Erste Jupiterbeobachtungen der Saison 2019

WOBAFGKMRN

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Hallo,

gestern und heute konnte ich zum ersten Mal in diesem Jahr Jupiter beobachten. Leider war, bedingt durch den niedrigen Planetenstand, das horizontnahe Seeing beide Male furchtbar. Dadurch konnte ich nur die rudimentärsten Details beobachten. Trotzdem fielen mir sofort große Veränderungen im Vergleich zu meiner letzten Jupiterbeobachtung auf.

Am 15.2. war auch die Transparenz wegen Schleierwolken eher mau. Darum waren die Farben nur schwach zu erkennen. Es war aber gut zu sehen, dass der GRF vom Farbton her wieder ein Stück kräftiger geworden ist und nun das NEB das prominentere Band ist. Im NEB konnte ich Richtung EZ noch eine D-BAR erahnen.

Am 16.2. war die Transparenz viel besser. Sofort sah ich, dass nun die EZ eine eindeutig bräunliche Färbung aufweist. In der EZ konnte ich ein paar Details ausmachen, aber das Seeing ließ sie leider sofort verschwimmen. Die Dicke des SEB ist deutlich zurückgegangen. Es scheint fast so, als ob sich das dunkle Material des SEB über die EZ verteilt hat und nun für dessen bräunliche Färbung sorgt. Eine weitere interessante Beobachtung war auch der sehr helle Bereich zwischen SEB und STB - auf den ersten Blick erschien er mir fast weiß zu sein! Vermutlich ist das aber nur ein Kontrastphänomen, da dieser Bereich zwischen zwei dunkleren Bändern liegt.
Gegen Ende der Beobachtung löste sich dann noch Europa von der Planetenscheibe - der Mond war hinter Jupiter vorbeigezogen.

LG Michael

20190215.JPG20190216.JPG
 

starfire

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Hallo Michael,

danke für den detailierten Beobachtungsbericht und die aussagekräftigen Zeichnungen, Jupiter steht für mich leider sehr ungünstig und ist aus meiner Sternwarte nicht beobachtbar, vielleicht muss ich aber bei nächster Gelegenheit einmal einen "Außeneinsatz" einplanen. Allerdings ist das "farbige" Zeichnen und Erkennen aufgrund meiner Farbsehschwäche ein Problem. Gruß Jens
 

Clark

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Hallo,Michael
ich habe mal gelesen wenn der GRS besonders farbprächtig ist-würde er das SEB leersaugen .:geek::giggle::unsure:
das seeing war auch am 15 feb grottenschlecht in Hamburg-die nacht von 16 auf den 17 feb bewölkt:cry:
 

Quasaro

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Hallo Michael,

sehr schöne und realistische Zeichnungen Jupiters hast du da angefertigt. Man merkt ihnen dein großes Engagement und die Begeisterung bei der visuellen Beobachtung direkt an. Es muss also beileibe nicht immer Astrofotografie sein. Solche beispielhaften Zeichnungen haben wirklich ihre Berechtigung und sind überdies eine hervorragende Schulungsmethode im teleskopischen Sehen. In meiner Anfangszeit hatte ich auch mal Jupiterzeichnungen am Quelle-Newton 114/900 mm angefertigt, war sehr interessant. Allerdings ist das schon etwa 46 Jahre her, war aber eine schöne Erfahrung.

Viele Grüße und weiterhin CS für mehr Zeichnungen
Stefan
 

WOBAFGKMRN

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Hallo,

danke für eure Rückmeldungen.

@Jens: Den Außeneinsatz würde ich an deiner Stelle evtl. eher dann planen, wenn Jupiter bereits während der Nacht im Zenit steht. Weil zur Zeit muss man recht früh aufstehen und wenn dann das Horizontseeing schlecht ist, hat man nicht wirklich viele andere Objekte zur Verfügung. Das könnte ein bissl frustrierend sein.

@Clark: Könnte mir auch vorstellen, dass der GRF einen Teil der dunklen Materie "aufgesaugt" hat. Schließlich pflügt der ja mehr oder weniger durchs SEB durch. Konnte auch 2016 beobachten, dass ein feiner Schleier vom SEB zum GRF führte.

@Stefan: Ja, besonders bei der Jupiterbeobachtung bin ich mit Begeisterung dabei. Der Großteil meiner Zeichnungen sind von Jupiter, weil mich die Veränderungen und Vorgänge auf seiner Oberfläche einfach faszinieren. Darum hoffe ich sehr, dass ich auch beim aktuellen tiefen Planetenstand noch bessere Beobachtungen werde machen können.

LG Michael
 

nicodejongh

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Diese Woche am 14 Mai habe ich Jupiter beobachtet mit den Mewlon 210, dabei sehr geholfen durch einen ADC und einen Binoviewer, was ein schones Bild bei za 200x lieferte. Sehr auffallend war der EZ, zitronengelb gefarbt! Das hatte ich noch nie gesehen. Auf das Hollandische Astroforum vernahm ich das Sky & Telescope etwas daruber benachrichtet hattet, es scheint ziemlich selten zu sein. Weiter suchen auf das Web gab einen interessanten Link, hier http://adsabs.harvard.edu/full/1920MNRAS..80..467W lesen Sie das es schon seit Jahrhunderts observiert ist, und wird auch der gelbe Farbe genannt, weil der Farbe der EZ normal weiss ist. Eine Niederlandisch Blog sagte das die Amonniakwolken die vorherschen in den EZ verschwinden konnen und das dann Wolken aus Ammoniumsulfide sichtbar werden, wie bekannt sind Schwefelverbindungen stark gelb gefarbt.
Also, es handelt sich hier um einen seltenes Ding, gut um die kommende Zeit Jupiter ins Visier zu nehmen!

CS Nico
 
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