Lagerung / Aufbewahrung von Teleskop und Zubehör, insbesondere Kamera

_Jürgen_K

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Hallo zusammen,
Wenn man in der Nacht , gerade jetzt in der kälteren Jahreszeit das Teleskop auf der Terrasse hatte, wie sollte man dann am Ende vogehen ?
(z.B. auch dann, wenn es Taubeschlag gegeben hatte)
Ich möchte Stativ mit Montierung und Teleskop hinterher nicht im Haus parken.
Ich habe draußen einen abschiessbaren und einbruchsicheren Raum, der ganz trocken, aber eben dann auch kalt ist.
Bisher habe ich das Ganze dann nach der Session dort hineingestellt und ggf. am nächsten Morgen Teleskop und Kamera abgenommen und im Haus aufbewahrt.
Eigentlich fände ich es aber besser, alles zusammen lassen zu können.

Beim Teleskop selbst habe ich da keine Sorge, glaube sogar eher, daß es besser ist, das draußen (im Schuppen !) zu lassen, weil es dann immer schon auf Umgebungstemperatur ist.
Aber wäre das z.B. für die Kamera schädlich, wenn die dort mit im Schuppen bleibt ? Eigentlich ist dort die Luftfeuchtigkeit ja niedriger, und gerade, wenn man sie in die warme Wohnung holen würde, würde sie ja vermutlich eher feucht werden, weil sich da dann die höhere Luftfeuchtigkeit auf der kalten Kamera abschlagen würde, oder mache ich da einen Denkfehler ??

CS
Jürgen
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Jürgen,
dazu bitte die Dokumentation des Hersteller der Kamera lesen. Empfohlene Umgebungsbedingungen bezüglich Lagerung und Betrieb sollten bei Markenprodukten aufgeführt sein.
 
Hallo Markus,
danke für Deinen Hinweis. Ich hatte eher gedacht, daß jemand seine Erfahrungen verraten könnte. Papier ist halt oft sehr geduldig.
Ich habe aber inzwischen einen thread zu der Frage gefunden : HIER
Der beantwortet meine Fragen recht gut.

CS
Jürgen
 
Ich habe aber inzwischen einen thread zu der Frage gefunden : HIER
Hallo Jürgen,
das Problem interessiert mich auch sehr. Hinter dem Link kann ich mir von ruhig alles dran lassen bis unbedingt alles abbauen ja alles aussuchen was mir gefällt und hab am Ende keine überzeugende Lösung.:)
In meiner kleinen Rolldachhütte lasse ich bei mittleren Temperaturen und fortlaufend klaren Nächten die Kamera dran und mache nur ein Tuch um die Kamera.
Wenn das nicht so ist, mache ich die Kamera ab und wickle sie gut isoliert ein, damit die Aufwärmung in der Wohnung langsam erfolgt und sich fast kein Kondenswasser bildet. Der 11"SC ist mir viel zu schwer und das An- und Abschrauben + Gewichte abstimmen zeitraubend, der muss dran bleiben.
Letzten Herbst hatte ich eine Folie bis zur Säule und abgedichtet über alles gedeckt und Trocknerpäckchen (für das Auto) unter die Folie gesteckt.
Das blieb auch trocken, wie Messwerte gezeigt haben. Allerdings lassen sich die Päckchen nicht so einfach regenerieren wie behauptet wird. Erst bei maximalen Temperaturen im Heißluftofen haben sie etwas Wasser verloren. Wenn das Mittel dadurch aber Silikatstaub entwickelt, wie verträgt sich das mit den optischen Oberflächen?
Derzeit habe ich die Folie noch nicht wieder drüber, werde aber bald damit anfangen müssen.
Wenn eine Schraubverbindung zu lange dran bleibt, besteht noch die Gefahr, dass die nach einer Weile extrem fest sitzt.
Dein Schuppen könnte ein ähnliches Klima wie eine Rolldachhütte haben. Vielleicht können wir hier noch weitere aktuelle Ideen und Erfahrungen teilen.
Gruß
thomas314
 
Hallo Thomas,
Ja, Du hast Recht, aber gerade die vielen verschiedenen Antworten in dem Thread, die ja eigentlich alle sagen, so kann man es machen, deuten ja darauf hin, daß es nicht so wirklich kritisch ist. Es schreibt ja niemand , das eine oder das andere sei totalsch schädlich.
Ich möchte eigentlich mal versuchen, ein Bild mit vielleicht 20 oder mehr Stunden Beichtungszeit zu machen, um mal zu sehen, was man da dann wirklich an Details rausholen kann. Dazu wäre es aber hinderlich, die Kamera vom Teleskop zu trennen, da dann beim Neuzusamenbau vielleicht Flats und Darks nicht mehr passen.
Hierfür habe ich überlegt, nahc dem Abbau und dem Transport in den Schuppen, hier eine Heitmanschette um die Kamera zu wickeln und die Kamera dann bis zum nächsten Tag zu trocknen. Dann am nächsten Tag eine geegnete luftdichte Hülle um die Kamera zu machen und da einen Beutel mit Trockenmittel mit reinzutun.
So sollte das dann eigentlich auch mehrere Tage gut gelagert werden können, und beim nächste Einsatz wieder verwendet werden.

Oder eben nach der Trocknung mit der Heizmanschette in der Nacht, am nächsten Morgen das Teleskop zusammen mit der Kamera abzunehmen und dann im Wohnhaus warm und trocken lagern.

Der Vorteil in beiden Fällen wäre wäre halt, daß Darks und Flats eigentlich so lange passen müssten, bis man die Kamera dann tatsächlich mal vom Teleskop abmontiert.

Zum Problem der festsitzenden Adapter:
Ich habe immer (!) direkt vor der Kamera einen TSROT manuellen Rotator, den ich durch Lösen der drei Rändelschrauben in seine beiden Teile trennen kann.
Danach lässt sich das Teil, was im M42-Anschluss der Kamera steckt dort recht gut fassen und gut herausschrauben.
Die Hälfte vom Rotator, die Richtung Teleskop sitzt, lässt sich auch perfekt herausdrehen, auch wenn die etwas fester sitzt, da man ja die drei Rändelschrauben hat, die man gut fassen kann.
Ansonsten gehe ich danach sofort auf M48, M54, oder M68 und habe dort alle Adapter/Verlängerungen durch die Baader ersetzt, die diese umlaufenden Riffelungen haben so daß einem das beim Drehen nicht durch die Finger rutschen kann. Seit dem ich nur noch die verwende, habe ich das Problem nicht mehr gehabt.

Aber mal sehen, vielleicht finden sich ja doch noch Stimmen, die da aus ihrer Erfahrung sagen können, was gut funktioniert oder auch, was nicht gut funktioniert.
CS
Jürgen
 
Hallo Jürgen,

nach einem Neuzusammenbau Deines Equipments sollte sich an den Darks nicht zu viel ändern, sofern die Temperaturen stimmen. Dein Ansatz bezüglich Flats ist jedoch sehr interessant!

Sollte ich bezüglich Darks falsch liegen wäre es schön, wenn sich die hiesigen Profis noch zu Worte melden.

Viele Grüsse und viel Erfolg bei einer sehr langen Belichtungs-Session!

Markus
 
Moin Jürgen,
Ein wenig Ergänzung.
Ich habe seit 2014 eine Rolldachhütte. Lüftungsschlitze sind eingebaut.
Da ich zu dem älteren Semester gehöre, fällt mir der Auf- und Abbau des Teleskopes zunehmend schwer.
Also lasse ich es zu ca. 90% in der Hütte.
Bei anhaltend feuchten Wetter schaue ich, dass ich Lüftungsphase (öffnen des Rolldachs) machen kann.
Bisher keine Probleme mit der Feuchtigkeit bei den Teleskopen.
Die Kameras Canon und Sbig habe ich immer wieder reingenommen, dort an der Luft trocknen lassen und dann gut verpackt und trocken verstaut.
Meine DMK habe oft draußen gelassen, nur in Ausnahmefällen reingekommen.
Was ich für wichtig ansehe ist : Starke Temperaturschwankungen durch lüften vermeiden.
(Die Temperatur wird durch ein Thermometer in der Hütte kontrolliert.)
Ausserdem habe ich aussen an der Hütte eine Wetterstation, die mir auch die Luftfeuchtigkeit anzeigt.
Je nach Anzeigewert hilft auch hier lüften.
Fazit: Durch Kontrolle von starken Schwankung von Temperatur und Luftfeuchtigkeit durch Maßnahmen wie z.b Lüften oder rechtzeitigen Abbau vermeide ich Probleme
Bisher bin ich damit 10 Jahre gut gefahren.
Tschau und CS
Markus
 
Hallo,

Meine ASI533 plus die 120MM bleiben ab nächster Woche wieder ne längere Zeit(solange das Wetter hält) auf dem Balkon für ein zwei Monate, wenn ich Glück habe.
Demnächst möchte ich die Sache mal endlich besser haben als mit meinen ganzen Folien, Rettungsdecken, flexiblen Abdeckungen ect.
Also werde ich mir eine Kiste bauen, bin dabei mehr Alu und Plastik angelegt.
Das ganze im Moment stelle ich mir so vor das einfach zwei Hälften mit Dichtungen dann am morgen bevor ich schaffen gehe drumrum gelegt werden mit ein pa Schnallen zu geklippt werden.
Innen mach ich dann einen kleinen Luftentfeuchter fürs Badezimmer rein mit nem Timer und extra Sicherung for just in case bei so nem kleinen Raum wo alles auf einmal verqualmen könnte. Ich traue den ganzen China-kram nicht.

Sollte ich wiedermal wie des öfteren keine Zeit haben für meine Projekte (von dem Kasten für die Morgenstund) mache ich einfach in den Plastiksack der das abdeckt unten abgeschnürt, ein par grosse Silicat Säcke rein, da werde ich mir noch was nähen aus Polyester das Kügelchen dann einfach in den Backofen auf den Teller kommen (die Mikrowelle bei meinen "Recycelten" nen bisschen zu derb und die Kugeln können Platzen...) .

Mit dem ganze lasse ich dann meine zusammen gestellten Schätzchen schön trocken, und vorrängig was ich nicht so mag ist diese Trocken Tabletten aus der Cam zu holen, da doch immer ein verflixtes Staubkörnchen da landet wo man es nicht will wenn man solche Arbeiten macht.
Was die Flats anbegeht werden die nach jeder Nacht neu gemacht, am Morgen vorm Schaffen.
Bei Programmen wie Sirilic kann man das sorglos eingeben für mehere Sessions, im Moment sieht mir Affinity2 auch gut aus für den Job.

By the way hat sich für meinen Kleinkram mit der 533MC letztens mit Sicherheit hat sich rausgestellt das starkes Kühlen unter der Ambients Temperatur nichts weiteres gebracht hatte als vereisen des Sensors und konsequenten zerlegen um an die Tabletten dranzukommen.
Tiefer als 0ºC bei meiner kühle ich nicht mehr, die Hotpixel rauszufiltern hat mir da mehr geholfen auch wenn ich alles dithere.

Clear skies,
- Martin
 
Ich habe seit 2014 eine Rolldachhütte. Lüftungsschlitze sind eingebaut.
Hallo Markus,
meine Hütte hab ich letztes Jahr fertig gestellt und es bei den Lüftungsschlitzen der Fahrradbox (das ist die Basis) belassen.
Mit den Lüftungsschlitzen hadere ich aber, obwohl ich sehr große auch bei einer kommerziellen Rolldachhütte aus Holz gesehen habe. Im Sommer kann die heiße Luft raus, OK. Wenn Sturm ist fliegt jeder Dreck und Pollen rein - mal abgesehen von den vielen Wespen, nicht OK.
Aber noch schlimmer: am Morgen dringt die zunehmende wärmere und damit feuchtere Luft des Gartens durch diese Lüftungsöffnungen ein und kondensiert an den noch sehr kalten Instrumenten - die sich ja langsamer erwärmen. D.h. die werden fast jeden Morgen genau wegen der Lüftung nass.
Ich plane deshalb zukünftig eine aktive, gesteuerte Lüftung, welche nur wenn notwendig und sinnvoll einen Luftaustausch vornimmt. Dazu muss sie die Temperaturen und die Feuchtigkeiten messen, aber eigentlich auch, ob gerade Staub und Dreck in der Luft rumwirbelt.
Aber egal ob Rolldachhütte oder Abstellschuppen, das Problem ist bei den teuren Instrumenten das gleiche.
Vielleicht hat das ja jemand schon probiert und kann seine Erfahrungen teilen.
Gruß
thomas314
 
Hallo zusammen,
ich möchte nochmal explizit nachfragen, was von der Idee zu halten ist, die Kamera im Schuppen mit einer Heizmanschette zu umwickeln und dann auf einer bestimmten Temperatur zu halten, die ( z.B. ) 10°C über der Temperatur im Schuppen liegt. Ich könnte mir sogar vorstellen, das über die vorhandene Powerbox von Pegasus zu machen, die ja einen Sensor für Temperatur und Luftfeuchtigkeit hat und das dann sogar automatisch steuern kann.
Jürgen
 
Hi Thomas 314,
Meine Lüftungsschlitz(gitter) habe ich im Baumarkt gekauft.Einfache Türlüftungsgitter.
Die habe ich auf an den gegenüberliegenden Wänden angebracht. Zusätzlich habe ich diese mit Fliegegitter versehen.
Der Wind streicht also leicht durch die Hütte. Ist so gewollt.
Feuchtigkeit auf den Instrumenten kann passieren geht aber durch den Luftzu schnell weg.
In der Hütte habe ich starke Taubildung noch nicht festgestellt.
Wenn du Nachts beobachtes hast auch Taubildung oft sogar mehr.

Das Problem Insekten habe ich. Aber nicht durch die Lüftungsschlitze.
Bei geöffnetem Rolldach fliegt alles mögliche rein. (Bei Sonnenbeobachtung manchmal auch Wespen)
Da hilft nur ständige Kontrolle mit dem Akkusauger.
Nebenbei fallen auch mal Spinnen beim Öffnen des Daches rein.
Nachts siehst du die kleinen Dinger kaum.
Kannst du also kaum vermeiden. (Akkusauger hilft - jetzt krieg ich wieder Ärger mit den Umwelt- oder Tierschutzverein.
Au weh:beobachten:
Pollen etc fliegt dir auch rein. Antistatisch Tücher helfen (Nicht auf der Linse)
Ständiges Kontollieren und Putzen ist angebracht.

Hi Rolf.
ich halte es für keine gute Idee die Kamera mit einer Heizmanschette zu ummanteln und dann am Rohr zu lassen. Ich denke, da hast du eine Temperaturunterschied der Probleme machen könnte. Ich lass auch meine Taukappenheizung nicht nach Beendigung der Beobachtung an.
Abnehmen und ins Haus nehmen ist m.E. weniger Aufwand und eben sicherer.

Eine Hütte zu haben und zu warten ist Teil des Hobbys.

tschau und CS
Markus
 
Wie kann man denn mit so einer Heizmanschette mit 5-10W Heizleistung was beschädigen, das Ding wird doch nur warm, nicht heiss !
Ich habe so eine mit USB, die zieht bei 5V etwa 1,5A hat also etwa 7,5W.
Wenn ich die um die Hand wickele, wird es darin lediglich "kuschelig warm"
 
die Kamera im Schuppen mit einer Heizmanschette zu umwickeln und dann auf einer bestimmten Temperatur zu halten, die ( z.B. ) 10°C über der Temperatur im Schuppen liegt.
Hat Deine Heizmanschette einen Sensor? Ich habe damit mal eine Linse beschädigt, weil die nicht gesteuert war.
Nachts siehst du die kleinen Dinger kaum.
Bei mir war vor einem Monat eine Wespenspinne eingezogen (ein Weibchen, allein der Körper ohne Beine 25mm) und Nachts über meinen PC geklettert. Ein schönes Tier :) . Solange die ungefährlich sind und nicht in die Optik einziehen, stört es mich eigentlich nicht.
 
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