Frage zu Schleierwolken, Aerosolen und Kondensstreifen | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Frage zu Schleierwolken, Aerosolen und Kondensstreifen

joetaiga

Mitglied
Hallo zusammen,

im Moment sind hier ja Aerosole unterwegs, die von den Waldbränden in Kalifornien stammen.

In der ersten Nacht war es eigentlich klar, wenn auch diesig und mit schlechter Transparenz. Jetzt sind allerdings zunehmend Schleierwolken und jede Menge Kondensstreifen unterwegs.

Hat das einen Zusammenhang? D.h. bewirken die Aerosole die Schleierwolken- bzw. Kondensstreifenbildung?

Und welchen Anteil haben an den Schleierwolken die Kondenstreifen der Flugzeuge? Mir ist im Frühjahr, wo ja wegen Corona fast kein Flugverkehr stattfand, aufgefallen, dass fast keine Schleierbewölkung unterwegs war. Gibt es da einen Zusammenhang? Der Flugverkehr hat ja stark zugenommen. Vor so 20 Jahren war ich ausschließlich visuell unterwegs und da war es in der Regel so, dass es zwar Schleierwolken gab aber nicht so stark und kurz vor Mitternacht haben sich diese in der Regel aufgelöst. Hat das noch jemand anders beobachtet oder ist das meine subjektive Erinnerung und gehört das zu Kategorie "gefühlt war früher alles besser"?

Und begünstigt unsere Lage in Mitteleuropa die Schleierwolkenbildung oder ist das nur Zufall, dass die ausrechnet über uns sich tummeln? Letzten Sommer gab es nämlich eine ähnliche Lage, wo hier über mehr als einen Monat jegliche Hochdrucklage durch Schleierwolken verdorben wurde. Ich erinnere mich noch daran, dass ich in 6 Wochen schön Wetter nicht in der Lage war ein Bild vom Schleiernebel zustande zu bekommen. Erst im September wurde es wieder besser.

Danke und schleierwolkenfreie Grüße,
Joachim
 

Tobyas M

Mitglied
Hallo Joachim
Die Schleierwolken kommen durch die jetztige Wetterlage zustande (kräftiges Hoch, jetzt haben wir eine Art von Inversionswetterlage) und da die Luft feucht ist, halten sich Kondensstreifen deutlich länger. Die Aerosole, die das nur wenig begünstigen, von dem Buschfeuer lösen höchstens nur dunklere Schlieren aus.
VG Tobias
 
Zuletzt bearbeitet:

joetaiga

Mitglied
Hallo Tobias,

da bin ich mir nicht so sicher.

Im Moment ist es eher trocken. Durch den extremen Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht gibt es morgens Tau. Das heißt aber nicht, dass es feucht ist. Im Moment haben wir 30-40% Luftfeuchtigkeit hier.

Normalerweise bilden sich Kondensstreifen, wenn sich feuchtere warme Luftschichten in eine Hochdrucklage schieben, dort abkühlen und zu einer Übersättigung der oberen Troposphäre führen. Wenn die Flugzeugabgase sich abkühlen kommen sie unter den Punkt, wo diese kondensieren, da die Luft keine Feuchtigkeit mehr aufnehmen kann und es bilden sich Kondensstreifen. Außerdem bilden sich dadurch Zirruswolken. Deshalb sind Kondensstreifen eigentlich ein Indikator, dass es einen Wetterumschwung gibt.

Dazu gehört eine kräftige Luftströmung. Im Moment ist aber Flaute, es bewegt sich nichts. Außerdem ist es zumindest unten eher trocken. Das Hochdruckzentrum rotiert über Mitteleuropa. Trotzdem ist es diesig und alles ist mit Kondensstreifen übersät, die sich an Ort und Stelle auflösen und über den Himmel verteilen.

Daher meine Frage. Mir ist das früher nie aufgefallen. Mit früher meine ich 20 Jahre und mehr. Könnten die Aerosole auch als Kondensationskeime für die Flugzeugabgase dienen? Bei Wikipedia steht unter Kondensstreifen, dass Aerosole die Wolkenbildung verändern können. Oder bedingt dieses statische Wetter einfach, dass die warme Luft nach oben steigen kann, dort abkühlt und auskondensiert? D.h. eine Art Konvektionsströmung. Das würde natürlich auch Kondensstreifen verursachen, die massiv zum Bewölkungsgrad in der oberen Troposphäre beitragen. Fliegen ist nicht umsonst als extrem klimaschädlich verschrien.

Eine Inversionswetterlage ist etwas anderes, da legt sich Warmluft über eine kalte statische Luftschicht. Oben ist es warm und unten kalt. Das bewirkt, dass die wärmeren Abgase weder nach oben steigen noch durch Wind weggeblasen werden können. Die Abgase reichern sich somit in Bodennähe an und bilden einen ungesunden Dunst.

Mir würde schon eine Quelle helfen, wo ich das selbst nachlesen könnte.

CS Joachim
 
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