Farbskalierungsfehler beim TAL250K

franzhelmli

Mitglied
Hallo

ich hab ja ein TAL250K Teleskop mit dem ich nun schon einige Jahr arbeiten. mal mehr mal weniger.
letzten hab ich mich an den Mond gewagt:
Setup: Celestron CGE mount mit TAL250K mit Reducer zur Canon 6Da.
Bilder: 350 Bilder a 1/250sec
gestackt mit AstroArt

Ziel ist es nun die Saturation so weit anzuheben das man Farbe am Mond sieht. das kann dann anderes Material am Mond sein oder so:
average_small.jpg


ok, aber hier sind riesige Farbfehler drinnen!
es ist aber nicht so das man die RGB Kanäle verschieben muss um eine Korrektur zu erziehlen sondern Skalieren.
ich hab das mal rausgemessen und komm auf folgende Werte:
ROT Kanal: hier muss ich das Bild um 0.3% reduzieren
BLAU Kanal: hier muss ich das Bild um 0.3% vergrößern.
das sind bei einem Monddurchmesser 2400 Pixel ca 8 Pixel.

nun meine Fragen:
1. ist das nur wegen dem Reducer (hat ja Linsen)?
2. ist das da ich das Bildfeld mit der Vollformat doch etwas überbeansprucht habe?
3. ist das auch bei einem RC mit reducer zu erwarten?
4. ist das auch einem RASA 8" zu erwarten?

vielen Danke und lg
Franz
 

Andreas-TAL

Mitglied
Hui, was ist denn da passiert ... sorry, sieht (zumindest auf meinem Monitor) recht gruselig aus. Ich versuche mal zu sortieren, auch wenn es vielleicht keine direkte Antwort auf deine obigen Fragen sind ...

Du verwendest eine 6d mit Vollformat - also das ist das erste Problem: Der Klevtsov kann gut APS-C Format, mit Vollformat bekommt er etwas Schluckauf. Das Bild dürfte trotzdem definitv NICHT so aussehen wie oben. Üblicherweise sind die Mondbilder mit dem TAL-250K, aber Ausschnitte mit schnellen Videokameras (Chipgröße so um 10-14mm), die dann zu einem Panorama zusammengesetzt werden (idealerweise auch noch s/w, nur die Farbinformation stammt dann von einer EOS mit Reducer um den ganzen Mond gleich komplett abzubilden.

Wenn Du die Brennweite mit dem MK-II Reducer auf 1490mm runterbringst, ergibt das zumindest keinen ideales Verhältnis von Pixelgröße und Brennweite. Weit besser wäre es den Klevtsov mit 2x Barlow und einer Pixelgröße der Kamera von ~5µm zu betreiben. Deine EOS hat nur geringfügig größere Pixel (6,54µm) - das ist nicht ideal. Dennoch sollte das Bild NICHT so aussehen.

Der Reducer hat einen Arbeitsabstand von 55mm - ich gehe davon aus, dass der passt. Wenn Du in standardmässig anschließt (EOS Bajonett - T2) müsste das eigentlich OK gehen. Selbst etwas daneben dürfte das Bild NICHT so aussehen lassen.

Das obige Bild scheint mir extrem unscharf zu sein. Ich kann nicht beurteilen, ob das an den Farbkanälen liegt, dem Seeing (wobei 1/250 ist schon schnell), der fehlenden Spiegelvorauslösung oder ob einfach der Fokus nicht getroffen wurde. Aber: Das Bild sollte oben NICHT so aussehen.

An den Linsen im Reducer liegt es nun definitiv nicht, der Klevtsov hat im Korrektor bereits Linsen, ist also kein reines Spiegelsystem. Linsen bringen immer einen Farblängsfehler ein, aber der ist bei einen normal arbeitenden TAL-250K im Bereich eines APOs (zumindest auf der Achse). In Verbindung mit Reducer, mit Vollformat, mit ungünstigem Verhältnis von Brennweite-Pixelgröße würde ich meine Hand nichts ins Feuer legen, dass das nicht auch ein bisschen wild aussieht, aber ich denke NICHT so (zumal ja auch die Achse weit weg von Scharf ist).

Wenn Du so einen extremen Farblängsfehler drin hast (das ist ja auf dem Niveau eines sehr, sehr schlechten Achromaten): Hast Du die Korrektoreinheit irgendwann mal demontiert, das System zerlegt ... Das ist weit weg von dem was ein TAL-250K abbilden kann.

Hier mal ein „Beispielbild“:

Das ist eines im dem Stil, den Du auch versucht hast, also die Farbkurven hochgezogen, um Farbe auf den Mond zu bekommen.

Stammen aber nicht von mir ... zeigen aber was möglich ist.
Wie geschrieben - das passt was Kapitales nicht und das auch noch gründlich.

Andreas.TAL
 
Zuletzt bearbeitet:

franzhelmli

Mitglied
hallo

Danke für die Ausführliche Antwort:

Unschärfe: ja richtig, ich habe nicht gut genug fokusiert. das sollte aber nicht das Problem erursachen.

Ad Farbe:
das Foto ist natürlich in AstroArt 3x mit der Funktion die Sättigung anzupassen prozessiert worden (3x Saturation auf voll). Klar das dann die Farben überdurchschnittlich rauskommen. das Habe ich absichtlich gemacht um den Effelkt zu zeigen

FOV:
Ok Vollformat ist zu viel für meinen kleinen TAL. der Mond ist aber nicht voll am Sensor drauf.
Mond durchmesser in Pixel: 2400pixel
Mond durchmesser in mm am chip 6.6*2400 = 15,8mm
Monddurchmesser in mm vor dem Reducer (ja schwierig ich weiss...) = 15,8/0.8 = 19,8mm
ok das ist mehr das der TAL kann.

mehr später...

lg
Franz
 

Andreas_L

Mitglied
Hallo Franz,

was du hier siehst ist ein Farbquerfehler, auch chromatische Vergrößerungsdifferenz genannt, das heißt, eine Variation der Brennweite mit der Wellenlänge. Dadurch ist das Bild in den verschiedenen Farbkanälen unterschiedlich groß.

Ich würde mal ohne Reducer probieren. Somit kannst du eingrenzen, woher der Fehler kommt.

Gruß
Andreas
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo.

der Klevtsov besteht ja nicht nur aus Spiegeln, und das Design weist offaxis deutliche laterale Farbtrennung auf.
Siehe dazu "Eyepieces, Telescopes and Astrographs" Seite 288ff. Weiss nicht, ob es original Spotdiagramme dafür gibt.
Der Korrektor sollte das idealerweise korrigieren, wenn ers nicht tut dann sieht man es halt schon deutlich
wenn man 3x den Regler ganz nach rechts dreht.

lg Tommy
 

Andreas-TAL

Mitglied
Zusammen mit Vladimir Sacek haben wir (wobei Vladimir faktisch alles gerechnet hat) versucht eine Näherung an das Klevtsov System zu erreichen. Also faktisch mehrmals, einfach um zu sehen, ob man mit verschiedenen Veriationen zu ähnlichen Ergebnissen kommt.
Ich zitiere mal:

“Durch das Buch von Yuri A. Klevtsov ist nun geklärt, welche Glassorten beim TAL-250K verwendet wurden. Es ist keine komplette präzise Darstellung, aber die Gläser, Spiegelradius, Abstand zum Korrektor, Strahlenverläufe, die direkt den Meniskusradius bedingen und die Gesamtdicke von Mensikuslinse+Luftspalt+Manginlinse sind kombinierbar. Genug um ein System zu rekonstruieren, was der Realität sehr, sehr nahe kommt.
(Siehe Kapitelende Seite 85. wo Yuri A. Klevtsov auf den Designentwurf 4, Seite 80, Tabelle 3.20 hinweist).

Die Gläser sind LZOS STK3 und BK10, die keine direkten Entsprechungen im SCHOTT Glaskatalog haben, aber das Lanthanum Glas LAK11 und das Glas BAK4 sind mit ihren Eigenschaften jeweils ähnlich genug, um keine bedeutsamen Unterschiede zu verursachen.

Die Kennzahlen sind sehr ähnlich zu den Gläsern, die ich bereits vorher als wahrscheinlichste Varianten angenommen habe. Das Designminium auf der Achse liegt damit bei 0.032 RMS Wave (absolutes Minimum läge bei 0.03 RMS Wave, bei konsequenter Optimierung).“


Dies hier ist die Simulation der bestmöglichen Näherung an das TAL-250K System, die von Vladimir Sacek erstellt wurde:

1D3C3AC6-1E4D-455A-AC3E-2FAE9BDF5614.jpeg


Und weiter: „Wenn die Manginlinse dünner ausgeführt würde und die anderen Spezifikationen entsprechend angepasst sind sinkt der Fehler auf 0.026 Wave, sehr nahe bei den 0.023 die in der Tabelle genannt werden. Es gibt keine nennenswerte Änderung anderer Aberrationen außer beim Farblängsfehler der gering - aber doch doch nennenswert - schwächer ausfällt mit dünnerer Manginlinse. Das ist ein guter Hinweis, dass das siminuierte Leistungsvermögen ziemlich identisch ist zum tatsächlichen Design. Die geringen Unterschiede in den simulierten Spots kommen höchstwahrscheinlich von den etwas anderen Glasspezifikationen."


Und dann zu anderen Zeiten und Orten nochmal etwas anders, als es um das Zusammenspiel von TAL-250K und diversen Okulardesigns ging:

“There is [a] prescription in the book for the 200K, and with a little tweaking the 250K can be reconstructed so that it closely represents the unit. The meniscus acts very similarly to that in a full-aperture Maksutov, and the Mangin, along with the role of the secondary, takes care of correcting the small residual coma (the front radius). System below should be close to the real thing in all respects. Thickness of the meniscus determines the limit for spherical aberration correction (thicker meniscus allows weaker radii, which lowers the higher order SA component), and this one allows design limit of about 0.96 Strehl (which seems to me to be the design limit for these telescopes, but I don't really know). Miscollimation sensitivity is 1.3 wave p-v of all-field coma for 0.5mm decenter primary vs. corrector/secondary (negative - tail down - for the primary higher, positive for lower), as well as about 1mm image tilt, while 0.1 degree tilt of the primary induces 2.4 wave p-v of coma, (positive for counterclockwise tilt with light coming from the left, and negative for clockwise tilt) as well as over 2mm image tilt measured at the given, 9.4mm image radius. Coma is proportional to the size of miscollimation for both, decenter and tilt. Despace between the primary and corrector/secondary assembly induces negligible spherical aberration, shifting the focus by about 20mm for every mm of despace.

[The TAL] ... has moderate astigmatism, but strong field curvature, due to its astigmatism and Petzval curvature being of the same sign (that's is why Klevtsov designed the flattener). So one has to try [different eyepieces] in order to know it.“


EF4C49A2-C56D-403C-98AE-E7BA685FD396.png


Andreas.TAL
 

svenk123

Mitglied
Hallo Franz,

wenn ich mir das Bild so anschaue, sieht es auch so aus, dass beim Alignment der Farbkanäle etwas nicht stimmt.
Schau Dir mal den Krater Aristarchus oder Kopernikus an. Da sieht man, dass der Rot-Kanal weiter links liegt und nicht Deckungsgleich mit dem Krater ist.

Hier stellen mir gleich folgende Fragen:
1. Warst Du korrekt im Fokus?
2. Wie hoch stand der Mond über dem Horizont?
3. Was für ein Alignment-Algorithmus hast Du angewendet?
4. Hast Du vielleicht keinen IR-Cut-Filter eingesetzt? Das würde u.U. den aufgeblähten Rot-Kanal erklären.

Kannst Du vielleicht die RAW-Bilder bereitstellen?

CS
Sven
 

Andreas_L

Mitglied
Hallo Franz,

Deine Skalierung von jeweils 8 Pixel entspricht etwa 0.05mm. Also ist das rotes Bild 0.1mm größer als das blaue Bild.

Jetzt vergleiche mal mit der "lateral color" in der Darstellung von Andreas.TAL (danke übrigens): Für die Größe des Mondes muss man in der Mitte der x-Skala schauen (0.25grad Mondradius) und erhält einen Fehler von etwa 0.01mm zwischen rot und blau. Das wären gerade mal knappe 2 Pixel. Wahrscheinlich ist der Reducer schuld. Teste mal ohne Reducer ob es besser wird.

Gruß
Anderas
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo,

danke für die Spots, Andreas - die CVD sieht man an den offaxis Spots. Mich würde interessieren, wie sich das in der Praxis auswirkt. Ich habe Deepsky Farbfotos mit dem TAL250 gesucht, bin aber auf die Schnelle nicht recht fündig geworden. Hat vielleicht jemand ein Rohbild mit APS-C Kamera, wo man genügend Sterne auch am Bildrand sehen kann?

lg Tommy
 

Andreas-TAL

Mitglied
Nicht ganz Vollformat wäre hier (19,2x13 / ASI294MC)

17,6x13,3 (ASI1600, aber MM)

ASI071MC Pro müsste APS-C haben

Chip leider unbekannt, aber mit Reducer.

Kleine Gag zwischendrin: Da ist das Bild absichtlich farbversetzt weil Anaglyph 😜:
Tut aber hier eigentlich nichts zur Sache.

Das ist auch wieder mit APS-C Feld (EOS1000D)

Vielleicht hilft’s ja (hoffe die Links funktionieren). Sind natürlich keine Rohbilder, dementsprechend ist wahrscheinlich das für hier Interessante schon längst „wegbearbeitet“.

Andreas.TAL
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo Andreas,

danke für die Links, der 7789 ist das einzige das funktioniert und mit einer Farbkamera aufgenommen wurde.
Allerdings hat die 294 einen Sensor, der kleiner ist als APS-C.
Bei mono registriert man ja die RGB aufeinander und dadurch wird die CVD wegkorrigiert.

Das 7789 Bild zeigt nun dass der R Kanal grösser ist als der B Kanal. Ich habe dazu das rechte obere Eck ausgeschnitten und
die Sättigung nur leicht erhöht (ist eh schon satt), Auflösung verdoppelt um es leichter sichtbar zu machen.
Die weissen Sterne haben aussen einen roten und innen einen blauen Saum. Nicht schlimm, aber sichtbar.
Das ist in allen 4 Ecken so, symmetrisch zum Zentrum -> CVD.

TAL250_7789_crop.jpg


Ein paar Bilder mehr und unter kontrollierteren Bedingungen wären aber aussagekräftiger.

lg Tommy
 

herwig

Mitglied
Hallo,
ich hatte einmal ein TAL 200k, habe es leider weggegeben. Selbst schuld. So etwas produziert kein TAL ohne Fremdeinwirkung.
Nach meine Einschätzung ist das in allererster Linie ein Stakkingproblem bei unscharfen Rohbildern und/oder der Reducer. Ein Einzelbild wäre sicherlich am ausagekräftigsten.
cs herwig

PS: wenn du dein TAL loswerden möchtest, ich bin interessiert...
 
Zuletzt bearbeitet:

Andreas-TAL

Mitglied
„Alphaastro“ hat für den Thread hier dankenswerterweise zwei unbearbeitete Einzelbilder zur Verfügung gestellt. Die stammen natürlich aus vergangenen Zeiten, da es im Astrobereich immer mehr Richtung Vollformat geht. Die hier stammen aus einer EOS 1000D.

Vielen Dank dafür, Rüdiger 👍

Da es keinen Sinn macht 18 MB hier einzustellen, habe ich die Bildgröße belassen, aber die Bilder sind auf JPG konvertiert. Ja, ich weiß, dass das die Aussagekraft einschränkt, aber hier geht es erst mal darum die Bilder überhaupt zu sehen. Thommy hat die im Original und ein paar hochskalierte Ausschnitte aus den Ecken, lassen sich ja dann nachfolgend zeigen und dann kann das im Bezug zur „großen Bild“ eingeordnet werden.

NGC6883, TAL-250K, f/8.5, 120 sek., 800 ASA
935998D5-91C1-4585-BBA4-204562713557.jpeg

M57, TAL-250K, f/6 (mit TAL-Reducer MK-II), 90 sek., 800 ASA
5AF231BE-F45B-4B23-A5D0-FAAE75DF2ABB.jpeg

Bei allem anderen ist Thommy weitaus kompetenter. Schaun‘ mer mal - im wahrsten Sinn des Wortes ... 😉

Andreas.TAL
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo,
hallo Andreas,

danke an Alphaastro für die beiden Bilder!

Habe sie mit dem Kamera Weissabgleich in Photoshop in Farbbilder umgewandelt (PS kann ja keine Rohbilder anzeigen),
und zwar gleich dabei die Sättigung erhöht. Das ist Variante colorA. Dann noch mal bösartig mit Farbsättigung
drübergegangen um jeden kleinen Farbstich rund um die Sterne rauszukitzeln. Das ist Variante color.
Dann in PixInsight mit einem praktischen Skript die 4 Ecken und Zentrum in ein neues Bild transferiert

M57 mit Reducer bei f/6 colorA
M57_F6_EOS1000D_90s_800ASA_colorA_corners.JPG


color (stark gesättigt)
M57_F6_EOS1000D_90s_800ASA_color_corners.JPG


NGC6883 bei f/8,5 color A
NGC6883_F8_5_EOS1000D_120s_800ASA_colorA_corners.JPG


color (stark gesättigt)
NGC6883_F8_5_EOS1000D_120s_800ASA_color_corners.JPG

Mein Fazit: Laterale Farbe beim TAL250k mit Reducer bei f/6 nicht zu sehen. Artefakte überwiegen.
Bei f/8,5 nativ ist der R Kanal schon etwas grösser, aber das sieht man erst wenn man wirklich bösartig aufzieht.

Der Thread Starter hat nun Vollformat + Reducer (welchen?) verwendet, und extrem stark aufgezogen.
Es liegt in der Natur der Bildbearbeitung, dass bei extremen Manövern Artefakte auftauchen,
die man als Bearbeiter möglichst unter Kontrolle zu halten sucht.

Hier wäre es einen Versuch wert, die Farben zwar zu verstärken, RGB zu skalieren und zur Deckung bringen, und dann noch die originale (getrennt bearbeitete) Luminanz darüber zu legen. Von den meisten Programmen wird zur Berechnung der Luminanz G viel mehr gewichtet als R und B (die verlieren aber kein Wort darüber, wohl um die Anwender nicht zu verwirren), und die Strukturen sollten dabei klarer herauskommen.

lg Tommy
 

herwig

Mitglied
Hallo,
Mond in dieser Größe zeigt höchstens mit einem Rasierspiegel solche Fehler. Irgendwo ist da ein großer Fehler in der Bearbeitung, aber eine so schlechte TAL- Optik kann es gar nicht geben. War das vielleicht eine Okularprojektion oder so.. ?
Ähnlich schlechte Bilder habe ich nur mit dem SC 3.3 Reducer zustande gebracht
cs Herwig
 

Andreas-TAL

Mitglied
Besten Dank Thommy für die Rückmeldung und für den Zeitaufwand.

Dass bei dem Mondbild des Threadstarters etwas gründlich schiefgelaufen ist, was man in DER Größenordnung nicht dem Teleskop selbst zurechnen kann, ist recht unstrittig.

Das zeigt ja nun auch die Auswertung von Tommy - die Spots in den Ecken bleiben durch den Reducereinsatz unangetastet, zumindest was ihre (lateralen) Farbigkeit angeht.

In dem Zusammenhang habe ich mich an meine, rund 5-6 Jahre zurückliegende, Korrespondenz mit Yuri A. Klevtsov erinnert. Die war recht schwierig, weil Yuri kein Deutsch oder Englisch beherrscht und ich kein Russisch. In der Folge hatte GoogleTranslate viel zu tun ... Unglücklicherweise hat Yuri dann vieles nicht auf Russisch geschickt, sondern seinen russischen Text schon durch den Übersetzer gejagt. Hätte er das mal lieber gelassen ... Google und Co. werden (im Vergleich zu 5 Jahren) immer besser und mit dem russischen Originaltext könnte ich wesentlich mehr anfangen. Aber es kam ja schon „Kauderwelsch-Englisch“ hier an ...

Trotzdem habe ich mich jetzt Schritt für Schritt nochmal durch den Artikel durchgewühlt und einen m.E. logisch und inhaltlich korrekte Text rekonstruiert. Da der hier einen inhaltlichen Beitrag liefern könnte, publiziere ich den hier nachfolgend:

Die Abbildungsleistung eines TAL-250K auf der Achse und im Feld unter Berücksichtigung des Reducers MK-II
1. Leistung im visuellen Bereich
a) Auf der Achse

Der Durchmesser des Beugungsscheibchens im Spektralbereich von 460-660nm beträgt 10,7 µm und beinhaltete 62,3% der Lichtenergie, die die Bildebene erreicht.
Der Durchmesser des Beugungsbildes, in dem 80% der Lichtenergie (auf der Bildebene) versammelt sind, weist eine Größe von 17,2 µm auf.


b) Im Feld bis 11mm
Innerhalb eines Feldes mit einem Radius von 5,5 mm von der optische Achse ausgehend, beträgt der Durchmesser des Beugungsbilds (im fotografisch relevanten Spektralbereich von 400 - 700 nm) maximal 20 µm. Ich möchte betonen, dass das sowohl für die Achse selbst, wie auch für diesen Rand (in 5,5 mm Abstand zur Achse) gilt - 80% der Lichtenergie sind in maximal 20 µm großen Spots konzentriert.

c) Im Feld bis 17,5mm
Der maximale Felddurchmesser beträgt 40 Bogenminuten, begrenzt durch das Blendrohr des Teleskops und kann in der Bildebene vollständig abgebildet werden. Am Rand dieses Feldes hat das Beugungsbild folgende Größen.

Daten für den Spektralbereich 460 - 660 nm: 116 µm × 40 µm.

Daten für den Spektralbereich 400 - 700 nm: 135 µm × 40 µm.

Dieses Feld ist frei von direktem
* Streulicht und kann genutzt werden, um mit langbrennweitigen Okularen, die maximal möglichen Austrittspupillen zu erreichen, um Großfeldbeobachtungen, beispielsweise bei der Beobachtung und Suche von Kometen durchzuführen. Jedoch ist es, aufgrund seiner niedrigeren Qualität, nicht mehr für eine fotografische Nutzung geeignet.

* Y.A.Klevtsov differenziert zwischen „streifenden“ Streulicht, also das Licht, was bei einem fast achsparallelen Einfall von Strahlen in den Tubus in den Tubus entsteht (typischerweise wenn eine sehr helle Lichtquelle (Mond, heller Stern) knapp außerhalb des Gesichtsfeldes liegt) und „diffusen“ Streulicht, das aus allen Richtungen in den Tubus einfällt oder von dort in alle Richtungen gestreut wird.

d) Im Allgemeinen zur visuellen Beobachtung
Der Feldradius, bei dem ein Bildpunkt (Spot) nicht von seinem Beugungsbild zu unterscheiden ist (also innerhalb der Beugungsgrenze [Strehl=0,8] liegt), entspricht in etwa 4 mm, oder 8-10 Bogenminuten [exakt gerechnet 9,1 Bogenminuten]. Es ist recht einfach zu überprüfen, dass das Auge während Nutzung des Teleskops (nahe der Auflösungsgrenze) und mit orthoskopischen Okularen (Gesichtsfeld 40º - 50º) nur eine Gesichtsfeld von 7 - 9 Bogenminuten nutzen kann.

Infolgedessen hat das Teleskop TAL-250K bei visueller Nutzung (mit den o.g. Parametern) im gesamten Bildfeld eine sehr gute Abbildungsqualität.



2. Leistung mit Reducer im Spektralbereich 400 - 700 nm

Hier müssen vier unterschiedliche Zonen in der Bildebene erwähnt und unterschieden werden.

a) Auf der Achse mit Reducer
Auf der Achse beträgt der Durchmesser des Beugungsbildes (400 nm bis 700 nm), in dem 80% der Lichtenergie versammelt sind, normalerweise 12,5 µm.

b) Bei einem Felddurchmesser bis 17,5 mm mit Reducer
Bei einem Feld mit 17,5 mm Durchmesser**, das entspricht einem Gesichtsfeld von 40 Bogenminuten (siehe oben), welches durch direktes Streulicht nicht betroffen ist, steigt der Durchmesser des Beugungsbildes an den Rändern dieses Feldes durchschnittlich auf 15 µm.

[** Achtung hier wird der Durchmesser genannt, an anderen Stellen werden die Feldgrößen oft mit dem Radius genannt - nicht verwechseln.]

c) Bei einem Felddurchmesser bis 29,2 mm mit Reducer
Bei einer maximal erreichbaren Feldgröße von 1,1º (darüberhinaus wird das Bildfeld durch das 2“ Auszugsrohr des OAZ vignettiert), beträgt der lineare Felddurchmesser 29,2 mm und der Durchmesser des Beugungsbildes steigt auf durchschnittlich 17,5 µm.

d) Bei einem Felddurchmesser bis 34,8mm mit Reducer
Wird kein standardmäßiger 2“ OAZ verwendet, beträgt der maximal erreichbare, lineare Felddurchmesser 34,8mm*** oder 1,3º Der Durchmesser des Beugungsbildes beträgt dann an den Rändern dieses Feldes dann am Rand bis zu 18 µm.

[*** Y.A.Klevtsov geht hier darauf ein, dass die Kamera auch (ohne limitierenden OAZ) direkt am Teleskop adaptiert werden kann. In dem Fall begrenzen ausschließlich die Öffnung in der Hauptspiegelhalterung und der Adapterplatte am Tubus das Bildfeld.]

Hinweis: Wenn die Feldbereiche von 1,1º und 1,3º genützt werden sollen (siehe oben, Punkte c und d) muss der obere Teil des Blendrohres am Teleskop TAL-250K abgeschraubt werden.

(Die gelben, kursiven Anmerkungen stammen von mir, die restliche Farbe soll (hoffentlich) der Übersichtlichkeit dienen.)

So, ich denke das obige korreliert gut mit dem, was Tommy ermittelt hat. Laterale Farbe bei f/8.5 in den Ecken, die die Spots vergrößern und keine laterale Farbe bei f/6 mit Reducer. Das lässt sich auch aus dem Text von Y.A.Klevtsov herauslesen.

Das interessante „Ergebnis“ ist für mich eine Frage. Nämlich, ob man im Licht des oben geschriebenen am TAL-250K Klevtsov VISUELL überhaupt eine perfekte Randabbildung bei langbrennweitigen Okularen „hinbekommt“. Aktuell ist das echt eine Herausforderung, bzw. eben nicht perfekt gelöst.

Andreas.TAL
 
Zuletzt bearbeitet:

herwig

Mitglied
hallo,
ich hoffe, ich habe es nicht überlesen, aber die einzig relevante Frage ist eigentlicvh: welcher reducer wurde verwendet ?

cs herwig
 
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