Fokusshift mit ND Filter | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Fokusshift mit ND Filter

Thiel

Mitglied
Hallo zusammen,

ich hätte heute mal eine Verständnisfrage: ich nutze an meinem 94mm f/5.5 Refraktor eine Filterschublade vor dem Zenitspiegel. Dabei fällt mir auf, dass ich z.B. bei der Verwendung eines Baader ND Filters einen deutlichen Fokusshift habe. An der Abbildungsqualität ändert sich nichts, aber ich würde es gern verstehen :) .

CS, Peter
 

riff-raff

Mitglied
Der Filter (bzw. dessen Subtrat) hat einen anderen Brechwert (Index) als Luft, es verlängert sich somit der Lichtweg und ist die Ursache für den Shift.

Der Fokus sollte weiter nach Außen gelegt werden.

CS, Ralf
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Fokusverschiebung durch Glasweg

Δ ~ (1 - 1/n) D

Code:
n        Δ/D

1,4      0,286
1,5      0,333
1,6      0,375
1,7      0,412
1,8      0,444

Verschiebung-der-Brennebene.jpg
 
Hallo Peter!

ich muss jetzt doch noch mal im Detail nachfragen. Zuerst war ich froh überhaupt verstanden zu haben dass sich der Fokuspunkt mit und ohne Filter verschiebt. Das war der Effekt den ich quasi händisch beobachtet habe.

Vorab noch die Frage, wir reden hier über Millimeter? mm? Also z.B. bei einer Filterdicke von 1,6mm verschiebt sich der Fokuspunkt um 0,375mm?

Was ich mic hgerade Frage wie wird sich das bei einem Komakorrektor aus. Bis jetzt hatte ich folgenden "optischen Aufbau":

Teleskop -> Filter -> Koma Korrektor -> Rotator -> Kamera Sensor - wobei der Abstand Koma Korrektor zum Kamera Sensor 55 mm ist. Wobei mir die Frage offen bleibt, wird der Lichtweg Komakorrektor -> Kamera Sensor durch den Filter verändert?

Da mein Koma Korrektor im OAZ verschraubt ist, ist es immer ein ziemlicher Akt den Filter ein/ausbauen und zu wechseln. Darum habe ich jetzt auf einen Rotator umgebaut in den man einen Filter einbauen kann. Das ist einfacher und schneller zugänglich.

Teleskop -> Koma Korrektor -> Filter -> Rotator -> Kamera Sensor damit ist der Filter in dem 55 mm Weg eingebaut. Sehe ich es richtig, dass ich dadurch eigentlich der Abstand zwischen Koma Korrektor und Kamera Sensor auch noch von der Position des Filter im optischen Aufbau abhängt?

Dass vermutlich die anteiligen 0,375 mm mich am Ende nicht umbringen ist mir klar. Ich wollte nur sicher sein, ob ich es richtig verstanden habe, dass man auch die Lage des Filters prinzipiell berücksichtigen kann / müsste ...

Vielen Dnak für's Erklären und Deine Expertise - MünchenBeiNacht - Ewald
 

AM2224

Mitglied
Hallo Ewald, durch den Filter wird der Lichtweg verändert, ist ja zusätzliches Glas - ABER: wenn Dein Abstand Korrektor-Sensor fest eingestellt ist, und Dein Filter vor dem Korrektor sitzt, dann wird das durch Refokussieren ausgeglichen. Anders wäre das, wenn der Filter (wie in vielen Fällen) nach dem Korrektor hinzukommt. In diesem Fall muss i.d.R. der Sensor um die Verschiebung durch den Glasweg vom Korrektor entfernt werden.
Ich denke dass es prinzipiell günstiger ist, den Filter näher am Fokus zu platzieren, denn es wird auch die sphärische Korrektur des Systems geringfügig vom Filter-Glas beeinflusst.
Aber es kompliziert die Abstandsoptimierung mit Korrektor. Deshalb werden u. A. ja Neutralfiltergläser angeboten, damit man immer eine gleichdicke Glasfläche in den Lichtweg stellen kann, selbst wenn man eigentlich gar nicht ‚filtern‘ will.
CS Ulrich
 

sterngugger12

Mitglied
Da mein Koma Korrektor im OAZ verschraubt ist, ist es immer ein ziemlicher Akt den Filter ein/ausbauen und zu wechseln.
Hallo Ewald,

als Nebenfrage würde mich interessieren, um was für ein Teleskop es sich bei Dir handelt? Ich habe einen TS Flatfield APO 80/352 mm, der auch den Reducer/Korrektor fest im OAZ eingebaut hat. Falls es ein ähnliches Teleskop ist, würde mich interessieren ,wie Du den Korrektor ausgebaut hast und ob dann der Abstand nach dem Einbau ohne Probleme wieder stimmt?

Viele Grüße
Ralf
 
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