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Interpretation Sterntest an meiner Optik

Zynnober

Mitglied
Hallo zusammen,

vorweg: Ich bin noch Anfänger mit vermutlich viel Halbwissen, welches ich mir in der wolkenreichen Zeit angelesen habe.
Also viel Raum für Unsinn und Fehlinterpretation o_O

Weil ich mit meinem 5mm Okular immer das Gefühl habe, dass ich irgendwie nicht soo richtig scharf stellen kann habe ich mein Teleskop mal in mehreren Schritten (Cheshire, Laser, Barlowed Laser und schließlich am Stern) justiert.
Wo ich dabei war habe ich auch mal raus und reinfokussiert und wollte einen "Sterntest" machen.

Jetzt soll das Bild Intra und Extrafokal ja optimalerweise gleich sein. Ich weiß natürlich auch, dass ich nicht die teuerste High-End Optik habe. Aber da die beiden Bilder so völlig unterschiedlich aussahen, hat mich das doch sehr verunsichert.
Ich habe viel nachgelesen und auch mal versucht mit dem Aberrator etwas ähnliches nachzubilden.
Extra / intra
extra.jpg
intra.jpg
<-Nachgebildet und nicht von meinem Gerät

Im original hatte ich Extrafokal sehr deutlich und kontrastreich voneinander getrennte Linien und innen nur schwarz wobei der innere Ring stärker war.
Intrafokal war es fast schon eine Fläche mit innerem Punkt. Bei sehr genauem hinsehen (War nicht das beste Seeing) konnte ich aber feine Ringe sehen. Auffällig fand ich auch, dass Extraf. der Spiegel schon deutlich zu sehen war und Intrafokal fast garnicht.
Die Bilder oben habe ich dann nach langem Rumspielen mit dem Aberrator bei 3rd LSA = 1.0 und 5thHSA = 0,3 hinbekommen.
Der Defokus war ca. 2mm. Ich hatte mich an der Skala auf meinem OAZ orientiert.
Inzwischen hab ich gelernt, dass 1,1mm defokus richtiger gewesen wäre. Aber bisher hatte ich kein CS... leider.

Mein Teleskop: 10" f5 (TS/GSO Deluxe)

Nun bin ich doch etwas verunsichert.
Hab ich etwas falsch gemacht oder ist mein Spiegel ne Flunder oder ist ggf. alles normal?
(Ich hatte die Spiegel auch einmal komplett ausgebaut, gereinigt und wieder eingebaut. Vielleicht hab ich ja auch etwas falsch gemacht?)

Wäre dankbar Einschätzungen und auch Tipps, falls ich was falsch mache/Interpretiere.

CS Jean
 
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blindqvist

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Guten Abend Jean. Vielleicht setzt du auch einfach nur deine Erwartungen bei 250 facher Vergrößerung zu hoch an und das bei evtl. schlechten Luftbedingungen? Meine Vermutung. Gruß Bengt
 

Martin_B

Mitglied
Das ist natürlich schwierig, wenn man nicht die originalen Bilder sehen kann.
Kannst du mal den Rand vom Spiegel abblenden, ringsum 5mm mit einer Blende aus Pappe?
Das kann ein Randfehler sein (abgesunkene Kante) oder Überkorrektur auf einer größeren Fläche (nicht nur im Randbereich). An den Luftbedingungen liegt das nicht.
War der Spiegel gut ausgekühlt?
 

Zynnober

Mitglied
Der spiegel war 2h draussen. Also ja.

Ich werde die Blende beim nächsten Mal ausprobieren. Ebenfalls versuche mal ein Foto hinzubekommen.
 

blindqvist

Mitglied
Naja, du hast kein HighEnd Gerät, aber GSO verbaut normalerweise keinen Mist. Es ist ein grundsolides Gerät mit dem man über Jahre hinweg vernünftig spechteln kann. Alles andere ist ein "nice to have" oder "mine is bigger than yours". Und natürlich kann es am Seeing liegen...
 
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Martin_B

Mitglied
Naja, ich denke, es wurde eine konkrete Frage gestellt.
Die sollte man auch konkret beantworten und nicht mit "baut normalerweise keinen Mist".
Wenn es so ist wie gezeigt, dann ist hier schon eine Menge Licht unterwegs und trifft sich nicht dort, wo es sich treffen sollte. Im Idealfall ist es nur die Kante, dann hilft die Blende zu einer deutlich besseren Abbildung.
Wenn es großflächige SA ist, kann man nix machen ...
 

Zynnober

Mitglied
Aber durch falschen Einbau, Reinigung o.ä. kann so ein Bild nicht zustande kommen, oder?

Ich hab das Teleskop gebraucht gekauft. Hier stellte sich heraus, dass der Spiegel total verstaubt war und irgendwie war alles ordentlich verstellt. (Der Sucherschuh war falsch herum montiert...) Ich hab mich eingelesen, alles gereinigt und wieder justiert.
 

blindqvist

Mitglied
Volle Zustimmung bezüglich deiner Aussage mit der konkreten Frage. Doch gibt sich Jean als Anfänger. Da stellt sich mir die Frage, ob man schon den Unterschied zwischen guten und schlechten Luftbedingungen kennt? Ich konnte es damals zumindest nicht.
 

Zynnober

Mitglied
Prinzipiell kenne die Luftbedingungen, wenn ich auch sicher noch nicht alles gesehen habe. Ich hatte zumindest schon sehr schlechte und vermeintlich gute Tage/Bedingungen. Zumindest kenn ich das "wabern" und hab festgestellt, das hohe luftfeuchte auch nicht so super ist.

Am Mars kann Ich z.B. manchmal pastellige Konturen und ne polkappe sehen bei 250x. Manchmal halt garnix.
Nun frage ich mich halt, ob bei guten Bedingungen eigentlich mehr drin wäre, aber die Optik nicht mitmacht.
 

Martin_B

Mitglied
Ein Fehler, der manchmal gemacht wird beim Einbau des HS in die Zelle,
dass die Halteklammern zu stramm sitzen und den Spiegel klemmen.
Die Klammern sollen nur dafür sorgen, dass der Spiegel nicht raus fallen kann.
Der Spiegel selbst muss locker sitzen und sich etwas bewegen können.
 

UwePilz

Mitglied
Was man hier erkennt, ist der sog. Kugelgestaltsfehler. Dieser entsteht, wenn verschiedene radiale Bereiche des Spiegels einen unterschiedlichen Brennpunkt haben. Er entsteht aber auch, wenn man einen künstlichen Stern in zu geringer Entfernung benutzt - Parabeln sind gegen das Unendliche berechnet.

Um das Ausmaß zu beurteilen benötigt man zunächst den Grad der Defokussierung, in Millimetern / Mikrometern oder Wellenlängen. Danach kann man versuchen, mit Bildern aus dem Suiter oder dem Aberrator zu vergleichen.
Es geht aber auch anders, das hatte ich kürzlich hier geschrieben. Man fertigt aus Pappe zwei Aperturblenden, von denen jede die Hälfte der Fläche (nicht des Durchmesers!) freiläßt. Das sind etwa 70% der Apertur. De äußere Blende lässt sich leicht herstellen, einfach ein Ring, den man behelfsmäßig. zB. mit Klebeband am Tunis befestigt. Die innere Blende ist eine Art vergößerter Fangspiegel. Am Refraktor muss man eine Art "Spinne" mit ausschneiden, am Newton kann man ihn vielleicht direkt auf dem Fangspiegel befestigen, zB. mit einem kelien STück Posterstrip oder einem Ring aus Tesa.

Mit diesen beiden Ringen fokussiert man ein weit entferntes Objekt. Es muss kein Stern sein und kann also am Tage erfolgen. "Weit entfernt" sollten schon ein paar Kilometer sein, dann kommt man auch mit dem Auszug hin. Man misst den Fokus-Unterschied zwisdhen den beiden Blenden. Dieser sollte in der Tiefenschärfe verschwinden.

Fokus-Differenzen misst man am besten so: Man ermittelt den Auszug des Fokussierers bei einer Umdrehung des Rades. Das geht mit dem Meßschieber. DIe zu messenden Unterschiede sind aber viel geringer. Ich messe immer die Differenzen auf dem Fokusrad. Dazu bringt man dort einen Bleistiftstrich an und auf dem umbeweglichen Teil eine Marke, auch mit Bleistft. Notfalls ein Papier-Aufkleber drunter, wenn man nicht auf der Lackierung schreiben kann.
Aus der DIfferenz auf dem Umfang lässt sich über den Durchmesser des Rades der Winkel ermitteln, den man gedreht hat. DIesen setzt man ins Verhältnis zu einer Umdrehung.

Klingt erst mal furchtbar kompliziert, ist es aber gar nicht.

Ich wollte bei Teleskoptreffen schon immer mal einen Sterntest-Workshop machen, habe aber immer gezögert. Ich glaube es lohnt. Nach Corona wieder.
 

Zynnober

Mitglied
Danke. Das klingt nach einem spannenden Test. Für kilometerweite Objekte muss ich damit mal rausfahren. Um mich herum sind leider Bäume. (Ca. 300m)

Heißt des Durchmessers?

Dieser sollte in der Tiefenschärfe verschwinden
Was bedeutet das?

Ich habe zum Glück eine 1:10 Übersetzung. Das lässt sich ganz gut messen.
 

Martin_B

Mitglied
Die Größenordnung kann man auch an Hand "echter" Bilder am unscharfen Stern ganz gut bestimmen.
Das Problem bei SA, du kannst nichts machen außer den Spiegel neu schleifen ;)
Wenn du Glück hast, ist vor allem der Rand betroffen und abblenden könnte dauerhaft helfen.

Für DeepSky Beobachtung wird der Abbildungsfehler keine große Relevanz haben.
Bei Planeten gibt es sicher etwas Kontrastverlust durch das herumstreunende Licht.
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo Jean,

unter der Voraussetzung dass extra/intra richtig beschriftet sind, zeigt der Sterntest sphärische Aberration - nämlich Überkorrektur. Da ein Spiegel aus Floatglass (üblich bei GSO) beim Auskühlen recht ausgeprägte Überkorrektur entwickelt, solltest du ihm auf jeden Fall genügend Zeit zum Temperieren geben bevor du testest.

lg Tommy
 

Zynnober

Mitglied
hallo Jean,

unter der Voraussetzung dass extra/intra richtig beschriftet sind, zeigt der Sterntest sphärische Aberration - nämlich Überkorrektur. Da ein Spiegel aus Floatglass (üblich bei GSO) beim Auskühlen recht ausgeprägte Überkorrektur entwickelt, solltest du ihm auf jeden Fall genügend Zeit zum Temperieren geben bevor du testest.

lg Tommy
Wie lange braucht denn so ein Spiegel? Ich meine, er wäre schon 1 bis 2h draußen gewesen.
Lg Jean
 

Quanten

Mitglied
Hallo Jean

Ich persönlich bin kein Experte vom Sterntest und auch kein Freund davon.

Jedoch habe ich schon etliche Teleskope Interferometrisch gemessen und konnte diese dann mit dem Sterntest vergleichen.

Dabei kam ich bis heute zu folgender Erkenntnis:
- Ab ca. Strehl 0.95 kann man je nach Aberration schon deutliche unterschiede im Sterntest erkennen
- Die Auskühlung bzw. eine aktive Belüftung spielt eine enorme Rolle beim Sterntest
- Je nach Größe der Optik spielt die Aufhängung bzw. die Lagerung ebenfalls eine große Rolle

Ich hatte schon mal einen etwas größeren Spiegel, der hatte eine deutliche Zone im Randbereich, so ca. 2cm vom Rand weg, da wollte der Sternfreund schon reklamieren weil einige zu ihm sagten der Spiegel hat Sphärische Aberration, eine abgesunkene Kante, oder eine Zone.
Nach der interferometrischen Messung kam ein Strehl von 0.94 für den Spiegel heraus.
Diesen Spiegel haben wir dann auch aktiv belüftet und siehe da, diese Zone wurde im annähernden ausgekühlten Zustand immer unscheinbarer, war jedoch am Anfang deutlich zu sehen.
Später erfreuten sich alle an sehr kontrastreichen Mond und Planetenbildern.

Was ich auch sagen kann, ein sicheres Indiz für einen evtl. nicht mehr Beugungsbegrenzten Spiegel sind deutlich unterschiedlich helle Intra- und extrafokale Bilder. Wo eines so ausgewaschen aussieht wie dein Bild Nr.2. Jedoch ist das noch zu hell um einen deutlichen Unterschied zu Extrafokal auszumachen.
Das hängt jedoch wiederum entscheidend davon ab, ob der Spiegel wirklich ausgekühlt ist!
Ohne Aktive Belüftung kann der Spiegel selbst nach 2h noch der Umgebungstemperatur hinterherlaufen, was auch etwas vom Trägermaterial abhängig ist.
Nach deinen Aberratorbildern würde ich spontan sagen, der Spiegel ist nicht ausgekühlt.

Das wäre also mein erster Rat an dich, baue eine aktive Lüftung damit du sicher gehen kannst, das der Spiegel seine "Endform" erreicht hat.

CS
 

Zynnober

Mitglied
Danke. Werd ich machen.

Da ist zwar ein Lüfter dran, aber der bläst noch platt vor den Spiegel. Ich muss da mal eine Platte einbauen und den Lüfter drehen.
 
Zuletzt bearbeitet:

Michael_Haardt

Mitglied
10" ist schon ein großer Spiegel, wo die Belüftung des Rands evtl. nicht reicht. Theoretisch kann es helfen, wenn zusätzlich zu einem absaugenden Lüfter im Teleskop ein kleiner Lüfter seitlich über den Spiegel bläst. Zwei Links, um zu verstehen, warum Belüftung so wichtig ist:


Ich habe noch keine Belüftung eingebaut, bin aber dabei, seit ich im Sommer bei einem Vergleich sah, wieviel Seeing in meinem Tubus herrschte, der da auch schon 3 h am Himmel war, und wie ruhig der Himmel eigentlich war. Da wäre jede Diskussion der Optik fragwürdig gewesen.

Michael
 

coltrane

Mitglied
Der Spiegel ist schlecht ... Ende.
Man müßte schon einen extremen Temperaturunterschied unterstellen um da noch Hoffnung zu haben.
 

Michael_Haardt

Mitglied
Du hast aber schon gesehen, dass die Bilder nicht vom Teleskop waren, sondern nur ähnlich? Wir wissen nicht, wie die Sterntestbilder wirklich aussehen.

Michael
 

Michael_Haardt

Mitglied
Das ist mal ein echter Experte, der einen Spiegel anhand der mündlichen Beschreibung eines Sterntests von jemand ohne Erfahrung mit Sterntests bewerten kann. Respekt.

Michael
 

Zynnober

Mitglied
Ich habe mal versucht das Original zu fotografieren. Das ist mir mangels technischer Voraussetzung und Erfahrung nicht sonderlich geglückt. Ich wollte kurz ausgekühlt gegen lange ausgekühlt vergleichen aber leider haben mir Wolken einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Daneben habe ich meinen Refraktor gestellt, der mir recht artig zeigte, was ich erwartet hab.

Fokal:
Fokal.jpg


Intrafokal ca. 1,2mm:
Intra2.jpg
Intra.jpg


Extrafokal ca. 1,2mm:
Extra.jpg
Extra2.jpg
(Bild 2 andere Belichtungszeit)

Sorry. Die Bilder wollten mir einfach nicht scharf gelingen :( Vermutlich kann man daran nix sehen, oder?

Zum Abblenden usw. bin ich leider noch nicht gekommen.
 
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Zynnober

Mitglied
Auf jeden Fall möchte ich an der Stelle schon mal danke sagen für die Ratschläge und Hilfe. Da ist ja schon einiges zusammengekommen.

VG
Jean
 

UwePilz

Mitglied
Lass dich nicht verrückt machen.
Als erstes: Newton_teleskope bringen für die meisten Beobachter ohnehin nicht die Liestung, zu denen der Spiegel im Prinzip fähig ist. Das liegt - wie hier schon besprochen - am Auskühlen. Die Luft kühlt sich in der Nacht ab, und das Instrument hängt nach. Erst am Morgen, kurz vor Beginn der Dämmerung, stellt sich einigermaßen ein Gleichgewicht ein.
Was nützt es zu wissen, wie ein Spiegel wohl wäre, wenn er Im Hochgebiereg, umgeben von 4 Lüftern und einem temperaturisolierten Tubus betrieben würde - wenn man so ohnehin nicht arbeiten will?

Als erstes solltest du schauen, ob du überhaupt eine Beugungsscheibe und den ersten Ring siehst. Wahrscheinlich am 10-Zöller unter Normalbedingungen nicht. Weiter: Stelle einen hellen Stern ganz stark unscharf, so dass du eine große weiße Scheibe siehts. Wenn diese Scheibe wabert (wie es meistens ist), dann wird das Bild von Luftunruhe beeinflusst.
Dann brauchts du dir über einen mäßigen Kugelgestaltsfehler den Kopf nicht zu zerbrechen. Die anderen Gründe der Bildverschlechterung überwiegen wahrscheinlich.

Worauf du aber scheine kannst: Is das unscharfe Bild zentrisch oder eher wie ein kleiner Komet? Letzteres - > Justagebedarf. Ist das Bild dreieckig verformt? -> Die Halteklammern drücken.

Sieh die schließlich Epsilon Lyrae an. Den solltest du freileich locker trennen können, dazu reichen 5 cm Öffnung. Aber wie sieht das Bild aus? Stehen die Sterne ruhig oder zappeln sie? Wenn sie Zappeln, dann ist das wieder Luftunruhe oder Ausskühlung, besser wird es nicht. Fals die Sterne ganz ruhig stehen, kannst du einen engeren Doppelstern ins Visier nehmen und schauen, wie tief du kommst. Das sagt vielleicht am meisten aus, mehr als ein Test im Labor. Es geht eben um das Teleskop in deienr Umgebung und unter den Bedingungen, wo du arbeite willst oder musst.
 

Quanten

Mitglied
Hallo Jean

Schau mal hier, da findest du Sterntestbilder unter kontrollierten Bedingungen, damit du überhaut mal was zum Vergleich hast.


Das ist eben das Problem mit dem Sterntest es ist nur ein "qualitativer" Test, mit einer Wahnsinns Empfindlichkeit.
Man sieht zwar da ist etwas, eine Aberration, doch man kann meistens nichts darüber sagen, wie groß der Fehler ist bzw. ich kann das nicht.
Die Seeing Bedingungen erschweren die ganze Sache noch.
Und ich finde je mehr das gegen nicht mehr so gut, oder schlecht, bzw. nicht mehr Beugungsbegrenzt geht um so schwieriger ist es eine treffende Einschätzung zu treffen.
Einfach ist es hingegen eine gute, bis sehr gute Optik zu erkennen, denn wie ein Idealer Sterntest auszusehen hat ist einfach zu sagen.

Sofern du noch ein Rückgaberecht hast und dir nicht sicher bist, kannst du vielleicht den Spiegel wegen Nichtgefallen umtauschen?
Oder mit dem Händler etwas ausmachen und du lässt ihn interferometrisch prüfen und bei Strehl 0.90 nimmst du Ihn und darunter mit bitte um Umtausch.
Die 100-150€ für einen Test währen mir die Gewissheit wert, als das ich Jahrelang mit Ungewissheit und Zweifeln beobachten wollte. Das Hobby soll ja Freude machen!

Als kleiner Zusatz, wenn wir über Qualität sprechen, so ist die Gewissheit, dass man mit seinem Equipment nur noch "Seeingbegrenzt" ist, was bedeutet, das man alles andere auch im Griff hat, so ist das ein Garant für schöne und unvergessliche Beobachtungen.
Hier gehen jedoch die Ansprüche und Meinungen auseinander, nicht jeder ist so perfektionistisch in seiner Qualitätsauffassung.
Ein guter 10" ist jedoch eine Teleskopöffnung welche sehr häufig im Jahr eine gute, bis sehr gute Mond und Planetenleistung erbringen kann und er hat mit Binokular, bei seiner optimal Vergrößerung von 250-300fach, noch ein helles farbechtes Bild, ohne ND-Filter verwenden zu müssen.
Daher würde ich schon sagen das man hier auf Qualität achten sollte, ohne jetzt zu wissen was du damit gerne beobachten möchtest?

CS
 

Zynnober

Mitglied
Als erstes solltest du schauen, ob du überhaupt eine Beugungsscheibe und den ersten Ring siehst. Wahrscheinlich am 10-Zöller unter Normalbedingungen nicht. Weiter: Stelle einen hellen Stern ganz stark unscharf, so dass du eine große weiße Scheibe siehts. Wenn diese Scheibe wabert (wie es meistens ist), dann wird das Bild von Luftunruhe beeinflusst.
Dann brauchts du dir über einen mäßigen Kugelgestaltsfehler den Kopf nicht zu zerbrechen. Die anderen Gründe der Bildverschlechterung überwiegen wahrscheinlich.
Deshalb hatte ich ja mal meinen Achromaten daneben gestellt. Da hatte ich ein sauberes ruhiges Bild. Im Newton nicht. Komplett außer Fokus fand ich das Bild "verhältnismäßig" ruhig, wenn auch nicht gut (wie man an den Bildern oben sieht)
Allerdings vergleiche ich da auch Äpfel mit Birnen bzw. 90mm Linse mit 250mm Spiegel. Letzteres scheint ja seeing-anfälliger zu sein, richtig?



Sofern du noch ein Rückgaberecht hast und dir nicht sicher bist, kannst du vielleicht den Spiegel wegen Nichtgefallen umtauschen?
Oder mit dem Händler etwas ausmachen und du lässt ihn interferometrisch prüfen und bei Strehl 0.90 nimmst du Ihn und darunter mit bitte um Umtausch.
Die 100-150€ für einen Test währen mir die Gewissheit wert, als das ich Jahrelang mit Ungewissheit und Zweifeln beobachten wollte. Das Hobby soll ja Freude machen!
Tja, leider habe ich das Teleskop gebraucht gekauft. Da geht nix mehr mit Rückgabe. Ich habe also die Wahl damit zu leben (vielleicht ist das ja auch ganz ok..) oder den Spiegel irgendwann zu ersetzen. Ich bin auch deshalb etwas verunsichert, weil ich im Nachhinein ein komisches Gefühl mit dem Teleskop habe. Einiges war völlig unbrauchbar montiert. Das habe ich aber alles erst nach dem Kauf durch viel einlesen herausbekommen. Beim Kauf war ich völlig ahnungslos.


Als kleiner Zusatz, wenn wir über Qualität sprechen, so ist die Gewissheit, dass man mit seinem Equipment nur noch "Seeingbegrenzt" ist, was bedeutet, das man alles andere auch im Griff hat, so ist das ein Garant für schöne und unvergessliche Beobachtungen.
Hier gehen jedoch die Ansprüche und Meinungen auseinander, nicht jeder ist so perfektionistisch in seiner Qualitätsauffassung.
Ein guter 10" ist jedoch eine Teleskopöffnung welche sehr häufig im Jahr eine gute, bis sehr gute Mond und Planetenleistung erbringen kann und er hat mit Binokular, bei seiner optimal Vergrößerung von 250-300fach, noch ein helles farbechtes Bild, ohne ND-Filter verwenden zu müssen.
Daher würde ich schon sagen das man hier auf Qualität achten sollte, ohne jetzt zu wissen was du damit gerne beobachten möchtest?
Das trifft schon ganz gut mein Problem :LOL: .
Einigermaßen hohe Qualitätsansprüche.. Ich bin mir gerne sicher, dass mein Equipment nicht der limitierende Faktor ist und alles andere von anderen Faktoren wie Atmosphäre abhängt.
Ich habe einfach mal was gebrauchtes gekauft um zu sehen, wohin die Reise geht. Bei meinem Qualitätsanspruch wäre ein hochwertiger Neukauf vermutlich sinnvoller gewesen aber so lerne ich im Moment vermutlich deutlich mehr über das Hobby als anders herum ;). (Es macht mir auch Spaß mich damit zu beschäftigen..)
Ich versuche halt gerade herauszubekommen, ob mein Equipment gerade limitiert oder ob eine bessere Optik in meiner Beobachtungsumgebung Perlen vor die Säue wäre.

Die größere Optik habe ich gekauft um visuelle DeepSky Beobachtungen zu machen. Allerdings schaue ich mir auch sehr gerne und Stundenlang Planeten und den Mond an. Und da war ich erst einmal enttäuscht. Wo ich mit meinem Achromaten praktisch jede Nacht Jupiter und Saturn betrachten konnte, war im Newton nur ein Wattebausch.

Nun erschließe ich mir auch gerade erst die (auch negativen) Eigenheiten des Newton und die scheinbar doch länger als gedachte Auskühlzeit ist sicher noch ein Faktor, den ich berücksichtigen muss. Ich würde halt nur gerne wissen, ob der Spiegel schon limitiert und gar nicht weiter rumtüfteln muss.
 

tommy_nawratil

Mitglied
hallo,

deine Sternscheibchen sind sehr von der Turbulenz geprägt, das wird besser wenn du einen schwächeren Stern nimmst, kleinere Iso und längere Belichtungszeit. Dann mittelt sich die Turbulenz mehr heraus.

Abgesehen davon zeigen die Scheibchen keinen Helligkeitsverlauf aussen zu innen, wie in deinen am Anfang geposteten Symbolfotos. Sie zeigen einen unterschiedliche Größe des FS Schattens, was auch auf einen kleineren Zonenfehler nahe der HS Mitte zurückzuführen sein kann. Kurz, ich sehe hier keine ausgesprochene Gurkenoptik.

Die Auskühlung ist sicherlich ein Thema, falsche Belüftung kann aber auch einen Spiegel ungleich abkühlen und damit verziehen.

Im Vergleich mit einem kleinen Refraktor löst ein großer Spiegel auch die Turbulenz sehr viel besser auf, von daher hat man so gut wie nie ein ruhiges Beugungsscheibchen und Beugungsringe im Fokus. Der Stern erscheint wie von vielen kleinen Pünktchen in einer kleinen Wolke zusammengesetzt. Hier gibt es eine schöne Darstellung (Figure 77 - Achtung, der Maßstab ist der Bilder ist unterschiedlich, die Flecken sollten etwa gleich groß sein):

Wenn man einen Refraktor gewohnt ist, dann irritiert das anfangs sehr weil man das wie gezeichnet wirkende Beugungsscheibchen vermisst, aber man lernt schnell die Vorteile eines großen Instrumentes und seiner größeren Reichweite kennen.

lg Tommy
 
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