Frage: Wie hat Galileo beobachtet und zugleich gezeichnet? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Frage: Wie hat Galileo beobachtet und zugleich gezeichnet?

Okular7

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Werte Sternenfreunde

Ich habe auf arte.tv eine kurze Doku über Galileo gesehen. Darin wird erwähnt, dass er eine Methode entwickelt hätte, die ihm erlaubte mit einem Auge durchs Fernrohr zu schauen und mit dem anderen Auge zugleich sein Zeichenblatt zu sehen.

Ich habe nun trotz einiger Recherchen nichts darüber gefunden, wie er das gemacht hat.

Hat jemand von euch einen Hinweis zu Galileos Methode?

CS
Okular7
 

mettling

Mitglied
Wenn ich auf dem iPad zeichne, mache ich das genauso. Mit dem einen Auge schaue ich durch das Teleskop, mit dem anderen Auge aufs iPad.
Abwechselnd natürlich. Und ich glaube nicht, das Galilei das anders gemacht hat. Warum auch.
 

Cpt.Boiler

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Hi,
warum Galileo fragen, der kann eh nicht mehr antworten. Probiere es doch mal selbst aus. Ich gehe mal davon aus, du bist kein Pirat, und hast noch zwei Augen. Dann kannst du mit einem durchs Teleskop schauen, und das andere offen halten. Ich mache das immer, weil es entspannter ist als ein Auge zuzukneifen. Ich versuche es natürlich so einzurichten, dass das freie Auge ins dunkle schaut, dann stört nichts die Überlagerung beider Bilder. Ehrlicherweise funktioniert das aber wohl hauptsächlich bei der Planetenbeobachtung, d.h. wenn der Blick durchs Okular nur auf einen winzigen Blickwinkel gerichtet ist.
Wenn man jetzt dann mit den freie Auge nicht ins dunkle, sondern z.B. auf ein Zeichenbrett schaut, sieht mal davor überlagert z.B. das Bild des Planeten vom anderen Auge am Okular. Jetzt dürfte noch das Problem bestehen, dass man nicht mit beiden Augen unterschiedlich fokussieren kann, d.h. eine Ansicht wird unscharf sein. Aber da lässt sich mit einem Brillenglas vielleicht was drehen. Ausserdem darf der Hintergund nich zu hell sein, damit sich bei der Überlagerung das Okular-Bild noch abhebt. Also nicht insgesamt nicht so einfach, aber wiegesagt, einfach mal selbst ein bisschen herumprobieren. :)
-cb

PS:
Und ich glaube nicht, das Galilei das anders gemacht hat. Warum auch.
Doch, der hats anders gemacht. Der hatte kein iPad :LOL:

PPS: da ist mir einer zuvor gekommen ..
 

Specht

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Moin!
Jo, das kann man wirklich auch mit gleichzeitig geöffneten Augen machen. Lernen musste ich's damals genau so in der Mikroskopie zur Kristallografie in der chemischen anorganischen Analytik. Hat mir dann prima astromäßig geholfen. Der Captain @Cpt.Boiler hat's oben ja schon optimal beschrieben...
 

Holger_42

Mitglied
Zum Zeichnen nicht, aber für die zwischendurch-Kontrolle mach ich das auch so: Zeichnung neben den OAZ halten (etwas weiter weg allerdings) und dann mit beiden Augen schauen. Oder Abwechselnd blinzeln, wie die blinking-Funktion in einigen Postprpcessing Tools. Meine ISS Fotos sind auch so entstanden: Rechtes Auge am Sucher, linkes Auge am Himmel auf der ISS. Und dann beide aufeinander bringen. Schwer zu beschreiben, aber klappt...
 

Manne

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Moin!
Jo, das kann man wirklich auch mit gleichzeitig geöffneten Augen machen. Lernen musste ich's damals genau so in der Mikroskopie zur Kristallografie in der chemischen anorganischen Analytik. Hat mir dann prima astromäßig geholfen. Der Captain @Cpt.Boiler hat's oben ja schon optimal beschrieben...
Genauso müssen es wir Ornis bei Spektivbeobachtungen machen - und da es zumeist horizontale Beobachtungen mit Winkeleinblick 45° sind, guckt man zwangläufig nach unten. Selbst wenn der Boden rel. dunkel ist, ist es weit heller für's freisichtige Auge als bei Nachtbeobachtungen. Da lernt man sein Führungsauge kennen, und das andere mit seinem 'Signal' möglichst zu unterdrücken. Ein heller Boden stört da etwas mehr als ein Grasunterboden, und bei Dämmerungsbeobachtungen merkt man auch helle Stellen an Stativ/Kopf. Dadurch ist m.E. das Einblickverhalten des (zumeist Zoom-)Okulars noch etwas entscheidender als bei Astrookus (zumindest was das Beobachten mit einem weiteren offenen Auge betrifft). Nichtsdestotrotz ist das alles eine Sehleistung des Gehirns, und bei Menschen die das freisichtige Signal schlechter unterdrücken können als andere, hilft am Tage eben die Hand vor dem Auge - besser als das Zukneifen ist das allemal; nachts kann man ggf. eine Augenklappe verwenden.

ornitophiler Gruss
Manfred
 
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