Frage Tamron 150-600mm mit 2x Telekonverter

Das Auffinden und Zentrieren von Jupiter im Live-View auf dem Kameradisplay sollte doch ein Klacks sein, wenn man das Zoom mit dem Telekonverter zunächst auf die kürzeste Brennweite stellt und erst dann, wenn man das Objekt gefunden und zentriert hat, auf volle Brennweite geht. Man sollte das Bild dann aber mit der maximalen digitalen Lupeneinstellung an der Kamera noch mal scharfstellen.

Und dass Jupiter dabei ohne Nachführung zu schnell aus dem Bild läuft, ist auch eine Übertreibung. Die 250d von Bernd hat einen APS-C Bildsensor im Format 22 x 15 mm. Die Durchlaufzeiten von Jupiter entlang der langen Sensorseite sind dann, abhängig von der effektiven Brennweite, wie folgt:

Code:
Brennweite   Bildfeld   Durchlaufzeit
   (mm)        (mm)         (min)
 
   300           4°          16
   600           2°           8
  1200           1°           4

Das sollte auch ohne Nachführung mehr als ausreichend sein.

Gruß, Peter
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Bernd,
die eigentliche Frage ist doch, warum du zur Planetenfotografie ein teures Zoomobjektiv verwenden willst. Wenn du das schon hättest, ok, aber das jetzt zu kaufen ergibt für mich nicht viel Sinn. Ein kleiner Mak kostet wahrscheinlich weniger als dein Telekonverter und ist besser geeignet.
CS Harald
 
Was hast du denn jetzt gemacht? Welches Objektiv, welcher Telekonverter? An welchem Objekt? Nachführung?
Du kannst die Objektiv/Konverter - Kombination doch erst einmal am Mond ausprobieren. Siehst du den Planeten nicht im Sucher?
Wenn du schon so viele Jahre Astrofotografie betreibst, solltest du doch die Technik kennen.
Grüße
Dietrich
 
Immer noch Jupiter. Objektiv tamron 18-400mm. f18 mit 1,4 und 2,0 Telekonverter. 800mm Tamron mit 2,0 Telekonverter. Alles ohne Nachführung.
Geht das nur mit Video? Oder auch mit 1/60 sec??
Gruß Bernd
 
Ohje, ein 18-400mm F/3,5-6,3, 16 Linsen, in 11 Gruppen. Und dahinter einen, oder sogar zwei, Telekonverter. Ohne Nachführung auf vermutlich zu schwachem Stativ? Das muß ja in's Auge gehen. Da würde ich sowieso keine brauchbaren Ergebnisse erwarten. Das ist einfach viel zu viel des Guten.
Das Tamron 18-400mm ist ein wunderbares Objektiv! Allein an einer Kamera. Ein prima Objektiv für Reisende. Aber was du da machen möchtest, das wird nichts wirklich gutes, das darfst du einfach nicht erwarten.
Sehen solltest du die hellen Planeten zwar durch die Linse, auch mit den Konverter, aber brauchbare Bildergebnisse erwarte bitte nicht.
Ich habe das Tamron 150-600mm F/5-6,3 und verwende es mit einem Kenko Telekonverter 1,4x.
Das funktioniert sehr gut. Man kann damit sehr scharfe Mondbilder aufnehmen. Auch der Jupiter zeigt ein Scheibchen zwischen max. vier Monden. Der Saturn zeigt seinen Ring. Klein. Sehr klein.
Das ist noch keine Planetenfotografie. Und das Objektiv erscheint wie ein fast Vierzöller. Bei 600mm wird aber der äußerste Rand der Frontlinse gar nicht gebraucht.
In dem von mir benutzten Gerätearsenal ist der 127mm Maksutov das kleinste Gerät, das ich für Planetenfotografie einsetzen kann. Ich habe einen sehr schönen 65mm Apo-Refraktor, aber ich komme nicht auf die Idee, eine 5x Barlowlinse dahinter zu setzen, um Planetenfotografie damit zu betreiben.
Die Bilder damit wären zwar besser, als das, was du mit einem Foto-Objektiv erreichen kannst aber ich habe eine HEQ-5 unter dem Apo.
Vermutlich kannst du mit dem Tamron noch brauchbar den Mond aufnehmen. Versuch das doch mal. Und dann setze die Konverter hinter das Objektiv. Erst den 1,4x, dann den 2x, und dann 1,5x plus 2x. Dann kannst du sehen, ob und wie die Bildqualität einbricht. Und setze Optik und Kamera auf eine tragfähige Montierung mit Nachführbetrieb.
Sonst wird das Ergebnis eher von Wackelei verfälscht.
Grüße
Dietrich
 
Hallo Dietrich,
Wenn ich mich richtig informiert habe , hat Ihr Tamron 20 Linsen in 13 Gruppen. Das ist ja laut Ihrer Aussage noch schlechter als meins, oder?
Den Mond habe ich schon fotografiert. Mit beiden Telekonvertern. Da muss man nachschärfen. Allerdings 100% zufrieden bin ich nicht. Liegt aber auch daran, das gerade Vollmond war, da treten die Krater sowieso nicht so gut hervor.

Grüße Bernd
 
Hallo Bernd,
es ist nicht nur die Linsenzahl, die da eine Rolle spielt, auch die Vervielfachung der Brennweite. 22,..x gegenüber 4x.
Ja, versuche mal Mondfotos bei Nicht-Vollmond zu machen und dann schau mal nach Kratern in der Größe der Planetenscheiben.
Und tu' Kamera und Objektiv (und ggf. Konverter) auf eine passende Montierung. Wirst doch eine haben mit 13 Jahren Astrofotografie? Sonst kannst du bei den langen Brennweiten gar nicht die Unschärfe durch Verwackelung von der durch mangelhafte Objektivleistung oder Fokussierung unterscheiden. Und die VC (Vibration Compensation) abschalten.
Grüße
Dietrich
 
Hast du bis jetzt mal ein paar Tage klaren Himmel gehabt? Und konntest den Mond fotografieren?
Wenn du vom Mond scharfe Bilder bekommen hast, verwende die gleichen Belichtungsdaten als Ausgangspunkt für Jupiter und Saturn.
Gehe von einer niedrigen ISO-Einstellung aus.
Wenn du ohne Nachführung arbeitest, kannst du nur im Bereich deutlich unter einer Sekunde aufnehmen, sonst verlierst du die Bildschärfe. Und verwende ein wirklich stabiles Stativ! Wenn du mit 400mm plus zwei Telekonvertern arbeiten willst, landest du bei Brennweiten, die nicht die geringste Erschütterung vertragen. Ich halte aber dennoch das Vorhaben für wahrscheinlich nicht erfolgreich mit einem 22fachem Vario-Objektiv plus zwei Telekonvertern auf Planetenjagd zu gehen.
Zeig doch mal, was du am Mond damit ausrichten kannst.
Grüße
Dietrich
 
Also ich habe jetzt das Tamron 150-600 und will das Kenko 1,4 dazuschalten.
Den Mond habe ich 600mm bei 1\1000 sec und 1000 Iso aufgenommen, selbst 840mm 1\640 sec und 500 Iso ist bei Jupiter schon zu kurz. Gruß Bernd
mond 600mm bearbeitet.jpg
 
Na, das geht ja schon in die richtige Richtung. Tamron 150-600mm benutze ich auch mit 1,4x Kenko Telekonverter und bekomme damit sehr scharfe Mondbilder hin, die auch gut vergrößert ausdruckbar sind.
Übersclage doch mal: Der Mond hat 30 Bogenminuten Durchmesser - Der Jupiter ~<40 Bogensekunden.
Dann kannst du dir vorstellen, wie groß das Jupiterscheibchen wiedergegeben wird. Sehr klein also.
Die Belichtungszeit würde ich jetzt versuchen von der anderen Seite einzukreisen. Beginnend bei 1000 ISO und 1/2 Sekunde bei weit geöffneter Blende. Und dann die Belichtungszeit reduzieren, bis die Planetenscheibe nicht mehr überbelichtet ist.
Ich habe vor einiger Zeit Venus und den Mond fotografiert, ich suche die Bilder mal raus, die Belichtungsdaten habe ich ja dann auch wieder.
Die Venus ist zwar heller und auch größer als der Jupiter, zeigte deshalb aber sehr schön ihre Sichelgestalt.
Grüße
Dietrich
 
Bilder vom Mond und Venus am 10. September 2023 nur mit dem Objektiv, ohne Konverter. Abfotografiert vom Ausdruck, deshalb etwas gemindert Bildqualität. Die Originaldaten liegen noch auf der Speicherkarte in der Kamera. Und die Kamera ist schon verpackt im Koffer, denn ich reise Freitag für zwei Monate nach El Hierro auf die Kanarische Insel.
 

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