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Interpretation Sterntest an meiner Optik

Hallo Jean,

ein künstlicher Stern in ausreichendem Abstand wäre eine Option, bei der das Seeing nicht so sehr stört. Man kann tagsüber zB. eine kleine, glänzende Christbaumkugel aufhängen und den Sonnenreflex als Teststern nehmen. Oder der Sonnenreflex an einem der Isolatoren eines Strommastes.

Der minimale, nötige Abstand ist jedoch einzuhalten, da sonst der Test auf sphärische Aberration verfälscht wird. In diesem Thread findest Du eine Näherungsformel von R. Sinnot, um den Abstand zu bestimmen:


Gruß, Gerd
 

Antares

Mitglied
Hi Jean
Uwe hat Recht. mach Dir keinen Stress.
So lange du beim Vergrößern nicht auf mindestens 250-300 fach rauf kommst und ein stehendes Sternbild hast, lass das mit dem Sterntest einfach. Das macht keinen Sinn und irrtiert Dich.
So lange Du Seeing hast, also auflösen kannst, funktioniert das nicht.
CS
 

Michael_Haardt

Mitglied
Die Sterntestbilder sehen seeingbegrenzt aus, d.h. wenn man etwas verbessern will, dann zuerst die Belüftung. Ich habe einen offen liegenden Spiegel im Tubus und dachte, nach 3 h am Himmel sollte er ausgekühlt sein, aber dann zeigte mir ein Maksutov ähnlicher Öffnung im direkten Vergleich, dass Jupiter eigentlich viel ruhiger war. Ich bin seitdem überzeugt, dass der Belüftung nicht die nötige Aufmerksamkeit zukommt.

Michael
 

coltrane

Mitglied
Also ihr seit schon lustig. Was hat denn das mit dem Seeing zu tun wenn die intra- und extrafokale Abbildung völlig unterschiedlich ist? Einen guten von einem schlechten Spiegel unterscheide ich in JEDER Nacht. Oder soll jetzt das Seeing den Fangspiegelschatten beliebig vergrößern oder verkleinern?
Ich bleibe dabei, der Spiegel hat auf jeden Fall noch Luft nach oben. Ich bin mal von einem mittelmäßigen 10-Zöller auf einen sehr guten 12er gewechselt und der Unterschied war gewaltig. Sirius B im einen Teleskop unsichtbar, im anderen offensichtlich.
 

ws_mak12

Mitglied
Hallo Coltrane,

ich glaube, die meisten hier haben sich bemüht, konstruktive Ratschläge zu geben, welche Jean weiter helfen können. Wer ausreichend Erfahrung im Beurteilen von Optiken mittels Sterntest hat weiß um die Variablen, welche bei einem solchen Test mitwirken. ;)

Indirekt können starke Hinweise auf Seeingschlieren (wie auf den Fotos erkennbarr) darauf hindeuten, dass der Spiegel noch längst nicht seinen Gleichgewichtszustand im Abkühlvorgang erreicht hat. Eine aussagekräftige Beurteilung ist da schlicht kaum möglich, zumal nicht eindeutig zwischen Überkorrektur aufgrund des fehlenden Temperaturgleichgewichts oder einem immanenten Kugelgestaltsfehler der Optik unterschieden werden kann. Das wurde hier bereits erwähnt.

Ferndiagnosen erschweren dann zusätzlich eine hinreichend gute Beurteilung, meinst du nicht auch?

Viele Grüße
Werner
 

Zynnober

Mitglied
Leider ist das Wetter in letzter Zeit so mau, dass ich kaum was von dem hier erfahrenen nachvollziehen konnte bzw. die knappe Zeit erstmal zum schauen und staunen genutzt habe...

Lediglich die Auskühlzeit konnte ich an einem der seltenen Abende mal erhöhen. Ich habe auch interessehalber mal die Oberflächentemperatur des HS mit einem Infrarotthermometer gemessen und war überrascht, wie lange der Spiegel locker mind. 5°C über Umgebungstemperatur bleibt.
Mal abgesehen von Sterntest (der zeigt nach wie vor ein ähnliches Bild) meine ich eine leichte Verbesserung gesehen zu haben und das Tubusseing war auch stark zurückgegangen (Außer Fokus war es viel ruhiger). Aber ein Blick auf den Mond zeigte mir, wie schlecht das Seeing doch war, obwohl es mit bloßem Auge recht klar und ruhig aussah. Wie hier erwähnt scheint die große Öffnung da ja viel sensibler zu sein.
Inzwischen frage ich mich, ob ich das 5mm (250x) in meiner Umgebung(Wetter, Häuser,...) überhaupt sinnvoll einsetzen kann bzw. wie viele meiner "Probleme" (flauer Wattebausch statt Punktstern) an auch schlecht gewählter Brennweite liegen.
Evtl. nehme ich mal ein etwas längeres dazu und vergrößere unter 200x

Der Umbau des Lüfter (Zwangsentlüftung) steht noch aus und kommt in den kommenden Tagen. Bin mal gespannt was es bringt.

Jedenfalls nehme ich erst einmal die andere und günstige Verbesserungen vor um das Bild zu verbessern wie Lüftung und Streulichtanfälligkeit (Tubus verlängern und ordentlich schwärzen).
Für ein Urteil über meinen Spiegel heißt es dann wohl nur abwarten auf einen richtig ruhigen Abend (am besten außerhalb der Ortschaft) mit gut gekühltem Spiegel. Wenn es dann immer noch blöd ist. fliegt er vielleicht raus ;-)

VG
Jean
 

Martin_B

Mitglied
Hallo Jean,

das hört sich nach einem guten Plan an!
Je nach Standort/Bedingungen sind 200x oft schon das Ende der Fahnenstange.
Und wenn "mehr geht" merkt man das sofort und kann auch höher gehen.

Gruß Martin
 

Zynnober

Mitglied
Hallo,
jetzt hab ich aber noch eine Frage.
Als ich gerade die Spiegelzelle ausgebaut hab um am Lüfter zu schrauben, hab ich das hier auf dem Spiegel gesehen:

20201123_171135.jpg

Ich meine nicht den Staub. sondern das glitzernde Gegrissel... Sieht komisch aus und haftet ganz schön fest. Staub geht mit Wasser gut weg, aber lässt sich wohl nur mechanisch entfernen. Unter den Spiegelhaltern ist der Spiegel schon poliert, wie ich es mir vorstellen würde.
Habt ihr ne Ahnung was ist und vor allem:
Leidet die Abbildungsqualität des Teleskop darunter bzw. kann das auch dazu führen, dass ich das Bild irgendwie flau finde?

VG
Jean
 
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ws_mak12

Mitglied
Hallo Jean,

du kannst versuchen, das unter Wasser mit Spüli wegzubekommen. Weiche den Spiegel vorher in lauwarmen Wasser eine Weile im Spülbad ein. Nimm dann deine Finger hinzu. Sollten es schwerer lösliche Bestandteile sein, kann man mit etwas Aceton + Wattestäbchen probieren, dies wegzubekommen. Teste aber sicherheitshalber an einer kleinen Stelle zuerst, bevor du in die Fläche gehst. Es dürfen keine Staubpartikel o.ä. mehr auf dem Spiegel sein, sonst verkratzt du dir die Oberfläche. Genauere Anleitungen sind im Forum beschrieben. Eine finale Wässerung sollte mit dest. Wasser erfolgen.

Ich kenne die Qualität der Beschichtungen von GSO nicht. Vielleicht ist die schon etwas angegriffen. Das merkst du, wenn sich die Bestandteile auf dem Spiegel partout nicht entfernen lassen. Abhilfe schaffen würde in diesem Fall nur eine Neubelegung des Spiegels.

Mache dich jedoch nicht verrückt. So schlimm sieht das auf dem Foto eigentlich nicht aus. Jeder Spiegel kommt nach ein paar Tagen/Wochen unter Sternenhimmel ganz ähnlich daher, egal wie sauber diese vorher waren.

P.S.: Das minimal mehr erzeugte Streulicht durch leichte Verschmutzung fällt überhaupt nicht ins Gewicht und kann im Grunde vernachlässigt werden.

Viele Grüße
Werner
 
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Zynnober

Mitglied
So. Hat lange gedauert, aber endlich hab ich gebastelt.

20201214_112522.jpg

Lüftung mit Geschwindigkeitsregelung. Und ordentlich gereinigt hab ich den Spiegel jetzt auch. Streifen und Kratzerfrei. :D
Bin sehr gespannt, was es bringt.

Jetzt wäre CS echt toll. aber da muss ich mich wohl noch gedulden.

CS
Jean
 
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