Jupiter RGB mit 5,2 µm CMOS bei f/13 | Seite 2 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Jupiter RGB mit 5,2 µm CMOS bei f/13

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Lotz

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

mich hat das auch gewundert. Wenn ich aber Bilder im 8bit-mode der Kamera aufnehme, krieg ich besagte Randabstufungen, bei 10bit-mode hingegen so gut wie nicht.

Leider hab ich meine diesbezüglichen Rohdaten bereits gelöscht.

In diesem Jupiter, den ich 2008 mit meinem 6"-Refraktor aufgenommen habe (ToUCam), kann man ansatzweise erkennen, was ich meine.

Link zur Grafik: http://astronomie.n-t-l.de/galerypages/d0780e00.jpg

Gruß

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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Juniper Hill Observatory

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Sternwarte: sternwarte.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de


 

Lotz

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

ich hab Dir grade anahnd eines alten Jupiterbesipiels von mir zwei weiter oben genatwortet - ja das meine ich im Prinzip.
Warum das bei 1000 gestackten Aufnahman mit 8bit auftreten kann -keine Ahnung.

Gruß

Markus


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Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Hallo Markus,

Dank erstmal für das Bild, dann scheint diese Sache ja soweit geklärt zu sein.

Zitat von Lotz:
Wenn ich aber Bilder im 8bit-mode der Kamera aufnehme, krieg ich besagte Randabstufungen, bei 10bit-mode hingegen so gut wie nicht.
Das ist eine interessante Beobachtung, die mich veranlasst, demnächst selbst in dieser Richtung zu experimentieren. Vielleicht kommt man damit dann auch hinsichtlich der Farbdifferenzierung mehr in den Bereich der von Torsten Hansen erzeugten Bildqualität. Selbst wenn die Ausleserate der Kamera bei 10 Bit langsamer ist, bekäme man innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne möglicherweise am Ende doch mehr Grauwerte auf die Platte. Bei 10 Bit sollten es ja innerhalb eines Frames schon 4x so viele sein wie bei 8 Bit.

Was ist denn inzwischen Deine Meinung zur Notwendigkeit einer Verlängerung der Aufnahmebrennweite, nachdem ich weiter oben zeigen konnte, dass mein Setup mit 5,2 µm Pixelraster bei f/13 das theoretische Auflösungsvermögen des 10" Spiegels bereits erreicht?

Die von Dir weiter oben gezeigte C11-Aufnahme von Torsten Hansen zeigt übrigens ebenfalls die Zweiteilung des dunklen Spots. Die Aufnahme erschien mir aber als Vergleich nicht so sehr geeignet, weil sie ein paar Wochen früher entstand als meine, und man weiß, in welch kurzer Zeit sich solche Erscheinungen auf der Jupiteroberfläche verändern können.

Wenn man für den Durchlass des Rotfilters den Spektralbereich 580-670 nm ansetzt, dann ergibt sich das Auflösungsvermögen nach Raleigh bei 10" etwas genauer als oben angegeben zu 0,47-0,66 arcsec. Vielfach bezieht man sich aber auf die bekannten Werte für grünes Licht bei 550 nm, die kann man natürlich bei R-RGB Ausarbeitungen kaum und bei IR-RGB schon gar nicht erwarten.

Gruß, Jan
 
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tommy_nawratil

Aktives Mitglied
hallo Jan,

gratuliere zu der fantastischen Aufnahme! Ich habe mit der AlCCD5 auch sehr gute Erfahrungen, hatte sie besonders für die Lumi im IR verwendet. Am Mars kam ich auf 120 fps mit ROI. Gute Idee die auch mit Farbfilter einzusetzen! Leider hatte ich diese Saison noch kein Glück mit dem Seeing.

Habe auch eine 618er Kamera die den Zwiebelring produziert, muss aber mit Torsten Hansens Firecapture noch ein paar Testläufe machen ob ich die weg bekomme. Mit ROI komme ich da immerhin auf 87 fps und die Einzelbilder rauschen weniger als bei der AlCCD5.

Ich habe auch festgestellt dass es die besten Details ergibt, die Farbkanäle in der Planetenmitte übereinander zu legen, und den Planetenrand getrennt zu behandeln.

Vielen Dank für die Diskussion!

lg Tommy
 

Lotz

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

wenn das Wetter es zuiließe, würde ich gerne meine Meinungzur optimalen AUfnahmebrennweite experimentell überdenken.

Mit dem Setupo mit FFC, welches mir momentan zur Verfügung steht, werde ich sowieso etwas reduzierte Verlängerungsfaktoren haben, ich hoffe, mit dem Teil vernünftig in den Fokus zu kommen. Ertse Tests zeigen, dass man relativ viel Distanz FFC zu Kamera benötigt, dass das Teil überhaupt tut.

Gruß

Markus


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Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Hallo Tommy,

schön, dass Du Dich hier meldest, und Dank für die Beurteilung! Du hast mich ja mit Deinem sehr respektablen und 120 fps schnellen Mars erst auf die Idee gebracht, die ALccd5 einmal auszuprobieren. Daraus war wetterbedingt über längere Zeit auch bei mir nichts geworden. Die 120 fps hattest Du bei ROI 200x200 erzielt, das war mir mit meiner derzeitig nicht sauber abgestimmten Nachführung für Jupiter etwas zu knapp.

Zitat von tommy_nawratil:
Habe auch eine 618er Kamera die den Zwiebelring produziert
Der 618er sollte aber in der DMK bei 60 fps jedenfalls sauberer arbeiten als der ältere 098er Chip, der ja nur mit 30 fps im Datenblatt steht. Diese spezielle Art von Zwiebelringen ist ja bei CCDs offenbar aufgrund der Interline-Transfertechnik, d.h. bauartbedingt prinzipiell nicht zu vermeiden, und ich bin gespannt, ob es Torsten Edelmann mit seinem FireCapture gelingt, den Auslesemechanismus der Kamera in der Weise zu beeinflussen, dass die Ringe verschwinden.

Zitat von tommy_nawratil:
Mit ROI komme ich da immerhin auf 87 fps und die Einzelbilder rauschen weniger als bei der AlCCD5.
Der ICX618 ist aber auch nur bis 60 fps spezifiziert. - Unter welchen Randbedingungen hast Du denn das Rauschen verglichen? Hast Du dazu noch Bildbeispiele auf der Platte?

Zitat von tommy_nawratil:
Ich habe auch festgestellt dass es die besten Details ergibt, die Farbkanäle in der Planetenmitte übereinander zu legen, und den Planetenrand getrennt zu behandeln.
Wie geht denn bei Dir die getrennte Behandlung?

Gruß, Jan
 
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Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Zitat von Lotz:
Hallo Markus - diese Wortwahl gefällt mir!

Zitat von Lotz:
Ertse Tests zeigen, dass man relativ viel Distanz FFC zu Kamera benötigt, dass das Teil überhaupt tut.
Mit einer gewöhnlichen Barlow geht es vielleich einfacher, da habe ich mit verschiedenen Typen auch in den Ecken des 1/3" Kameraformats volle Auflösung erreicht. Bin gespannt auf Deine Ergebnisse!

Gruß, Jan
 
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etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

ich verfolge deinen Thread mit sehr großem Interesse. Das ist ein absolut genialer Jupiter! Dazu hätte ich eine Frage: Wie nimmst du die unterschiedlichen Farbkanäle auf? Ich habe an deinem Schüsselteleskop kein Filterrad, etc. gesehen (wäre bei der Konstruktion auch kontraproduktiv ;) )...

Ich habe gestern auch mal versucht, Jupiter zu fotografieren, aber dabei ist nur Müll rausgekommen. Nun weiß ich natürlich, dass ein RC mit seiner großen Obstruktion nicht das beste Planetenteleskop ist, aber ich war doch etwas enttäuscht von dem Ergebnis. Ich weiß auch, dass ich auf meinem Balkon mit das schlechteste Seeing habe, welches ich kenne, aber für ein paar Sekunden sollte es doch auch ab und zu mal gehen...

Vielleicht kannst du mir mal sagen, was du für Kameraeinstellungen verwendest. Ich nutze Fire Capture von Torsten und eine Point Grey Flea 2 mit dem selben CCD wie die DMK31 drin. Danke.

Grüße Markus
 

Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Hallo Markus,

vielen Dank für Dein Interesse und die freundliche Beurteilung meines unter doch einigermaßen glücklichen Sichtbedingungen eingefangenen Jupiter. Wie man in der Animation weiter oben sieht, waren die Bedingungen nur für kurze Zeit gut, aber meistend kommt auch bei mir nichts vorzeigbares auf die Platte. Das ist gewiss auch eine Frage des Standorts, und Deine "Balkon-Wetterlage" wird möglicherweise noch seltener, wenn überhaupt jemals eine Gelegeheit zur Ausnutzung eines 10"-Teleskops bieten. Mit Deinem leichten, offenen "Einarmer" könntest Du aber doch auch mal schnell an einen anderen Ort ausweichen?

Zitat von etalon:
an deinem Schüsselteleskop kein Filterrad
Das ist richtig. Dafür habe ich an der Eingangsöffnung des Kamerahalters eine einfache Okularklemme, in die ich die Farbfilter nacheinander einzeln von Hand einsetze. Jedes Filter ist mit einer kurzen 1-1/4" Verlängerungshülse verschraubt, so dass das Auswechseln sehr bequem und zügig vonstatten geht.

Zitat von etalon:
Vielleicht kannst du mir mal sagen, was du für Kameraeinstellungen verwendest.
Ich habe bis vor kurzem überwigend mit der Chameleon Kamera von Point Grey und mit FireCapture gearbeitet. Leider kann die Chameleon auch bei reduziertem Bildformat (ROI) nicht schneller als 30 fps ausgeben. Darum benutze ich jetzt seit kurzem die ALccd5, eine CMOS-Kamera, die bei reduziertem Bildformat weit über 100 fps ausgeben kann. Den hier gezeigten Jupiter habe ich bei ROI 260x260 mit 15 ms Belichtungszeit und 60 fps aufgenommen, so dass ich mit dem Rotfilter in einer Minute 3600 Frames auf die Platte sammeln konnte. Leider ist die mit der Kamera gelieferte Aufnahmesoftware "QGVideo" in ihren Einstellmöglichkeiten etwas eingeschränkt, und von FireCapture wird die Kamera nicht unterstützt.

Die von Dir verwendeten Kameras sollten doch mit FireCapture in ähnlicher Weise wie meine Chameleon recht gut funktionieren, oder hast Du - abgesehen mal von der eingeschränkten Bildrate - irgendwelche speziellen Probleme damit?

Gruß, Jan
 

etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

danke für deine Erläuterung. Nein, mit meiner Kamera habe ich keine Probleme. Ich habe sie mit ROI 400x400 mit 47fps und 10ms Belichtungszeit betrieben. Um bei der kurzen Belichtungszeit aber wenigstens etwas Signal zu bekommen, habe ich den Gain von 1.024 auf 2.500 hochgedreht, natürlich mit dem Ergebnis erheblichen Rauschens. Erhalten habe ich bei 40sec pro Kanal um die 2000 Bilder. Bei 20% Verwendungsrate in Avistack2 kamen selbst nach der Waveletschärfung keine brauchbaren Bilder heraus. Nach drei Stunden ist mir dann der Fangspiegel zugetaut (das ist mir vorher auch noch nie passiert, drecks Wetter...).


Wäre es vielleicht besser, mit weniger Gain und längeren Belichtungszeiten zu arbeiten? Das wäre dem Seeing aber noch weniger zuträglich...

Mit dem Dobson könnte ich mal aufs Feld, ja. Aber ohne äquatoriale Montierung macht das keinen Sinn. Da ich im Moment über keine mobile solche verfüge, und den Einarmigen erst mal mit einer Prismenschiene versehen müsste, ist das wohl ein Projekt für die Zukunft.

Mir wäre schon geholfen, wenn ich wüsste, dass die Resultate an dem bescheidenen Balkonseeing scheitern, und nicht an ungünstigen Kameraeinstellungen und unzureichender Planeten EBV. Ich habe im Bereich Planetenfotografie noch nicht wirklich viel gemacht, komme ich doch eher aus der Deep Sky Ecke... ;)

Grüße Markus

 
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etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

das war f/20. Optimal wären f/17 gewesen, aber bei dem momentanen Setup (welches zugegebener Maßen nicht auf Planetenfotografie ausgerichtet ist) war das das kleinst mögliche Öffnungsverhältnis. Für f/17 muss ich erst noch ein Drehteil anfertigen...

Das Setup bestand aus 10" f/8 RC, Baader FFC, Filterrad und Flea2.

Grüße Markus
 

etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

uii, das ist schon ´ne Hausnummer. Rein rechnerisch komme ich aber nach Rayleigh auf f/17 (bei 550nm). Verschenkst du da nicht Potential?

Nun, f/12 schaffe ich mit dem FFC auf keinen Fall. Da muss ich mir mal noch ´ne Barlow zulegen...

Ich werde das bei nächster Gelegenheit testen. Danke.

Grüße Markus
 
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etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

ja, das ist wohl grundsätzlich so (Refraktion). Allerdings sinkt mit zunehmender Wellenlänge auch das Auflösungsvermögen einer Optik mit vorgegebener Öffnung. So sind das optimale Sampling bei f/12 und 4,65um Pixeln nach Rayleigh bei 775nm erreicht. In gleichem Zuge sinkt das Auflösungsvermögen einer 10" Optik (250mm) von 0,55 arcsec (550nm) auf 0,78 arcsec. Nun ist die Frage: Wiegt der geringere Einfluss des Seeings zu längeren Wellenlängen hin den Auflösungsverlust bei vorgegebener Öffnung auf, bzw. übertrifft er ihn?

Bei mir auf dem Balkon wohl sicher! :) :)

Aber du scheinst wohl wirklich zwischendurch fantastische Seeingmomente zu haben. Obiges Bild belegt das Eindrucksvoll. Da wäre es interessant, mal einen Vergleich zu machen, was dabei heraus gekommen wäre, wenn man das Öffnungsverhältnis nach Rayleigh verwendet hätte.

Torsten Hansen, welcher auch solch fantastische Planetenaufnahmen macht, arbeitet z. B. mit dem 618er CCD (5,6um Pixel glaube ich) bei über f/30, also deutlich oversampled. Genaue Daten zur Belichtungszeit, Gain, etc. kenne ich leider nicht (ich glaube, das Beispiel hat der andere Markus oben schon mal angeführt ;) ).

Reduzierst du das Öffnungsverhältnis also zu Gunsten der kurzen Belichtungszeit, bzw. eines niedrigen Gains?

Vielen Dank für Deine interessante Einschätzung.

Grüße Markus
 

Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Zitat von etalon:
Allerdings sinkt mit zunehmender Wellenlänge auch das Auflösungsvermögen einer Optik mit vorgegebener Öffnung. --- Nun ist die Frage: Wiegt der geringere Einfluss des Seeings zu längeren Wellenlängen hin den Auflösungsverlust bei vorgegebener Öffnung auf, bzw. übertrifft er ihn? --- Reduzierst du das Öffnungsverhältnis also zu Gunsten der kurzen Belichtungszeit, bzw. eines niedrigen Gains?
Hallo Markus,

ja, genau in diese Richtung gehen meine Überlegungen, und die Auflösung des dunklen Spots (siehe oben) scheint zu bestätigen, dass ich damit in der Praxis nicht ganz falsch liege.

Wenn man die insbesondere hinsichtlich der Farbdifferenzierung viel besseren Aufnahmen von Torsten Hansen betrachtet, fragt man sich natürlich spontan, ob das am "Oversampling" liegen könnte. Vorerst neige ich aber eher zu der Annahme, dass auch bei ihm das Seeing von ausschlaggebender Bedeutung war. Auch an meinem Standort hat es schon einmal besseres Seeing gegeben, und das schlug sich dann selbst bei f/11, also jedenfalls ohne Oversampling erkennbar in den Ergebnissen nieder.

Gruß, Jan
 
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etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

ich werde das auf jeden Fall bei nächster Gelegenheit mal testen. Vielleicht wird mir ja doch mal ein Moment mit brauchbarem Seeing beschert. Danke für deine Einschätzung.

Grüße und ein schönes Weihnachtsfest,

Markus
 

etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

eben habe ich meine Flea2 so umgebaut, dass ich jetzt auch mit dem FFC bis f/12 runter komme. Das war ein Spass, musste ich doch die halbe Kamera auf der Drehbank abdrehen... ;)

Jetzt muss nur noch das Wetter passen, dann werde ich das mal versuchen...

Grüße Markus
 

Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Zitat von etalon:
Das war ein Spass, musste ich doch die halbe Kamera auf der Drehbank abdrehen... ;)
Hallo Markus,

ich hoffe, Du nimmst mich nicht in Regress, wenn die Sache am Ende nicht funktioniert. ;) Mit dem FFC hatte ich auch einmal geliebäugelt bis mir klar wurde, dass diese Optik eigentlich für Verlängerungsfaktoren ab 3x aufwärts und für Bildkreisdurchmesser bis zu 90 mm Durchmesser (!) konstruiert ist. Für diese Aufgabe mögen ja der Aufwand und der Preis für das Teil durchaus gerechtfertigt erscheinen.

In Verbindung mit unseren vergleichsweise winzigen Videoformaten schien mir dieser Aufwand jedoch eher unangebracht, und ich habe anhand von praktischen Tests mit verschiedenen "gewöhnlichen" Barlows festgestellt, dass diese an meinem 10" f/5 Spiegel bis in die Ecken eines 1/3"-Chips beugungsberenzt abbilden.

Ich weiß nicht, ob Dir diese von Baader veröffentlichte Tabelle bekannt ist, in welcher für verschiedene Vergrößerungsfaktoren die Distanzen L' zwischen der rückwärtigen Auflagefläche des FFC und der Bildebene eingetragen sind. Da hat man ja bei 3x immerhin mit 96,2 mm noch reichlich Platz. Kleinere Werte sind gar nicht angegeben.

Wenn Du von dem f/8 Öffnungsverhältnis Deines Teleskops auf f/12 kommen willst, musst Du nur 1,5x nachvergrößern, und da wird der Platz möglicherweise wegen des dazwischenliegenden Filterrads eng. Wenn ich die neben der Tabelle befindliche Zeichnung mit der Fokuslage des Teleskops betrachte, kann ich mir vorstellen, dass man mit einer abschraubbaren Barlowlinse (das gibt es von verschiedenen Herstellern) vor dem Filterrad die Kamera hinter dem Filterrad auch ohne chirurgische Eingriffe in den 1,5x Fokus bekommt.

Gruß, Jan
 

etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

keine Angst, die OP ist geglückt und der Patient lebt noch. War nicht die erste OP dieser Tragweite... ;)

Ja, die Tabelle kenne ich, und auch noch ein, zwei andere. Ich habe daraus eine umgekehrte Regression (ich glaube so hieß das damals in Mathe) gerechnet und mir ein einfaches Excelprogramm geschrieben. Dort kann ich Teleskopbrennweite, Teleskopöffnung und den Abstand vom FFC zum CCD eingeben, und erhalte automatisch die resultierende effektive Brennweite mit FFC und das resultierende Öffnungsverhältnis. Das ergab bei einem Ausgangsverhältnis von f/8 einen für f/12 notwendigen Abstand FFC - CCD von 15mm. Daher musste eine Lösung gefunden werden, wie die Flea2 in diesem Abstand an den FFC adaptiert werden kann, und alle anderen Abstände auch realisiert werden können, sowie der Kamerawinkel eingestellt werden kann...

Ich kann dir nachher mal ein Bild einstellen, wie das jetzt aussieht... :)

Warum eine Barlow kaufen wenn das Vorhandene genutzt werden kann...

Grüße Markus
 
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etalon

Aktives Mitglied
Hallo Jan,

hier ein paar Bildchen...


Link zur Grafik: http://www.deep-sky-images.de/albums/userpics/10002/IMG_9315.jpg


Link zur Grafik: http://www.deep-sky-images.de/albums/userpics/10002/IMG_9309.jpg


Link zur Grafik: http://www.deep-sky-images.de/albums/userpics/10002/IMG_9314.jpg


Und so sah sie vorher aus:


Link zur Grafik: http://www.deep-sky-images.de/albums/userpics/10002/Flea2.jpg


Jetzt habe ich die 15mm FFC-CCD Abstand und alle anderen Brennweitenverlängerungen / Öffnungsverhältnisse lassen sich mit zusätzlichen T2-Abstandshülsen erzeugen. Das Filterrad kommt in diesem Fall dann vor den FFC...

Grüße Markus
 
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Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Hallo Markus,

vielen Dank für die instruktive Bilderserie!

Zitat von etalon:
alle anderen Brennweitenverlängerungen / Öffnungsverhältnisse lassen sich mit zusätzlichen T2-Abstandshülsen erzeugen.
So ist das System in der Tat recht flexibel. Meine Kameras habe ich zunächst auf feste Verhältnisse eingestellt:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/DSCF2155_Chameleon_ALccd5.jpg

Die Chameleon mit 3,75 µm Rasterweite und 2,2x Klee-Barlow (links) kommt mit dem f/5 Spiegel auf f/11, die ALccd5 mit 5,2 µm und 2,8x Klee-Barlow kommt nur auf f/13, weil die Abstandshülsen etwa 2 mm zu kurz sind für den zunächst angestrebten Nominalwert von f/14. Verlängern könnte ich hier mit zusätzlichen 1-1/4" Hülsen, dafür sehe ich aber z.Z. keine Veranlassung.

Dir und allen anderen Beteiligten auch von meiner Seite Dank und frohe Feiertage!

Gruß, Jan
 

Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Zitat von Jan_Fremerey:
Wenn man die insbesondere hinsichtlich der Farbdifferenzierung viel besseren Aufnahmen von Torsten Hansen betrachtet, fragt man sich natürlich spontan, ob das am "Oversampling" liegen könnte.
Zu dieser Frage habe ich jetzt einen kleinen Versuch unternommen, nämlich den schon früher des öfteren angewendeten "Zwischenverkleinerungstest".

Im ersten Schritt habe ich das Bild (siehe weiter oben) in Fitswork mittels dSinc auf 37,3% verkleinert. Damit erreicht das Bild denselben Durchmesser wie meine mit 10" bei f/13 aufgenommenen Rohbilder. Im zweiten Schritt habe ich das verkleinerte Bild um den Faktor 2,684 auf das Ausgangsformat zurückvergrößert. Der beim Blinkvergleich mit dem Originalbild sichtbare marginale Unterschied im Schärfeeindruck lässt sich durch eine geringfügige Nachschärfung in Fitswork nach Gauß (Radius 1,01 mit Stärke 50%) beseitigen.

Insbesondere scheint also - wie zunächst angenommen - die Farbdifferenzierung nicht vom Oversampling zu profitieren.

Schöne Weihnachten!

Gruß, Jan
 

MountyPython

Aktives Mitglied
Hallo Jan, Hallo *,

auf jeden Fall ein gelungenes Ergebnis und ein insgesamt wertvoller Thread.
Euch vielen Dank.
Könnte sich die Farbdifferenzierung in der zusätzlichen Bittiefe bemerkbar machen? Immerhin können aktuelle CCD-Kameras im Planetenbereich schon bis zu 12 Bit. Im Deepsky-Bereich macht sich das schon bemerkbar (16 Bit).

Na, was meint Ihr?

Ich würde es gerne selbst mal ausprobieren, jedoch ...das Wetter.....spielt aktuell überhaupt nicht mit.

(5 * fürs Bild und das Beitragsniveau insgesamt)

Grüße,
Gerrit
 
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Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Hallo Gerrit,

vielen Dank erstmal für Dein Interesse an dieser Diskussion und für Deine Bewertung.

Zitat von MountyPython:
Könnte sich die Farbdifferenzierung in der zusätzlichen Bittiefe bemerkbar machen? --- Ich würde es gerne selbst mal ausprobieren, ...
Das war ja genau auch meine Fragestellung! - Zwei Dinge sprechen allerdings entschieden gegen diese Vermutung:

1. Durch das in der Planetenfotografie durchwegs angewandte Stacken von Größenordnung 1000 Bildern mit jeweils 8 Bit Farbtiefe gewinnen wir Summenbilder mit einer Farbtiefe von bis zu 18 Bit. Die Bildbearbeitung erfolgt überwiegend im 16-Bit-Raum, und am Ende wird für die Bildschirmausgabe wieder auf 8 Bit reduziert. Die hervorragende Farbdifferenzierung mancher Bilder, die wir hier gelegentlich zu sehen bekommen, ist also mit 8 Bit Farbtiefe durchaus angemessen darstellbar.

2. Selbst wenn Du eines dieser beispielhaft gut gelungenen Jupiterbilder, wie etwa die zuvor im Rahmen dieser Diskussion gezeigte Aufnahme von Torsten Hansen, oder auch die hervorragende Aufnahme von Waldemar auf eine Farbtiefe von 4 Bit (!) reduzierst, entstehen zwar in den dunklen Bildpartien kulissenartige Strukturen, aber im Zentrum geht kaum etwas von der charakteristischen Farbdifferenzierung verloren. Das kann jeder, der daran Interesse hat, auch ohne gutes Wetter mit den hier im Forum geposteten JPG-Bildern auf einfache Weise selbst nachprüfen. Ich benutze dafür als Bildbearbeitungssoftware "Picture Publisher", das sollte aber mit anderen Programmen in ähnlicher Weise funktionieren. Man muss nur darauf achten, die auf 4 Bit reduzierten Bilddateien im PNG-Format abzuspeichern, da nämlich die JPG-Kompression wieder neue Zwischentöne erzeugt.

Hier nochmal meine aktuelle eigene Aufnahme im unkomprimierten PNG-Format mit 4 Bit Farbtiefe und dazugehörigem Histogramm, sowie mit den Farbwerten entlang der markierten Linie, beides aus Fitswork:

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Farbstufenlinie.png

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Rastertiefe16_Histogramm.png

Link zur Grafik: http://www.astro-vr.de/Rastertiefe16_Farbstufen.png

Ich fände es schön zu erfahren, ob Ihr, falls sich einer die Mühe machen will, bei entsprechenden Tests zu ähnlichen Ergebnissen und Schlussfolgerungen kommt.

Gruß, Jan
 

Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Hallo Markus,

vielen Dank für den Link, habe mir das spektakuläre Video von der Jupiterbedeckung gerade angeschaut, ein sehr beeindruckendes Dokument dieser relativ seltenen Erscheinung! Bei der geringen Vergrößerung kann ich nicht beurteilen, ob das Seeing wirklich so außergewöhnlich gut war.

Gruß, Jan
 

Christian_P

Aktives Mitglied
Hallo Jan

Danke, dass du die Bilder oben mal rein gestellt hast. So konnte ich mal Trockenübungen machen und ein bisschen experimentieren. Ich hoffe, das ist in Ordnung.


ich habe deine Bilder folgendermaßen bearbeitet:

Für rot, grün und blau in Photoshop:
- 1.8x vergrößert
- Tonwertkorrektur
- UM R 1.0 S500%
- UM R 1.0 S500%
- GW R 0.4
- UM R 0.5 S125%
- GW R 0.4
- UM R 0.5 S125%
- GW R 0.4

Fitswork: R+G+B

Photoshop:
- UM R 0.5 S200%
- GW R 0.4

UM := Unscharfe Maske (immer Schwellenwert = 0)
GW := Gaußscher Weichzeichner
R := Radius
S := Stärke

Vielleicht findest du es ja ein wenig interessant. Es war für mich jedenfalls sehr interessant, das mal auszuprobieren, da du ja ein super bearbeitetes Bild hier rein gestellt hast. So konnte ich gut vergleichen. Bei der Schärfung habe ich mich ein bisschen zurückgehalten. Die Unscharfe Maske scheint ähnlich zu arbeiten wie eine Gaußschärfung. Deine Bilder erlaubten eine unglaublich starke Nachbearbeitung. Das Rohmaterial ist also erstklassig.
Hier habe ich dazu etwas gelesen, was sehr interessant war, zumal aber recht mathematisch:
http://www.gosky.de/Deconvolution3.htm


Viele Grüße,
Christian

PS: Ich habe vor mit der Alccd5II aufzunehmen. Was sagst du? Mit f/10 aufzunehmen ist wohl etwas zu knapp, oder? Sonst muss ich halt eine Barlowlinse vorschalten.
 

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Jan_Fremerey

Aktives Mitglied
Zitat von Christian_P:
... und ein bisschen experimentieren. Ich hoffe, das ist in Ordnung.
Hallo Christian,

Klar - dafür hatte ich ja die Summenbilder hereingestellt, und bislang hatte nur Markus (Lotz) davon Gebraich gemacht, der sie allerdings auch selbst angefordert hatte.

Deine Ausarbeitung finde ich interessant und gleichzeitig auch ein wenig überraschend, weil Du hier offensichtlich neben der unscharfen Maskierung mit Weichzeichner- statt mit Schärfungs-Tools arbeitest. Vielleich bevorzugst Du ja - wie manche anderen Autoren hier - die weniger "aggressiven" Darstellungen des Wettergeschehens auf Jupiter und verzichtest damit gerne auf die Hervorhebung von Bilddetails, die von der 10" Optik bei entsprechenden Sichtbedingungen durchaus noch klar aufgelöst werden.

Wie in meiner weiter oben angegebenen "Rezeptur" beschrieben nutze ich gerne die Kontrastanhebung, die AutoStakkert mit der dort eingebauten "Convolution-Matrix" im Zusammenhang mit dem Stackvorgang bei gleichzeitiger 1,5-facher Nachvergrößerung anbietet. Die auf diese Weise gewonnenen Summenbilder vertragen - wie beschrieben - noch einiges an Nachschärfung.

Zitat von Christian_P:
Die Unscharfe Maske scheint ähnlich zu arbeiten wie eine Gaußschärfung.
Mit der zugrundeliegenden Mathematik kenne ich mich nicht so gut aus, bevorzuge aber aufgrund verschiedener Vergleiche die Gaußschen Schärfungsalgorithmen, wie sie in Fitswork angeboten werden.

Zitat von Christian_P:
Ich habe vor mit der Alccd5II aufzunehmen. Was sagst du?
Ich warte jetzt auf die ALccd5L-II, die es hier in Kürze geben soll, die ist offenbar baugleich mit der QHY5L-II, Bildbeispiele siehe hier.

Zitat von Christian_P:
Mit f/10 aufzunehmen ist wohl etwas zu knapp, oder?
Die QHY5L-II würde mit ihrem 3,75 µm Pixelraster sehr gut zu f/10 passen, d.h. ohne Barlow, während die ALccd5-II (baugleich mit QHY5-II) besser mit f/13 angekoppelt wäre.

Gruß, Jan
 
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