Fragen zu Takahaschi und ED`s | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Fragen zu Takahaschi und ED`s

Anette_Aslan

Mitglied
Liebe Astrofreunde,
immer wieder lese ich von diesen hochedlen Teleskopen und frage mich, da ich noch nie die Möglichkeit hatte durch eines zu schauen, ob man den Saturn z.B. bei einer Öffnung von 80mm durch einen ED Triplett oder Tak viel besser sieht als durch einen 10" Zöller Dobson? Ich meine damit, genauso groß zumindest....klarer ist mir auch klar....aber was ist wirklich der Vorteil trotz kleinerer Öffnung? Gibt es Testvergleiche?
Grüßle von Anette <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/help.gif" alt="" />
 

MPJ

Mitglied
Hallo Anette,
wenn du mit dieser Frage mal blos nicht wieder einen dieser Glaubenskriege vom Zaun brichst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/crazy.gif" alt="" />. Aber davon mal abgesehen, bin auch ich auf die Antworten gespannt. Ich hoffe, es bleibt sachlich und informativ.
Gruß Micha
 

schmierprinz

Mitglied
Hallo Anette ,

der 10 Zoll GSO Dobsen kann schon mehr zeigen als z.B. ein 4 Zoll FS 102( hatte noch keinen 80er ED ect. zum vergleich ) . Hab mit dem Dobsen so schon 5 Monde gesehen mit dem Tak leider noch nicht , Bild war heller bei höheren Vergrößerungen . Aber der Refraktor zeigt ein schärferes und kontrastreicheres Bild mit extrem feinen Details z.B. am Jupiter . Das Plantenscheibchen und die Monde zeichnen sich sehr scharfkantig auf schwarzem Hintergrund .
Aber erzählen kann man viel , schau und vergleiche mal beim nächsten Teleskoptreffen und mach dir ein eigenes Bild .

Gruß Mirko
 

NONSENS

Mitglied
Hallo Anette!

Im 80er Edelstummel ist der Saturn bei 180fach genau so groß wie im 10" Dobs bei 180fach, nur viel dunkler. Der 80er hat eigentlich nur 2 Vorteile: besserer Kontrast und geringere Seeinganfälligkeit. Der Dobs hat die größere Helligkeit, die bessere Auflösung und die bessere Farbreinheit. Ich kann mir vorstellen, daß bei schlechterem Seeing der 80er am Saturn den schärferen Eindruck hinterlassen kann, hab´s leider noch nicht vergleichen können. Bei ruhiger Luft ist der Dobs in allen Belangen überlegen. Mit meinem 10"er habe ich seit 2003 nur 2x richtig ruhige Luft am Saturn erlebt, und das war absolut ausdensockenhauend. Trotzdem habe ich auch einen guten 80er - für den Schnellspechteleinsatz! Manchmal ist einfach keine Zeit oder Gelegenheit, den Spiegel auskühlen zu lassen, dann wird der 80er geschultert und nach 5 Minuten steht er auf dem Acker. Ich habe schon schöne Beobachtungen mit dem Kleinen gemacht. Saturn ist bei 80mm etwas eintönig, aber Jupiter zeigte im letzten Jahr reichlich Details, guckst Du hier:

Link zur Grafik: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/attachment_upload/490026-Jup_80_550.jpg

Meine "richtigen" Planetenbeobachtungen mache ich mit dem 6" Refraktor.

Grüße von Michael.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

UwePilz

Mitglied
Es wird immer wieder bhauptet, in kleineren Instrumenten sähe man bei unruhiger Luft mehr als an größeren, wegen der Trubulenz-Zellen. Ich habe schon mehrmals an nebeineinander stehenden Instrumenten verschiedener Größe beobachtet, ein deutlich größeres Instrument zeigte auch immer mehr Details. Bei schlechter Luftruhe ist der Unterschied gering, aber er ist da.

Der erste visuelle Einruck trügt oft. Im großen Instrument fängt man mit 150x an, wo man bei 8cm beginnt aufzuhören. Ein stärker vergrößertes Bild zeigt freilich mehr Wabern und Unschärfe, ein kleines Bild ist knackiger.

Interessant wird es dann, wenn man versucht Details zu erkennen und möglichst zu zeichnen. Diese Zeichnungen liefern dann so etwas wie einen Beweis. Und da hatte in meinem Erfahrungsraum immer das große Instrument die Nase vorn.

Ein Apo ist - gemessan an der Öffnung - nahe dem theoretischen Limit. Ein Newton hat Kontrastverringerung durch den Fangspiegel. Üblicheweise zieht man bei diesen Betrachtungen den Durchmesser des FS vom Durchmesser des HS ab. Bei 10 Zoll kommen wir auf eine effektive Kontrastöffnung von 18-19 cm. Das ist so viel mehr wie 8 cm, das gibt massiv mehr Details bei ordentlicher Luftruhe und etwas mehr Details bei geringer Ruhe.

Was weiter beachtet werden muss: Das große Lichtangebot erleichtert die Verwendung von Farbfiltern, und damit ist an Planeten viel rauszuholen. Nicht auf den ersten Blick, aber beim genauer Hinsehen schon.
 

Quanten

Mitglied
Hallo Anette

Ich kann Uwe`s Poasting unterstreichen, in größeren Öffnungen ist meist mehr zu sehen und man hat Licht zum Vergrößern.
Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter und behaupte, dass sogar eine nur Beugungsbegrenzte Optik oder sogar leicht darunter mit Strehl 0.75-0.80 mehr zeigt, wenn sie größer ist, als eine kleine mit Strehl 0.99.

Ich wehre mich aber auch dagegen, dass man mit kleinen Öffnungen von 3-4" zu wenig sehen würde, was ja auch oft behauptet wird!
Es muss nämlich erst einmal das Seeing stimmen und die Optik ausgekühlt und justiert sein, um wesentlich mehr zu zeigen.
Nonsens zeigt ja was mit 80mm zu sehen ist.

Gruß Uwe
 

FrankZ

Mitglied
Hallo,
was Michael und Uwe gesagt haben kann ich so voll bestätigen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />.
Vielleicht kann man noch folgende Überlegung hinzufügen. Die Beobachtung von Planeten ist im Dobson aufgrund des erforderlichen Nachschubsens etwas unkonfortabel. Es könnte also durchaus sein, dass man mit einem kleineren Instrument, welches schwingungsfrei auf einer entsprechenden Montierung mit kräftigem Stativ montiert ist, mehr Spaß an der Planetenbeobachtung hat. Dies gilt besonders dann, wenn man überwiegend an einem Standort mit nicht so guten Seeing beobachtet. 80mm sind aber schon etwas wenig Öffnung. Besser ist da ein Apo ab 100mm, ein Mak ab 150mm oder ein planetenoptimierter Newton ab 150mm.
Wenn man ein deutlich größeres Gerät auf einer entsprechenden parallaktischen Montierung fest aufstellen kann, dann sollte man (eine entsprechende Qualität und Justierung der Optik vorausgesetzt) natürlich das größere Gerät vorziehen.

CS. Frank
www.stern-freund.de
 

Anette_Aslan

Mitglied
Liebe Leute, lieben Dank für eure Postings.
...also das mit dem kleineren Abbild und knackigerer Schärfe kann ich selbst gleich am Dobs nachvollziehen. Ich versuche immer nochmal nach dem Baader Hyp5 das Skywatcher UW 6mm und da siet der Saturn natürlich kleiner aber noch ne Idee schärfer aus. Im Neuner weiter weg, kleiner und absolut megascharf meine ich....das ist extrem subjektiv, da ich keine Vergleiche habe....mit meinem 4"/f5 machts am Planeten aber kaum Spaß, wie im Lidl halt...aber die Edel-Stummel (lach, lach) sehen beeindruckend kompakt und wirklich gut verarbeitet aus...sowas für ne Reise unds schnelle mal eben ist wohl unschlagbar....Grüße von Anette
 

Berberich

Mitglied
auch noch mein Kommentar dazu (prinzipiell).
O.K. ich bin kein Refraktorfreak, habe meinen Lichtenknecker AK 127 gerade verkauft. Nicht, weil er schlecht war. Aber: 8" und 5" kann man ansich nicht vergleichen. Im 8" Newton sieht man einfach mehr. Gut, ich kann mir einen sehr guten 4" Refraktor (Takahashi z.B.) kaufen. Aber im 8" f:6 Newton sehe ich einfach mehr. Crux an der Sache (heute) ist aber, die Refraktoren werden immer kurzbrennweitiger (Kosten) und dann müsste ich höher vergrößern, als das^Gerät hergibt. Ergo: Der Newton hat immer die Nase vorn (und ist, im Vergleich, wesentlich billiger und universeller)
Grüße
Winfried
 

fbrand

Mitglied
Hallo,

Im 8" Newton sieht man einfach mehr. Gut, ich kann mir einen sehr guten 4" Refraktor (Takahashi z.B.) kaufen. Aber im 8" f:6 Newton sehe ich einfach mehr.
Die Erkennbarkeit von feinen Details z.B. auf Jupiter hat nicht nur etwas mit dem theoretischen Auflösungsvermögen zu tun. Die Erkennbarkeit von Details ist z.B. auch abhängig von dem Kontrast usw. Um diese beiden Geräte (4" APO gegen 8" Newton) miteinander vergleichen zu können müsste man die beiden Geräte über einen längeren Zeitraum und nicht nur an Tagen mit gutem Seeing miteinander vergleichen. Was kann ich in einer Durchschnittsnacht oder Nacht mit schlechtem Seeing im 8" Newton sehen, was ich im 4" APO nicht sehen kann?

die Refraktoren werden immer kurzbrennweitiger (Kosten) und dann müsste ich höher vergrößern, als das^Gerät hergibt

Es stimmt, dass z.B. langbrennweitige Refraktoren einen höheren Anspruch an die Montierung stellen als kurze, aber der Refraktor selber wird nicht teurer, wenn er eine längere Brennweite hat. Das die Refraktoren immer kurzbrennweitige werden ist eher ein "Modetrend" (Deepsky). Die maximale (sinnvolle) Vergrößerung eines Refraktors ist aber abhängig von dessen Öffnung und nicht der Brennweite...

Clear Skies,

Frank
 

Deister

Mitglied
Hallo Anette,

ich gebe auch noch meinen Senf dazu ab. Spiegel und Linse heißt meine Devise. Jedes Teleskop hat seinen Himmel. Ich setze, nachdem ich viele Systeme ausprobiert habe, heute folgende Geräte auch manchmal parallel ein:
Fernglas Fujinon 7 x 50, Fernglas Mijauchi 20/37 x 100, APO: TAK FS60C, APO: TMB 115/f7, MAK 7” und Dobson 10”. Jedes dieser Geräte hat eine andere Leistungsklasse und zeigt mir jeweils einen anderen Himmel bzw. Himmelsauschnitt. Es gibt bei mir nicht die Religion: „Spiegel contra Linse“ sondern „Spiegel und Linse“. Knackscharfe Bilder mit maximalem Kontrast bekommst Du im Apo und selbst da gibt es Unterschiede. Es gibt jedoch immer die ganzen Vor- und Nachteile eines Teleskoptyps zu beurteilen und die sind abhängig von der: Auskühlzeit, Brennweite, Transportgewicht, Modularität, Lichtsammelvermögen, Seeingbedingungen, Vergrößerung, Binotauglich, Nachführung u. v. a. m., dabei nicht zu vergessen die Anschaffungskosten. Mir fallen bestimmt 10 Gründe für und gegen einen Teleskoptypus ein. Und diese sind allesamt nach der persönlichen Note des Beobachters unterschiedlich zu gewichten. Mein Rat an Dich heißt hier: ausprobieren; d.h. nutze die unterschiedlichen Systeme und Du wirst sehr schnell die Vor- und die Nachteile des jeweiligen Systems erkennen. Mit wachsendem Umgang mit den Teleskoptypen wirst Du sehen, mit welchem Gerät Du zeitlich gesehen am meisten beobachtest. Du kannst auch einen anderen Weg gehen. Definiere im Vorfeld genau Deine Anforderungen an das System und dann kannst Du gezielt das System selektieren, das Deinen Anforderungen am ehesten Rechnung tragen wird.

Gruß und CS von

Paul
 

schmierprinz

Mitglied
Hallo Paul ,

super erklärt , meine Hochachtung . Bin zu 100% deiner Meinung! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />

Gruß Mirko
 

fbrand

Mitglied
Möglicherweise sieht man dann etwa dasselbe. Aber man sieht im kleinen Instrument nicht *mehr*.

Klar, das ist unbestritten, unter Idealbedingungen ist der 8" immer überlegen. Ich wollte mit der Aussage nur klarstellen, dass ich in den häufigsten Fällen mit 4" auch nicht schlecht liege. Wenn man dann noch einfacheres Handling usw. berücksichtigt hat er schon seine Vorteile. Aber diese Diskussion ist müssig, wurde schon oft geführt, jedes System hat seine Vor -und Nachteile...deshalb habe ich auch beides: Spiegel und Linse <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

Clear Skies (könnte heute Abend wirklich mal klappen),

Frank
 

Peter_Heinzen

Mitglied
So geb ich auch meinen (Senf) oder eben persönliche Erfahrung ab.

Spiegel und Linse ergänzen sich ausgezeichnet, gerade die Kombination finde ich einfach sehr schön.
Kurz, was Paul und Uwe weiter oben geschrieben hat, so ist auch meine Erfahrung mit den verschiedenen Teleskopen.

Benutze folgende Insturmente:

- Takahashi FS-78
- Meade LightBridge 12"
- Feldstecher Steiner NightHunter XP8*56

und in der Sternwarte:
- Meade LX200 16"
- Takahashi FS-128
- Feldstecher Miyauchi BS-77

möchte auf keines dieser Instrumente verzichten, jedes bietet beim entsprechenden Objekt seine volle Freude.

Wenn Saturn schwabbert und hüpft wie ein Gummiball im Carneval so ist es mit keinem Instument eine Freude zu beobachten, ob "billiger" Newton oder "teurer" Linse.
Falsch ist natürlich die Meinung dass "nur" mit einem Spiegel oder "nur" mit einer Linse dieses oder jenes gesehen werden kann. Da spielen immer noch andere Faktoren eine wichtige Rolle mit (Seeing, Okulare, usw), schwache Nebel wären mit einer kl. Linse sicher nicht zu sehen, wohl aber mit einem 10" Newton, wenn dieser richtig justiert ist!
Gerade die Kombination von beiden Teleskoptypen bietet ein ausgezeichneter Kompromiss zum Beobachten an.

Gruss Peter
 

gibeon

Mitglied
Hallo an alle!

hört sich jetzt ein wenig provokativ an, ist aber nicht so gemeint: Also ich behaupte, ich (persönlich) sehe in meinem 80 Refraktor wesentlich "mehr" als in meinem 8" Newton! "Mehr" jedoch nur weil öfter.

Und das deshalb, weil ich mit dem 80er schnell auf dem Balkon oder im Hof (nahezu ohne Auskühlzeit) loslegen kann und für den Newton erst ins Nachbardorf fahren muß.
Dabei würde ich das Beobachten (in meinem Fall) mit dem "Kleinen" als Genußschauen bezeichnen. Besonders schön ist zum Beispiel der Mond. Mein kleiner Refraktor hat mich, durch die vielen Gelegenheiten, fast mondsüchtig gemacht.

Trotzdem möchte ich auf meinen Newton nicht verzichten, zum Beispiel bei höheren Vergrößerungen oder lichtschwachen Objekten. Mein Fazit ist ebenfalls, Spiegel und Linse zusammen sind genial!

Viele Grüße,

Peter
 

Gerd_Duering

Mitglied
Hallo

Also Ich meine auch die kleinen 80er machen richtig Spaß, weil einfach ideal zum schnellspechteln.
Oft lässt ja leider das Seeing ohnehin an vielen Beobachtungsplätzen hier in Deutschland keine wesentlich höheren Vergrößerungen zu als sie mit einem 80er sinnvoll sind.
Da muß man sich nicht mit dem großen den Rücken kaputtmachen nur um dann festzustellen das mieses Seeing ist oder der Himmel zuzieht.
Allerdings an den paar Tagen im Jahr wo Ausnahmebedingungen herrschen ist natürlich Öffnung gefragt.
Nur blöd wenn man ausgerechnet dann keine Zeit hat.

Grüße Gerd
 

Anette_Aslan

Mitglied
Liiieeben Dank für all die Postings!
Ich bin auch überzeugt, dass man mehrere Lieblinge haben kann. Ich wollt auf meinen 10" Dobs nicht mehr verzichten aber auf meinen Kurzen 102/500 Skywatcher auch nicht. Den tät ich (wenn ich mal reich bin..he..he..) gegen einen ED austauschen, aber nicht den Dobs.
Liebe Grüße an alle von Anette
 

Quanten

Mitglied
Hallo Winfried

Nach meiner Einschätzung und nach einigen Vergleichstests muss man das "mehr sehen" mit größeren Öffnungen je nach Beobachtungsobjekt und Bedingungen etwas relativ sehen.
Oft hört sich das nach viel mehr an, als es in Wirklichkeit ist!
Natürlich hat die größere Öffnung das größere Potential und zeigt bei besserem Seeing auch mehr, doch finde ich, dass eine größere Öffnung oft nicht mehr zeigt, als vielmehr gewisse Details einfach nur deutlicher hervorkommen und schneller ins Auge fallen, als das es eine kleinere Öffnung macht.

Das "viel mehr sehen", kommt meiner Meinung nach mehr aus der Webcam Fotografie und aus deren Bildbearbeitung, als aus der visuellen Planetenbeobachtung, denn dort wird der Unterschied zwischen Rohbild und Summenbild deutlich sichtbar!?

Zum viel mehr sehen, gehört Öffnung, hohe Vergrößerungen und ein guter Kontrast.
Leider hapert es meist an der Vergrößerungsfähigkeit aus ganz unterschiedlichen Gründen und das Bild wird flau.
Deshalb relativiert sich oft das mehr sehen, was ganz einfach auch nachzuvollziehen ist, man nehme ein hochaufgelöstes Planetenfoto und sehe es aus unterschiedlichen Entfernungen an.

Rein aus der Theorie heraus ist das mehr sehen natürlich leicht aus der Öffnung abzuleiten, doch wann ist das theoretische Auflösungsvermögen denn auch zu nutzen?

Das mehr sehen nicht nur ein rein Öffnung bedingtes Phänomen ist, weiß jeder, der Planeten mit einem Binokular beobachtet.
Ich finde bei der visuellen Planetenbeobachtung ist es wichtig, ein möglichst hoher Wirkungsgrad einer bestimmten Öffnung zu erreichen und zu nutzen.

Die Universalität sehe ich auch relativ. Ein großer Dobson bringt zwar für Planeten und Deep Sky maximales Seherlebnis, jedoch ist er auch nicht das Allheilmittel!
Ich sehe da forteile eines Refraktors oder Apochromaten, in der Fotografie, Transportabilität, in der Sonnenbeobachtung (Weißlicht/H-alpha), Unempfindlichkeit, maximaler Bildästhetik und der Bequemlichkeit.

Gruß Uwe
 

xipteras

Mitglied
Hallo Anette,

der Takahashi Doublet-Fluorit FS-102 liefert extrem scharfe Sterne mit minimalem Farbfehler. Die Bildhelligkeit ist für seine kleine Öffnung außergewöhnlich hoch. Er ist (wirklich) portabel (Gewicht 5.2Kg) und kann preisgünstig paralaktisch montiert werden. Mit einem TOA-130 Reducer steht also auch astrofotografisch nichts im Wege. Die verkürzte Variante FS-102NSV hat genügend Backfocus für Binos oder für eine SBIG+Filterrad+AO7 (Adaptive Optik). Die Fokussierung läuft satt und butterweich und eine Festellschraube um den Fokus zu fixieren ist auch vorhanden. Der Tak kühlt schnell aus, d.h. er ist in ca. 15 Min. einsatzbereit!

Das Nachfolgermodell TSA-102 soll noch farbreiner sein, habe ich aber noch nicht getestet.

Mit dem 4 Zoller wirst Du das Leo-Triplet beobachten können, die Cassini-Teilung von Saturn ist nicht "ab und zu" sondern stets sichtbar, die große Syrte + Polkappe auf dem Mars ist endlich da, auf dem Mond siehst Du Krater und Rillen so scharf, als ob sie jemand mit dem Messer reingekratzt hätte.

Du vergrößerst und vergrößerst weiter, Deine Okulare gehen langsam aus... und der Tak kann noch mehr. Schwer zu beschreiben so was, man muß es erlebt haben!

Sein Nachteil: Nur 4 Zoll.
Ich hätte ihn gerne als 10 Zoller.

Der Dob wäre zwar 10 Zoll aber sicherlich keine solche die ich meine.

Du verstehst.
 

Adson

Mitglied
Re: Fragen zu Takahashi und ED`s

Hallo,

hier sind sehr viele schöne Gedanken enthalten.

Bei mir sieht es so aus, dass ich im letzten Jahr folgende Geräte tatsächlich benutzt habe:

- 14" Dobson ... 1 Nacht
- 10" Dobson ... 6 Nächte (also mehr als 2 h ...)
- Vixen ED80 ... ca. 70 Abende
- Fernglas 10x50 ... mehr als 150 Abende und oft am Tag

Neuerdings habe ich "beinahe fest installiert" ein 22x60 Miyauchi auf Giro2, neben dem ED80. Sobald der Himmel klar ist, kann man das innerhalb von 3 Minuten einsetzen.

Nun stellt sich die Frage, mit welchem Instrument habe ich "das meiste gesehen" ...?

In der Praxis ist es jedenfalls bei mir - ausschließlich visuell beobachtend - so, dass die Größes des Instruments umgekehrt proportional zur Zahl der Einsätze ist. Bedauerlich, aber ich habe noch keine Lösung für dieses Problem. Vor 20 Jahren hatte ich einen kleinen CZJ Refraktor und ein CZJ Fernglas. Auch da war das Fernglas "täglich" im Einsatz, der Refraktor entsprechend seltener.

Mein persönliches Fazit: Das meiste Geld sollte man für das Gerät ausgeben, was man auch am meisten nutzt. Der 10" Dobson stellt für mich in Sachen flexible Einsatzmöglichkeiten das max. sinnvolle und machbare dar.

Ein 60 mm Tak wäre sicher ein feines Röhrchen, aber ich nehme auf Reisen lieber den ED80 + Fernglas mit (bin überzeugter Autofahrer ...).

Gruß
Adson
 

Deister

Mitglied
Re: Fragen zu Takahashi und ED`s

Hallo Adson,

volle Zustimmung zu Deinem Beitrag, der deckungsgleich mit meinen Erfahrungen ist. Maximales Budget für das am meisten genutzte Röhrchen oder Ferngals einsetzen und hier keine Kompromisse eingehen. Ebenso beim genutzten Zubehör (Okulare / Zenitspiegel ...). All dies ist jedoch erst nach ein paar Jahren der Erfahrung zu entscheiden; d.h. vorerst Erfahrungen sammeln und mal beim Kollegen/in mitspechteln. Die individuelle Liebe zum Objekt der Begierde entwickelt sich dann von selbst.

Grüße und CS von

Paul
 

Moriarty

Mitglied
Hallo,

ich hab beides: 4 Zoll TAK und 10 Zoll GSO, und ich muß es leider sagen: Im 10 Zoll GSO ist es deutlich besser ...

Siehe dazu meinen früheren Beitrag

Es ist aber dennoch eine andere Art von Spaß, an dem 4-Zöller zu beobachten. Sternfelder, Offene Sternhaufen (insbesondere H&Chi) und Mond, ja Mond: Unschlagbar vom ästhetischen Gesamteindruck im 4-Zöller.

Aber Saturn, auch Jupi: ich sehe im 10 Zöller mehr, damit muß ich mich abfinden.
Gruß
Julian
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

xipteras

Mitglied
> Moriarty wrote:
> ich hab beides: 4 Zoll TAK und 10 Zoll GSO,
> und ich muß es leider sagen: Im 10 Zoll GSO ist es deutlich besser .

Hallo Julian,

ich bin der Meinung, daß ein 4 Zoller ein größeres Gerät (z.B. einen 10 Zoller) optimal ergänzen kann. Beide Geräte können aber NICHT miteinander verglichen werden. Schon gar nicht zwischen Herstellern, die eine VÖLLIG unterschiedliche Firmenpolitik bzw. Produktstrategie folgen.

Der eine Hersteller adressiert den Amateur, der mit einem begrenzten Budget eine akzeptable Leistung erzielen will.
Beim anderen Hersteller ist eher das Wort "Exzellenz" das primäre Ziel.

> Aber verdammt, wie kann der Taiwanese es wagen,
> meinem Japaner ans Bein zu pinkeln?

Der GSO ist 25cm, der FS dagegen nur 10cm. Der FS bietet ein Maximum an Leistung für seine Öffnung. Der GSO nicht. Trotzdem sammelt der GSO mehr Licht als der kleine FS.

Wir sollten bitte bei solchen Vergleichen fair bleiben, nicht anhand des Kaufpreises vergleichen, sondern die Öffnung als Vergleichskriterium nehmen. Angenommen wir würden einen gleich dicken Astrophysics-Maksutov neben dem GSO-10" stellen, dann wäre es ein fairer Vergleich mit einem leicht vorhersehbaren Ausgang.

Anbei ein Astrofoto mit dem FS102 (+Reducer):
http://www.astrodigital.net/galaxies/files/page2-1000-full.html

Man sieht, daß der FS102 seine Stärken, nämlich Kontrast-Schärfe-ebnes Feld, voll ausspielen kann wenn man ihm die Zeit gibt das benötigte Licht zu sammeln.
 
Oben