Katadiopter justieren - Laser

#1
Hallo in die Runde,

ich mußte meinen Venus30-Katadiopter leider völlig zerlegen, da er anscheinend in der Vergangenheit mal verbastelt und nicht wieder richtig montiert wurde.

Da es sich um ein Bird/Jones-System handelt wird das nach allem was ich lesen konnte ohne Laser/Chesire nicht gehen. Mit welchem Hilfsmittel würder Ihr vorgehen? Ich habe da leider gar keine Erfahrung und muss wohl oder übel ins kalte Wasser springen.

Vielen Dank für Eure Hinweise,

Jörg
 
#2
Hallo Jörg,
ich hatte einmal für einen Freund aus dem benachbarten Astronomieclub einen Tasco 8V Catadiopter kollimiert ... extrem zeitaufwendig und schwierig (dieser wird über den Fangspiegel justiert, der mit seitlich angreifenden Justierschrauben eingestellt werden soll.
Es ging weder mit Cheshire noch mit Laser, sondern nur am Stern - warum kann ich dir nicht erklären.
Ich weiß nur, dass nach Laser- wie auch Cheshire Kollimation die Abbildung gräuslich war und am Stern eine erhebliche Fehlkollimation sich zeigte.
Nach der Justierung am Stern war dann die Abbildung wesentlich besser.
Meinen Tasco 114/1000 habe ich ebenfalls primär am Stern kollimiert - von dem Foto aus dem Internet her, dürfte der Dörr Danubia (?ist es dieser bei dir?) Venus 30 eher diesem entsprechen. Es ist Fummelei, ging aber einigermaßen gut. Wegen der Konstruktion musst du allerdings den Stern beim Kollimieren immer schon mittig halten, da eine deutliche Koma abseits des Gesichtsfeldzentrums entsteht.

Viele Grüße!
Carsten
 
#3
Hi Carsten,

von Dörr ist meiner auch, die Teile werden bis heute unter verschiedenen Labels gebaut.

Ok, dachte ich mir.

Dieser hat drei Schrauben vorn in der Fangspiegelhalterung und hinten an der Hauptspiegelzelle. Hinzu kommt dass die Orientierung des FS um die Tubuslängsachse beim Demontieren auch verloren geht, nun denn, Werd am Basteltisch vorjustieren, den Rest dann am Stern.

In einem US-Forum schrieb jemand, die Justageprobleme würden, abgesehen von der oft mickrigen Mechanik, von dem Korrektor im OAZ mitverursacht, der zumindestens der Theorie nach keine Barlow sondern ein Korrektor für den Kugelspiegel ist.

Jörg
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
#4
Moin Jörg!

> keine Barlow sondern ein Korrektor für den Kugelspiegel

Ja, das Dingens nennt sich Jones-Bird-Korrector.

Ich kann mich noch an die Justage meines damaligen Quelle-Kats erinnern. Da habe ich aber den Korrektor entfernt, der im OAZ-Rohr eingeschraubt war, und habe dann FS und HS so gut es ging klassisch justiert. Ein Kollege hat dann noch die fehlenden Justageschrauben für den HS nachträglich ins Gehäuse geschnitten.
Das Bild in dieser Optik war aber die ganze Zeit nicht berauschend. Nach wenigen Wochen haben mein Kollege und ich uns einen 6" f/8 besorgt und aus den restlichen Kat-Teilen einen "neuen" klassischen Newton aufgebaut. Damit hatten wir dann ein Jahrzehnt lang viel Spaß.
 
#5
Hi Winnie,

ich erwarte da auch keine Wunder, ich möchte das Ding einfach nur richtig zusammen haben, quasi Ingenieursehrgeiz, und dann mal damit experimentieren, Stichwort "Bierdosenastronomie".

Von der Mechanik her macht das Ding keinen billigen Eindruck, ich bin mal gespannt. Einer der Vorbesitzer hat das Teil wohl etwas verbastelt, daran knabbre ich gerade.

Der Korrektor sitzt in einem Feingewinde, dass anscheinend mit einer Schraubensicherung versehen ist, den will ich aber nicht angehen. Ich probiere es mal mit nem Chesire, mal sehen was dabei rauskommt...

Jörg
 
#6
> keine Barlow sondern ein Korrektor für den Kugelspiegel

Ja, das Dingens nennt sich Jones-Bird-Korrector.

Eine allgemeine Beschreibung vom Jones-Bird Korrektor findet man auf Seite 133-136 im Buch Telescope Optics von Harrie Rutten & Martin van Venrooij, sowie bei Amateur Telescope Optics von Vladimir Sacek:

10.1.2. Sub-aperture corrector examples: Single-mirror systems Jones-Bird > Fig. 154 LEFT

Habe aber keine Erfahrung, wie man sowas justiert ...


 
#7
Moin Jörg!

> ich möchte das Ding einfach nur richtig zusammen haben

Ja, is' gut... :Trost:
Das Problem bei diesen Katadioptern ist, daß ohne den Korrektor nur ein f/3,5 bis f/4 Newton übrig bleibt - mit entsprechenden engen Toleranzen, was die Justage angeht. Da muß man schon am Ende am Stern justieren. Laser und Cheshire allein sind zu grob. Der Korrektor wirkt beim Durchpeilen wie eine Barlow, die alles verkleinert und durch die man quasi "hindurchjustieren" muß. Das macht die Sache schwierig, und wie du siehst, schreibt dir das jeder hier, der so einen Eimer mal besessen hat.

Aber Pfingsten haste ja Zeit! :pfeif: :biggrin:
 
#8
Hi,

ne, nicht Pfingsten ... - die Zeit reicht nicht ...

Ich mach erstmal die Mechanik wieder fit, dann kommt die Justierung.

Keine Sorge, ich hab da durchaus realistische Vorstellungen - erfreulicherweise ist die Mechanik in gutem Zustand, auch die Mechanik der Einstellung ist recht hochwertig ausgeführt, was mich fast etwas wundert.

Nun denn, man wird sehen. Zur gegebenen Zeit wird man hier oder im blauen Forum davon lesen ...

Jörg
 
#9
Ich habe zwar keine eigenen Erfahrungen. Aber wenn ich das machen müßte, dann würde ich wie Winnie ohne Korrektor beginnen und zunächst wie einen klassischen Newton justieren. Das kann ja nicht verkehrt sein. Wenn ein solches Gerät ordentlich gebaut ist, dann sollte es nach Einsetzen des Korrektors immer noch justiert sein. Es sei denn, der Korrektor säße schief im Strahlengang, was bei Billig-Geräten durchaus der Fall sein kann.

Dann würde ich mir das am künstlicten Stern ansehen, das ist einfacher, asl auf eine klare Nacht zu warten und alles draußen und im Dunkeln zu erledigen. Einen solchen Stern "baut" man am einfachsten aus einer kleinen ggkänzenden Kuge (z.B. Kugellager oder eine kleine Christbaukugel) und einer möglichst punktförmigen Taschenlampe in einiger Entfernung.

Fehljustage erzeugt Koma, das sieht ma leicht. Den künstlichen Stern dann im Bildfeld dorthon bewegen, wo die Koma am geringetsne ist (das wäre irgendwo am Rand des Bildfelds) oder gar weg ist (kann überall sein). Dann mit den Justageschrauben des Hauptspigels dien Stern wieder in die Mitte holen. Damit hat man diesen "besten Stern" im Zentrum. Das wiederholt man, bis das Bild im Zentrum komafrei ist. So müßte es funktionieren.
 
#10
Hallo Uwe und Jörg,


ich kenne zwar den Venus 30 nicht aber mittlerweile einige Maksutov-Newtons. Es verhält sich wie Uwe schreibt, je nach sinnvoller Anordnung der Justierschrauben ist es halt mehr oder weniger fummelig aber im Prinzip wie beim Newton. F4 und schneller muß halt GENAU justiert sein...

Ist der Venus 30 ein Kugelspiegel-Newton bei dem eine Glasplatte die Spinne ersetzt oder ist da ein Meniskus oder evtl eine Schmidt-Platte drin?


Viele Grüße Felix
 
#11
Hallo,

da ist eine Glasplatte drin, die den Spiegelträger für den Fangspiegel aufnimmt.

Warum die auf der Innenseite verkratzt ist wissen die Götter.

Meine Hoffnung dass sich das System ordentlich justieren läßt fußt auf dem ordentlichen Schraubensystem mit Zug und Druckschrauben, und den ordentlichen Schraubenaufnahmen, alles Ganzmetall, sonst würde ich es auch nicht versuchen.

Die Glasplatte wird vsl. nicht bleiben, entweder nachgearbeitet oder ersetzt, wie überlege ich noch. Wenn dann richtig.

CS
Jörg
 

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