Fernglas auf 90°-Einblick umbauen

#1
Hallo zusammen!


Ich habe mir gerade mal Folgendes überlegt und wüßte gerne, ob Ihr soetwas für realisierbar haltet:

Man nehme ein gewöhnliches 10x80 Fernglas oder irgend ein anderes Großfernglas mit geradem Einblick.
Vor beide Objektive wird ein großer Planspiegel befestigt, welcher um 90° gedreht ist.


Das war es schon! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />
Der Planspiegel ersetzt somit quasi zwei Zenitspiegel, die sonst für jedes Okular einzeln verwendet werden müßten.

Wenn man nun Zenitbeobachtungen machen möchte, dann hat man einen horizontalen Einblick.

Gibts einen Haken an der Sache?
Oder ist es tatsächlich so einfach, ein preisgünstiges Binokular für astronomische Beobachtungen zu bekommen?

Die Vorteile dieser Lösung wären:
-- Man könnte die preiswerten Großferngläser von TS verwenden
-- Man hat ein Glas sowohl für Tagbeobachtung (ohne Planspiegel) und ein Glas für Himmelsbeobachtung (mit Planspiegel)
-- Man kann sowohl 90° Einblick als auch 45° Einblick als auch jeden anderen Winkel frei wählen
-- Durch Verwendung eines einzelnen Spiegels wirkt sich eine Spiegelverstellung auf beide Strahlengänge gleich aus


Bin gespannt auf Eure Meinungen!!


Gruß Harald
 
#2
Hallo,

nur eine Frage: weist Du, was ein großer Planspiegel kostet, der die für astronomische Beobachtungen notwendige Genauigkeit hat? Wenn so etwas überhaupt zu bekommen ist, wird es trotzdem - fürchte ich - nichts mit der Preiswerten Lösung.

Viele Grüße

Achim
 
#3
Nein, weiß ich nicht. Gibts irgendwo einen Link?

Evtl braucht der auch nicht so extrem hochwertig zu sein, weil der vor den Objektiven liegt?

Ich habe vermutet, dass er günstiger sein müßte, als ein paraboloider 6" Spiegel, denn der hat ja eine komplexere Form als ein einfacher flacher Spiegel.
Ist das nicht so?


Gruß Harald
 
#4
Hallo Harald,
solche Lösungen gibt es schon länger als Selbstbau oder auch kommerziell vertrieben. Schlag doch mal eine S&T Ausgabe auf und schau nach der Werbung, sogar JMI bietet so was als Zubehör an <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />.
Grüsse
Nikita
 
#6
Suche ich Dir gerne raus, bin ab morgen wieder zu Hause und habe "Zugriff" auf das Archiv. Die Lösungen sind jedenfalls recht preiswert mit ca. 250-400 Euro. Dabei wird der F-Stecher in eine Art Gestell gespannt, der Spiegel liegt plan (waagerecht) auf und man kippt den F-Stecher, welcher auf den Spiegel schaut. Hast Du bestimmt schon zig-mal gesehen, warte bis morgen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" />.
Grüsse
Nikita
 
#8
Hallo Nikita!


Großes Dankeschön an Dich und natürlich auch an Deine Frau! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/smile.gif" alt="" />

Jetzt lese ich mir das erst mal alles durch, ist ja richtig was zum Schmökern.
Einen ersten flüchtigen Blick habe ich schon mal auf die Bilder geworfen. Sowas sehe ich echt zum ersten mal. Sieht vielversprechend aus.


Gruß Harald
 
#9
Fernglas am Zenith...

Hi Harald!

In der Genauigkeit der notwendigen Spiegel liegt der Hund tatsächlich begraben. Je weiter ein Optisches Element vom Brennpunkt entfernt ist, desto höher sind die Ansprüche an seine Qualität.

Das ist der Grund, warum ich mich bei Fernglasbeobachtungen am Zenith einfach auf eine Isomatte auf'n Rücken lege.


Einen 100% planen Spiegel herzustellen, ist tatsächlich schwieriger als einen Hohlspiegel. Der Grund hierfür liegt ganz einfach darin, dass man sich beim Schleifen einer Kurve besser der Idealform nähern kann, als bei einer ebenen Fläche. Schau'Dir mal die Preise am Markt für einen 4" Fangspiegel an.. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/ooo.gif" alt="" />

Beim Hohlspiegel spielt es ausserdem keine Rolle, wenn die gewünschte Brennweite am Schluss um +/- einige % abweicht; Hauptsache, die Kurve ist "stimmig". Das lässt einen gewissen "Spielraum" zu..

Ausserdem ist ein Hohlspiegel umso besser zu vermessen, je kürzer seine effektive Brennweite ist. 2x die Brennweite wird als Messstrecke für den Focault-Test benötigt; bei einem Planspiegel liegt der Brennpunkt quasi "im unendlichen"... (und nun verdoppel'das mal... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> )
Somit fällt die einfachste (günstigste) testmethode für einen Planspiegel aus... Bin kein Experte darin; es gibt auch andere Prüfverfahren; im Extremfall einen Zygo-Inferogramm - dieser Test kostet allerdings mehr als ein günstiges 90° - Fernglas....


P.s. bedenke auch, dass ein offener Spiegel auch anfällig auf Beschlag (und Beschädigung) ist. Bei dem von Nikita gelinkten System würde ich mich nicht trauen, richtig zu atmen! Da müsste ein 600...900mm Refraktor-Bino hin, um Luft zu kriegen... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />
 
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