesl mal runter fallen sollte, ist es kein großer Schaden. Für Sternwarte mit Dauerbtrieb sind solche Okulare eine gute Lösung.
Nur eines vllt mit 1,25" und 50° bekommt man leider kein großes GF. Mit 2" Z-SP + 32mm Erfle Okulare dürfte auch eine schöne Kombi sein.

Gruß
Lots
 

Kerste

Mitarbeiter
Zitat von Fernrohrland:
Schämt euch, mit so einem Weltklasse Fernrohr nur "billige TS" Plössl zu verwenden :niemals: .
Okay, nächstes mal nehmen wir wieder billige Fernrohrland-Plössl ;) Ich bin ja eigentlich eh für lokal einkaufen...

Spaß beiseite: Der Beobachtungskomfort der Plössl ist deutlich höher als bei den Original-1"-Zeiss-Okularen; aber Farbreinheit bei Höchstvergrößerung wäre mal ein interessanter Vergleich. Vielleicht kann ich das irgendwann mal am Stern testen... Gib mir klaren Himmel...

Aber bei f/15 kann man über die ganzen Probleme der schnellen Dobsons mit Randunschärfe ohnehin nur lachen :D Da brauch ich kein Nagler.

Auch wenn der Coudé mittlerweile vor allem für Sonne, Mond, Planeten und Doppelsterne (naja: bei dem Wetter eher für Kirchtürme und andere ausreichend hohe Landmarken) verwendet wird, möchte ich ihn nicht missen - bei Deep Sky ist das C14 nebenan aber einfach besser, 35 Öffnung zeigen sogar in der Stadt Galaxien.

Gruß,
Alex
 

Fernrohrland

Mitglied
Hallo Lots und Alex,

klar war das mit den Billig Plössls nicht ernst gemeint.

Ich gebe zu, für Puplikumsführungen ist es sehr wichtig, daß man Okulare mit gutem Einblicksverhalten verwendet. Und da man Puplikumsokulare alle paar Jahre mal erneuert, sollten es auch nicht die Teuersten sein.

Die Mechanik der 6" Coudes waren aus Oberkochen ganz anders als die der Coudes aus Jena, bei der Optik bin ich mir nicht sicher...


Natürlich ist das C-14 für Deep Sky besser, war ja auch eine ausgesuchte Optik von uns, freut mich, daß das noch seine Dienste tut

Grüße
Rudi
Fernrohrland



 

Gerrit

Mitglied
Hallo Rudi,

Zitat von Fernrohrland:
Ich arbeite ab und zu mit Vergr. jenseits von 350x - macht bei guteum Seeing und den richtigen Objekten wirklich Spaß. Ich glaube 450 x war das Höchste, was ich beim AS 150 mit Erfolg angewendet hatte.
dass man Dir derartige Beobachtungen in diesem Forum ohne den üblichen Hinweis auf eine wahlweise

a) eklatante Sehschwäche

oder

b) "Physik-Leugnung"

durchgehen lässt, dass nun wiederum lässt mich verwundert die Augen reiben.

Viel Freude und interessante Beobachtungen weiterhin mit den tollen Instrumenten unter der Kuppel der Sternwarte Welzheim wünsche ich Dir!

Gerrit
 

SpacePatrol

Mitglied
Hallo Leute,

ich danke euch für eure zahlreichen Informationen! Dann werde ich mal sehen, dass ich eine ordentlich Montierung auftreibe, die ein AS150 gut tragen kann.
Ich habe bisher ähnliche Erfahrung machen können, was Ihr hinsichtlich der Bildqualität beschrieben habt. Bisher konnte ich aber nur die keinen AS-Objektive (AS63/840, AS80/840, AS80/1200) testen. Ich bin schon richtig gespannt, was das 150er zu leisten vermag.
Im Deepskybereich setze ich auch ein SC 14" ein, aber ich finde das Bild bei weitem nicht so kontrastreich, wie an den kleinen AS-Refraktoren.

Was mich an den alten klassischen Refraktoren so erfreut, ist die tolle Leistung an den Planeten. Selbst das AS63/840 zeigt schon Details, die man kaum von so einem "Röhrchen" erwartet.

Viele Grüße: Felix
 

Ehemaliger Benutzer (6068)

Hallo Gerrit,

der Mann hat das eben drauf. :super:
Er spricht von erfolgreicher Anwendung im Bereich 0,45mm AP und als absoluten Einzelfall nennt er 0,33 mm.
Erfolgreich ist eventuell ein sauberes, nicht seeinggestörtes Bild mit "schönen" Details, was auch immer.
Jedenfalls kann man das erzielen, wenn man Glück hat, auch mit guten Augen.
Dies wurde und wird nie in diesem und auch nicht in anderen Foren bestritten.

In Frage stellen könnte man z.B. auch hier einen wundersamen Detail- und Schärfegewinn bei Steigerung auf 0,2 mm AP.
Das wäre eine Steigerung von 450fach bei dem geschilderten, einmaligen ausßergewöhnlichen Fall auf 750fach.

Auch Dir weiterhin viel Spass und ein gutes Gedächtnis.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:

Gerrit

Mitglied
Hallo Günther,

dass es sich bei der Beobachtung mit dem AS150 um einen -wie Du schreibst- "absoulten Einzelfall" handelt, machst Du mit welcher absoluten Gewissheit woran fest?

Welche Relevanz hat es, ob die Beobachtung(en) mit 450x einmal, zweimal oder zehnmal gemacht wurde(n)?
Gilt etwa: Einmal ist keinmal, zweimal ist einmal zuviel?

Und ist die Frage "0,33 mm vs. 0,2 mm AP" nicht eher pseudoakademischer Natur, weil wir uns ohnehin schon jenseits von Gut und Böse -im dunklen Reich der Beugungsunschärfe- bewegen?

Spaß & Gedächtnis sollen auch in diesem Beitrag nicht zu kurz kommen, somit sei mir noch ein Bonmot gestattet:

Zitat von *entfernt*GMS:
... und das nicht erst seit Erfindung des Friktionsbügels!

:huhu:

Grüße

Gerrit


 

Ehemaliger Benutzer (6068)

Hallo Gerrit,

ich würde meinen, dass Du in der Lage sein solltest in dem Post, welches Du selbst aufgegriffen hast, die entsprechende Passage zu finden.
Außerdem ist dieser Thread eigentlich etwas schade für Deine Spielchen (ein Überblick über Deine Posts spricht Bände).
Ende dazu.
Hier geht es um ein sehr schönes, leistungsfähiges und qualitativ hochwertiges Fernrohr und nicht um forenübergreifendes Geplänkel.

Gruß und CS
*entfernt*

PS: Mach doch, wenn der Schuh zu sehr drückt, im Smalltalk eine Diskussionsrunde auf oder stelle Dein Anliegen, soweit es Dir tatsächlich um Optik und Mensch geht, im entsprechenden Fachboard vor.
 
Zuletzt bearbeitet:

SpacePatrol

Mitglied
Mensch Leute!

Ich finde es schade, dass aus einer "Fach-"diskussion regelmäßig eine Diskussion über Mitglieder wird.

Nochmal großen Dank an Alex und Rudi! Eure Erleuterungen waren besondern interessant. Natürlich auch Danke an alle Anderen, die Ihre Erfahrungen beigetragen haben.

Ich werde mich dann auch mal an das Projekt "AS150" machen. Es wird aber sicher noch etwas Zeit ins Land gehen, ehe aus einem Objektiv ein fertiger Refraktor geworden ist.

Habt Ihr eine "erfahrungsgestütze" Empfehlung, hinsichtlich des Tubusmaterial und eines angemssenen Okularauszugs? Da ich großen Wert auf einen großen Fokusweg von mindestens 25cm lege, kommt vermutlich nur eine Kombination aus Schiebefokussierer und Helical- oder Zahnstangenfokussierer in Frage, ODER???

Viele Grüße: Felix
 

warmduscher

Mitglied
Hallo,
450x mit 150mm Öffnung ist sicher an Doppelsternen bei Spitzenseeing möglich, evtl. auch noch beim Mond, weil hier Helligkeit und Kontrast überdurchschnittlich sind.
An Planeten mit geringeren Kontrasten habe ich meine leisen Zweifel, dass unter ca. 0,7mm AP mehr Detail hervortritt.
Achim
 

Ehemaliger Benutzer (7840)

Hallo Achim,
Zitat von warmduscher:
Hallo,
450x mit 150mm Öffnung ... evtl. auch noch beim Mond, weil hier Helligkeit und Kontrast überdurchschnittlich sind.
An Planeten mit geringeren Kontrasten habe ich meine leisen Zweifel, dass unter ca. 0,7mm AP mehr Detail hervortritt.
Achim
genau meine Erfahrung. Wenn man bei Mondphasen jenseits des 1. Viertels keinen passenden Graufilter hat, kann Übervergrößerung den Anblick für das Auge angenehmer machen.

Das bezieht sich bei mir jedoch NUR auf das Erreichen einer angenehmen Helligkeit, an Schärfe, Kontrast und Auflösung bringt Übervergrößerung auch beim Mond nichts, im Gegenteil. Der Kontrast nimmt sichtbar ab, der Schärfeverlust hängt von der individuellen Optikqualität ab. Und ein Auflösungsgewinn ist dann physikalisch nicht mehr möglich.

Bei Planeten empfinde ich 0,7mm AP (entspricht V = 1,5*D in mm) auch als optimal, sofern das Seeing diese Hochvergrößerung zulässt.

CS und VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:

Kerste

Mitarbeiter
Zitat von SpacePatrol:
Habt Ihr eine "erfahrungsgestütze" Empfehlung, hinsichtlich des Tubusmaterial und eines angemssenen Okularauszugs? Da ich großen Wert auf einen großen Fokusweg von mindestens 25cm lege, kommt vermutlich nur eine Kombination aus Schiebefokussierer und Helical- oder Zahnstangenfokussierer in Frage, ODER???
Link zur Grafik: http://www.kerste.de/OAZ-Coude.jpg
Hi!

Es wird dir zwar wohl nicht helfen, aber unser Coudé hat einen ziemlich massiven Stahltubus, und der Okularauszug ist ein sehr massiver Helikal-Fokussierer - das Stahlrohr (über 10 cm Durchmesser, Okulare werden über eine Ansatzplatte befestigt) wird noch von ein paar Stangen fixiert und über ein Drehrad bewegt, das auch aus einem U-Boot stammen könnte.

Auf dem Foto ist der OAZ ganz reingedreht, das schwarze Handrad zum Fokussieren über der Ansatzplatte ist ebenfalls zu sehen (geht rund um den Tubus), und im OAZ steckt ein H-Alpha-Ansatz.

Als Schulteleskop ist das Teil atombombensicher gebaut... ob man sowas heute noch irgendwo her kriegt, keine Ahnung.

Gruß,
Alex
 

arago

Mitglied
Hallo Felix

An meinen 250MM Schiefspiegler habe ich den Fangspiegeltubus aus Kohlefaserverbund mit Hartschaumkern hergestellt. Bei 143MM Ausendurchmesser 5mm Wand und 1.8Meter länge komme ich auf etwa 3,2KG. Das ist das beste was man nehmen kann. Super stabil und super leicht. Man muß aber nicht unbedingt Kohlefaser nehmen, Glasfaser tut es auch. Auf jeden Fall sollte man faservestärktes Material nehmen. Aluminium neigt bei der geforderten Länge leicht zu Verformung und Verzug. Trotz dem einmal ein Anhaltspunkt was es in Aluminium so gibt und wie viel so etwas pro Meter wiegt. Durchmesser 160X3MM wiegt 4KG, DM 190X3,5MM / 5,55KG, DM 170X5 / 7,01KG und DM 180X5 / 7,44KG pro Meter Länge.
Für den Okularauszug sollte man bei der Brennweite mit deutlich mehr als 250MM Weg rechnen. Ich nutze bei 5Meter Primärbrennweite einen rund 40CM Weg und das war bei Verwendung einer Shapleylinse und einem Bino immer noch zu wenig ( zu lang ) und für das 7oMM Weitwinkelokular war der große Lichtweg vom 70MM Klappspiegel zwingend erforderlich ( zu Kurz ). Ich habe den hinteren Teil des Fangspiegeltubus als Okularauszug gestaltet! Der Fangspiegeltubus ist innen ausgehohnt und darin ist ein zweites Rohr DM 100X700MM Länge mit 12 Kugellager geführt. Das ganze wird mit einer 500MM langen Zahnstange und einem Getriebemotor von Conrad bewegt. Hier ist allerdings ein Schrittmotor mit Steuerung noch in Arbeit denn der Getriebemotor läuft immer recht heftig an was zu Wackeleien führt. Zum Transport wird der Auszug komplett in den Fangspiegeltubus hineingefahren und damit die Transportlänge so um 40 CM gekürzt. Alles Zubehör wird an eine Ringschwalbe adaptiert. Felddurchmesser 72MM!! Halte auch ausschau nach einem Lumikon Giant Easyguider mit einer 80MM Schapleylinse. Damit kannst Du den wahren sichtbaren Himmelsausschnitt bei Verwenung von 2 Zoll Okularen deutlich in der Größe steigern. Du kannst damit eine Feldblende nutzen die weit über die 48MM einer 2 Zoll Garnitur hinaus reicht. Übrigens als Sucher verwende ich einen 105MM TMB-Apo mit Schiebefokusierer. So einen Schiebefokusierer kann ich nicht empfehlen. Der ist zu ungenau und versetzt beim drehen und festspannen immer ein klein wenig. Normalerweise merkt man davon nicht viel aber wenn man beide Telekope direkt neben einander auf der Montierung hat merkt man es wenn man die Sternpositionen an beiden Teleskope miteinander vergleicht! Und das stört wenn die andere Optik gerade mal ein Feld hat von 30Minuten und man anfängt die Vergrößerung zu steigern.

Gruß Peter
 

SpacePatrol

Mitglied
Hallo Peter,

danke für deinen Erfahrungsbericht und deine Informationen über deine Umsetzung.
Ich habe auch schon zwei Tubus aus Kolefaser für das AS80/840 und das AS80/1200 und war damit auch sehr zufrieden. Jedoch habe ich auch mit dem Hartpapier sehr gute Erfahrungen gemacht. Das Gewicht ist hingegen natürlich deutlich höher.

Das du den Schiebefokussierer nicht als gut erachtest, düfrte wohl weniger an der Technik, als dann eher an der Qualität der Verarbeitung. Ich habe zwei verschiedene Fokussierer von Zeiss und kann dort kein Shifting feststellen.
Wahrscheinlich ist das Spiel zwischen Führungshülse und Gleithülse zu groß. Normalerweise sind aber alle Gleitflächen jedoch justierbar.

Viele Grüße: Felix
 

**DONOTDELETE**

Hallo Rudi,

Das sekundäre Spektrum ist ganz wesentlich von den verwendeten Okularen abhängig. Mit den Original Zeiss Ortho Okularen hat man nochmals ein drastisch vermindertes sek. Spektrum.
Okulare wie die Zeiss Orthos nehmen das Strhalenbündel erst hinter
dem Brennpunkt des Teleskopes auf. Es ist deshlab völlig unmöglich
daß sie das sekundäre Spektrum des Teleskopes verringern.

Selbst verständlich sind nicht alle Okulare gleich farbrein
und ein schlechtes Okular könnte die Farbsituation am AS
noch verschlechtern.

Andere Abbildungsfehler als das sekundäre Spektrum gibt es bei einem AS nicht
Auch da wage ich zu widersprechen. Der AS hat auch noch Bildfeldwölbung
und off-axis Astigmatismus.

CS,Karsten
 
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