Fred Young Submillimeter Telescope (FYST) aktuell in NRW - bald in Chile

Rotwang

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Aktuell steht das Fred Young Submillimeter Telescope (FYST) in Xanten (NRW) und wird aktuell vorbereitet für den Transport nach Chile um dort in der Atacama Wüste aufgebaut zu werden. Ich war die Tage mal vor Ort und habe ein paar Bilder gemacht die ich gerne hier teilen möchte.

Weitere Infos: https://www.ccatobservatory.org/
Ein kurzer Bericht vom WDR dazu: Link


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Sind das Spanplatten? Sieht aus wie ein Tynihouse.
 
Aktuell steht das Fred Young Submillimeter Telescope (FYST) in Xanten (NRW) und wird aktuell vorbereitet für den Transport nach Chile um dort in der Atacama Wüste aufgebaut zu werden.
Das ist ja kurios, da baut diese Firma VERTEX ANTENNENTECHNIK anscheinend gleich zwei im wesentlichen identische Strukturen für zwei konkurrierende Observatorien in Chile, einmal das hier vorgestellte CCAT-prime alias Fred Young Submillimeter Telescope, und dann das Large Aperture Telescope (LAT) am Simons Observatory.

Die Observatorien befinden sich sogar in relativer Nähe zueinander, beide auf hohen Bergipfeln in der Atacama, werden aber jeweils von verschiedenen privaten Sponsoren gefördert:

22°59′09″S 67°44′25″W / 5612 m (Fred Young)

22°57′31″S 67°47′15″W / 5200 m (Simons)

Die beiden "Teleskope" haben nicht nur die gleiche Öffnung von 6 m, sie verwenden auch dasselbe Crossed Dragone Design, bei dem sich zwei Spiegel so ähnlich wie beim Pentaprisma gegenüber stehen:

The optical design of the six-meter CCAT-prime and Simons Observatory telescopes

SimonsObservatoryLAT.jpg

Wikipedia

Das wissenschaftliche Programm ist auch sehr ähnlich. Insbesondere geht es wohl um die weitere detaillierte Untersuchung der kosmischen Mikrowellenstrahlung, wobei man ultimativ darauf hofft, etwas über die inflationäre Phase nach dem Urknall zu erfahren - Stichwort "B-mode polarization".

CCAT-prime Collaboration: Science Goals and Forecasts with Prime-Cam on the Fred Young Submillimeter Telescope

THE SIMONS OBSERVATORY: SCIENCE GOALS AND FORECASTS

Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft, in diesem Fall geht es wohl eher um die Aussichten auf wissenschaftlichen Ruhm.

Gruß, Peter
 
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Die Beobachtung bzw. Detektion erfolgt in dem seitlichen Anbau, den man auf dem ersten der eingangs gezeigten Photos herausragen sieht. Quasi eine modifizierte Form von Dobson-Montierung mit Nasmyth-Fokus, wobei die 90° Ablenkung aber nicht wie beim Newton über einen Diagonalspiegel erfolgt, sondern durch die pentaprismatische Anordnung von Primär- und Sekundärspiegel:

Crossed_Dragone_Telescope.jpg

Crossed Dragone / Wikipedia

Gruß, Peter
 
Chine hat ja bekanntlich ihre letzte Mondsonde in den früher Morgenstunden gestartet. Der Grund war, das der Wasserdampfgehalt in der Atmosphäre und somit Störungen durch Mikrowellen Strahlung geringer ist. Eine erdgebundene Untersuchung der Mikrowellenstrahlung eines hypothetischen Hintergrundes ist somit überhaupt nicht seriös möglich. Wasserdampf strahlt selber Mikrowellen aus!
VG Frank
 
Der Standort liegt nur 260km vom Ozean (Pazifik) entfernt! Die Bedingungen in der Atacamawüste sind doch eher für die optische Astronomie recht gut. Der Wasserdampf Gehalt in der dortigen Troposphäre ist nicht geringer als über Mitteleuropa! Auf der rechten Abbildung sind die Bedingungungen in Mitteleuropa sogar besser als in der Atacamawüste!!
Somit ist die Aufstellung der Teleskope sinnvoll? Wie will man bei einem solchen Wasserdampfvordergrund die Fluktuationen von minimalsten Abweichungen der bestehenden Mikrowellenhintergrundstrahlung messen? Das geht nur im Weltall, weit weg von der Erde!

VG Frank

Credit Wiki, Wasserdampf Gehalt bei 215 hPa nahe der Tropopause:


Wasserdampf_Gehalt.jpg
 
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Der Wasserdampf Gehalt in der dortigen Troposphäre ist nicht geringer als über Mitteleuropa! Auf der rechten Abbildung sind die Bedingungungen in Mitteleuropa sogar besser als in der Atacamawüste!!
Hallo Frank, so wie du das interpretierst, würdest du den Astronomen also dringend davon abraten, dort auf dem Cerro Chajnantor ihr Mikrowellen-Teleskop aufzustellen?

Wie man erwarten würde, gab es natürlich auch Messungen direkt vor Ort, aber die hatten doch einen anderen Tune:

SUBMILLIMETER ATMOSPHERIC TRANSPARENCY AT MAUNAKEA, AT THE SOUTH POLE, AND AT CHAJNANTOR

Nun ist ja die Atmosphäre und der Wasserdampf in dem fraglichen Spektralbereich nicht durchgehend undurchlässig. Man spricht von "submillimeter-to-millimeter wave telluric windows". Vielleicht erklärt das ja den scheinbaren Widerspruch?

Übrigens bauen die Japaner auf dem selben Berggipfel auch noch ein großes optisches Teleskop mit einer Öffnung von 6,5 m, das Tokyo Atacama Observatory (TOA). Dafür muss es ja wohl besondere Beweggründe geben, denn die operativen Bedingungen sind in einer Höhe von 5640 m nicht gerade einfach.

Gruß, Peter
 
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Vom wissenschaftlichen Nutzen würde ich davon abraten, das Mikrowellen Teleskop dort zu platzieren! Aber wie so oft in der westlichen Welt, regiert hier das Geld und wie du mit deiner Verlinkung des japanischen optischen Teleskops siehst, wurden die Japaner sicher angelockt mit Versprechungen. Nun sind sie sich vll nicht sicher ob es wirklich dort gut steht und es kommt nicht zur Aufstellung?
Die ehemalige Sowjetunion hatte ein ähnliches oder sogar besseres Mikrowellen Teleskop in Bjurakan gebaut. Das Orgov Teleskop

VG Frank
 
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kompletter Unsinn
Rechne mal IRGENDETWAS von den Behauptungen nach. Das gibt es alles (zumindest einiges), aber es kommt keine CMB dabei heraus.
Das Einzige was stimmt, ist, dass es sich um das um den Faktor 1/a=1089,92+1 gedehnte Nachglühen von T=2973,3 K zur Zeit τ=371,8 kyr handelt, also nicht "direkt" vom Urknall.
Nur als Beispiel sei erwähnt, dass sowohl die Annihilation der Antimaterie (Quarks) wie der Positronen sowie BBN (Kernfusion) etc das Plasma zwischenzeitlich mehrmals aufheizte, bevor die CMB frei wurde. (Ausfrieren)

Und die Bestätigung des Urknallmodells zurück bis zur Zeit τ=371,8 kyr ist natürlich ein gutes Indiz für so etwas wie den Urknall selbst. Das ist allerdings durch die postulierte Inflation überholt, der Urknall τ=0 ist daher nur noch eine Hausnummer, denn die Dauer der Inflation ist nur durch ein (winziges) Minimum definierbar, solange keine konkrete Krümmung gemessen werden kann, sie könnte aber auch "ewig" lange gedauert haben. (Modell der Ewigen Inflation)
 
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