Kosmos R 54 | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Kosmos R 54

Schmitti

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Hallo an alle Liebhaber*innen alter Schätzchen,

gestern Abend schnappte ich mir mal wieder meinen alten R54, stellte ihn vor die Türe und ging dann 2 Stunden lang mit Hilfe dieses Rohres auf dem Mond spazieren. Ich konnte mich kaum losreisen. Deshalb will ich es hier ein mal vorstellen. Es würde außer ins Klassik Forum auch prima zu den Grab and Go Instrumenten passen.

"Gekannt" habe ich dieses Fernrohr schon lange. Das gab es in den 1960ern und seinen Nachfolger D54 auch noch Anfang der 70er bei Kosmos in Stuttgart. Für mich war so etwas in den 60ern im Bereich der Träume, die man sich als Schüler mit DM 5,- Taschengeld im Monat einfach nicht leisten konnte. Trotzdem wurde die Kosmos Astro Fibel, die mir Sternfreund Franz Vogel in Wiesbaden in die Hand gedrückt hatte, sehnsüchtig auswendig gelernt.

Vor ein paar Jahren lugte an einem Gebrauchtwaren Stand auf der ATT in Essen der charakteristische Kosmos Okularauszug aus einem Sammelsurium. Den erkannte ich sofort und sagte "das sieht nach Kosmos aus.". Der nette Sternfreund am Stand zog das ganze Rohr heraus. Es sei ein Dachbodenfund, das Kosmos Zenitprisma, ein Mittenzwey Okular und das Sucherfernrohr seien auch dabei. Bei € 20,- konnte ich nicht nein sagen!

Zuhause wurde die Optik und Mechanik gründlich und schonend gereinigt. Mit Hilfe von Rohrschellen ruht das ganze jetzt auf einer AZ3 Montierung, die das lange aber leichte Rohr sicherer trägt.

Das R54 hat 54mm Öffnung und eine Brennweite von einem Meter. Das Objektiv stammt von Dieter Lichtenknecker. Bei einem Öffnungsverhältnis von 1/19 findet sich kein sekundäres Spektrum. Bei der Wahl der Okulare ist das Rohr sehr gutmütig. Das Kosmos Zenitprisma wird an den Okularauszug geschraubt und in der gewünschten Lage durch eine Schraubring gekontert. Es hatte eine Aufnahme für die Kosmos 31mm Okulare. Zum Glück konnte ich die Okularaufnahme gegen eine später erhältliche für 1 1/4 Zoll mit gleichem Gewinde, die sich noch in einer meiner Kisten fand, tauschen. So ist das ganze rückbaubar und ich kann trotzdem meine Standardokulare verwenden. Eigentümlich ist die Befestigung und Justiereinrichtung für das Sucherfernrohr, die entweder am Okularauszug oder an der Kosmos Rohrschelle (wie jetzt bei mir) befestigt werden kann. Der kleine Sucher ist ein echter Finder und sehr justierstabil.

Damit ihr verstehen könnt, warum ich als Schüler nur von so einem Fernrohr träumen konnte hier die Preise aus der Kosmos Preisliste von 1968:
R54 OTA mit nichts DM 192,-
Sucherfernrohr 6x20 DM 140,-
Zenitprisma DM 86,50
Mittenzwey Okular 15mm DM 38,-
Da wäre man bei allem, was ich übernommen habe, bei über DM 450,-. Das war damals für viele Leute ein Monatsgehalt.

Deshalb sind solch alte Schätzchen nicht nur ein Stück Nostalgie. Sie stellen einen echten Wert dar und verdienen auch heute noch benutzt zu werden!

CS Gerhard
 

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Ein sehr schöner Fund und bei dem Preis hätte ich auch sofort zugeschlagen!
In den 70er / 80er Jahren hatte ich zwar keine Astronomie Sachen von Kosmos, aber da gabs schöne Experimentierkästen.
Ich hatte den "Elektromann" und den "Technikus" (KOSMOS Technikus) . Highlights waren ein selbst gebauter Elektromotor sowie eine Dampfmaschine.

Grüße
Hartmut
 

GerdHuissel

Mitglied
Ein wunderbares Fernrohr, Gratulation zu diesem Fund auf dem ATT.
Mit etwas Glück und Kennerblick sind dort schöne Schnäppchen zu finden!
Derselbe Auszug schmückt meinen 110mm Schiefspiegler.
"Kosmos Lehrmittel Stuttgart" steht auf einem gelben Schildchen.
LG Gerd
 
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