Frage an Sonnenbeobachter | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Frage an Sonnenbeobachter

eckehardt70

Mitglied
Hallo

Ich besitze zur Sonnenbeobachtung einen FH 90/1000mm Refraktor mit dem ich durch ein Pentaprisma und Baader Solarkontinuum Filter im Weißlicht beobachte. Durch einen Eigenbau Protuberanzenansatz ist es mir auch möglich die Sonne im H-alpha Bereich zu betrachten. Bei beiden Varianten liefert der FH sehr gute Ergebnisse, allerdings stört mich der ständige Umbau.
Ich möchte nun den 90mm Refraktor nur noch für die Protuberanzen einsetzen und parallel dazu einen zweiten Refrakor für die Weißlichtbeobachtung montieren.
Die Montierung hat mit der Mehrbelastung kein Problem. Um meinen finanziellen Rahmen nicht zu sprengen, habe ich an den Skywatcher ED 100/900 oder ED 120/900 gedacht, obwohl es mit Sicherheit bessere, farbreinere, aber leider auch preisintensivere Geräte am Markt gibt.
Lohnt sich die Mehrausgabe von rund 1000 Euro für den größeren ED Refraktor, oder wird das Mehr an Öffnung durch eine größere Anfälligkeit für Luftunruhen zunichte gemacht?
Hat jemand Erfahrungen bei der Sonnenbeobachtung mit diesen Geräten sammeln können?
Es geht mir nur um die Sonnenbeobachtung mit diesen Geräten, denn am Planeten und Mond setze ich einen 10 Zoll f/6 Newton ein.

Gruß
Thomas
 
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RaykoM

Mitglied
Hallo Thomas!

Also für die Sonne ist mehr Öffnung eher unwichtig... nicht umsonst blenden viele ihre Teleskope zusätzlich zur filterfolie o.ä. auf 50 - 80 mm ab...

der 90/1000 ist eigentlich genau richtig für sonnenbeobachtung.... wenn dir das Bild nicht zu dunkel/hell ist, dann solltest du zumindest beim selben Öffnungsverhältnis bleiben... nimmst du weniger BW oder mehr Öffnung, wird das Bild wieder heller, was dir nen zusätzlichen filter aufbrummt, ob grau, oder variabel... egal <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

ich bin eigentlich mit meinem ED80 auch an der Sonne sehr zufrieden... da reicht die folie und ein IR/UV Cut Filter und ich kann gut beobachten... wenn ich mehr BW will, nehm ich halt die Barlow...

Wenn du dich auf die 80 mm festlegen solltest, dann ist preislich auch ein (Semi-)Apo drin... das sollte farbrein genug sein <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

oder halt n Tablettenrörchen... so nen 114/900er Newton, da reicht die Monti sicher auch noch, und farbrein isser sowieso <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Gruß

der Rayko wars
 

Quanten

Mitglied
Hallo Thomas

Ich habe ca. 2-3 Jahre mit einem TS 127/1200 Achromaten die Sonne im Weißlicht und im H-alpha beobachtet.
Ohne genaueres über die Qualität sagen zu können, war dieser ein sehr gutes Exemplar, denn damit konnte ich mit Herschelkeil und Binokular oft an die maximal Vergrößerung gehen und sogar darüber mit dem Solar Kontinuumfilter.
Den Farbfehler empfand ich dabei nicht als störend, was ich auf die Binokulare Beobachtung zurückführe.
Im Vergleich zum TMB 130/1200 sehe ich quasi das gleiche, nur ist das Bild im TMB halt perfekt und noch kontrastreicher.
Doch was mit 5" an der Sonne zu sehen ist wirklich beachtlich!
Also ein Achromat mit f/10 oder darüber würde für die Weißlichtbeobachtung auch schon ausreichen. Ein ED 120 in guter Qualität ist natürlich noch besser.
Auch wenn ich vielleicht schelte bekomme, so empfand ich 5" als ideale Öffnung für die visuelle Sonnenbeobachtung, was Vergleichsbeobachtungen an zwei verschiedenen Standorten mit einem LK 150/3000 untermauerten.
Die Granulation ist quasi fast vollständig aufgelöst und man kann gut vergrößern, weil Licht ja nicht das Problem ist. Mit dem Achromaten konnte ich bei super Seeing, sogar 3mal bei 291fach die Granulation und Sonnenflecken beobachten, ohne nennenswerten Schärfeverlust, was aber klar, auf die Binokulare Beobachtung und der guten Qualität von Equipment und Seeing zurückzuführen war.

Mit dem TMB konnte ich letztes Jahr Details und Farbunterschiede (braun- schwarztönungen) in der Umbra von Sonnenflecken beobachten und die Umbra sah auch aus wie eine Vertiefung oder ein Loch.

Gruß Uwe
 

leo

Mitglied
Hallo Thomas,

ich sehe es wie Uwe, mit 5" Öffnung ist an der Sonne sehr oft das Maximale, trotz Seeingbeeinflußung, an Auflösung bei der Weißlichtsonnenbeobachtung zu erreichen.

Den Ausspruch von Rayko

Also für die Sonne ist mehr Öffnung eher unwichtig... nicht umsonst blenden viele ihre Teleskope zusätzlich zur filterfolie o.ä. auf 50 - 80 mm ab...

halte ich für Unsinn! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

also nimm den 120mm ED, damit kannst Du eine sehr gute Weißlichtsonnenbeobachtung machen.

Grüße Leo
 

Andreas

Mitglied
Hallo Thomas,

ich nutze selber seit langem den ED100 für die Sonne, von CaK bis Ha und bin sehr zufrieden damit. Ich hatte zwei parallel, einen mit SolarSpectrum Ha-Filter bzw. Eigenbau-CaK-Filter und einen mit Herschelprisma. Die Ergebnisse damit sind alle auf meiner Webseite im ARchiv zu finden.

Der 120er bringt natürlich ein Plus an Auflösung. Ich selber wechsle demnächste meine Sonnenausrüstung gegen 150mm und 200mm aus. Auch bei der Sonne ist Auflösung eine feine Sache. Kleine Vergrößerungen mit noch kleineren Öffnungen - besonders im Weißlicht - machen nicht wirklich lange Spaß. Richtig los geht's erst bei 100mm Öffnung. Zumindest meiner Meinung nach. Dann sieht man echte granulare Strukuren, feine Penumbrafilamente und saubere Umbrastrukuren. Der 120er wäre also meiner Meinung nach sicher kein Fehler, aber es gibt eben auch noch andere Faktoren wie Seeing, Konto etc. die bei allen unterschiedlich ausfallen. Der 100er ED ist auf alle Fälle eine taugliche Sonnenmaschine.

Ok, das alles ist bei mir jetzt natürlich so eine schwammige Sache, weil ich ein böser Händlerknappe bin und auch an der Quelle sitze... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/erschreck.gif" alt="" />
 

AndreasBraun

Mitglied
Der 120er wäre also meiner Meinung nach sicher kein Fehler

Hallo Thomas,

dieser Aussage von Andreas kann ich mich vorbehaltlos anschließen. Ich bin inzwischen bei 140 mm Öffnung und Baader Herschelkeil mit SolarContinuum angelangt.

Man darf nämlich nicht vergessen, dass bei gleicher Vergrößerung - und die kann bei der Sonnenbeobachtung leider oft nicht sehr hoch gewählt werden - die größere Öffnung den besseren Kontrast bietet. Und genau das macht die Sonnenbeobachtung richtig interessant.

Durch die Schmalbandigkeit des SolarContinuum ist der Farbfehler eines Achromaten praktisch verschwunden, so dass große Öffnung und akzeptabler Preis keine Widerspruch ist.

Andreas
 

Berberich

Mitglied
richtig, Andreas!
Habe einen Lichtenknecker AK in 5" und 1300mm Brennweite. Das reicht gut aus, ist an der Sonne perfekt. Wenn man mit Coronados beobachten will, wird der eh abgeblendet. Und im Weißlicht mit entsprechendem Filter (Baader Fring-Killer) reicht ein FH oder AK aus. Ich benötige den Filter ansich garnicht. Im Gegensatz zu Deep Sky hat man an der Sonne , auch wenn`s physikalisch falsch ist, kein so großes Spektrum, das einen ED-Refraktor gerechtfertigt. Ein FH oder AK ist billiger, man braucht nur die entsprechende Brennweite ab 1300mm bei 5" Öffnung.
Gruß Winfried
 

selenograph

Mitglied
Hallo Thomas,

die Mehrausgabe für den größeren Refraktor wird sich auf jeden Fall lohnen. Ich beobachte seit über zwanzig Jahren die Sonne im Weißlicht mit einem Zeiss AS 80/1200 + Zeiss Objektivsonnenfilter SFO 80 und bin damit sehr zufrieden. Seit etwa einem Jahr habe ich nun einen Takahashi FS-128 mit Baader Herschelkeil im Einsatz und ich muss sagen es ist einfach phantastisch! Der Gewinn aufgrund der größeren Öffnung ist unübersehbar und wird zu einem echten Erlebnis.
 

eckehardt70

Mitglied
Hallo

Vielen Dank euch allen, für die Ratschläge und Hinweise! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />
Ich denke es wird wohl der ED 120/900 werden. Der 5" FH würde natürlich auch funktioniere, wie ihr mir schreibt. Er besitzt allerdings Aufgrund der langen Brennweite doch einen großen Hebel, und meine Montierung wäre damit wahrscheinlich überfordert.
Ich will auch nichts überstürzen und ich werde mir den ED Refraktor mal live z.B. auf einem Teleskoptreffen anschauen und dann spätestens im Sommer zuschlagen. Ist ja doch eine ganze Stange Geld. Mit ein bischen Glück scheint uns ja dieses Jahr, am neuen Ort, auf dem ITV die Sonne entgegen.
Das ist dann die Gelegenheit mal verschiedene Öffnungen live zu vergleichen und eventuell einem Händler ein Schnäppchen abzujagen.

Vielen Dank und Gruß
Thomas
 
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Berberich

Mitglied
Hi Thomas,
Deine Entscheidung ist gut. Trotzdem noch eine Anmerkung:
Wenn der Refraktor NUR für die Sonne sein soll (so ist es bei mir), dann reicht Dir ein 120/1000 oder 150/1200 aus. Das ist ein in meiner Anschauung "schlechter" FH. Das macht aber bei der Sonnenbeobachtung nichts aus. Logo ist ein APO oder Takahashi weit überlegen, aber braucht man das wirklich? War mit meinem Lichtenknecker 5"/1300mm zufrieden, ein optimales Gerät, das nicht mal den Fring-Killer Filter benötigt. Sowas kriegst du gebraucht für 500 Euro, so habe ich meinen verkauft. Und der ging auf der Vixen SP-DX hervorragend. Du brauchst ja auch nur wirklich kurze Belichtungszeiten. Kauf Die einen FH und investiere das übrige Geld in eine saubere Montierung. Das ist meist besser ale das beste Gerät auf einer wackelicgen Monti!
Grüße
Winfried
 

oliver_p

Mitglied
Hallo,

Also für die Sonne ist mehr Öffnung eher unwichtig... nicht umsonst blenden viele ihre Teleskope zusätzlich zur filterfolie o.ä. auf 50 - 80 mm ab...

Och noe, das sehe ich auch voellig anders. Ich beobachte bei besseren Bedingungen mit meinem 6" MakNewton und Baaderfolie und moechte im Weisslicht kein Zoll davon missen. Bedingungen, die die 6" unterstuetzen, sind nicht soo selten, selten koennte es auch mehr sein. Fuer den schnellen Blick habe noch einen 4" FH mit dem oft schnell der Wunsch nach mehr Aufloesung kommt, mit einem SolarContinuum wird's bei hoeheren Vergroesserungen auch schon recht duster.
Der 120er ist durchaus keine schlechte Wahl. Weniger Oeffnung wuerde ich nicht nehmen, auch wenn man die 5" nicht jeden Tag an der Sonne "ausfahren" kann. Der Genuss von Granulation, Fleckendetails und Fackeln mit mehr als 4" oder gar nur 80mm wird schnell die Entscheidung bestaetigen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 

**DONOTDELETE**

Hallo Oliver,

ich stimme dir zu, selbst bei der Sonnenbeobachtung nützt die größere Öffnung,
zumindest während eines Teils der Zeit, wenn die Luftunruhe phasenweise etwas
weniger groß ist. Ich konnte die Sonne schon mit 80mm/90mm /100mm/150mm/175mm
beobachten, jeweils im Weißlich mit einem Herschelkeil.
Die größte Öffnung zeigte auch den besten Kontrast und die beste Auflösung.
Für einen Großteil der Zeit wird aber 5" völlig ausreichen.
Wenn man nicht die Sonne in giftgrün sehen will (Solar Kontinuum) würde ich
statt eines schnellen FH ein farbreineres Teleskop wie den ED vorziehem,
oder wenn die Montierung es erlaubt, einen langen FH.

MfG,Karsten
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Winfried,

sollte man nicht gleich so konsequent sein, und auf einen Solar Continuum setzen, der den Farbfilter wirklich wegfiltert und im Wellenlängenbereich der optimalen Öffnungsfehler-Korrektur arbeitet?
Klar, die Sonne ist dann erstmal grasgrün, aber der Fringe Killer ist ja auch nicht ganz ohne Farbstich.

Clear Skies
Sven
 

AndreasBraun

Mitglied
... und auf einen Solar Continuum setzen, der den Farbfilter wirklich wegfiltert und im Wellenlängenbereich der optimalen Öffnungsfehler-Korrektur arbeitet?
Klar, die Sonne ist dann erstmal grasgrün ...

Dem kann ich mich völlig anschließen. Das grasgrüne Aussehen der Sonne merkt man nach 5 Minuten überhaupt nicht mehr. Beachten muss man lediglich, dass das SolarContinuum entweder mit der ND5-Folie verwendet wird, oder beim Einsatz der ND-3,8-Folie zusätzlich das UV/IR-Cut Filter genommen werden muss.

Andreas
 

Berberich

Mitglied
Hallo Sven,
mein Fring-Killing etc. bringt nur eine ganz leicht gelbrote Färbung, eigentlich vernachlässigbar. Braucht man bei einem Lichtenknecker nicht. Habe ihn halt gekauft, die Werbung halt...
Den "giftgrünen" Continuumfilter oder wie das Ding heißt, habe ich getestet. - Ein SUPER-TEIL, denn: es verhält sich genau so wie Deine grüne "Platte" unter auf dem Schreibtisch. Grün suggestiert Dir "Ruhe", ist erstmal beruhigend für Deine Augen. Schaue Dir die Sonne oder sonstwas damit an: innerhalb von 15 Minuten hat sich Dein Hirn und Deine Augen daran gewöhnt. - Und dann sieht das, was Du anschaust, genauso aus wie vor 15 Minuten - unscharf!
Ich möchte der Fa. Baader nichts unterstellen, aber was sie da anbieten, ist nichts anderes als Augenwischerei!
Ansich hätte ich von so einer Fa. was anderes erwartet. Der "Alte" bei Baader war da etwas ehrlicher. Aber wer mit Randsburg zusammenarbeitet, dem traue ich heute alles zu.
Tut mir leid, wenn ich wieder mal ziemlich direkt bin, aber ich habe vieles bei Baader gekauft und besitze eine Menge Astrozeugs. Doch zwischenzeitlich kommen mir bei diversen Händlern (das sage ich allgemein) sehr große Bedenken.
Zumindest was den einfachen und überteuerten Grünfilter anbelangt, sehe ich eine "Kundenverarschung" darin. - Lasse mich bei effektiv wissenschaftlichen Beiträgen aber gerne belehren, bin im Filterfactorium kein Spezialist.
Winfried
 

oliver_p

Mitglied
Hallo Karsten,

hm, der SolarContinuum. Ich habe auch einen, frage mich aber, ob der Filter an der Sonne wirklich so toll ist. Zumindest fotografisch habe ich zwischen der Kombination SC+IR-Cut und einem wesentlich breitbandigeren Astronomik Gruenfilter (IR-Sperrung incl.) keinen Unterschied in der Wiedergabe von Weisslichtdetails (Granulation, Flecken, Fackeln) machen koennen. Ich behaupte mal, die Darstellung von Weisslichtdetails erfordert nicht das schmale Band des SC. Bei kleineren Oeffnungen mit der visuellen Folie und hohen Vergroesserungen verdunkelt der Filter jedoch das Bild schon ziemlich - ein Tuch ueber dem Kopf zum entspannteren Beobachten ist in der Sonne relativ uncool (woertlich). Mit Herschelprisma sollte man hier mit dem SC wohl ein helleres Bild hinbekommen.
Bleibt die Frage, ob der Filter zum "Zaehmen" eines FH wirklich so schmalbandig sein muss ? Fuer extreme Farbeimer a'la f/6 vielleicht, aber ab f/10 Richtung echte FHs tut's womoeglich auch ein breiteres Band ?
Das grosse Aergernis fuer mich ist die IR-Durchlaessigkeit des SC. Visuell und fotografisch nutze ich ihn nur in Verbindung mit einem IR-Sperrfilter. Konzeptionell seitens Baader unverstaendlich (ebenso unverstaendlich wie ein IR-durchlaessiger UV-Passfilter, siehe hier). Persoenlich bin ich mit Filtern von Baader durch - man erlebt staendig Ueberraschungen fuer nicht gerade wenig Geld.
Letztlich sehe ich den SC als netten Bandpass zum Startesten von FHs. Bei FHs mit halbwegs moderatem Oeffnungsverhaeltnis oder farbreineren Optiken halte ich einen breiteren Gruenbandpass wie den Astronomik eher fuer sinnvoller. Die IR-Blockung ist hier gleich mit drin - zu klaeren ist, ob diese dann visuell auch sicher ist.
Tja, die gruene Farbe ist letztlich wohl Geschmackssache. Ich komme damit klar, wie oben schon angedeutet nehme ich die Farbe nach kurzer Zeit nicht mehr wahr.

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 

**DONOTDELETE**

Hallo Oliver,

ich bin kein Freund giftgrüner Sonne. Ich sehe den Einsatzbereich dieses Filters
bei den großen Farbeimern. Bedingt durch das Seeing wirn man bei den großen
6"f/5 eine größere AP wählen als bei einem 4"f/5 so daß die Helligkeit visuell
nicht zu gering ist.

Photo:
Da bin ich ziemlich ahnungslos. Geringere Helligkeit bedingt da wohl längere
Belichtungszeit, was bei schlechtem Seeing natürlich übel ist. Ich nehme an
daß du deshalb mit einem breiteren Durchlaß bessere Ergebnisse hattest(?)

Gruß,Karsten
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Winfried,

nun, Fakt ist, dass besonders "zu kurze" Achromaten nur im grünen Bereich einen gute Korrektur für den Öffnungsfehler haben. Das heißt in diesem Wellenlängenbereich kann das Gerät wirklich schärfer abbilden, als in anderen Wellenlängen. Bei normaler Weißlicht-Beobachtung geht dies aber unter, weil der Farblängsfehler überwiegt. Benutzt man nun einen engbandigen Filter, und der Solar Kontinuum ist so einer, dann kann man den Achromaten exakt auf diese Wellenlänge fokussieren, das heißt der Farblängsfehler wird ausgeblendet, weil man ja nur in einer Farbe beobachtet. Dann aber tritt der Öffnungsfehler zu Tage und der ist eben im Grünen optimal korrigiert.
Auf die Frage, warum nicht auch ein bei vielen Sternfreunden bereits vorhandener OIII-Filter verwendet werden könne, hat Baader angegeben, dass der Solar Kontinuum in einem Bereich arbeitet, der frei von Absorbtionsbanden der Sonnenatmosphäre ist. Das bedeutet rein theoretisch, dass in einem solchen Wellenlängenbereich die Sonnenatmosphäre auch "durchsichtiger" ist, also weniger "Streulicht" produziert. Man kennt vielleicht den Versuch, mit dem gebündelten Strahl einer Natriumdampf-Lampe Natriumgas zu beleuchten. Das Natrium-Gas absorbiert die zum Natrium passenden Lichtquanten aus dem Licht der Lampe, aber die Atome des Gases geben die aufgenommene Energie nach einiger Zeit wieder ab, allerdings in nicht vorhersehbarer Richtung. Das Gas beginnt also diffus zu leuchten, es entsteht eine Art "Streulicht", aber das Licht wird nicht etwa wirklich an festen Bestandteilen des Gases gestreut, so wie das an verschmutzter Luft (z.B. Zigarettenrauch) der Fall ist.
So wie ich Baader nun verstanden habe, hat man für den Solar Kontinuum einen Wellenlängenbereich herausgesucht, in dem dieser Effekt in der Sonnenatmosphäre nicht auftritt.
Es gibt aber meines Wissens keine aussagefähigen Vergleichsbeobachtungen dazu, wie viel besser ein Solar Kontinuum gegenüber z.B. einem simplen OIII wirklich ist. Der OIII liegt ein Stück abseits des optimalen Wellenlängenbereichs für den Öffnungsfehler eines Achromaten.
Immerhin ist ein OIII normalerweise deutlich teurer als ein Solar Continuum, obwohl dessen Bandbreite im üblichen Rahmen solcher Linienfilter liegt. Aus diesem Grunde tue ich mich schwer damit, den Filter überteuert zu nennen, da müsste man eigentlich die Preispolitik von anderer Stelle her aufrollen.

Fakt ist, ein Achromat gewinnt durch einen Filter an Bilddefinition, der den Wellenlängenbereich durchlässt, für den dieser Achromat bezüglich des Öffnungsfehlers optimal korrigiert ist. Das ist übrigens nicht bei allen gleich, moderne "Farbwerfer" mit sehr kurzer Brennweite scheinen seit einiger Zeit um ein paar Nanometer weiter Richtung "gelb" korrigiert zu sein. Das hat wohl Vorteile, vielleicht auch, weil Filter wie der Fringe Killer so besser zurechtkommen.
Fakt ist aber auch, das für ein Teleskop ohne Farblängsfehler, also für ein Spiegelteleskop oder einen ordentlichen APO der zu erwartende Gewinn durch einen Solar Kontinuum nur von dem beschriebenen "Streulicht-Effekt" in der Sonnenatmosphäre abhängen kann. Und wie viel das überhaupt ausmachen kann, dazu möchte ich eigentlich keine Abschätzung machen. Nur so viel: Ein Teleskop mit ordentlicher Verblendung und gutem Sonnenfilter zeigt ein knackscharfes Weißlicht-Sonnenbild mit sehr gutem Kontrast. Wieviel mehr will man da noch rausholen?

Trotzdem macht so ein Filter besonders an einem relativ kurzen Achromaten Sinn (und z.B. 127/900 ist wirklich kurz, auch wenn ein 120/600 noch kürzer ist), eben wegen des Öffnungsfehlers. Die Alternative, den bei der Sonnenbeobachtung störenden Farblängsfehler mit einem Gelb- oder Orange-Filter auszublenden, behebt nicht den Öffnungsfehler.

Um wirklich genauer Bescheid zu wissen, müsste man sich mal für verschiedene moderne Achromaten anschauen, wie stark sich der Öffnungsfehler je nach Wellenlänge bemerkbar macht und auch ein nüchterner Vergleich zwischen Solar Continuum und OIII wäre eine sinnvolle Sache.

Clear Skies
Sven
 

Berberich

Mitglied
Hallo Sven,
mal kurz zu den "ganz kurzen" Refraktoren. Hier sehe ich als einzigen Sinn, daß der Verkäufer was verkaufen kann. Mehr nicht. Warum?
Den Refraktor nehme ich doch eigentlich für die Sonne, für Planeten und für Doppelsterne. Für Deep Sky gibt es geeignetere Geräte wie Newtons. Und wenn ich Planeten etc. sehen will, dann brauche ich von vorn herein eine lange Brennweite, um am Ende mein Auge nicht in ein 2,x mm Okular hineindrücken zu müssen. Mal ganz abgesehen vom unschönen Einblick bei den meisten (bazahlbaren) Okularen.
Nachdem ich nun den 8" f6 Newton als "Planetengerät" habe, hab`ich den Lichtenknecker verkauft (bin ja Beobachter und kein Sammler...). Aber der AK in 5" mit 1300mm Brennweite war schon ein irre gutes Gerät, an dem jetzt ein anderer Freude haben wird - es sei ihm gegönnt!
Also wozu braucht der Mensch einen kurzen Refraktor? Doch nur, um die Monti des langen Hebel wegens nicht zu überlasten. Martin Birkmaier z.B. nutzt seinen Takahashi 128 auf einer "Rocker-Box" aus Holz, so perfekt gebaut wie seine ICS-Boxen. O.k. er muß verkaufen, dafür ist er da, aber er mag eben die Elektronik nicht. Ich denke immer noch, wenn überhaupt ein Refraktor, dann sehr sehr lang in der Ausführung. Habe manchmal das Gefühl, die TMB`s, Takahashis etc. dienen den Besitzern als Legitimation eines "Mercedes-Gefühl-Teleskops". Gut, ist meine ganz persönliche Meinung, ich kenne den Blich da durch und er ist herrlich. Aber habe ich das nicht auch an meinem lang ausgelegten Newton? Nur billiger?
Grüße
Winfried
 

Ehemaliger Benutzer (6068)

Hallo Winfrid,

Deine Bewertung der zu kurzen Refraktoren ist von Erfahrungen und Beobachtungsgewohnheiten
geprägt.
Auf den gleichen Grundlagen komme ich zu einer völlig anderen Bewertung.

Für mich sind gerade die FH´s um 4" uninteressant, die z.B. mit F/8 halbherzig den Farblängsfehler
"bekämpfen" und es doch nicht schaffen, dafür den größten Vorteil solcher Linsen aber aufgeben, das große Feld. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />
Eine 4-5" F/5-6, Linse kompromisslos auf Weitfeld und geringe Vergrößerung ausgelegt,
ist für mich bei Einhaltung einer gewissen Mindestqualität in Mechanik und Optik die ideale
Ergänzung zum großen Newton.

Mein 8" F/6 Dobson hat gestern mit einem 4" F/5 Richfielder Hochzeit gefeiert und die ersten Ergebnisse
sind sehr überzeugend. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Der Dobson liefert 2° Maximalfeld, der Richfielder verdoppelt das.
Große Sternhaufen, Sternfelder, Nebel (auch Dunkelnebel), Begegnungen von Sternhaufen oder Mond mit
Planeten, Kometen, auch die Aufsuche von schwierigen Objekten, bei all diesen Dingen ist so
ein kleiner und viel zu kurzer FH (man sollte die Teile eigentlich gar nicht FH nennen) Gold wert.
Er bringt mehr Beobachtungsvielfalt und Qualität, wenn man ihn nach seinen Möglichkeiten einsetzt und ihm
nicht Planetentauglichkeit und hohe Vergrößerung unterjubeln will, wobei er mir gestern
auch mit einem 17er Okular gut gefallen hat.

So ein Großfeldgerät auf dem 8-Zöller (noch besser auf +12" -das kommt später) ist m.E.
einfach nur genial. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

CS
Güntehr
 
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Berberich

Mitglied
gut, Günther, in dieser Beziehung gebe ich Dir recht. Habe neben dem 8" f6 Galaxy übrigens auch den entsrechenden in 12". Bin aber noch dabei, ihn zu optimieren. Mit Telrad und 9x60 Sucher ist er etwas kopflastig, da ich eine Menge 2" Okulare habe, die auch ganz gut als Gegengewicht dienen könnten (vom Gewicht her, optisch sind sie o.k.). Werde nun im Aqualiumhandel denen die Putzmagnete leerkaufen...
Mein Lichtenknecker war ja "vernünftig" lang für Sonne, Mond und Planeten. Ich muß einfach mal auf dem ITV durch diese kurzen durchschauen, um mir eine eigene Meinung zu bilden. Meine Kenntnisse beruhen hier nur auf den technischen Daten.
Grüße
Winfried
 

Sven_Wienstein

Mitglied
Hallo Winfried,

wofür die Dinger sinnvoll sind, und wofür die Leute sie nutzen, sind zwei verschiedene paar Schuhe. Das war dieser Tage wieder wunderbar zu sehen. Da habe ich ein paar einarmige Windmühlen stehenlassen, aber letztendlich wurde dann doch unnötig Geld ausgegeben. Hey, was soll's, ich schreib wie's abläuft, und wer's peilt soll seinen Nutzen draus ziehen. Wissen und Verstehen läuft auf freiwilliger Basis ab.

Clear Skies
Sven
 

oliver_p

Mitglied
Hallo Karsten,

noe, fotografisch konnte ich so recht keinen Unterschied zwischen SC+IR-Cut und Astronomik Gruen ausmachen. Die Integrationszeiten sind natuerlich beim SC laenger, liegen mit der n=3.8 Fotofolie mit 6" Oeffnung bei effektiv 4500mm Brennweite aber immer noch bei nur 7ms in der Naehe der Sonnenmitte. Im Bereich dieser extrem kurzen Belichtungszeiten konnte ich interessanterweise keine weiter Qualitaetssteigerung durch noch kuerzere Zeiten bis runter in der Bereich um 1ms feststellen. Hier ist scheinbar ein Bereich erreicht, in dem sich das Seeing praktisch nicht weiter "einfrieren" laesst.

Viele Gruesse & CS,
Oliver
 

**DONOTDELETE**

Hallo Oliver,

vielen Dank für die Aufklärung <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Gruß,Karsten
 
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