Lichtverschmutzung und Insektensterben | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Lichtverschmutzung und Insektensterben

woody_ee

Mitglied
D A N K E, Mark!

Leider scheint die Situation durch Lichtverschmutzung seit Verfügbarkeit billiger und kostengünstig zu betreibender LED-Scheinwerfer noch schlechter geworden zu sein, und zwar sowohl im privaten Bereich, als auch in der Ausleuchtung von Industriegeländen.

Ist das auch Euer Eindruck?
:cautious:

Und eine Regulierung, zumindest hier in Ö, in weitester Ferne.

CS,
Woody
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo,

seien wir doch mal ehrlich, den Normalbürger geht so etwas wie Insektensterben doch eh am verlängerten Rücken vorbei. Die Leute sind mit Konsum und Arbeit komplett ausgelastet und wenn man sie direkt fragt sind sie oft sogar froh, wenn das ekelige Viehzeug endlich weg ist. O.k., es gibt auch noch andere, z.B. die Leute hier vor Ort die alle soooooo umweltfreundlich sind. Die Karren sind aber komischerweise über die Jahre aber immer größer geworden, die Saison für Weihnachtsbeleuchtung wurde auf rund vier Monate+ ausgedehnt, im Sommer wird alles über die ganze Nacht mit Lapions und Lichtobjekten ausgeleuchtet und die Hausbeleuchtung bei den Neubauten liegt inzwischen bei drei bis vier Lampen pro Wand (ja, 12-16 Lampen pro Haus) und diese Leuten lassen die auch die ganze Nacht über brennen. Das ist übrigens kein Scherz, sondern wirklich das was ich hier beobachte.
Ich habe inzwischen keine Hoffnung mehr, dass die Menschen etwas durch Einsicht zum besseren ändern.

Übrigens noch eine Kleinigkeit von wegen Umweltfreundlichkeit am Bau. Es gibt hier noch eine ganze Anzahl alter Bergmannshäuser, welche jetzt so langsam zum Verkauf stehen. Die Dinger werden aber üblicherweise nicht renoviert, sondern komplett abgerissen und auf die Kippe gefahren. Anschließend wird für zwei Personen eine deutlich größere Kiste hingesetzt ...
Irgendwie scheint es vielen viel zu gut zu gehen. Es lebe der Konsum ...

...und am Montag kommt die Müllabfuhr und holt den ganzen Plunder.


MfG

Rainmaker
 

Salmos

Mitglied
Hi,
hier in Bonn das gleiche Thema und ich wohne schon außerhalb und ca. 5 Min. vom Waldrand. Da wird ein Neubau für betreutes Wohnen hochgezogen und das Ding ist mit LED´s beleuchtet wie ne Industrieanlage. Ich brauchte abends im Garten, als auch im Wohnzimmer keine Beleuchtung mehr. Wenigstens hat sich die Hausverwaltung nach einer netten Mail kooperativ gezeigt und es wird nun gedimmt. Doch merken wir schon, dass die Vielfalt an Vögeln, Eichhörnchen ect. wesentlich weniger geworden ist, trotz der Nähe zum Wald. Ich bin bei weitem kein "Ökoterrorist", doch einfach mal vorher Nachdenken und dann handeln. Meiner Meinung nach sollten der ganze LED-Sch…. verboten werden. Ich bin der Meinung, dass es aktuell viel zu viele Baustellen in Hinblick auf den Umweltschutz, Lichtverschmutzung etc. gibt und alles nur halbherzig angegangen wird. Hauptsache der Schein bleibt gewahrt.
CS
Alex
 

MeisterDee

Mitglied
Vielleicht gibt es ja doch noch einen Funken Hoffnung.

Ja, die Lichtverschmutzung wird aktuell zunehmend schlimmer, und der gedankenlose Umgang mit Licht hat mit Einführung der LEDs noch eine neue, inflationäre Dimension bekommen.

Aber das Thema „Lichtverschmutzung“ oder „Lichtsmog“ bzw. „Recht auf Dunkelheit“ bekommt in der öffentlichen Warnehmung immer mehr Raum. Immer öfter wird darüber geschrieben, immer mehr Sendungen in Funk und Fernsehen greifen das Thema auf.
Spätestens seit das Insektensterben nicht nur mit dem Einsatz von Pestiziden in Verbindung gebracht wird, sondern auch mit Lichtsmog, wird das Thema deutlich öfter diskutiert. Gut so.

Heute habe ich dazu eine sehr interessante Sendung im Radio gehört, die immerhin fünf mal ausgestrahlt wird:
Ein interessantes Gespräch mit der Biologin Annette Krop-Benesch, die das Buch „Licht Aus! Lichtverschmutzung die unterschätzte Gefahr“ geschrieben hat. Wer Lust hat, sich das anzuhören: Hier ist der Link zur Sendungsinformation und Podcast.

Ich würde mir mehr von solchen Sendungen wünschen, damit die Leute das begreifen, und unnötige Beleuchtung irgendwann einmal genau so verpönt ist, wie das Verbrennen von Hausmüll im Garten.
Vielleicht erleb ich es ja noch.......

CS

Dietmar
 

schmitzac

Mitglied
Ich plane eine Petition an den Landtag von NRW, die Bundesregierung und an die EU. die LED -Laternen oberhalb von 3000 K zum Insektenschutz zu verbieten. In miner Heimatstadt Aachen führe ich den Kampf seit Jahren vergeblich, der Stadtrat ist dort deutlich konsumorientiert und favorsisiert helles Licht, damit abends mehr Leute in der Stadt einkaufen. Insekten interessiert die Ratsherren nicht, sie träumen von billigen Laternen mit Lademöglichkeit für Autos und behaupten kackfrech, dass sie sich nicht mit Laternen unter 3000 K vereinen lassen. Auf meine Petition vor einem halben Jahr an den Stadtrat hatte ich nicht mal eine Antwort erhalten. Das ist das erste politische Gremium, das mir bei mehreren Petitionen keine Antwort geschrieben hat.

Gruss
Andreas
 

Foxi

Mitglied
Ich hab die Grünen mehrfach angeschrieben warum sie nichts gegen die Lichtverschmutzung tun, und
das Insektensterben durch die Beleuchtungen......... Antwort keine Einzige........ den Grünen ist doch das auch egal
die wollen auch blos unser bestes........... Geld und selber Gut Leben........

Die Grünen sind meine leibste Läster Partei :) soviel Dep... auf einen Haufen........
 

steins-ursel

Mitglied
Hallo!

Die LED Beleuchtung ist in Bezug auf Effizienz ein Segen.
Aber, durch die wirklich billigen Anschaffungswerte in Bezug auf die Unterhaltungskosten wird dermaßen verschwendet, was das Zeug hält. Hier gehört eine wirklich gute Planung und Umsetzung von solchen Baumaßnahmen einfach dazu, und zwar nach dem Motto, weniger ist mehr.
Kenne das Elend nur zu gut, brauche nur nach vorne auf die Straße schauen, da sehe ich den Missbrauch.
Die 3000K hören sich schon mal gut an, jetzt muss nur noch der 10lx Scheiß weg, und die Messungen werden für die Behörden nach einem Augenäquivalent durch geführt, da sehe viel Potential drinn.
Denn 10lx bei 6500K sind was anderes als 10lx bei 3000K fürs Auge.
 

schmitzac

Mitglied
Insekten reagieren auf völlig verschiedene spektralanteile, da genügt eine Blaulichtreduktion allein nicht, da gibt es sehr gute Untersuchungen.

Andreas
 

schora

Mitglied
Moin!
Ich habe an den Landtag in Schleswig-Holstein eine Petition gerichtet: "Abschalten der Außenbeleuchtung in der Nacht", mit der Anregung die öffentliche und private Außenbeleuchtung zwischen etwa 23 und 6 grundsätzlich auszuschalten. Mal sehen, was passiert...
Mitzeichnung (auch von Menschen außerhalb Schleswig-Holsteins) ist sehr erwünscht:
Petition Licht

*freundliche Grüße
Ralf
 

Optikus

Mitglied
Hallo Ralf,

unter der angegebenen Adresse kommt "keine Petition übergeben" ...

Dauert das noch bis da was kommt?

CS
Jörg
 

M_Hamilton

Mitglied

"Ein Gesetzpaket von Bundesumweltministerin Svenja Schulze soll bundesweit Insekten vor einem weiteren Bestandsrückgang bewahren. Der Entwurf sieht unter anderem mehr Lichtschutz und mehr naturbelassene Brutplätze vor. [...]

Himmelsscheinwerfer, wie sie etwa von Diskotheken, genutzt werden, sollen dem Entwurf nach nur noch im anderthalbmonatigen Zeitraum von Anfang Juni bis Mitte Juli erlaubt sein, wenn es dunkel ist - in der übrigen Zeit sollen die "Irrlichter" Zugvögel und Fluginsekten am Himmel nicht mehr stören.

In Naturschutzgebieten sollen in unbebauten Bereichen nur noch ausnahmsweise neue Straßenlaternen, Wegbeleuchtungen und leuchtende Werbetafeln aufgestellt werden dürfen. In ganz Deutschland sollen solche neuen Lichtquellen sowie die Außenbeleuchtung von Gebäuden künftig Tiere und Pflanzen möglichst wenig beeinträchtigen - Details dazu sollen über eine Verordnung geregelt werden. Diese werde das Umweltministerium spätestens Ende 2022 vorlegen."


Viele Grüße
Mark
 

Astrovi

Mitglied
Hallo,
das ist schon mal ein Schritt in die richtige Richtung. Vielleicht schon etwas zu spät, weil viele Städte ihre Straßenbeleuchtung bereits mit 4000k-LEDs statt mit insektenfreundlicheren 3000K-LEDs umgerüstet haben. Auch könnte die Reglementierung für Werbebeleuchtung und Außenbeleuchtung großflächiger stattfinden. Die Naturschutzgebiete entsprechen gerade mal 6% der Gesamtfläche. Aber mal sehen. Bisher wird die Frage, ob oder warum etwas beleuchtet wird, kaum gestellt. Eine alte Holzmühle mitten in der Prärie oder eine einsame Dorfkirche wird die ganze Nacht beleuchtet. Wegen der hohen Lichtausbeute moderner Leuchtkörper wird das Ganze dann noch als klimafreundlich dargestellt. ( Die Herstellung der Leuchtmittel scheint wohl keine Rolle zu spielen).
Es ist hoffentlich ein Schritt zurück zu dunkler Nacht mit natürlich anmutendem Sternenhimmel.
Grüße,
Christian
 

ThomasH

Mitglied
Wer etwas bewegen möchte der kann gerne bei den Paten der Nacht mitmachen.
https://www.paten-der-nacht.de/
Einfach Kontakt aufnehmen.

Als nächstes großes Projekt steht am 17.09.2020 die erste Earth Night auf dem Programm.
https://www.earth-night.info/
Wir hoffen schon zur ersten Earth Night viele Unterstützer (Astrovereine, Umweltorganisationen, Städte und Gemeinden) zu gewinnen.
https://www.earth-night.info/unterstuetzer/


Geht in eure Gemeinde/Stadt und sprecht das Thema an. Die Sterne stehen günstig und wir sollten die aktuelle Welle nutzen.
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo,

das neue Gesetz kann man wohl wieder ganz einfach zusammen fassen: Viel zu wenig und viel zu spät.

Klar, es ist schön, dass Skybeamer noch weiter eingeschränkt werden, aber die Anzahl der dauerhaft betriebenen Geräte war aufgrund der Bauordnung eigentlich nie wirklich hoch. Die Anzahl der Wegbeleuchtungen und Werbetafeln in Naturschutzgebieten dürfte auch nicht so sonderlich hoch sein. Sichtbare Veränderungen sind also eher nicht zu erwarten.
Die zehn Meter Abstand zwischen größeren Gewässern und Flächen auf denen Pestizide ausgebracht werden sind sicherlich ein Anfang, aber so richtig viel nützt das nicht, wenn der Acker so gnandenlos mit Gülle überdüngt wird, dass selbst die Randstreifen zu Fettwiesen werden auf denen nun noch Löwenzahn und Gras wachsen.
Im Großen und Ganzen ist es ein weiter so und die Lösung der Probleme wird schön auf später verschoben. Vielleicht ist das der einfachste Weg, denn der Klimawandel sorgt ja auch für Veränderungen und vielleicht kann man dann dem die Schuld an der Abnahme von Arten und Anzahl der Insekten geben...


MfG

Rainmaker
 
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