Leica Televid Okulare im Astroeinsatz

Hayabusa

Mitglied
Guten Morgen,

seit einiger Zeit verwende ich verschiedene Okulare des Leica Televid 62/77 Spektivsystems mittels Adapter an astronomischen Teleskopen. Meine persönlichen Erfahrungen mit diesen Okularen sind durchweg positiv. Tolle Randschärfe, keine Refelexe, etc. Bislang habe ich allerdings noch keine direkten Vergleichsbeobachtungen mit anderen "high end" Okularen gemacht.

Ich wäre an Euren Erfahrungen mit den Leica Okularen interessiert. Wie schlagen sie sich am Sternenhimmel und wie gut sind sie Eurer Meinung nach im Vergleich mit anderen Qualitätsokularen (z.B. Pentax, Takahashi, TeleVue, Zeiss Abbe)?

Beste Grüsse,
Uwe
 

Hayabusa

Mitglied
Für das Leica Zoom Okular 17.8 - 8.9 mm ASPH. habe ich vor ein paaar Monaten einen Erfahrungsbericht mit Vergleich zu anderen Spitzenokularen gefunden. In diesem Fall wurde das Leica Okular mit verschiedenen Brennweiten der Zeiss Abbe Orthos (neueste Serie) verglichen. Der Author hat in diesem Fall das Leica Okular bei allen Brennweiten als überlegen bezeichnet und seine Zeiss Abbee Orthos anschließend verkauft.

Leider habe ich den Bericht jetzt nicht mehr gefunden, sonst hätte ich ihn hier direkt verlinkt. Dieses Ergebnis finde ich erstaunlich. Kann das tatsächlich sein? Was sind Eure Erfahrungen (falls vorhanden)?

Viele Grüsse,
Uwe
 

Papshmir

Mitglied
Hallo Uwe,

ich besitze dieses Leica Zoom Okular und finde es exzellent. Man kann den Augenabstand variabel einstellen und so das gesamte Sehfeld überblicken. Die Sternabbildung ist vorbildlich.
 

Hayabusa

Mitglied
Hallo Frank,

danke für die Rückmeldung.

Leica scheint mit diesem Okular ein großer Wurf gelungen zu sein. Ich habe das Okular auch, hatte leider noch keine Gelegenheit es ausgiebig zu testen, geschweige denn mit anderen Okularen zu vergleichen.

Momentan überlege ich mir ein zweites Exemplar zuzulegen, um diese Prachtstücke auch am Binoansatz und am Binoptic Doppelrefraktor einsetzen zu können. Der Preis ist mit 799,- € allerdings nicht ohne, so dass ich an unabhängigen Meinungen und Erfahrungen sehr interessiert bin.

Viele Grüße und schönen Sonntag,
Uwe
 

Lupos68

Mitglied
Hallo Frank,

mich interessiert das Leica Okular auch brennend.
Vielleicht läßt Du mich mal durchsehen, bei Gelegenheit.
Du besitzt natürlich auch den passenden APO dazu.

Grüße aus München,
Toni
 

Papshmir

Mitglied
Hallo Uwe,

wenn Du es am Bino einsetzen möchtest, bedenke, dass das Auswählen der jeweiligen Vergrößerungen ja nicht über "Einrasten" erfolgt, sondern frei drehbar passiert.

Ich könnte mir vorstellen - kann mich aber auch täuschen, da ich keine Erfahrung habe - dass es nicht so einfach ist, manuell identische Vergrößerungen zu wählen. Vielleicht ist es aber auch nicht notwendig, wenn es etwas Spiel gibt.

Wenn es trotzdem gut klappt, würde es mich auch interessieren.
 

Papshmir

Mitglied
Hallo Toni,

sehr gerne. Nachdem ich aber in der nächsten Zeit wenig in M sein werde, schreibe mir am besten eine PN. Dann können wir konkret was ausmachen.
 

Hayabusa

Mitglied
Hallo Sternfreunde,

das Leica Zoom Okular 8.9 - 17.8 mm ASPH. ist im Lieferumfang der neuen Televid 65/82 Spektiven enthalten.

Mich interessieren auch Erfahrungen mit den Okularen der älteren Televid 62/77 Spektiv Baureihe. Dafür gab es vier Okulare:
  • 20x WW / 16x WW
  • 40x WW / 32x WW
  • 32x WW / 26x WW
  • Vario 20-60x / 16 - 48x
Rückmeldungen und Erfahrungswerte zu allen Okularen sind herzlich willkommen.

Herzliche Grüsse,
Uwe

PS. Der Himmel klart wieder auf!
 

MikeS55

Mitglied
Hallo Uwe,

ich verwende das alte Leica Vario 16 - 48x am Televid 62.

Die Suche nach optischen Fehlern gestaltet sich als äußerst schwierig. Schlicht und einfach aus der Tatsache heraus dass quasi keine Fehler vorhanden sind.
Die Sternabbildung ist atemberaubend gut. Ebenso die Feldschärfe. Ich kann hier Sterne wunderschön durchlaufen lassen. Deformationen an der Sternabbildung sind auch am äußeren Rand nicht vorhanden.

Man muss naturlich das verwendete Instrument berücksichtigen. Das alte Leica Televid ist ein Porro.
Ich denke das alte Leica Vario sollte auch an anderen Gerätschaften sehr gut funktionieren.

Gruß

Mike
 

Nachtschwalbe

Mitglied
Hallo Uwe ,
Das Leica Zoom hab ich mir auch gerade bestellt und bin sehr gespannt wie es sich schlägt.
Ich hatte schon verschiedentlich die Gelegenheit durch Leica Okulare durchzuschauen, es sind auf jeden Fall wunderbare Teile !
Wenn auch hier in Deutschland wenig zu hören ist, so scheinen die Amerikaner dafür umso mehr zu berichten .
Auf Cloudy nights gibt es jedenfalls mehr Threads zu lesen als man an einem Abend schafft, zur Not geht auch die Google Übersetzung...
Grundtenor ist jedenfalls Große Begeisterung , insbesondere an Refraktoren.
Bei schnellen Newtons wird eine Barlow empfohlen , bis F 5 ( wofür ja auch gerechnet) auch ohne.
Kontrast und Einblicksverhalten sind jedenfalls toll und bequem.
Grüße Alex
 

Hayabusa

Mitglied
Hallo Mike und Alex,

es ist erstaunlich, dass man ausgerechnet in Deutschland relativ wenig über die Leica Okulare hört. Wie gesagt, ich persönlich habe lediglich einen einzigen Bericht übert ein Leica Okular und einen Vergleich mit den Zeiss Abbee Orthos gefunden.

Vor 10 Jahrn hatte ich für einige Zeit das Leica 40x und das 20-60x Vario Okular an meinem TMB 80/600 Refraktor im Einsatz. Die Abbildungsleistung war herausragend.

In Amerika ist das anders. Auf "Cloudynights" habe ich mir schon einige der Diskussionen zum Thema Leica Okulare durchgelesen.

Wenn der Kontostand es erlaubt, werde ich mir noch das eine oder andere Leica Okular zulegen, vorausgesetzt es sind welche auf dem Markt erhältlich.

Viele Grüsse,
Uwe
 

AndreasBraun

Mitglied
Zitat von Hayabusa:
Hallo Mike und Alex,

es ist erstaunlich, dass man ausgerechnet in Deutschland relativ wenig über die Leica Okulare hört. Wie gesagt, ich persönlich habe lediglich einen einzigen Bericht übert ein Leica Okular und einen Vergleich mit den Zeiss Abbee Orthos gefunden.

Vor 10 Jahrn hatte ich für einige Zeit das Leica 40x und das 20-60x Vario Okular an meinem TMB 80/600 Refraktor im Einsatz. Die Abbildungsleistung war herausragend.

In Amerika ist das anders. Auf "Cloudynights" habe ich mir schon einige der Diskussionen zum Thema Leica Okulare durchgelesen.

Wenn der Kontostand es erlaubt, werde ich mir noch das eine oder andere Leica Okular zulegen, vorausgesetzt es sind welche auf dem Markt erhältlich.

Viele Grüsse,
Uwe
Hallo Uwe,

im Moment sind durch die vollständige Neugestaltung der CloudyNights Seite die Reviews noch nicht wieder verfügbar. Deshalb kann ich hier auf keine weiteren Berichte hinweisen. Nach nunmehr genau 5 Jahren seit der Einführung sind aber derart viele der Leica ASPH Zooms (25x-50x, 17,8-8,9 mm) im Einsatz, dass man ein sicheres Urteil fällen kann.

Lediglich die Zeiss Abbe Orthos II, die TMB Monocentrics, und das Pentax XO 5 mm sind unter Idealbedingungen (perfektes Teleskop, perfektes Seeing) für die erfahrendsten Beobachter an wenigen Objekten (speziell Planeten) noch einen Hauch besser. Mit den - zu Recht - hochgelobten Pentax XW und den ebenfalls hervorragenden TeleVue Delos Okularen kann das Leica in jeder Beziehung mithalten. Wegen seiner unerreichten Flexibilität als Zoom Okular gilt es sogar als den XW und den Delos als im praktischen Einsatz überlegen.

Auf "Astronomie.de" gab es vor gut zwei Jahren eine lange Diskussion über das Leica ASPH

http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/topics/819788/Leica_Zoomokular#Post819788

allerdings auch (fast überwiegend) mit Beiträgen, die die hohe Qualität des Zooms sehr bezweifelten, und zwar von Forenteilnehmern, die das Oku noch nie in der Hand, geschweige denn unter dem Himmel, gehabt hatten. Die schon damals von ihren durchweg sehr positiven Erfahrungen berichtenden Forenteilnehmer wurden sozusagen "überstimmt". Wahrscheinlich kommt auch daher die Zurückhaltung hier im Forum.

Fazit: das Leica ASPH gilt inzwischen international als das beste Okular durch die Kombination seiner optischen Eigenschaften (Schärfeleistung, Kontrastübertragung, Streulichtarmut) mit seiner Universalität (feinfühlige Anpassung an das Seeing und das Objekt, stundenlange Beobachtungen ohne Okularwechsel).

Andreas

 

Hayabusa

Mitglied
Hallo Andreas,

danke für Deinen sehr hilfreichen Diskussionsbeitrag. Manche wollen es einfach nicht wahr haben. Mein Kompaniechef beim Militär hat immer gesagt "Kann nicht sein, kann es nicht geben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf!" :D

War das in der damaligen Diskussion die "Fraktion"? Na ja, kein weiterer Kommentar. ?)

Was soll man machen? Trotzdem, Deine Erfahrungen bestärken mich in meinem Vorhaben ein zweites Leica Zoom Okular zu kaufen.

Vor längerer Zeit hatte ich einige Beiträge gelesene, in denen ein TEC 140 mm APO Besitzer das Leica Okular sehr gelobt und im praktischen Einsatz ausgiebig getestet, sowie mit den Zeiss Abbee Okularen verglichen hatte. Anschließend hat er sein Zeiss Okulare verkauft. Bist Du das gewesen? Mich hatte der Bericht von damals sehr beeindruckt und dazu beigetragen, dass ich mir das neue Leica Zoom Okular zugelegt habe.

Viele Grüsse,
Uwe
 

Schiefspiegler

Mitglied
Lieber Uwe,

Du erwähnst ein Okular der älteren Televid 62/77 Spektiv Baureihe: 40x WW. Ich glaube, Du meinst zwar 40x, jedoch ohne WW. So ist jedenfalls eins in meinem Fuhrpark. Die Brennweite ist 11mm, wenn ich das richtig sehe (Spektivbrennweite 440mm ./. 40x = 11mm Okularbrennweite).

Dieses Okular ist viel kompakter als die anderen (da eben nicht WW, sondern eher Plössl-artiges Feld), zudem sehr gut brillentauglich. Wegen der Kompaktheit und des sehr gutmütigen Einblickverhaltens vermute ich, dass es dasjenige sein wird, das sich am Besten für ein Doppelrefraktor eignet.

Ich habe es gelegentlich gegen ein 10mm Zeiss-West Abbe (1. Serie - ZAO I, wie's die Amis gern nennen) getestet und mein Eindruck war, dass ein Zeiss-Abbe in 11mm wohl genauso wie das Leica 40x wäre. Alle Abbildungs-Eigenschaften schienen mir identisch, nur eben 11m statt 10mm Brennweite. Ergonomisch ist es deutlich besser, da mit langem Pupillenabstand und somit brillentauglich. Ich bin gerade dabei, mein Okular-Fuhrpark von ca. 40 Stück (ja, war mal Okular-Junkie) auf ein nacktes Minimum von 6 (das ist hart für ein Junkie) zu reduzieren, und das Leitz Televid 40x wird dabei sein. Was soll ich noch sagen?

CS, Christopher
 

Astrozoom GM

Mitglied
Hallo Fraktionsliebhaber Uwe,

wenn Du in dem alten Thread eine einzige Stelle findest in der Mitglieder der damals noch nicht bestehenden Fraktion etwas Negatives über dieses Zoom geschrieben oder ein Urteil gefällt haben so schenke ich Dir Eins. :Trost:

Was die Zurückhaltung mit Berichten über dieses Zoom hierzulande angeht, gibt es eine noch nicht allzu alte Aussage von ML, der auf meine Nachfrage über die Verbreitung des Okulars bei uns wenn ich mich recht entsinne, keinen Verkauf innerhalb Deutschlands vermeldete.
Es gibt hier ganz offensichtlich sehr wenige Leute mit eigenen Erfahrungen und die scheinen auch nicht unbedingt austauschfreudig zu sein. Das beziehe ich nicht nur auf Foren, denn ich komme schon etwas rum und kenne auch ein paar Leute.
Da kommt zu wenig bis gar nichts und wenn was kommt wird gleich mal sicherheitshalber aus der Hüfte geballert.
Vergiss es einfach. :totlach2:

Gruß
Günther
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Hayabusa

Mitglied
Lieber Christopher,

genau dieses Okular meine ich. Es sollte 40x und nicht 40x WWW heißen. Diesen Fehler habe ich ungeprüft aus einer älteren Leica Preisliste übernommen. :/

Lass uns diesen Thread so bald wie möglich beenden, sonst bekommen noch Andere mit wie gut diese Okulare sind und die Gebrauchtmarktpreise schnellen nach oben. :cool:

Ich denke Leica hätte ohne weiteres die Möglichkeit und die Kompetenz als Okularhersteller interational was zu "reißen". Meines Erachtens muss Leica sich vor keinem Hersteller der Welt fürchten was Optikdesign, Qualität und Ergonomie angeht. Ob sie nun TeleVue, Takahasi oder Zeiss heissen. Selbst preislich stechen sie nicht negativ heraus, wenn man sich beispielsweise die Preise der langbrennweitigen TeleVue Ethos Okulare oder der neuen Takahashi UWA Okulare ansieht.

Warum Leica in diesem Gebiet nicht mehr macht, wissen nur die Leica Unternehmensstrategen. Ich finde es sehr schade. Vor Jahren hatte ich einmal bei Leica nachgefragt, ob sie sich in diesem Bereich nicht mehr engagieren wollen. Offenbar wird das als Nischenmarkt angesehen. Mir unverständlich, denn die Leica S ist auch nicht gerade ein Massenprodukt. :)

Bis die Leica Strategen ihre Meinung ändern, müssen wir eben mit dem leben, was wir kriegen können. Also das aspherische Zoom Okular und die Okulare der Televid 62/77 Reihe.

Viele Grüsse,
Uwe
 

Hayabusa

Mitglied
Hallo Günther,

Aha, die Fraktion ist allzeit bereit! Hätte nicht gedacht, das das jemandem auffällt, Respekt. :respekt2:

Die meisten meiner Mails liest nämlich keiner, und wenn dann nicht so genau. Dafür Danke. :)

Ich denke man sieht an dieser Diskussion, dass es durchaus Besitzer von Leica Okularen gibt, die bereit sind ihre Erfahrungen zu teilen. Ich weiss, was Du "mit aus der Hüfte geballert" meinst. Ehrlichgesagt finde ich so ein Verhalten auch nicht toll. Egal ob Leica Besitzer oder nicht.

Die Aussage von Markus Ludes ist interessant. Er hatte mir erzählt, dass die Teile reissenden Absatz finden. Vermutlich waren das vorwiegend Kunden aus den USA. Zumindest passt das zu der unterschiedlichen Rezeption der Okulare hier und in Übersee. Ich habe übrigens vor zwei Jahren ein Exemplar bei APM Telescopes gekauft.

Ansonsten weiss ich nicht, was Du mit "vergiß es einfach" meinst? ?)

Viele Grüsse,
Uwe
 

Astrozoom GM

Mitglied
Hallo Uwe,

nunja Du wirst Dir das von mir ausgelobte Zoom nicht anhand der Faktenlage verdienen können.
Du machst aber so herrlich Stimmung und Meinung. Man muss nicht lesen, man muss nur glauben, den Glauben vertiefen und als Urteil weiter tragen.
Damit entwertest Du Dich selbst und Dein Urteil in der (Okular)Sache.
Nein, damit sind die gelobten Eigenschaften der Leica Zooms eben nicht bestritten, es gibt nur einen Kandidaten weniger, dem ich das für mich erforderliche sachliche Urteil zutrauen kann.

Das ist meine Sicht der Dinge und sie ist, wenn ich die derzeitige Forenlandschaft so betrachte, durchaus nicht zeitgemäß.

Daher: Vergiss es, denn Du musst ja nicht meine Welle reiten, so wenig wie ich Deine!
:)

Gruß
Günther
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:

Hayabusa

Mitglied
Hallo Günther,

danke für die Klarstellung. Ich teile Deine Meinung keineswegs, wie Du schon schreibst. Bin natürlich ebenfalls völlig damit einverstanden, dass Du meine Meinung nicht teilst.

Primär interessiert es mich überhaupt nicht, was ich hier bewirke, denn ich möchte nichts bewirken. Mein ganzes Interesse beschränkt sich darauf, Informationen und Erfahrungen zu den Leica Okularen zu sammeln.

Das ich mich dadurch hier "in der Okularsache" entwerte ist meines Erachtens absoluter Quatsch. Deine Meinung sei Dir aber unbenommen.

Ein Zoomokular möchte ich mir auch nicht von Dir verdienen, kannste behalten. Ich gehe lieber arbeiten und kaufe mir eins, wenn ich genug gespart habe.

Besten Gruss,
Uwe
 

AndreasBraun

Mitglied
Zitat von Hayabusa:
Hallo Andreas,

danke für Deinen sehr hilfreichen Diskussionsbeitrag. Manche wollen es einfach nicht wahr haben. Mein Kompaniechef beim Militär hat immer gesagt "Kann nicht sein, kann es nicht geben, weil nicht sein kann, was nicht sein darf!" :D

War das in der damaligen Diskussion die "Fraktion"? Na ja, kein weiterer Kommentar. ?)

Was soll man machen? Trotzdem, Deine Erfahrungen bestärken mich in meinem Vorhaben ein zweites Leica Zoom Okular zu kaufen.

Vor längerer Zeit hatte ich einige Beiträge gelesene, in denen ein TEC 140 mm APO Besitzer das Leica Okular sehr gelobt und im praktischen Einsatz ausgiebig getestet, sowie mit den Zeiss Abbee Okularen verglichen hatte. Anschließend hat er sein Zeiss Okulare verkauft. Bist Du das gewesen? Mich hatte der Bericht von damals sehr beeindruckt und dazu beigetragen, dass ich mir das neue Leica Zoom Okular zugelegt habe.

Viele Grüsse,
Uwe
Hallo Uwe,

das war in der Tat ich. Den TEC 140 habe ich immer noch, und ich bin nach wie vor ganz begeistert. Zusammen mit dem Leica ASPH Zoom plus Baader VIP Barlow ist das ein wirklich gutes Team.

Nachdem ich die ZAOII verkauft hatte, habe ich in einem Diskussionsbeitrag auf CN darüber berichtet

http://www.cloudynights.com/topic/leica-asph-zoom-vs-zaoii-conclusion?reply=374815349533120647

und eine große Resonanz erhalten. Inzwischen sind drei Jahre vergangen, und das Leica ASPH Zoom hat einen festen Platz in der Astroszene bekommen. Offensichtlich nicht hier in Deutschland, aber weltweit.

Das Fazit für viele, die erst skeptisch waren, es dann aber doch gekauft haben, ist ziemlich eindeutig: sie haben fast alle konkurrierenden Okulare verkauft (z.B. die Pentax XW und teilweise auch die Delos). Dabei haben sie als Nebeneffekt deutlich mehr Geld erlöst, als das Leica gekostet hat.

Viele Grüße

Andreas

 

Hayabusa

Mitglied
Aha, danke für das "Outing" Andreas.

Wie gesagt hatte ich vermutet, das Du der Autor jenes Reviews auf Cloudynights und der Berichte damals warst. Tatsächlich hat mich das seinerzeit vom Kauf des asphärischen Leica Zoomokulars überzeugt. Übrigens, bist Du bei den Sternfreunden Braunschweig Hondelage?

So spärlich finde ich die Reaktionen hier im Forum gar nicht. Bis jetzt ist schon einiges an Erfahrungen und Informationen zusammengekommen. :)

Dafür danke an Dich und an alle!

Lieber Gruss,
Uwe

 

Friedel

Mitglied
Man darf aber nicht vergessen, dass das Okular nicht so viele ersetzt, meine ich. Ca 9mm bis 18mm, gerade einmal zweifache Spreizung, das ist für Planeten zu wenig und eine große AP ist auch nicht ausgereizt. Man braucht dann doch noch ein Oku oben und eins unten, was das Wechseln nicht verhindert, zumindest in einigen Fällen.
 

AndreasBraun

Mitglied
Zitat von Friedel:
Man darf aber nicht vergessen, dass das Okular nicht so viele ersetzt, meine ich. Ca 9mm bis 18mm, gerade einmal zweifache Spreizung, das ist für Planeten zu wenig und eine große AP ist auch nicht ausgereizt. Man braucht dann doch noch ein Oku oben und eins unten, was das Wechseln nicht verhindert, zumindest in einigen Fällen.
Das ist völlig richtig. Deshalb wird auch bei fast allen Anwendern normalerweise eine 2x Barlow zur Erweiterung des Brennweitenbereichs verwendet.

Schon in dem ersten ausführlichen Bericht auf CN
(http://www.cloudynights.com/item.php?item_id=2390)
habe ich deshalb geschrieben:

"There have been high quality zooms before used by amateur astronomers. But never did they have also widefield characteristics. For the first time now there is a zoom available which leaves nothing to desire when used as the main - even the only - eyepiece.

Is it the "ultimate" eyepiece? For me: YES. Together with a premium barlow lens (Baader VIP Modular) and a two-stage scheme of adding extension rings I have available 3 barlow factors of 1.5x, 2x, and 2.5x. Thus a focal range of 17.8mm down to 3.6mm gives me everything I would need. For widest true fields of view I'm using my WO UWAN 28mm which gives incredible views with my TEC140."


So sehen das inzwischen viele Anwender.

CS

Andreas

 

Stellarfire

Mitglied
Zitat von Hayabusa:
Momentan überlege ich mir ein zweites Exemplar zuzulegen, um diese Prachtstücke auch am Binoansatz und am Binoptic Doppelrefraktor einsetzen zu können. Der Preis ist mit 799,- € allerdings nicht ohne, so dass ich an unabhängigen Meinungen und Erfahrungen sehr interessiert bin.
Hallo Uwe,

Ich hatte schon vor zwei Jahren genau die gleiche Absicht. An den herausragenden Qualitäten des Leica ASPH Zoom besteht kein Zweifel und die Aussagen von Andreas Braun, auch auf Cloudy Nights, haben mich nur noch weiter motiviert, zwei ASPH's für den Binoeinsatz anzuschaffen.
Der einzige Grund, weshalb es dann doch nicht zu dieser Anschaffung gekommen ist, liegt im Umstand, dass für Anwender mit normaler Nasengrösse und normalem Pupillenabstand (ca. 62-65mm) bei Binobetrieb schlichtweg kein Platz für die Nase bleibt.
Siehe dazu den Thread Leica Zoom 25x-50x ASPH (17.8-8.9mm) auf Cloudy Nights, dort runter scrollen zum Beitrag von Tamiji Homma vom 5. März 2011 00:29 Uhr. Das imposante Foto mit zwei Leica ASPH Zooms im Mark V Binoansatz zeigt den Sachverhalt...

Grüsse,
Stephan
 

wolfgang_weber

Mitglied
Hallo Uwe,

ich habe ein Leica Vario Zoom Okular ASP 8,9-17,9 in Verwendung. Ich konnte alle gängigen Zoom Oklare mit diesem Vergleichen, Ergebnis:

das Beste Zoom Okular auf dem Markt!

Ich konnte es auch mit Fixbrennweiten wie Pentax XW, Tak Hi LE Okulare vergleichen; kaum Unterschiede, bzw. ich konnte diese nicht erkennen. Aber über dieses Okular gibt es auf diversen Forum ausführliche Berichte, wo es auch mit Orthos der absoluten Oberklasse getestet wurde.

Wie gesagt, das beste Zoom Okular und in Verbindung mit der Baader Varion Barlow kannst du von 18mm bis 4mm alles abdecken! Kann ich nur empfehlen.

SChöne Grüße
Wolfgang
 

Hayabusa

Mitglied
Hallo Mike,

das klingt in der Tat sehr interessant. Damit stößt Leica in ganz andere Dimensionen vor. Die Maximalvergrößerung wäre dann 90x. Nicht so schlecht.

Eigentlich hatte ich nicht vor eines der neuen Leica Spektive zu kaufen. Damit werden sie allerdings schon viel interessanter für mich. ?)

Herzliche Grüsse,
Uwe
 

Hayabusa

Mitglied
Hallo Wolfgang,

vielen Dank für Deine Rückmeldung.

Mittlerweile ergibt sich hier ein sehr positives Gesamtbild was die Qualität des des Leica Okulars angeht. Und das wohlgemerkt aus mehreren unabhängigen Quellen.

Viele Grüsse,
Uwe
 

konfokal

Mitglied
Keine Frage, Leica kann exzellente Objektive und Okulare bauen. Es ist aber ebenso keine Frage, dass auch dort mit demselben Wasser gekocht wird, wie anderswo... Wenn also einem Leica-Produkt von jemandem quasireligiöse Verehrung entgegengebracht wird ("das Leica ASPH gilt inzwischen international als das beste Okular") und andere, die dieses Okular schon besitzen und eigentlich damit hoch zufrieden sein könnten, hier und anderswo nur nochmal ausdrücklich Bestätigung für ihre erlesene Wahl heischen wollen, dann liegt auf der Hand, woher der Wind, psychologisch gesehen, in beiden Fällen in Wahrheit weht:

Da wollen Wunschvorstellungen gegenseitig bedient werden. Es soll doch bitte nicht einfach etliche verschiedene, ebenso gute Okularlösungen von einigen anderen Firmen geben. (Inzwischen gibt es längst von Kowa, von Swarovski und auch von Meopta gleichgute und ebenso weitwinklige Zoomokulare, die noch dazu günstiger zu haben sind, und wahrscheinlich gibt es sogar noch ein paar mehr Hersteller, die das alles prinzipiell genauso gut können) Aber nein, der insgeheime Wunsch lautet, es muss ein absolut betrachtet Allerbestes geben, ein Überokular, das Höchste eben, von einem Hersteller mit einem gewissen Nimbus. Die Gründe für so ein verklärendes Verhalten können verschieden sein. Zutaten wie Exklusivität, Seltenheit, und sichtbare äußere Zeichen wie exquisite Verarbeitung und hoher Preis des Objekts der Begierde sind das eine und quasi eine Art notwendige, aber keineswegs hinreichende Bedingungen. Es sollte noch etwas Magisches hinzukommen, etwas Unwirkliches Übernatürliches unergründlich Besonderes was man dem verehrten Ding andichten kann, ohne dass man je in die Verlegenheit kommen müsste, das alles von anderen nachprüfen, oder gar nachmessen zu lassen. Also wird die Allüberlegenheit daherbehauptet, bar jeder physikalischen Vernunft, aber gegründet auf unübertroffener Beobachtererfahrung, die freilich ebenso wenig nachgewiesen ist. Jedem, der zustimmt wird applaudiert, und jedem, der den Braten riecht, das hier wohl eher Wünsche Vater der Gedanken sind, als belastbare Tatsachen, und der bei seinen berechtigten Fragen auf eigene anderslautende Erfahrungen und optische Fachkenntnisse verweisen kann, wird beleidigt unterstellt, ihm gingen eben die nötigen Fähigkeiten zur derart höheren Erkenntnissen ab.

In Wahrheit ist das Ganze doch höchst fadenscheinig: hatte man z.B. zuvor Dutzende Okulare und konnte sich im Beobachtungsfall oft nur schwer für eines entscheiden, so dass die Qual der Wahl jedesmal aufs Neue mühsam war, ist es doch sehr beruhigend, endlich ein immerzu garantiert-Seligmachendes Okular gefunden zu haben, das einfach überall überlegen ist. So wird man auch mit der früher quälenden Angst fertig, irgendetwas zu verpassen, was mit einem anderen Okular womöglich noch einen Tick besser hätte sehen können, Schreck lass nach. Weil der Wunsch nach einem Allerbesten aus solchen Gründen irgendwann übermächtig werden kann, egal wie irreal er ist, oder gerade weil er so irreal ist, und weil eine -womöglich jahrzehntelange- Suche nach diesem heiligen Gral einen insgeheim psychisch und womöglich auch finanziell belastet oder erschöpft hat, ist man froh irgendwann quasi per Beschluß mit den quälenden Zweifeln fertig geworden zu sein. Dieses Okular hier ist überall das Beste, und wird es immer bleiben, weil ich es per meinem Entschluß dazu mache. Einem willentlichen Entschluß, der in Wahrheit nur eine ziemlich fragwürdige Mischung aus Projektionen und heimlichen Wünschen besiegeln soll: Da will einfach jemand glauben, dass all sein Aufwand der Gralssuche nicht umsonst war. Und so werden zum Zeichen der Gewissheit schließlich alle anderen Okulare zur Strafe in die ewige Verdamnis geschickt, weil sie sonst den Status des Einzigen Besten immer wieder neu anfechten könnten, und wieder zu den ewiggleichen ermüdend fruchtlosen alten Vergleichen verlocken könnten, die man doch endlich hinter sich lassen möchte. Sprich alle anderen Okulare werden ein bisschen schlechter geredet als sie sind und verkauft, und das Auserwählte wird in immer höhere Spähren entrückt "...und führe mich nicht in Versuchung."

Von nun an kann das Ergebnis der monotheistischen Vereinzelung immer weiter, und geradezu zwanghaft, zur allein richtigen Gewissheit stilisiert werden. Dieses ist das Beste, es gibt keine anderen ebenso guten Okulare neben ihm, und das sollen, nein müssen andere gefälligst genauso sehen. Und damit man auch wirklich innere Ruhe hat, zumindest für eine Weile, panzert man sich gegen kritische Fragen ab und legt sich einen selektiven Blick zu. Man macht sich auf die Suche möglichst nur nach Leuten, die einem genau das bestätigen, was man gerne hören will über das Leica-Fabelokular.("Das Fazit für viele, die erst skeptisch waren, es dann aber doch gekauft haben, ist ziemlich eindeutig: sie haben fast alle konkurrierenden Okulare verkauft...") Und mit solchen Wundererzählungen soll die Fangemeinde durch Missionieren vergrößert werden. Wer's glaubt wird seelig...

Umgekehrt werden alle, die auch nur den leisesten Zweifel an dieser Verabsolutierung hegen, und sei er noch so gut begründet, mit Bannsprüchen belegt: sie wollen sich unterstehen, ein vermeintliches Überokular mit ihren kritschen Fragen auf den schnöden Boden physikalischer Wirklichkeit zurückzuholen. Weil man so einen selektiven Blick - um nicht zu sagen den ganzen Selbstbetrug - aber nicht zugeben darf, nicht vor anderen, und nicht vor sich selber, schließlich hat man ihn sich jahrelang und nur mühevoll angeeignet und eingeübt, tut man alles um davon abzulenken, dass dieses Gespinst aus Einbildung und überhöhten Ansprüchen in Wahrheit höchst fragil ist. Man verdrängt alle kritischen Überlegungen, blockt jedes Infragestellen ab, redet von fabelhaften Fähigkeiten und vermutet Spezial-Kenntnisse über die man eben nur bei diesem Hersteller Leica verfügen dürfte. Man fabuliert, dass diese Firma jede anderen noch so Renommierte auf der Welt jederzeit leicht übertreffen oder mit den besten mindestens gleichziehen könnte, wenn sie nur wollte. Sie tut es nur nicht, weil sie lieber ihre ganze Zeit und Energie aufwenden einzigartige Produkte herzustellen, und weil sie auf dem Geschäftlichen Auge zufällig etwas unterbelichtet ist, wobei sie freilich im Rest der ganzen Welt, besonders in der Neuen Welt, wo die Leute nicht so dumm sind wie hier, glänzende Geschäfte macht. Was die Firma, die Verlinkungen beweisen es ja, im Grunde wenigen Propheten zu verdanken hat, von denen hier einer gnädigerweise im Forum darüber schreibt und auf seine überlegenen Erkenntnisse hinweist, obwohl Propheten ja bekanntermaßen im eigenen Lande nichts gelten... Aber auf ein paar Glaubensbereite wird er schon trefffen... Derart konditioniert man sich gegenseitig immer weiter, und je stärkere Zweifel andere Außenstehende anmelden, um so fester die Glaubensbeteuerungen in der Anhängerschaft.

Damit deren Zusammenhalt aufrechterhalten wird ist es nötig, sich gegenseitig gegen jegliche Kritik oder berechtigte Relativierungen zu immunisieren. Weil das mit sachlichen technisch-physikalischen Argumenten leider nicht möglich ist, die ja eher für das Gegenteil sprächen (wer davon was versteht weiss leider oft zu gut, wie relativ das Beste je nach geringfügig anderen Umständen sein kann, und dass es absolut Bestes so gut wie nie gibt) wird man halt persönlich. Es heißt dann "die" anderen haben keine Erfahrung, "die" haben nie durch so ein exklusives Okular gesehen, geschweige denn es besessen. Mögen "die" sich in Physik oder Technik noch so gut auskennen, das ist nicht relevant, davon muß man nichts verstehen um sich ein sicheres Urteil über etwas zu bilden, was doch jeder selber sehen kann. Physikalische Gesetze oder technische Prinzipien gelten nicht, wo Blinde sehend werden und wo Okulare sozusagen über das Wasser laufen können ist es auch vollkommen egal, wieviele Glas-Luftübergänge oder prinzipiell fehlerbehaftete optische Flächen so ein Ding hat.

Zur Untermauerung verweist man auf seine überdurchschnittlichen Wahrnehmungsfähigkeiten (120% Augen) und/oder jahrzehntelange Erfahrung, nie so etwas Gutes zuvor gesehen zu haben und auf das Wunder, im Rest der Welt gäbe es längst Millionen ebenso Gläubige. Andererseits muss man von dieser rein persönlichen, im Grunde völlig unsachlichen und höchst subjektiven Argumentationsweise natürlich irgendwie ablenken, wozu man am besten umgekehrt betont, im Grunde nur an sachlichen und "objektiven" "Informationen" und echtem "Erfahrungsaustausch" Interesse zu haben, sobald man nur die lästigen Fragesteller mit ihren verdrehten Augen endlich vertrieben hat. Wo kämen wir denn hin, wenn wir unsere subjektiven Bedürfnisse ehrlich eingestehen würden und zur nüchternen Erkenntnis kommen müssten, es gäbe mehrere Wege, die nach Rom führten?

Mal im Ernst. Jedem der halbwegs nüchtern denken kann, muss eine derart verklärende, um nicht zu sagen religiöse, Sicht eines technischen Dings doch reichlich spanisch vorkommen. Ist es nicht viel eher wahrscheinlich, dass man, wenn die eigenen Projektionen und Wünsche derart die Oberhand über den Verstand gewonnen haben, allzu gern zum Propheten oder zum Jünger der eigenen Wunschvorstellungen wird? Auf diese Idee des einzig Wahren samt den zugehörigen Verhaltensmustern kann man in verschiedensten Spielarten doch überall stoßen, von Religionen bis hin zu politischen Ideologien. Ganz frei von dieser Art "Kuschelbedürfnis" mit einem Höchsten, Größten, Schönsten, Besten, Wahren, das ich endlich erkannt habe und mir nun, da ich es besitze, Sicherheit gibt, ist vermutlich niemand, sonst fielen solche Vorstellungen, die wie Heilsversprechungen wirken, nicht immer wieder auf fruchtbaren Boden. Ihr Erfolg fußt darauf die uns allen tief einprogrammierte, aber unbemerkte Selbstüberschätzung zu bedienen, die uns einerseits wagemutig und andererseits selbstzufrieden machen soll und die uns stets glauben lässt: ich bin ein bisschen besser als andere, irgendwie klüger, erfahrungsreicher - usw. Und was ich einmal ausgewählt habe, wird schon allein dadurch, das ich es mit Überlegenheit erwählt habe, besser.

Es ist tatsächlich so: wenn man Kapuzzineräffchen (oder eben auch Menschen) unter eine Menge von absolut gleichen Äpfeln einen auswähen lässt, dann sind sie nach der Wahl so von der Besonderheit dieses hundsgewöhnlichen durchschnittlichen Apfels überzeugt, dass sie ihn nur gegen etwas vermeintlich Höherwertiges einzutauschen bereit sind und maßlos enttäuscht, wenn andere in diesem Apfel nichts besonderes erkennen können, und dafür keinen höheren Preis zahlen wollen. Und selbst wenn etliche unermüdlich daran erinnern, dass es das einzig ideale Beste kaum geben kann, und es in mancher Hinsicht fast immer irgendwo etwas noch besseres gibt oder geben könnte, ist bei manchen das Bedüfnis sich die Welt einfach so zu machen, wie man sie gern hätte so mächtig, dass sie am Ende sogar lieber belogen werden wollen, oder sich selber belügen, als eine womöglich ernüchternde Wahrheit zu erfahren. (Und wer weiß, vielleicht versinnbildlichen "Logos" auch dieses "Lügenbedürfnis". Übrigens werden auch Suchterkrankungen, hervorgerufen durch fehlgeleitete Selbst-Stimulierung des Lustzentrums, so verständlich, und wer Dutzendweise Okulare besitzt, wird diese Parallele vielleicht nicht gleich von der Hand weisen...)

Doch so menschlich das vereinfachende Bedürfnis mit der scheinbar Orientierung stiftenden Vorstellung eines Allerbesten auch ist: es ist meistens nur eine subjektive Verzerrung, die noch mehr Verwirrung stiftet, sobald die, die echtes Interesse an tatsächlichen Erkenntnissen haben auf den Plan treten und ihre berechtigten Fragen stellen. Zu einfache idealistische Projektionen haben nach deren Erfahrung mit den wirklichen Verhältnissen in der Welt, die meist ungleich vielschichtiger um nicht zu sagen hässlicher sind, oder mehrdeutig, und oft sogar mehr Rätselhaftes als Gewisses an sich haben (jedenfalls soweit wir das wissenschaftlich erkennen können), selten etwas zu tun. Solche Überhöhungen sind eher der Unfähigkeit oder Angst mancher Zeitgenossen geschuldet, eine gewisse Offenheit oder Unbestimmtheit, eine gewisse Vorläufigkeit, Kompliziertheit, Vielfältigkeit, Unordentlichkeit und vielleicht sogar Hässslichkeit der Welt, und unserer unvollkommenen Vorstellungen darüber, einfach gelassen hinzunehmen. Aber wer sich pragmatisch mit den Gegebenheiten arrangiert, statt den Gral zu suchen oder zu propagieren, dem wird dann halt unterstellt, er hätte keine Begeisterungsfähigkeit...


Die einfache Wahrheit ist: das Leica ist ein ausgezeichnetes Okular, aber es ist weder einzigartig, noch das absolut Beste, noch hat es magisch überlegene Eigenschaften und es gibt auch längst eine ganze Reihe anderer Hersteller, die ebenso gute und genauso weitwinklige Zooms dieser Vergrößerung anbieten, und das sogar zu günstigeren Preisen. Durch diese nüchterne Einschätzung wird das Leica keinen Deut schlechter gemacht als es ist, und wer das Gefühl braucht, etwas Besonderes zu besitzen und für den Namen auch besonders zu zahlen gewillt ist, soll es sich ruhig kaufen, warum nicht gleich paarweise. Ich will niemandem seine Begeisterung nehmen, Fertigungsqualität und optische Leistung sind im Rahmen des Technisch bestmöglichen. Aber wie gesagt, andere können Vergleichbares auch und die ganze unsinnige Verklärung die hier verbreitet wird gehört zurechtgerückt. Denn ein wirklich gutes Okular hat solche - für meine Begriffe reichlich dümmlichen - verabsolutierenden Lobhudeleien gar nicht nötig. Die haben nur manche Leute nötig.

(Sorry, war zu lang, musste aber mal raus, weil sich beim Lesen dieses und der verlinkten Threads so einiges anstaute...)
 
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Friedel

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Ich bin ja auch ein wenig skeptisch (allerdings nur aufgrund physikalischer Argumente, die durch entsprechende hohe Fertigungsqualität vielleicht ja auch in den Hintergrund treten), wenn man Planetenspezialisten (wenige Linsen, besonders scharf in der Mitte, möglichst wenig Reflexe) und gleichzeitig Weitwinkelspezialisten ersetzen können will mit einem einzigen Okular, noch dazu für verstellbare Brennweiten.

Allerdings kann ich auch die oben aufgeführten psychologischen Argumente nachvollziehen.

Im Gegensatz zu vielen anderen Produkten gibt es bei Okularen wohl keine möglichst objektiven Testreihen von Stiftung Warentest.

Möge jeder mit seinem Kram glücklich werden und viele schöne Anblicke genießen können, womit auch immer!
 
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