Gutes Teleobjektiv oder günstiges Teleskop? | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Gutes Teleobjektiv oder günstiges Teleskop?

cyrill

Mitglied
Hallo,
was bringt denn beim Sterne fotografieren mehr (mehr Abbildungsqualität), ein gutes lichtstarkes Teleobjektiv z.B. 2.8/200 oder 300 oder ein kleines Refraktor-Teleskop? Die Objektive sind da ja mit der Lichtstärke im Vorteil, aber eigentlich für irdische Zwecke entwickelt. Ist da ein kleines Teleskop besser geeignet? Vorrausgesetzt natürlich, beides wird vernünftig nachgeführt.

Grüße aus RT
Cyrill
 

Alpheratz

Mitglied
Bevor ich meine ertsen Fotos fokal erstellt habe, habe ich meine Kamera huckpack auf das Teleskop montiert um überhaupt die nötige Erfahrung zu sammeln. Hierbei kamen Objektive mit Brennweiten zwischen 28mm bis 500mm zum Einsatz. Am meisten verwende ich allerdings Brennweiten bis max. 200mm und ausschließlich Objektive mit Festbrennweite.

Bei der Mond- oder Sonnenfotografie kannst du natürlich gleich das Teleskop nutzen da hier die Belichtungszeiten recht kurz sind und du schon schöne Details erkennen kannst, aber für längere Belichtungszeiten brauchst eben eine gewisse Übung und Erfahrung.

Probier es einfach mal bei einem Freund aus der vielleicht schon ein Teleskop besitzt und schraube deine Kamera einfach mal drauf.

Gruß
Alpheratz
 

Burkhard

Mitglied
Hallöchen,
das kommt immer auf das Objekt (Sternenhaufen, Sternenfeld, ... Gruppe, Nebel etc.) an. Ob Du ein Objektiv mit Brennweite 24, 35, 50 135 ...180 ... 500 oder jetzt ein Teleskop (newton F4/200 zum Bleistift oder Apo-Refraktor) ist so gesehen kein Unterschied. Du erreichts mit den Objektiven/Teleskopen nur andere Bildfelder, je nach Brennweite und Filmformat.

Wenn's richtig gemacht wurde sind se alle scharrrrrf und schön <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/cool.gif" alt="" /> . Einfach mal probieren.
Gruß Burkhard
 

Raimund_Hilz

Mitglied
Hallo,

die meisten Kameraobjektive sind für Astronomische Zwecke nicht geeignet, speziell bei der Verwendung mit CCD Kameras gibt es sehr oft starke blaue Farbsäume.
Ich habe selbst ein 135mm und ein 200mm, welche ich nicht dafür verwenden möchte, die Bilder sind Grauenhaft.
Bei der Verwendung von Film ist dieser Effekt nicht so ausgeprägt, da das gesamte Gesichtsfeld viel größer ist.

Es gibt zwar schon gute geeignete korrigierte KB Objektive, aber die sind recht teuer und auch gebraucht fast nicht zu bekommen.

Also ich bevorzuge daher Teleskope anstelle von KB Objektiven, soweit es möglich ist.

Schönen Gruß und CS Raimund

PS: Auf meiner HP ist unter "Eigenbauten" auch das 135mm Objektiv mit der CCD Kamera zu sehen, das wird aber aus den oben genannten Gründen nicht mehr verwendet.

 

notoxp

Mitglied
Das Problem ist wahrscheinlich in beiden Fällen der Preis. Denn ein GUTES 2,8/300-Objektiv kostet selbst gebraucht noch über 1000 EUR (Neu: ab 3000 EUR). Meist sind dort nämlich 6-10 Linsen im Spiel, die alle perfekt geschliffen und vergütet sein wollen.
Bei einem farbreinen Refraktor mit hohem Öffnungsverhältnis, der zudem auch noch Kleinbild ausleuten soll, bist Du wahrscheinlich mindestens bei demselben Preis. Leider kann ich zur letzteren Thematik nicht viel sagen.

Trotzdem habe ich folgende Erfahrungen mit Kamera-Objektiven gemacht, die Dir vielleicht nützlich sein können. Generell gilt: Man kann im vorhinein nicht sagen, ob ein Objektiv für die Astrofotographie taugt. Man kann höchstens von Billigobjektiven und von Zooms im vorhinein sagen, dass Sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geeignet sind. Es ist komisch aber selbst bei teureren Objekiven habe ich bei geöffneter Blende oft keine Punktförmigen Sterne mehr. Ein paar Beispiele (Leider Pentax-lastig):

- Tokina RMC 2,8/24: Ein klassisches "Billig-Objektiv"! Selbst wenn das Teil auf f/5,6 abgeblendet wird kann man nur auf der optischen Achse von Farbreinheit und Schärfe reden. Astrofotographisch unbrauchbar.

- Pentax SMC 3,5/28: Bei offener Blende in den Bildecken unscharf. Bei einer weiten Sternfeldaufnahme mag das nicht stören. Wenn doch: Auf f/5,6 abblenden

- SMC 1,7/50: Das einstige Standardobjetiv von Pentax. Bei geöffneter Blende nicht zu gebrauchen. Selbst Sterne nahe der Optischen Achse sind nicht mehr Punktförmig. Daher: Mindestens auf f/4 abblenden

- SMC-A 2,8/50 Macro: Ist ein Vierlinser und sollte zumindest theoretisch für die Astrofotographie hervorragend geeignet sein. Aber: Bei offener Blende tauchen in den Bildecken deutliche Abbildungsfehler auf. Selbst bei f/4 noch leichte Bildfehler erkennbar.

- SMC 4/100 Macro: Auch ein Vierlinser, doch im Gegensatz zum 50er hervorragend geeignet. Bei offener Blende ist jeder Stern punktförmig. Wenn man eine absolut gleichmäßige Ausleuchtung will, sollte man auf f/5,6 abblenden. --> mein Absolutes Lieblingsobjektiv für Astrofotographie

- SMC 4/300: Ein wirklich sehr gutes Objektiv. Bei Abblendung auf f/5,6 sind die restlichen leichten Abbildungsfehler in den Ecken verschwunden. Die Fokussierung stellt hier das größere Problem dar, denn die "Unendlich-Einstellung" ist je nach Umgebungstemperatur an einem anderen Punkt. Das heisst: man muss das Teil gut auskühlen lassen und sehr genau fokussieren (und nicht einfach bis zum "Anschlag" drehen).

- Sigma APO-Makro 3,5/180mm IF: Das Objektiv hat eine eigene Stativ-Schelle. Dadurch kann man die Kamera längs der Optische Achse drehen - ein riesen Vorteil. Das Objektiv selbst bildet bei offener Blende nahezu fehlerfrei ab. Leider wird das KB erst ab f/5,6 komplett ausgeleuchtet. Hauptproblem ist auch hier wieder die Fokussierung. Das Objektiv besitzt eine Innenfokussierung und einen ziemlich "steilen" Schneckengang. Dass ist vielleicht ein Vorteil bei Autofokus-Kameras. Aber bei manueller Fokussierung ist das eher ein Nachteil. Auch hier ist Unendlich nicht der Anschlag. Deswegen: Genau und mikrometerweise fokussieren!
 

Burkhard

Mitglied
Hallöchen,
das Pentax 1,7/50 hab ich auch. Ein Bild habe ich auf meiner HP. So das ware isses nicht ist aber ab Blende 2,8 schon zu gebrauchen, jedenfalls mein Exemplar. Das Bild ist ein Abzug von Dia, das Original sieht besser aus.

Die Sonnarobjektive, also Zeiss Jena, sind keine schlechte Wahl, da sie oft sehr lichtstark und fast ohne Abblenden scharf bis in die Ecken sind. Das posten viele hier und mein Sonnar 3,5/135 hat mich überzeugt.

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> Achtung! über 800 k!!
http://www.burkhard-freiberg.de/norda_2a.jpg

obwohl es bestimmt bessere Abzüge gibt.

Gruß Bukhard
 

notoxp

Mitglied
Stimmt! Sieht nicht schlecht aus... Die sichtbaren "Bildfehler" kommen wohl eher von der jpeg-Kompression.
Als einziges sind noch die Abschattungen richtung Bildrand zu bemerken, aber das ist bei f/2,8 normal.

Ich für meinen Teil habe mich beim Astro-Fotographiren mit Objektiven generell auf die Blende f/5,6 eingefahren. Dort sieht man i.d.R. keine Abschattungen mehr ...

Noch eine Frage: hast du ein Pentax SMC-K, SMC-M, SMC-A oder ein SMC-AF ?
 

Burkhard

Mitglied
äh ich muß mal schaun ...

?

na, wo ist denn das Objektiv? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> put put put!?!!

So, es ist ein einfaches SMC-M 1:1,7 50mm Objektiv. Das hatte ich mal günstig bei Ebay ersteigert, da ich für die Pentax MX, die ich ja nur für die Astrofotografie angeschafft hatte, auch ein normales Objektiv haben wollte. Die Pentax an sich ist schon eine schöne alte Kamera. Das Sucherbild ist heller als in meiner OM 1, auch funktionieren die Belichtungszeiten mit allen M42- Objektive am Tage!

Ja, beim Einscannen der Abzüge geht auch viel verloren. Das nächste mal lasse ich die Dias gleich einscannen und dann will ich mal sehen. Ich war doch angenehm überrascht, das keine Koma oder Schmetterlinge auf den Bildern zu sehen waren, höchstens mal Nachführfehler.
Burkhard



 
Oben